Freeman, George E.
Developments in Canadian Monetary Policy
Hoffmeyer, Erik und Hansen, Leif
Danish Monetary Policy During the Last Decade
Koivisto, Mauno
Monetary Policy in Finland: The Last Ten Years
Dewald, William G. und Marchon, Maurice N.
A Modified Federal Reserve of St. Louis Spending Equation for Canada, France, Germany, Italy, the United Kingdom and the United States
Zehetner, Franz
Konstruktionsprobleme kombinierter Währungsklauseln
Priewasser, Erich
Die Anwendungsfähigkeit von Operations Research-/Management Science-Modellen im Bankbetrieb
Bley, Siegfried
Börsen der Welt
(Rüdiger von Rosen)
Borner, Silvio
Die amerikanische Stabilitätspolitik seit 1946
(Werner Glastetter)
Köhler, Claus
Geldwirtschaft
(Gerhard Zweig)
Müller, Norbert W.
Anspruchsverhalten sozialer Gruppen und Inflation
(Rüdiger Pohl)
Freeman, George E.
“Die jüngsten Entwicklungen in der kanadischen Geldpolitik”
1973 sah sich Kanada, wie viele andere Länder, unerwartet einem Inflationsboom von weltweitem Ausmaß gegenüber. Im Jahr 1975 folgte dem kanadischen Boom eine leichte Rezession, doch von da an, erfuhr die Volkswirtschaft eine Lohn- und Preisexplosion von alarmierenden Ausmaßen. Somit bestand für Kanada die Aussicht, daß für die Zukunft hohe Inflationsraten anhalten würden, die wesentlich höher waren, als bei seinem Haupthandelspartner, den Vereinigten Staaten. Unter diesen Umständen ging die Bank von Kanada (Bank of Canada) dazu über, bestimmte Geldmengenziele zu veröffentlichen, um sie als Richtschnur für die praktische Geldpolitik zu benutzen. Die Bank of Canada machte darüber hinaus klar, daß diese Zielgrößen nach und nach geringer angesetzt werden müßten, um die inländische Preisstabilität wieder zu erreichen. In Kanada, wo sowohl heimische als auch internationale Kredit- und Kapitalströme relativ frei von direkten Restriktionen sind und wo ein floatendes Wechselkurssystem seit 1970 in Kraft ist, stützte sich die Geldpolitik gewöhnlich auf die Wirkung der Mindestreservepolitik auf die kurzfristigen Zinssätze. Im wesentlichen wurden dieselben Techniken angewandt, um auch jetzt unerwünschte Abweichungen des Geldmengenwachstums (M1), zu vermeiden und somit indirekt auch Abweichungen vom Trend der nominalen Nachfrage. Seit 1975 wurden die Geldmengenziele der Bank of Canada in zwei aufeinander folgenden Schritten herabgesetzt. Das Wachstum der Staatsausgaben wurde beträchtlich verringert und obgleich das reale Wirtschaftswachstum schwächer als erhofft ausfiel, gab es einen wesentlichen Rückgang bei der kanadischen Inflationsrate. Obgleich die geldpolitische Relevanz des Zusammenhangs zwischen Geldnachfrage und Einkommen Grenzen verschiedener Art unterliegt und keinen Ersatz für weit reichende volkswirtschaftliche Beurteilungen bei der Entscheidungsfindung der Zentralbank bietet, läßt die kanadische Erfahrung darauf schließen, daß die Verfolgung von Geldmengenzielen eine nützliche Rolle bei den Bemühungen spielen kann, die Geldpolitik zu verbessern.
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Hoffmeyer, Erik und Hansen, Leif
„Die dänische Geldpolitik in dem letzten Jahrzehnt“
Die Prioritäten der allgemeinen ökonomischen Zielsetzungen der Geldpolitik veränderten sich in dem betrachteten Zeitraum, weil die Überlegungen über die außenwirtschaftliche Stabilität, besonders nach der Währungskrise von 1969, die Auffassungen über die binnenwirtschaftliche Stabilität veränderten.
