Mayer, Thomas
The Structure of Monetarism (II)
Neumann, Manfred J. M.
Konstrukte der Zentralbankgeldmenge
Läufer, Nikolaus K. A.
Fiskalpolitik versus Geldpolitik. Zur Frage ihrer relativen Bedeutung. Eine empirische Untersuchung der BRD.
Matusza, Manfred
Optimale Transaktions-, Vorsichts- und Spekulationskasse. Diskussion einiger Lösungsansätze
Fase, M. M. G. und Kuné, J. B.
The Demand for Money in Thirteen European and Non-European Countries: A Tabular Survey
Issing, Otmar
Einführung in die Geldtheorie
(Heino Faßbender)
Deppe, Hans-Dieter
Betriebswirtschaftliche Grundlagen der Geldwirtschaft, Band 1: Einführung und Zahlungsverkehr
(Joachim Süchting)
Rühl, Frank
Zur Nachfrage der Schweizer Banken nach Liquiditätsreserven 1959-1970
(Dietmar Kath)
Bärmann, Johannes (Hrsg.)
Europäisches Geld-, Bank- und Börsenrecht, Teil I: Bundesrepublik Deutschland
(Hugo J. Hahn)
Hochgesand, Helmut
Theorie der Devisenspekulation
(Peter Kuhlmann)
Mayer, Thomas
„Die Struktur des Monetarismus (2)“
In dem Aufsatz wird die Erörterung des Monetarismus fortgesetzt, in dem sechs Regeln für eine monetaristische Politik aufgegriffen werden. (1) Der Gebrauch der Mindestreserven als ein Indikator für die Geldpolitik. (2) Die Ausrichtung der Geldpolitik auf das Geldvolumen als die geeignete Zielvariable. (3) Der Glaube an die Regel vom stabilen Wachstum der Geldmenge. (4) Ablehnung einer Alternative zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. (5) Große Besorgnis über Inflation, und (6) Abneigung gegenüber staatlichen Eingriffen. Es werden die Wechselbeziehungen dieser Punkte und ihre Beziehung zu den im ersten Teil des Aufsatzes behandelten sechs Thesen erörtert. Obwohl zumindest fünf von ihnen eindeutig mit anderen monetaristischen Forderungen verbunden sind, kann man dennoch einige anerkennen und andere ablehnen.
Es wird dargelegt, dass die Wahl der Mindestreserven als Indikator für die Geldpolitik nur eine nebensächliche Verbindung mit allen anderen monetaristischen Thesen hat. Allerdings sind für andere Punkte die gegenseitigen Verknüpfungen viel enger. So steht beispielsweise die Benutzung der Geldmenge als Zielvariable der Geldpolitik mit der Quantitätstheorie deswegen in enger Verbindung, weil die Qualitätstheorie eben auf die Geldmenge abzielt und davon ausgeht, dass das Geldvolumen genau gemessen werden kann - was unbedingt der Fall sein muss, wenn es als Zielvariable benutzt werden soll. Ähnlich besteht eine enge Verbindung zwischen dem Lehrsatz von der stabilen Wachstumsrate der Geldmenge und der Quantitätstheorie aufgrund der Annahme, dass die Geldnachfrage stabil sei. Und dies wiederum ist eine genauere Umschreibung der Geldmenge als Zielvariable. Die Ablehnung der Alternative zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit passt gut zur Quantitätstheorie, weil sich Preise und Geldmenge proportional entwickeln, wenn man die Phillips-Kurve in realen Größen ausdrückt. Noch zahlreichen anderen Verknüpfungen zwischen diesen Thesen wird nachgegangen.
Der Widerstand der Monetaristen gegen Staatseingriffe entspricht den meisten anderen monetaristischen Forderungen. Aber es wäre ein Irrtum anzunehmen, daß dies die Grundlage des Monetarismus wäre. Vielmehr dürften eine Neigung zur Unkompliziertheit und Skepsis gegenüber unserer Kenntnis der Zusammenhänge fundamentaler sein.
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Neumann, Manfred J. M.
