Steinbach, Wolf und Fromm, Axel
Ökonomische Aspekte der Portfolio-Selection-Theorie
Timmermann, Vincenz
Inflation und wirtschaftliches Wachstum
Cansier, Dieter
Geld- und finanzpolitische Beeinflussung des Trade-Off zwischen Preisniveaustabilität und Unterbeschäftigung
Bredemeier, Sonning
Erfahrungen mit der Kreditplafondierung
(Henning Löber)
Schneider, Günther
Zur Planung von Bankportefeuilleentscheidungen
(Hans-Jacob Krümmel)
Franke, Günter
Verschuldungs- und Ausschüttungspolitik im Lichte der Portefeuille-Theorie
(Jürgen Stöckel)
Meyer zu Selhausen, Hermann
Die Optimalplanung von Kapitalbeschaffung und Kapitalverwendung einer Kreditbank mit den Methoden der Unternehmensforschung
(Christian Kunze)
Schönle, Herbert
Bank- und Börsenrecht
(Johannes Bärmann)
Möschel, Wernhardt
Das Wirtschaftsrecht der Banken
(Eberhard Wolff)
Schilcher, Rudolf (Hrsg.)
Beiträge zur Geldlehre
(Gerhard Zweig)
Ringel, J.
Geldtheoretische Ansätze im Lichte der modernen Wissenschaftstheorie
(Jürgen Siebke)
Liepmann, Peter
Geldtheoretische und geldpolitische Probleme des Eurodollarmarktes
(Gerhard Zweig)
Schwedes, Horst
Der Bund am Kapitalmarkt
(Margit Gregor)
Steinbach, Wolf und Fromm, Axel
„Ökonomische Aspekte der Portfolio-Selection-Theorie“
Die Ermittlung effizienter und optimaler Portefeuilles wird unter dem Aspekt einer wirtschaftlichen Anwendung untersucht. Die verschiedenen Modelltypen als Verfahrenstechniken werden dargestellt und unter ökonomischen Gesichtspunkten interpretiert. Dabei wird der Versuch unternommen, die einzelnen Modellvariationen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen und zeitlichen Vor- bzw. Nachteile zu vergleichen, um dadurch Hinweise für praktische Anwendungs- bzw. Durchführungsmöglichkeiten zu erhalten. Es wird festgestellt, daß rezeptartige Empfehlungen nicht ausgesprochen werden können. Die verfahrenstechnischen Hilfsmittel reagieren auf Datenänderungen derart empfindlich, daß das Dilemma zwischen wirtschaftlichem Einsatz und Praktikabilität einerseits und mathematischer Effizienz andererseits stets nur im subjektiven Ermessensspielraum eines Investors gelöst werden kann.
Weiter wird auf den Einsatz der elektronischen Datenverarbeitung als organisationstechnisches Hilfsmittel eingegangen. Als Beispiel für eine umfangreiche Datenbasis zur computergestützten Datenverwaltung, Datenbereitstellung und Datenaufbereitung sowie zur Analyse und Optimierung werden Struktur und Inhalt einer sogenannten Wertpapierdatei dargestellt. Kosteneinflußgrößen und organisatorische Fragen insbesondere im Zusammenhang mit dem Computereinsatz werden abschließend erörtert und geben weitere Hinweise auf die ökonomische Relevanz und praktische Einsatzmöglichkeit von Portfolio-Selection-Modellen.
hoch
Timmermann, Vincenz
„Inflation und wirtschaftliches Wachstum“
Der Verfasser diskutiert die Frage "Fördert oder hemmt die Inflation das wirtschaftliche Wachstum?". Folgt man, der herrschenden Wachstumstheorie, so lautet die Antwort: "Eine leichte Inflation fördert das wirtschaftliche Wachstum". Die ökonomischen Argumente für diese These erscheinen in der Tat überzeugender als die Gegenargumente. Berücksichtigt man aber die Möglichkeit der Selbstbeschleunigung auch einer leichten Inflation und ihre soziale Unerträglichkeit - beide Gesichtspunkte werden in den bisher vorliegenden Wachstumsmodellen nicht berücksichtigt - so wird die Antwort auf die Ausgangsfrage differenzierter ausfallen. Die Argumente für die These, eine leichte Inflation führe zu höheren Profitraten und rege die Investitionstätigkeit an, sind vor allem auf kurze Fristen bezogen; längerfristig, d. h. unter Beachtung einer Anpassungsphase, überzeugen sie nicht. Das Urteil über die These, eine leichte Inflation sei nicht unbedingt unsozial, hängt davon ab, ob die Vermögensverluste der sozial Schwächeren größer oder kleiner sind als deren Einkommensgewinne; leider wissen wir fast nichts über die wahrscheinlichen Einkommensgewinne.
