Fand, David J.
Ein monetaristisches Modell des Geldwirkungsprozesses
Steinmann, Bodo
Interne und externe Stabilität
Bühler, Wilhelm
Die Schichtenbilanz als Instrument der Leistungsanalyse für die Kreditbank
Della Porta, Glauco
Organisation der Kreditmarktfinanzierung in Italien
Bühler, W. (Hrsg.)
Die Kreditdisposition der Banken
(Paul Henze)
Ferber, M. (Hrsg.)
Pensionsgeschäfte der Kreditinstitute
(Paul Henze)
Götz, Günter
Die Schuldenpolitik der Länder
(Klaus-Dirk Henke)
Deppe, Hans-Dieter
Bankbetriebliches Wachstum – Funktionalzusammenhänge und Operations Research in Kreditinstituten
(Paul Helmut Schmitz)
Fand, David J.
„Ein monetaristisches Modell des Geldwirkungsprozesses“
Dieser Beitrag umreißt das monetaristische Modell des Geldes und arbeitet die analytischen Aspekte heraus, die es vom fiskalistischen monetären Modell unterscheiden. Obwohl diese beiden Modelle gelegentlich mit den Schlagworten "Geld spielt eine Rolle' oder 'Geld allein spielt eine Rolle" charakterisiert werden, bringt diese Gedächtnisstütze die analytischen Unterschiede in den jeweiligen Geldtheorien nicht voll zum Ausdruck. Um zu einem besseren Verständnis des monetaristischen Modells zu gelangen, müssen wir auch zwischen dem, Geldschleier der Theorie und dem hoch wirksamen (Zentralbank-) Geld der Stabilisierungspolitik und zwischen der nominalen Geldmenge und der realen Geldmenge unterscheiden.
Das monetäre Modell (die Quantitätstheorie) der Monetaristen schließt eine Theorie des Geldes, der Preise und der Zinssätze ein, die von der Liquiditätspräferenztheorie der Zinssätze der Fiskalisten wesentlich verschieden ist. Die Monetaristen haben eine monetäre Theorie des Preisniveaus, eine nicht-monetäre Theorie des (realen) Zinssatzes und eine Theorie, die steigende (oder hohe) Marktzinssätze (nominale Zinssätze)mit steigenden Preisen verbindet: Im Anschluß an Fisher postulieren sie einen Prozeßablauf, der von monetärer Expansion zu Preissteigerungen und hohen Zinssätzen führt; sie unterscheiden deshalb zwischen steigen den und hohen Zinsen und zwischen Marktzinsen und realen Zinsen; und sie erklären ein Steigen der Marktzinssätze (im Verhältnis zu den Realzinssätzen) durch Einführung einer Preiserwartungsvariablen, um dem Einfluß steigender Preise auf die nominalen Zinssätze Rechnung zu tragen. Die Fiskalisten haben demgegenüber eine monetäre Theorie der Zinssätze, eine nicht-monetäre Theorie des Preisniveaus und unterscheiden nicht zwischen steigenden und hohen Sätzen oder zwischen nominalen und realen Zinssätzen- Sie nehmen an, daß hohe (oder steigende) Marktzinssätze entsprechende Veränderungen in den Realzinssätzen widerspiegeln; und sie setzen die Variabilität der Marktzinssätze mit der Instabilität der realen Zinssätze in Beziehung. Die implizierte Instabilität der realen Wirtschaft ist in diesem Sinne ein Ausfluß des spezifischen analytischen Rahmens.
Die monetaristische Betrachtungsweise der Fiskalpolitik kann rnißverstanden werden, weil sie eng mit der Art zusammenhängt, in der Monetaristen die Richtung der Geldpolitik interpretieren und messen. Eine Maßnahme, die von den Fiskalisten als fiskalpolitische Stimulierung definiert wird, kann von den Monetaristen genauso gut als monetäre Stimulierung angesehen werden, so daß eine eindeutige Nachprüfung des Wirklichkeitsgehalts der beiden Theorien nicht leicht ist. So können wir nur in den Fällen, in denen sich die Geldmenge und der fullemployment surplus in entgegengesetzter Richtung entwickeln - wie 1966 und 1968,zu einem realen Test ihrer relativen wirtschaftspolitischen Wirksamkeit gelangen.
