Simon, Leonard S.
Some Observations on Analytical Marketing in Banking Research and Practice
Mülhaupt, Ludwig und Dolff, Peter
Grundprobleme der Bankplanung unter besonderer Berücksichtigung der Institute des langfristigen Kredits (II)
Wolff, Heide
Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien: Währungsreserven und Bankenliquidität
Milde, Hellmuth
Informationskosten, Anpassungskosten und die Theorie des Kreditmarktes
Alexander, Volbert und Loef, Hans Edi
Die Kontrolle der Geldbasis und ihre Komponenten. Eine empirische Analyse für die BRD
Schultze-Kimmle, Horst-Dieter
Universalbankentendenzen im britischen Kreditwesen
Schneider, Wilfried und Fuchs, Konrad (Hrsg.)
Management im Kreditwesen. Festschrift für Hans Krasensky
(Christian Kunze)
Glöggler, Axel
Die Liquiditätstheorie des Geldes
(Stefan Wallraven)
Duwendag, Dieter (Hrsg.)
Macht und Ohnmacht der Bundesbank
(Rüdiger Pohl)
Wallraven, Stefan
Währungsintegration und Währungspolitik der Franc-Zone Afrikas
(Hans Pfisterer)
Euba, Norbert
Der Einfluß von Geldwertrisiko und Wertsicherungsklauseln auf die Vermögensdisposition
(Hartmut Rudloff)
Issing, Otmar
Indexklauseln und Inflation
(Hartmut Rudloff)
Kittel, Hermann
Marktstrategien im Hypothekarkreditgeschäft
(Hans-Jacob Krümmel)
Simon, Leonard S.
„Einige Anmerkungen über analytisches Marketing in Forschung und Praxis der Banken“
Die gegenwärtige Struktur des Bankgeschäfts wird sowohl durch die Anwendung aggressiver Marketingtechniken als auch durch die technologische Entwicklung und die Neugestaltung der institutionellen Rahmenbedingungen verändert. Der Aufsatz versucht zu erkunden, warum diese aggressive Tendenz gerade heutzutage aufgekommen ist und veranschaulicht, wie sehr die moderne Technologie, die bekanntlich sehr schnell wechselnde Operationen ermöglicht, künftig eine noch stärkere Berücksichtigung von Marketing-Gesichtspunkten erfordert. Eine stärkere Verwissenschaftlichung, wie sie zum Beispiel die Anwendung von Operations Research und anderer stark analytischer Verfahren darstellt, dürfte der entscheidende Ansatzpunkt für eine bessere Effizienz des Marketing sein. Hierzu werden als praktische Beispiele Fälle der Unternehmensentscheidungen, des Depositenwettbewerbs, der Anlagedisposition und der Produktivitätssteigerung im personellen Bereich gebracht.
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Mülhaupt, Ludwig und Dolff, Peter
„Grundprobleme der Bankplanung unter besonderer Berücksichtigung der Institute des langfristigen Kredits (II)“
Geht man davon aus, dass die Mittelbeschaffung für die Institute des langfristigen Kredits künftig den Engpass darstellen wird, so muss diese den Ausgangspunkt der Planungsüberlegungen bilden. Da bei ihnen die Emission von Schuldverschreibungen die wichtigste Refinanzierungsquelle bildet, stellen sich die Aufgaben
- Planung des Absatzes von Schuldverschreibungen
- Bestimmung des Emissionszeitpunktes
- Festlegung der Emissionsbedingungen.
Die Grundlage dafür ist die Prognose des Mittelaufkommens der Abnehmergruppen von Schuldverschreibungen (Kreditinstitute, Versicherungen, Privatanleger), die sich an gesamtwirtschaftlichen Indikatoren zu orientieren hat und relativ exakte Vorhersagen ermöglicht.
Für Girozentralen sind neben den Schuldverschreibungen und der Aufnahme langfristiger Darlehen die Einlagen eine wichtige Finanzierungsquelle. Problematisch ist, daß es sich dabei allgemein um Einlagen weniger Großkunden mit wenigen Zahlungsvorgängen, die aber jeweils zu erheblichen Divergenzen in den Zahlungsströmen führen können, handelt, so daß das Gesetz der großen Zahl bei der Quantifizierung des Liquiditätsrisikos kaum zur Geltung kommt. Es sind daher Verfahren für eine globale Prognose der Fluktuation jeder Einlagenart zu entwickeln. Solange derartige Untersuchungen noch nicht vorliegen, wird dieses Planungsproblem nur über eine verstärkte Beachtung der Fristenkongruenz zwischen dem Aktiv- und Passivgeschäft zu lösen sein.