Nicht genügend gesichert erscheint dem Verfasser die These, eine leichte Inflation gerate nicht zwangsläufig außer Kontrolle. Der Verfasser hält relative Preisstabilität und angemessenes Wirtschaftswachstum grundsätzlich für vereinbar; nach seiner Meinung steht dem ein ökonomisches Gesetz nicht entgegen. Er plädiert daher dafür, das Ziel der relativen Preisstabilität kompromißlos zu verfolgen, so daß Lohn- und Preisforderungen, die das Maß einer gemeinsamen Übereinkunft übersteigen, zumindest mit dem Risiko von Arbeitslosigkeit und Umsatzrückgang verbunden sind.
hoch
Cansier, Dieter
„Geld- und finanzpolitische Beeinflussung des Trade-Off zwischen Preisniveaustabilität und Unterbeschäftigung“
Da wesentliche Preisniveausteigerungen bereits in Unterbeschäftigungssituationen mit gesellschaftlich nicht als tolerierbar erachteter Arbeitslosigkeit auftreten, muß ein andauernd hoher Beschäftigungsgrad mit minimaler Arbeitslosigkeit als Datum der Inflationsbekämpfung betrachtet werden. Die Inflationspolitik führt unter diesen Bedingungen um so eher zu befriedigenden Ergebnissen, je mehr es gelingt, den Trade-Off zwischen Preisniveaustabilität und Unterbeschäftigung durch eine gezielte Beeinflussung der Determinanten des Trade-Off abzuschwächen. Die traditionelle Strategie der Inflationsbekämpfung der globalen Nachfragesteuerung mit Hilfe der Geld- und Finanzpolitik vermag hierzu aus mehreren wichtigen Gründen nur einen sehr bescheidenen Beitrag zu leisten. Am ehesten ist eine gewisse Beeinflussung der Inflationserwartungen als Determinante des Trade-Off möglich. Während sich der inflationspolitische Einsatz der Geldpolitik auf die Steuerung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrageentwicklung beschränkt, können mit Hilfe der Finanzpolitik zwei weitere wichtige Strategien der Inflationsbekämpfung verfolgt werden: 1. Die Änderung der Strukturbedingungen auf den Güter- und Arbeitsmärkten (finanzpolitische Strukturpolitik), 2. die gezielte Beeinflussung der monopolistischen Lohn- und Preispolitik der Gewerkschaften und Unternehmen durch steuerliche Regulierung der Löhne und Gewinne (steuerliche Einkommenspolitik).
Strukturpolitisch orientierte finanzpolitische Maßnahmen können vor allem darauf gerichtet sein, die Arbeitsmobilität zu erhöhen, den Wettbewerb zu intensivieren und Unterschiede in den sektoralen Arbeitsproduktivitätsfortschritten zu mildern. Der letzte Aspekt ist bisher kaum diskutiert worden. Ähnlich wurde bisher die einkommenspolitische Ausrichtung der Steuerpolitik weitgehend vernachlässigt. In der neueren Literatur haben Wallich und Weintraub hierzu einen interessanten Vorschlag entwickelt.
Die verschiedenen struktur- und einkommenspolitischen Ansatzpunkte sollten in der praktischen Inflationspolitik neben der Strategie der globalen Nachfragesteuerung stärker beachtet werden, denn sie ermöglichen eine besonders gezielte Beeinflussung wesentlicher Inflationsfaktoren und erhöhen dadurch die Wirksamkeit der Inflationspolitik.
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