Krümmel, Hans-Jacob
Zur Rentabilität der Kreditinstitute
Kath, Dietmar
Die verschiedenen Ansätze der Zinsstrukturtheorie
Teichmann, Ulrich
Möglichkeiten und Grenzen einer antizyklischen Geldpolitik
Raettig, Lutz R.
Verwendung der Rechnungseinheit in der EWG
Binswanger, Hans Christoph
Markt und internationale Währungsordnung
(Manfred Willms)
Küster, Georg
Untersuchungen zur Einkommensverteilung im Wirtschaftswachstum
(Friedrich Dienethal)
Folz, Willibald Jr.
Das geldtheoretische und geldpolitische Werk Walter Euckens
(Ulrich Schirmer)
Steuer, Werner
Die Aufwertungsspekulation
(Henning Löber)
Bruns, Georg und Häuser, Karl
Deutscher und internationaler Kapitalmarkt
(Henning Löber)
Krümmel, Hans-Jacob
„Zur Rentabilität der Kreditinstitute“
Der Verfasser untersucht ausgehend von der besonderen Situation der deutschen Kreditinstitute in der Hochzinsphase die längerfristigen Trends der Rentabilitätsentwicklung. Es zeigt sich dabei, daß die in längeren Entwicklungsprozessen gewachsenen, den einzelnen Institutsgruppen eigenen Angebotspaletten und in deren Folge die gruppentypischen Formen der Angebots- und Preispolitik bei veränderten Marktanteilen, veränderter Kundenstruktur und veränderter Besteuerung der Bankerträge zu einer ungleichen Entwicklung der Rentabilitätslage bei den Institutsgruppen geführt haben. Erscheinungen wie die zunehmende Bankgewöhnung und die steigende Zinsänderungsempfindlichkeit des Publikums, die vor allem Marketingmaßnahmen der Kreditinstitute selbst hervorgerufen haben, spielen dabei eine besondere Rolle. In einem zweiten Teil untersucht der Verfasser Möglichkeiten des rentabilitätspolitischen Ausgleichs durch bankpreispolitische Maßnahmen. Er diskutiert dabei ausführlich die Aspekte einer Abkehr von der weitgehenden Gebührenfreiheit (der Abkehr von der exzessiven Ausgleichspreisstellung zu Lasten des Aktivgeschäfts). Schließlich werden die begrenzten Möglichkeiten der Umgestaltung und Anreicherung der Bankleistungssortimente mit dem Ziel einer Verbesserung der Rentabilitätslage erörtert.
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Kath, Dietmar
„Die verschiedenen Ansätze der Zinsstrukturtheorie“
Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die verschiedenen Ansätze der Zinsstrukturtheorie. Die Darstellung orientiert sich an den im Zusammenhang mit der zeitlichen Vermögensdisposition auftretenden spezifischen Risiken, dem Einkommensrisiko und dem Kapitalrisiko. Die auf dieser Grundlage entwickelte Systematik der Zinsstrukturtheorie ermöglicht es, die divergierenden Erklärungsprinzipien als alternative Verhaltenshypothesen bezüglich ein und derselben Risikokonstellation zu kennzeichnen. Während die Erwartungstheorie eine Indifferenz der Anleger gegenüber beiden Risiken impliziert, geht die hedging pressure hypothesis von ihrer totalen Vermeidung aus. Zwei weitere Ansätze unterstellen den Wirtschaftssubjekten eine Präferenz für eines der beiden Risiken. So gewichten sie gemäß der Liquiditätspräferenztheorie das Kapitalrisiko schwerer als das Einkommensrisiko, und die preferred habitat theory unterstellt ihnen eine a priori nicht spezifizierte Vorliebe für bestimmte Festlegungsfristen und damit ebenfalls eine Risikopräferenz.
Im Verlauf der Studie wird gezeigt, daß sich im konkreten Anlageverhalten der Wirtschaftssubjekte Hinweise und Anhaltspunkte für die beiden konkurrierenden Zielsetzungen der Vermögensdisposition, Zinsertragsmaximierung und Risikovermeidung finden lassen. Vielfältige ökonometrische Zinsstrukturuntersuchungen konnten dagegen die empirischen Gesetzmäßigkeiten weder mit der einen noch mit der anderen Hypothese vollständig erklären. Vielmehr sprechen sowohl empirische Tatbestände als auch theoretische Argumente für eine modellmäßige Synthese beider Erklärungsprinzipien. Als ein derartiger Ansatz wird in dieser Studie die Liquiditätspräferenzhypothese in ihrer durch R. A. Kessel vervollständigten Form angesehen. Indem Kessel den Kostenaspekt der Zinsarbitrage neben der Liquiditätsvorliebe berücksichtigt, erhält er ein schlüssiges theoretisches Konzept, mit dem auch die empirischen Gesetzmäßigkeiten der zeitlichen Zinsstruktur erklärt werden können.
Abschließend werden Ansatzpunkte Aaufgezeigt, auf welche Weise eine Synthese sowohl des zeitlichen als auch des institutionellen Teilaspekts der Zinsstruktur möglich erscheint und wie darüber hinaus eine derart verallgemeinerte Zinsstrukturtheorie in einen übergeordneten volkswirtschaftlichen Systemzusammenhang einbezogen werden könnte.