Bei der Planung der Mittelverwendung bildet die Prognose der Nachfrage nach den verschiedenen Arten von Bankkrediten, die wiederum in bestimmter Weise mit gesamtwirtschaftlichen Indikatoren korreliert, den Ausgangspunkt. Bei der Ermittlung von solchen Korrelationen eröffnet sich aus Wirtschaftlichkeitsüberlegungen vor allem den Verbänden des Kreditgewerbes ein wichtiges Betätigungsfeld.
Auf der Grundlage des prognostizierten Kreditpotentials erfolgt die Planung des Kreditvolumens, wobei neben den Möglichkeiten der Mittelbeschaffung auch gesetzliche Vorschriften und langfristige Zielsetzungen eine Rolle spielen. Daneben ist der Einsatz der Marketinginstrumente, insbesondere der Konditionenpolitik, von Bedeutung, denn die Zinselastizität der Kreditnehmer ist wesentlich für den Einfluss der Zinshöhe auf den Umfang des Kreditvolumens. Die Abstimmung von Mittelbeschaffung und Mittelverwendung stellt die Planung wegen der Interdependenz aller Transaktionen im finanziellen Bereich und der Einflüsse, die diese Transaktionen auf Rentabilität, Liquidität und Sicherheit ausüben, vor schwierige Probleme: Die Strukturen des Aktiv- und Passivgeschäfts divergieren in betragsmäßiger, zeitlicher und qualitativer Hinsicht so stark, dass sie sich an veränderte Marktdaten nur mit unterschiedlicher Geschwindigkeit anpassen lassen. Mangels geeigneter Verfahren verfuhr man bisher, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen, nach dem Prinzip der Fristenkongruenz, nach dem der am stärksten fremdbestimmte Bereich die Verhaltensweisen der Bank in allen anderen Bereichen determiniert. Je weiter man nun von der Fristenkongruenz abgeht, desto notwendiger wird eine umfassende Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung, um insbesondere die Risiken der Anschlussfinanzierung zu mildern. Die von der Wissenschaft zur Lösung dieser Probleme entwickelten Planungsmodelle sind noch nicht praktikabel, so dass die Banken sich vorerst weiterhin mit bescheidenen Planungsansätzen begnügen müssen.
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Wolff, Heide
„Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien: Währungsreserven und Bankenliquidität“
Bei dem Versuch, die Liquiditätsversorgung der Banken durch außenwirtschaftliche Einflüsse exakt zu erfassen, wird häufig genug nur auf die Entwicklung der offiziellen Währungsreserven bei der Zentralbank abgestellt. Solange man aber nicht gleichzeitig auch die kurzfristigen Auslandsforderungen der Banken, also den Geldexport, miteinbezieht, muss jede Aussage über Liquiditätsveränderungen lückenhaft bleiben, weil entweder reine Umschichtungen der Bankenliquidität zwischen Inlands- und Auslandsanlagen als Liquiditätsexpansion oder -kontraktion beurteilt werden oder vom Auslandsgeschäft ausgehende Liquiditätswirkungen überhaupt nicht erfasst werden.
Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, müssen daher offizielle und private Devisenforderungen gemeinsam betrachtet werden. Die Verzerrungen werden um so größer, je höher der Anteil der Geldexporte in einem Land ist. Das soll am Beispiel der BRD und Großbritanniens deutlich gemacht werden, die sehr unterschiedlich strukturiert sind.
1. Statistisch gesehen weisen die gesamten Währungsreserven in Großbritannien meist nur positive Veränderungen auf, wirken also permanent Liquidität zuführend. In der BRD sind dagegen sowohl starke expansiv wie kontraktiv wirkende Veränderungen der gesamten Währungsreserven zu verzeichnen. Der Einfluss des Marktfaktors Zahlungsbilanz auf die Bankenliquidität ist hier viel
uneinheitlicher.