„Konstrukte der Zentralbankgeldmenge“
Die Deutsche Bundesbank hat ihrer "neuen monetären Politik" eine Abgrenzung der Zentralbankgeldmenge zugrunde gelegt, die sich von allen in der geldtheoretischen Literatur bisher verwendeten Abgrenzungen in wesentlichen Punkten unterscheidet. In der vorliegenden Studie wird der Versuch zu einer vergleichenden, kritischen Analyse des von der Bundesbank entwickelten Konstrukts unternommen.
Im ersten Teil der Studie werden zunächst die gebräuchlichsten Abgrenzungen der Zentralbankgeldmenge in analytisch vergleichbarer Weise abgeleitet und ihre theoretischen Fundierungen diskutiert. Im einzelnen werden behandelt die einfache Zentralbankgeldmenge (monetary base), die erweiterte Zentralbankgeldmenge (extended monetary base), und die bereinigte Zentralbankgeldmenge (adjusted monetary base). Bei aller Unterschiedlichkeit folgen die genannten Konstrukte dem gemeinsamen Grundgedanken, eine der jeweiligen Problemstellung angemessene Zusammenfassung von Entstehungsgründen (sources) monetärer Verbindlichkeiten der monetären Autoritäten vorzunehmen.
In einem zweiten Teil wird das Konstrukt der Bundesbank analysiert. Sein Gestaltungsprinzip ist eine selektive Zusammenfassung bestimmter Verwendungen (uses) von Zentralbankgeld. Das Konstrukt der Bundesbank unterscheidet sich in folgenden Punkten von anderen Abgrenzungen der Zentralbankgeldmenge: 1. Überschussreserven auf Zentralbankkonten und Mindestreserven auf Ausländereinlagen werden nicht als Zentralbankgeld behandelt sondern implizit als Entstehungskomponenten von Zentralbankgeld. 2. Die Mindestreserven auf heimische Bankeinlagen werden nicht anhand der jeweils gültigen Mindestreservesätze berechnet sondern anhand arbiträr angenommener, konstanter Reservesätze.
Die Begründungen der Bundesbank für ihr besonderes Verfahren werden im einzelnen kritisch diskutiert. Schließlich wird gezeigt, dass sich das Konstrukt der Bundesbank im Vergleich zu anderen Abgrenzungen der Zentralbankgeldmenge weder dazu eignet, den jeweiligen geldpolitischen Kurs zuverlässig zu indizieren noch als Zwischenzielvariable der Geldpolitik zu dienen. Die Verwendung als Zwischenzielvariable wird dadurch erschwert, dass numerische Zielvorgaben für das Wachstum des Konstrukts der Bundesbank nicht ex ante in entsprechende numerische Zielvorgaben für den Netto-Erwerb von Aktiva durch die Bundesbank übersetzt werden können.
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Läufer, Nikolaus K. A.
„Fiskalpolitik versus Geldpolitik. Zur Frage ihrer relativen Bedeutung. Eine empirische Untersuchung für die BRD“
Die Hypothesen von Andersen und Jordan, dass die Wirkungen der Geldpolitik nicht nur stärker und schneller, sondern auch zuverlässiger auftreten als jene der Fiskalpolitik, konnten für die BRD der Jahre 1960 - 1970 nicht bestätigt werden. Im Gegensatz zu Andersen und Jordan sind in der BRD die Wirkungen der Fiskalpolitik auf die ökonomische Aktivität ungefähr gleichstark und gleichzeitig sowohl schneller (weniger verzögert) als auch zuverlässiger (besser vorhersagbar) als die Wirkungen der Geldpolitik. Die Staatsausgaben verdrängen und ersetzen auch nicht lediglich private Ausgaben, sondern führen per Saldo zu expansiven Wirkungen. Dabei geht die Untersuchung davon aus, daß die Wirkungen der Fiskalpolitik sich in weniger als zwei Jahren einstellen, während die Wirkungen der Geldpolitik nicht mehr als zweieinhalb Jahre benötigen. Aus der (größeren) außenwirtschaftlichen Abhängigkeit der BRD ergeben sich bisher vernachlässigte theoretische Ansatzpunkte zur Erklärung der von Andersen und Jordan abweichenden Resultate. Die angewandte Methode ist die Regressionsanalyse einer Erklärungsgleichung für das Sozialprodukt, in der nicht nur sofortige, sondern auch verzögerte Wirkungen sowohl der Geld- als auch der Fiskalpolitik a priori möglich sind.