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Teichmann, Ulrich
„Möglichkeiten und Grenzen einer antizyklischen Geldpolitik“
Mit unseren Ausführungen verfolgten wir zwei Ziele. Wir wollten die Ursachen für den verspäteten und deshalb meist konzyklischen Effekt der konventionellen Geldpolitik herausarbeiten und daran ansetzend Wege aufzeigen, um diese unerwünschte Wirkung wenigstens begrenzen, wenn nicht gar gänzlich ausschalten zu können. Die vorgeschlagene Therapie wies uns dann den Weg zu effizienteren Einsatzmöglichkeiten der Geldpolitik: Ist die ausgeprägte Übersteigerung einmal eingetreten, weil die konjunkturelle Dynamik die Wirkung der antizyklischen Mittel, z. B. infolge einer fehlerhaften Prognose, überwog, so sind die Möglichkeiten der Kreditpolitik, diese nachträglich zu kompensieren, ohne gleichzeitig dadurch den Grundstein für die nächste, wiederum übertreibende Gegenbewegung in die Rezession zu legen, eng begrenzt. Eine Geldpolitik aber, die weniger auf die Extreme und mehr auf den dazwischenliegenden Auf- oder Abschwung gerichtet ist, kann es eher erreichen, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in die Hand zu bekommen. Diese Strategie ist nicht mehr allein kurzfristig ausgerichtet, sondern beachtet bei ihren Eingriffen die Auswirkungen auf die folgenden Phasen. Sie verzichtet u. U. auf den heutigen Einsatz eines Mittels zugunsten einer späteren Phase, in der es dadurch geeigneter genutzt werden kann und vollendet die jetzige Aufgabe mit Instrumenten aus anderen Bereichen. Konjunkturpolitische Mittel - und das gilt nicht nur für die Geldpolitik - lassen sich, wie wir gesehen haben, nicht in jeder Phase des Zyklus gleich effizient nutzen. Auch die Intensität des Einsatzes in früheren Zyklen oder Phasen beeinflußt deren jetzige Wirksamkeit. Ein Urteil über antizyklische Instrumente bzw. das Aufstellen einer Rangordnung entsprechender Wirkungskoeffizienten, wie es z. B. Tinlergen, an ihn anschließend Kirschen u. a. und neuerdings auch Baumgarten und Mjickl vorschwebt, bleibt deshalb von zweifelhaftem Wert, solange nicht die obengenannten modifizierenden Einschränkungen einbezogen werden.
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Raettig, Lutz R.
„Verwendung der Rechnungseinheit in der EWG“
Im Zusammenhang mit der Schaffung eines Europäischen Kapitalmarktes spielt die Rechnungseinheit, die ohnehin als statistische Größe Bedeutung besitzt, auf den Anleihemärkten eine zunehmend wichtige Rolle. Insbesondere die Europäische Rechnungseinheit (RE) und die Europäische Währungseinheit(E) haben sich durchgesetzt.
Die RE ist in ihrem Wert an die Goldparität der sog. Referenzwährungen, dies sind die 17 Währungen der Mitgliedsländer der ehemaligen Europäischen Zahlungs-Union (EZU), gebunden. Eine Wertänderung kann nur dann erfolgen, wenn gleichzeitig folgende Bedingungen eintreten: Änderungen der Goldparität aller Referenzwährungen und Bewegung der Paritäten von mindestens zwei Dritteln der Referenzwährungen in derselben Richtung. Sind die Voraussetzungen erfüllt, so wird der geringste Auf- oder Abwertungssatz einer Referenzwährung als Maß der Wertänderung der RE herangezogen. Hinsichtlich der Zahlungswährung besteht für den Anleger ein Wahlrecht, wobei i.d.R. einige "currencies of payment" in den Anleihebedingungen festgelegt werden. Der Emittent ist berechtigt, die "subcription currency" zu bestimmen. Die E ist als echte europäische Währungseinheit vor dem Hintergrund des Stufenplans zur Errichtung einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion zu setzen, an deren Ende eine einheitliche Gemeinschaftswährung steht. Grundlage sind die Währungen der EWG-Mitgliedsländer. Gegenüber diesen besitzt sie für die gesamte Laufzeit der Anleihen eine fixierte Parität. Als Zahlungswährung kann jede der Basiswährungen gewählt werden. Aus der Sicht der Anleger bietet sich die RE vor allem dann an, wenn die Heimatwährung abwertet bei fehlenden Veränderungen der anderen Referenzwährungen. Der Zeichner einer E-Anleihe ist vor allem bei einer Abwertung einer EWG-Währung wegen der Paritätsgarantie voll gesichert. Im Gegensatz zur RE besteht darüber hinaus ein Schutz gegen Verluste aus Aufwertungen der Zeichnerwährung.
Für Anleiheschuldner ergeben sich die Vorteile bei beiden Rechnungseinheiten insbesondere aus den Marktbedingungen: geringere Kosten, fehlende Marktrestriktionen. Nachteile bieten sich dagegen aus den den Anleihegläubigern zustehenden Währungsoptionsrechten.
Insgesamt können die Anleihetypen als wichtiger Schritt in Richtung auf eine Integration der europäischen Kapitalmärkte gelten. Der Beweis dafür ist durch die Schaffung gut funktionierender Primär- und Sekundärmärkte bereits erbracht.
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