Das monetaristische Plädoyer für ein stabiles Geldmengenwachstum besagt nicht notwendig, daß diskretionäre Fiskalpolitik keinen kurzfristigen Effekt auf die volkswirtschaftliche Gesamtnachfrage hat. Es reicht für das monetaristische Anliegen aus, nachzuweisen, daß die Effekte zeitweiliger Budgetveränderungen ungewiß sind, daß sie lange und veränderliche lags haben, daß sie der Geldpolitik an Effektivität, nicht überlegen (und vielleicht sogar unterlegen) sind und daß Budgetvariationen primär wegen ihrer wichtigen allokativen Effekte vorgenommen werden sollten. Die Erfahrungen seit 1968 und die Entdeckung, daß auch einige fiskalistische Effekte Verzögerungen unterliegen, sollten dazu dienen, die theoretische und wirtschaftspolitische Diskussion über die relative Rolle der Geld- und Fiskalpolitik in der Stabilitätspolitik wiederaufzunehmen.
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Steinmann, Bodo
„Interne und externe Stabilität“
(1) Die Problematik der untersuchten Vorschläge in den angesprochenen Bereichen des Mitteleinsatzes und der Mittelwirksamkeit, der Eignung der eingesetzten Mittel sowie der erreichten Zielrealisierung läßt sich wie folgt resümieren:
Erstens: Die für die Ziele der internen und externen Stabilität eingeteilten wirtschaftspolitischen Mittel lassen sich nicht - wie bei Mundell im Gegensatz zu Stützel beabsichtigt - in ihrem Einsatz völlig voneinander isolieren. Das hat zur Folge, daß ihre Dosierung erhöht werden muß, um die gleiche Zielwirksamkeit wie bei voneinander unabhängigen Mitteln zu erreichen. Auch in ihrer Wirkung sind die Mittelgegenseitig nicht voneinander abzukapseln, wodurch sich die Basis für die Beurteilung erfolgreicher Zielrealisierung verändert: Die interne Stabilität ist leichter, die externe Stabilität schwerer zu realisieren.
Zweitens: Unter Berücksichtigung der durchgeführten Modifikationen legt die Beurteilung der Eignung der eingesetzten Mittel zur Erreichung der angestrebten Ziele die Vermutung nahe, daß die beabsichtigte Spaltung des Instrumentariums nur bei bestimmten gesamtwirtschaftlichen Konstellationen von Preis- und Zahlungsbilanz, Entwicklungen (reine Nachfrageinflation und leichte Zahlungsbilanzungleichgewichte mit geringen Bumerangeffekten) erfolgreich sein kann.
Drittens: Bei der gesamtwirtschaftlichen Konstellation Inflation/Zahlungsbilanzüberschuß erfolgt die gleichzeitige Realisierung beider Ziele nur aufgrund eines zu engen theoretischen Ansatzes (Ausschaltung der Preiskomponente). Diese Scheinlösung klammert einen Großteil der dabei auftretenden Problematik aus, die nicht nur darin besteht, daß sich die Mittel in ihrem Einsatz und in ihrer Wirksamkeit bei der Realisierung der angestrebten Ziele behindern, sondern auch, daß von dem Gradder Zielrealisierung seinerseits wiederum Kräfte ausgehen, die den Konflikt verstärken.
(2) Die Spaltung des wirtschaftspolitischen Instrumentariums zur Erreichung interner und externer Stabilität kann - im Gegensatz zu den diskutierten Vorschlägen - höchstens bewirken, über ursachenadäquate, effiziente und entsprechend dem Prinzip der effektiven Marktklassifikation eingesetzte Mittel Konflikte beim Mitteleinsatz und bei der Mittelwirksamkeit auszuräumen, nicht aber Konflikte, die mit dem Grad der Zielrealisierung zusammenhängen. Die diskutierten Vorschläge können vor allem deshalb keine befriedigende Lösung des Konflikts zwischen interner und externer Stabilität anbieten, weil sie - mit mehr oder weniger großem Erfolg - nur auf zwei der drei Bereiche des Zielkonflikts abheben.
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Bühler, Wilhelm
„Die Schichtenbilanz als Instrument der Leistungsanalyse für die Kreditbank“
Das Zurechnungsproblem ist für die Bankkostenrechnung so etwas wie eine Denksportaufgabe. Als solche hat sie schließlich eine gewisse Berühmtheit erlangt; nicht nur weil sich in ihrem Kern - nämlich der Frage, ob zwischen den Kreditaktiven und -passiven ein erkennbarer Zusammenhang herzustellen sei - die unterschiedlichsten Auffassungen über die Eigenart des Kreditinstitutes begegnen. Man sieht in ihrer Lösung zuweilen sogar die entscheidende Voraussetzung für die Preiskalkulation in der Kreditwirtschaft: "Denn wenn es wirklich eine Besonderheit der Kreditwirtschaft gibt, die sie nicht voll marktwirtschaftstauglich macht, dann ist es möglicherweise dieses Kalkulationsproblem."
Die Versuche, damit fertig zu werden "reichen von der Resignation bis zur höheren Mathematik."