Die ökonometrische Schätzung der zeitlich verteilten Wirkungen bedient sich der sogenannten ALMON-Lag-Technik ohne und zu Vergleichszwecken auch mit Endpunktrestriktionen für Polynome 4. Grades. Gegenüber der Vorgehensweise von Andersen und Jordan gibt es eine Reihe von methodischen Unterschieden, die systematisch in einer Übersicht zusammengestellt sind. Hervorzuheben ist die Verwendung des Initial-Stimulus anstelle des Vollbeschäftigungsbudgetüberschusses als Indikator der fiskalpolitischen Impulse und der erweiterten Geldbasis anstelle der Geldmenge als Indikator der geldpolitischen Impulse. Um der starken außenwirtschaftlichen Abhängigkeit der BRD Rechnung zu tragen, wurden zusätzlich die Exporte als Maß für die Außenimpulse verwendet.
Aus mehreren Gründen sind Wachstumsraten der Beobachtungsreihen einfachen Veränderungen (ersten Differenzen) derselben vorzuziehen. Der Unterschied in den Ergebnissen mit und ohne Verwendung von Endpunktrestriktionen für Polynome ist vernachlässigbar.
Diese Resultate sind im Zusammenhang zu sehen mit Ergebnissen für die USA, von Waud, und für England von Artis und Nobay, welche die monetaristischen Hypothesen der hier untersuchten Art gleichfalls nicht bestätigen. Wirtschaftspolitische Empfehlungen für die BRD müssen also von empirischen Befunden ausgehen, die den monetaristischen Hypothesen widersprechen.
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Matusza, Manfred
„Optimale Transaktions-, Vorsichts- und Spekulationskasse. Diskussion einiger Lösungsansätze“
In diesem Aufsatz wurden Lösungsmöglichkeiten zur Bestimmung der optimalen Transaktionskasse, der optimalen Spekulationskasse diskutiert. Die Berechnung der optimalen Transaktionskasse (Prämissen: vollkommene Information über das Einzahlungs-Auszahlungs-Muster, Kredit- und Wertpapierzins, Berücksichtigung von Transaktionskosten Kasse-> Wertpapiere-> Kasse) erfolgte nach dem lagerhaltungstheoretischen Ansatz von Baumol und Tobin. Die diskutierten Modelle der optimalen Vorsichtskasse von Patinkin, Whalen und Sprenkle wiesen Mängel auf. Bei Patinkin ist keine überzeugende Zielfunktion erkennbar, bei Whalen fehlen die Transaktionskosten Kasse -> Wertpapiere -> Kasse und Hypothesen über Einzahlungs-Auszahlungs-Muster und Sprenkles Vorsichtskasse ist nicht optimal, weil Informationskosten nicht berücksichtigt werden. Es wurde ein Modell entwickelt, das diese Nachteile vermeidet und von den Prämissen: vollkommene Information über den Wertpapierzins, aber unvollkommene Information über das Einzahlungs-Auszahlungs-Muster und Berücksichtigung von Transaktions-, Illiquiditäts- und Informationskosten ausgeht. Die optimale Spekulationskasse wurde als Teil eines optimalen Portfolios bestimmt. Die Analyse ging von effizienten Portfolios aus, die Gewichtung der effizienten Portfolios durch eine Nutzenfunktion mit den Argumenten erwarteter Ertrag und Risiko führte zum optimalen Portfolio und damit zur optimalen Spekulationskasse, die mit und ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten berechnet wurde. Auf den unbefriedigenden Zustand einer Dichotomie der Kassenhaltungen wurde hingewiesen und grundsätzliche Lösungsmöglichkeiten angedeutet.
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