Nach 1965 bestand das Hauptmerkmal der Geldpolitik in einem Systemfreiwilliger Abkommen verschiedenster Art, die zwischen der dänischen Nationalbank und den Organisationen des Geld- und Kapitalmarktes geschlossen wurden. Ungeachtet dieses Systems war es jedoch ein charakteristisches Merkmal der in diesen Jahren verfolgten Geldpolitik, daß man dem Marktmechanismus besonders bezüglich der Zinspolitik stark vertraute.
Die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, auf der die Geldpolitik basierte, kann man in zwei Perioden unterteilen. 1965 - 1973 und 1974 - 1977. Vor allem der Umschwung von Überschüssen zu großen Defiziten im Staatshaushalt zwischen diesen beiden Perioden ist herauszustreichen, der Anlaß zu signifikanten Änderungen in den geldpolitischen Instrumenten und den Zielvariablen gab.
Das wesentliche Ergebnis besteht darin, daß die im Betrachtungszeitraum verfolgte Geldpolitik signifikant auf die außenwirtschaftliche Stabilität gerichtet war und, bis zu einem gewissen Grade sogar, auch auf die binnenwirtschaftliche Stabilität, indem sie ein hohes Zinsniveau aufrecht erhielt. Damit entzog sich jedoch die Geldpolitik ihrer Hauptaufgabe. Allerdings kann gesagt werden, daß in dem Maße wie es der Geldpolitik gelingt, die Finanzierung des Zahlungsbilanzdefizits sicherzustellen, es schwieriger wird, politische Übereinstimmungen über notwendige Korrekturen auf anderen Gebieten der Wirtschaftspolitik zu erlangen, so daß man vielleicht besser eine weniger restriktive Geldpolitik verfolgt hätte, um solche Regulierungen vornehmen zu können. Jedoch hätte eine solche Politik bei den geringen dänischen Währungsreserven bald zu einem Chaos geführt, wie es durch die Ereignisse entstand, die man 1968 und 1975 erfahren hatte. Insofern war die Geldpolitik offensichtlich überfordert. Das traf besonders für die letzten Jahre zu, als unter anderem die dringende Notwendigkeit bestand, neue geldpolitische Instrumente zu schaffen, deren 'Wirkung jedoch allmählich erschöpft war. Es scheint allerdings, daß man mehr und mehr politisches Verständnis für diese Probleme aufbringt, so daß dies schließlich zu einer Schwerpunktverlagerung von der Geldpolitik zu der Fiskal- und Einkommenspolitik führen dürfte.
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Koivisto, Mauno
“Die Geldpolitik in Finnland während des letzten Jahrzehnts”
Während des letzten Jahrzehnts bemühte sich Finnland aus dem Kreislauf von Abwertung und Inflation auszubrechen, die die finnische Wirtschaft in der Nachkriegszeit plagte. Die globale Strategie ruhte auf drei Hauptsäulen:(1) eine beträchtliche Abwertung zu Beginn dieses Zeitraums, gekoppelt mit einem umfassenden Stabilisierungsprogramm und wachstumsfördernden Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen und eine weitere Diversifikation in der Volkswirtschaft zu fördern; (2) Entwicklung und Anwendung von aktiven antizyklischen wirtschaftspolitischen Waffen, um die Nachfrageschwankungen zu reduzieren und (3) Anwendung der Geld- und Währungspolitik, um die Erwartungsbasis der Inflations-Abwertungsspirale zu brechen.
Nach einer kurzen Schilderung des wirtschaftlichen und institutionellen Rahmens, in welchem die Wirtschaftspolitik durchgeführt wurde, wird die Durchführung dieser Strategie in drei zeitlichen Unterabschnitten betrachtet: Der Zeitabschnitt von 1967 bis 1971 war durch Abwertung und Stabilisierung gekennzeichnet. Der zweite Abschnitt von 1972 bis 1974 war eine Zeit starker Expansion. Im dritten Zeitabschnitt von 1975 bös 1977 war ein Übergang zu einer restriktiven Geldpolitik zu beobachten, um den Anstieg der Auslandsverschuldung einzudämmen und die Inflation zu dämpfen.