2. Die Aufteilung der gesamten Währungsreserven zwischen Zentralbank einerseits und Bankensystem andererseits ist in beiden Ländern unterschiedlich. Bei einem Vergleich der absoluten Werte zeigt sich, dass die Währungsreserven der Bundesbank etwa 3-4 mal so hoch sind wie die Geldexporte der deutschen Banken. Dagegen machen die offiziellen Reserven in Großbritannien nur etwa den elften Teil der Geldexporte britischer Banken aus. Vergleicht man die Veränderungswerte, so sind die offiziellen Währungsreserven in der BRD viel größeren Schwankungen unterworfen als die Geldexporte deutscher Banken. Daraus kann man schließen, dass ein erheblicher Teil aller Devisengeschäfte über die Bundesbank abgewickelt wird. In Großbritannien sind nur geringe, meist positive Veränderungen der offiziellen Währungsreserven nachzuweisen, dagegen stärkere Veränderungen der Geldexporte britischer Banken, ebenfalls überwiegend als Zunahmen.
Während sich die Entwicklung in der BRD im Sinne der Währungstheorie als modellgerecht erweist, passt sich Großbritannien nicht in das Schema ein. Als Land mit einer ständig schwachen, abwertungsbedrohten Währung hätte man eine anhaltende Verminderung der britischen Währungsreserven erwartet. Die hohen britischen Geldexporte entsprechen zwar dem Modell; sie können aber bei relativ gleichbleibenden Währungsreserven nur durchgeführt werden, wenn gleichzeitig hohe Geldimporte vorliegen, die bei einem abwertungsverdächtigen Land eigentlich nicht erwartet werden.
Diese Diskrepanz zwischen Währungstheorie einerseits und britischer Realität andererseits läßt sich nur dadurch erklären, dass London das Zentrum des Eurodollarmarktes ist, von daher die britischen Fremdwährungsverbindlichkeiten stets höher waren als die Forderungen in fremder Währung und sich ein Rückgriff auf die Zentralbank erübrigte. Deshalb ist der Aussagewert allein der offiziellen Währungsreserven für die Entwicklung der Bankenliquidität in Großbritannien noch zweifelhafter als in der BRD.
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Milde, Hellmuth
„Informationskosten, Anpassungskosten und die Theorie des Kreditmarktes“
Die herkömmliche Preistheorie ist nicht in der Lage, die unterschiedlichen Eigenschaften des Wertpapiermarktes und des Kreditmarktes befriedigend zu erklären. Während auf dem Wertpapiermarkt die Allokation ausschließlich durch den Marktzins gesteuert wird, ist der Markt für Bankkredite durch inflexible Zinsraten und Nicht-Preis-Rationierung charakterisiert. Der vorliegende Aufsatz referiert kurz die Beiträge zur Rationierungsdiskussion von Samuelson, Scott, Hodgman, Chase, Miller, Jaffee u. a.
Mit Hilfe einer Preistheorie, die explizit Informations- und Anpassungskosten berücksichtigt, werden im Hauptteil verschiedene Phänomene des Kreditmarktes erklärt. Der Erklärungseinfall geht besonders auf Ideen von Alchian zurück. Denn im Gegensatz zum Wertpapiererwerb ist die Gewährung eines Darlehens ökonomisch nichts anderes als der Kauf einer Forderung mit sehr ungewisser Qualität. Die Reduktion der Ungewissheit und die Reaktionen bei exogenen Störungen haben positive Informations- und Anpassungskosten zur Folge. Es wird gezeigt, dass die substantiellen Unterschiede zwischen Kredit- und Wertpapiermarkt auf die unterschiedliche Bedeutung dieser Kostenkomponenten auf beiden Märkten zurückzuführen sind. Das Allokationskriterium für Kreditgeber und Kreditnehmer ist nicht der Marktzins, sondern die Zinsrate einschließlich der Informations- und Anpassungskosten.
Um die beiden Kostenkomponenten so weit wie möglich zu reduzieren, haben die Kreditinstitute verschiedene Strategien entwickelt. Eine Möglichkeit, die das Erscheinungsbild des Kreditmarktes geradezu definiert, ist durch die Politik der Zinsstabilisierung gegeben. Verschiedene Elemente der Bankbetriebslehre, die schon immer von den Bankpraktikern angesprochen wurden, können so in die Theorie des Kreditmarktes integriert werden. Eine Verringerung der Kluft zwischen Theorie und Praxis im Kreditwesen scheint möglich.
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Alexander, Volbert und Loef, Hans Edi
„Die Kontrolle der Geldbasis und ihrer Komponenten. Eine empirische Analyse für die BRD“
Eine monetaristische Geldpolitik steht und fällt mit der Fähigkeit monetärer Instanzen zur Steuerung der Geldbasis. Die Analyse von Willms, wonach die Deutsche Bundesbank eine hinreichend gute Kontrolle über die deutsche Geldbasis ausüben kann, scheint das Problem der Basiskontrolle in der BRD nicht exakt aufzuzeigen und zu lösen.
