Dürr, Ernst
Time lags der Geldpolitik. Systematik der Zusammenhänge, Ursachen und Verkürzungsmöglichkeiten
Holbik, Karel
Fusionen im amerikanischen Bankwesen. Probleme und Tendenzen
Korte, Bernhard und Oberhofer, Walter
Verteilungsformen der Einlagenbestände auf Sparkonten
Zapfe, Hans
Wirtschaftswachstum und Währungsstabilität in Österreich
Johnson, Harry G.
Beiträge zur Geldtheorie und Geldpolitik
(Gerhard Zweig)
Siepmann, Jürgen
Die Standortfrage bei Kreditinstituten
(Bernd Küppers)
Gunzert, R. (Hrsg.)
Aspekte der Stabilitäts- und Wachstumspolitik
(Karl Heinz Dignas)
Becker, Jürgen
Die kontinuierliche Liquiditätsversorgung des Bankensystems
(Eberhard Ketzel)
Rudloff, Hartmut
Vermögensbestand, Sparverhalten und Wirtschaftswachstum
(Klaus Wieners)
Dürr, Ernst
„Time lags der Geldpolitik. Systematik der Zusammenhänge, Ursachen und Verkürzungsmöglichkeiten“
Zusammenfassend ist zu sagen, daß die vielfach zu beobachtende schwache oder verspätete Wirkung der Geldpolitik auf Preisniveau und Beschäftigung nicht in der Natur der Geldpolitik begründet und deshalb nicht unvermeidbar ist, sondern daß insbesondere die ungenügende Ausgestaltung des geldpolitischen Instrumentariums und der außenwirtschaftlichen Absicherung zu dieser mangelhaften Wirkung führen. Deshalb ist es nicht angebracht, die Geldpolitik als Mittel der Konjunkturpolitik abzulehnen. Die pessimistische Haltung gegenüber der Geldpolitik führt leicht dazu, daß die Inflationsbekämpfung durch geldpolitische Maßnahmen aufgegeben wird, ohne daß alternative Maßnahmen ergriffen werden, da sie auf technische und politische Schwierigkeiten stoßen. Selbst wenn es gelingt, die restriktive Geldpolitik durch eine restriktive Fiskalpolitik zu ersetzen, wird die Geldwertstabilität meist nicht erreicht. Alle Länder, die bei Nachfrageüberhang auf restriktive Geldpolitik verzichtet haben, zeichnen sich durch überdurchschnittliche Inflationierung aus Großbritannien 1945 bis 1951, USA 1945 bis 1951, Schweden 1946 bis 1951, Frankreich 1945 bis 1958, Norwegen 1945 bis zur Gegenwart, obwohl einige dieser Länder zeitweise Haushaltsüberschüsse angesammelt haben (Großbritannien 1948 bis 1950, Norwegen und Schweden in der Zeit des Korea-Booms). Daß die restriktive Geldpolitik nicht durch die Einkommenspolitik ersetzt werden kann, hat die Erfahrung mit der konzertierten Aktion 1969 in der BRD gezeigt.
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Zapfe, Hans
„Wirtschaftswachstum und Währungsstabilität in Osterreich“
Zusammenfassend kann wohl gesagt werden, daß die in diesen Ausführungen versuchte Bilanz der österreichischen Wirtschaftsentwicklung und -politik ein überwiegend positives Bild vermittelt. Wenn auch bisher keine überzeugenden und konsequent verwirklichten Konzepte vorhanden sind, so zeigt sich doch, daß schwierige Probleme mit wirksamen Maßnahmen im Einzelfall gelöst werden. Zwei Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit sollen dies illustrieren. Der sogenannte Butterberg, der in Osterreich, sehr zum Unterschied von anderen Ländern, mit marktwirtschaftlichen Maßnahmen zumindest vorläufig beseitigt werden konnte. Schließlich ist die sehr rasche und zweckmäßige Reaktion der Regierung auf die jüngste DM-Aufwertung ein Musterbeispiel der weiter oben geschilderten Zusammenarbeit der Wirtschaftspartner und aller anderen maßgebenden Faktoren. Sofort nach Bekanntwerden des Aufwertungsbeschlusses hat die Regierung nach Fühlungnahme mit der Opposition, mit den Interessenvertretungen und selbstverständlich mit der Notenbank ihren Beschluß kundgetan, keine Aufwertung vorzunehmen. Gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Bekämpfung der zu erwartenden Preisauftriebstendenzen angekündigt. Die Besprechungen wurden sofort aufgenommen und die Maßnahmen - u. a. Zoll- und Ausgleichsteuersenkungen bzw. Vorkehrungen zur Sicherstellung der Weitergabe dieser Verbilligungen - wurden wenige Wochen nach der Aufwertung schon in Kraft gesetzt. Knapp nach der Entscheidung, den Wechselkurs des Schillings unverändert zu lassen, hat übrigens die Notenbank eine Mindestreservenerhöhung vorgenommen, wodurch die preisdämpfenden Maßnahmen der Regierung von der monetären Seite unterstützt werden sollen. Vor allem wurde - und dies ist wohl das Positivste - zwischen Regierung und Opposition vereinbart, die Frage des Wechselkurses aus der angesichts der bevorstehenden Wahlen zum Nationalrat bereits angelaufenen Wahlpropaganda herauszuhalten.
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