Wahrscheinlich kommt man dabei ohne höhere Mathematik wirklich nicht aus. Es scheint, als ließe die Wahrscheinlichkeitstheorie - vielleicht im Verein mit den Methoden der Verhaltensforschung - tatsächlich den Einblick in die Veranlagungsqualität der Passiven zu. Man sollte das eingehend prüfen, - ebenso wie die beiden Thesen, die diese „Anleihe“ bei Mathematik und Statistik überhaupt erst rechtfertigen:
a) Die rechtsgeschäftliche Trennung von Einlagen- und Kreditgeschäft verschleiert die Tatsache, daß Zahlungsguthaben und Kredite einerseits, Hol- und Bringgelder auf der Passivseite anderseits Ausdruck ein und desselben Phänomens sind. Sie sind Ausdruck aktiven und passiven Beteiligtseins an Kreditverhältnissen. Einleger und Kreditnehmer 'bilden (zwar unwissentlich) - über den Selbsteintritt durch das Kreditinstitut hinweg - eine unsichtbare Gemeinschaft, deren (quantitative und qualitative) Fluktuation durch entsprechendgesetzte Maßnahmen des Instituts in einem annähernden Gleichgewicht gehalten werden. Diese Auffassung begründet den Zusammenhang zwischen den Kreditaktiven und -passiven.
b) Die Zahlungsbereitschaft (gegenüber dem latenten Rückzahlungsverlangen der Einleger) ist die Achillesferse der Kreditwirtschaft. Ihr gebührt die Priorität vor allen anderen kreditpolitischen Zielen. Diese Tatsache rechtfertigt den Einsatz einer primär an der Veranlagungsqualität der Passiven orientierten Gleichgewichtsnorm.
Für den Fall, daß das Ergebnis dieser Prüfung positiv ausfällt, brauchte man in dieser Frage künftig nicht mehr zu resignieren. Mit der Erstellung von Veranlagungsnormen für jede Passivposition stünde der Zurechnung ein Maßstab zur Verfügung, der nunmehr eine fundierte Gestaltung der Aktivseite zuließe.
Die Konsequenzen wären beachtlich, nicht nur für die Kreditpolitik. Wir versuchten anzudeuten, daß sich selbst organisatorische Hilfen daraus gewinnen ließen. Vor allem aber käme der Schichtenbilanz kalkulatorische und zugleich dispositive Bedeutung zu:
Der Gebrauch annehmbarer Veranlagungsnormen erweitert die Verwendungsmöglichkeiten der Schichtenbilanz beträchtlich. Sie ist nicht mehrausschließliches Instrument der Zinskostenzurechnung. Sie wird zur Entscheidungshilfe für die Institutsführung, weil sie die Scherenbewegung zwischen Fristentransformation und Zahlungsbereitschaft, die Reziprozität von Rentabilität und Liquidität nunmehr sichtbar machen kann. Dazuwird man nicht nachträglich, sondern von Tag zu Tag, auf der Basis der Tagesbilanz schichten müssen. Die tägliche Schichtung wird notwendig sein, weil erhebliche Bestandsveränderungen auch die Entscheidungssituation erheblich verändern können. Gewiß werden auch die Veranlagungsrichtlinien selbst von Zeit zu Zeit zu ändern sein. Wenn immer etwa die Liquiditätsvorsorge der Anpassung an ein verändertes Sparer- bzw. Einlegerverhalten bedarf, oder gar die Mindestreservesätze - wie jüngst - erhöht werden.
Man kann wohl sagen, daß heute begründete Aussicht besteht, die Kreditproduktion im Bankbetrieb transparent zu machen. Um in diesem Bild zu bleiben - Wenn die Veranlagungsnorm der Passiven ein Röntgenstrahl zur Durchleuchtung der Entsprechungsverhältnisse mit den Aktiven ist, dann ist die Schichtenbilanz der Schirm, auf dem sich der Umfang "positiver' oder negativer' Inkongruenz, die über- oder unterliquiden Abweichungen vom Gleichgewicht abbilden.
Die gegenwärtig verwendete Schichtenbilanz wäre dazu allerdings in einigen Punkten zuvor zu verbessern. Diesen Voraussetzungen haben wir hauptsächlich unsere Aufmerksamkeit zugewandt. Sie bestünden
- zunächst in einer Homogenisierung der (bislang so heterogen definierten) Passiven nach Restlaufzeitspannen, damit sie
- sodann ihren Ausdruck in entsprechend gestuften Aktivpositionen finden können.
- Erst diese Korrekturen ermöglichen ein Schichtungsverfahren, das mit einer variablen Ausgleichsreserve bei ansonsten gleichgewichtig konstanter Zurechnung aller übrigen Passivpositionen arbeitet.
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