Entgegen der Willms'schen Folgerung zeigt die vorliegende Analyse, daß die Bundesbank besonders in außenwirtschaftlich ungleichgewichtigen Perioden keine hinreichende Beeinflussung der deutschen Geldbasis erreichte. Willms' Ergebnis lässt sich auf eine nicht exakte Aufspaltung der Gesamtbasis in kontrollierbare und nicht kontrollierbare Komponenten zurückführen. Es wird weiterhin deutlich, daß durch die getrennte Analyse verschiedener Zeitperioden sehr unterschiedliche Resultate bezüglich der Geldbasiskontrolle auftreten.
In weiteren Tests wird gezeigt, dass die bei weitem stärkste Unterlaufung geldpolitischer Maßnahmen durch die Basiskomponente Nettoposition der Bundesbank gegenüber dem Ausland erfolgte; selbst in außenwirtschaftlich ruhigen Perioden konterkarierte diese Basisgröße die Maßnahmen der Bundesbank viel stärker als Diskont- und Offenmarktverschuldung der Banken zusammen.
Als Konsequenz ergibt sich, dass die Bundesbank mit ihren derzeitigen Instrumenten innerhalb des während der untersuchten Periode (1951-1972) herrschenden Weltwährungssystems eine effiziente Steuerung der Geldbasis nicht erreichen kann.
Will man eine solche monetaristische Geldpolitik betreiben, so zeigen die vorliegenden Ergebnisse unserer Untersuchung für die BRD, dass dies unter dem bis 1970 durchweg herrschenden System fixer Wechselkurse nicht möglich ist. Diese Konsequenz ist von entscheidender Bedeutung bei der gegenwärtigen intensiven Diskussion um die Neuordnung des Weltwährungssystems.
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Schultze-Kimmle, Horst-Dieter
„Universalbankentendenzen im britischen Kreditwesen“
Schon seit einer Reihe von Jahren sind im Kreditgewerbe Großbritanniens in ständig steigendem Ausmaß Zeichen einer Evolution in Richtung auf ein Universalbankensystem deutscher Prägung zu erkennen. Die ursprüngliche Initiative zu diesem Prozess ging von der City selbst aus; erheblich stimuliert wurde er allerdings durch die Kreditreform vom Herbst 1971. Sie ermöglichte es, den im Wettbewerb mit verschiedenen inländischen Institutsgruppen wie auch den in London angesiedelten Auslandsbanken ins Hintertreffen geratenen Clearing Banks, gegenüber der früher relativ stiefmütterlich behandelten Privatkundschaft eine größere Aktivität zu entfalten und durch zahlreiche weitere Diversifikationsmaßnahmen den Weg zu "Financial supermarkets" einzuschlagen. Zwangsläufig kommen sie im Rahmen solcher, durch zwischenzeitliche Rückfälle in der offiziellen Liberalisierungspolitik temporär gebremsten Bestrebungen zunehmend anderen Institutskategorien ins Gehege, die - wie etwa die Building Societies, Finance Houses oder Merchant Banks - ihrerseits ebenfalls in kontinuierlich wachsendem Umfang die Abkehr vom klassischen Spezialbankprinzip vollziehen. Heute müssen sich die Clearing Banks obendrein neben jenen und jüngeren Rivalen in Gestalt der rasant expandierenden "money shops" verstärkt den kontinentalen Banken mit einem vielfach schon wesentlich universelleren Sortiment und Service stellen. Um ihre Konkurrenzfähigkeit zu verbessern und die Auflockerung der traditionellen Arbeitsteilung zu fördern, erleichtert die Bank of England seit Anfang 1973 die kapitalmäßige Einflussnahme auf Merchant Banks mit der begehrten Akzeptbaus-Reputation, so dass sich die Clearing Banks nicht nur durch die Kreierung neuer Leistungen "von innen heraus", sondern außerdem durch die mit Fusionen oder Beteiligungen erworbenen spezifischen Erfahrungen und Verbindungen zu "all-purpose"-Instituten entwickeln können. Gleichwohl ist das britische Kreditwesen gegenwärtig immer noch mit diversen Spezialisierungsrelikten behaftet, die indes - so lautet jedenfalls die langfristige Prognose des IBRO-Reports - unbeschadet der nach dem EWG-Beitritt, dem Regierungswechsel und den Krisenerscheinungen im Sekundärbank-Bereich sehr aktuellen Reglementierungspläne größtenteils nach und nach eliminiert werden dürften.
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