Abschließend wird versucht, aus den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts für die finnische Geldpolitik Lehren zu ziehen-. Dabei werden besonders die Schwierigkeit, eine aktive antizyklische Politik zu verfolgen, sowie die Bedeutung einer strukturellen Stabilität zu erreichen, hervorgehoben. Die Probleme, die sich aus der Starrheit der relativen Preise, relativen Einkommen und relativen Löhne ergeben, werden dabei ebenso berücksichtigt wie die Bedeutung der Erwartungen.
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Dewald, William G. und Marchon, Maurice N.
„Eine modifizierte Ausgabengleichung der Federal Reserve Bank von St. Louis für Canada, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien und die USA”
Dieser Beitrag gibt die Ausgabengleichung der Federal Reserve Bank of St. Louis wieder und modifiziert sie. Die Originalschätzungen basieren auf vierteljährlichen US-Daten bis 1969. Die Ergebnisse scheinen die monetaristische Hypothese zu bestätigen, daß Geld (Bargeld und Sichteinlagen) das Bruttoinlandsprodukt signifikant über einen Zeitraum von 5 Quartalen beeinflußt, aber die Staatsausgaben nur einen transitorischen Einfluß haben.
Teil 1 enthält die genaue Gleichung der Federal Reserve Bank of St. Louis, weitet aber die Grundgesamtheit bis Mitte der 70er Jahre und auf Daten für Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, und Großbritannien aus. Die Ergebnisse scheinen zu bestätigen, daß Geld einen signifikanten Einfluß auf das Bruttoinlandsprodukt ausübt, allerdings nicht in Großbritannien. Im Gegensatz zu den Originalergebnissen konnte bei den Staatsausgaben ebenfalls ein signifikantes Einfluß auf das Bruttoinlandsprodukt geschätzt werden. Dies traf für die Vereinigten Staaten und andere Länder mit Ausnahme von Frankreich und Deutschland zu.
In Teil 2 wurde die Ausgabengleichung verändert, indem die Enden der Lagverteilung nicht beschränkt wurden. Die Exporte wurden als eine weitere autonome Variable eingeführt, wobei man nach der am besten passenden Laglänge suchte und die Variablen in prozentuale Veränderungen umformte. In dieser neuen allgemeinen Gleichung waren die monetären Wirkungen geringer, aber im allgemeinen signifikant, sogar in Großbritannien. Die Wirkungen von Staatsausgaben und Exporten waren ebenfalls im allgemeinen signifikant. Die Ergebnisse waren qualitativ die gleichen, wenn logarithmische oder nicht-logarithmische Gleichungen benutzt wurden; Ausnahmen gab es bei den Auswirkungen der Staatsausgaben in Deutschland und Italien, die nur bei Benutzung einer logarithmischen Gleichung signifikant waren. Die Schätzfehler hinsichtlich des Niveaus des Bruttoinlandsprodukts lagen bei etwa ein Prozent für jedes Land mit Ausnahme von Großbritannien, wo der Schätzfehler 2 Prozent betrug.
In keinem Land übertraf der geschätzte Wirkungslag der Geldmengenveränderung für das Bruttoinlandsprodukt mehr als fünf Quartale, wie schon indem Orginal- St.Louis-Modell geschätzt wurde. Andere Lags waren ebenfalls kurz. Für den beobachteten Zeitraum und die beobachteten Länder scheinen die Ergebnisse zu bestätigen, daß die laufenden und verzögerten Effekte einer Geldmengen- und Staatsausgabenveränderung für größere Bewegungen beim Bruttoinlandsprodukt verantwortlich sind.
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Zehetner, Franz
“Konstruktionsprobleme kombinierter Währungsklauseln”
In kombinierten Währungsklauseln wird der Geldwert einer Forderung durch kumulierende Beträge verschiedener Währungen bestimmt. Ziel solcher Klauseln ist die Orientierung des Geldwerts einer Forderung an der Wertentwicklung mehrerer Währungen, um die Interessen der Gläubiger (Inflationsverlustminimierung) und der Schuldner (Inflationsgewinnmaximierung)auf einen Nenner zu bringen.
Besondere Konstruktionsprobleme treten dann auf, wenn aus der Definition der Klausel nicht auf die Rechtsfolgen geschlossen werden kann, die sich aus folgenden Änderungen der politischen und währungspolitischen Rahmenbedingungen der konkreten Klausel ergeben:
1. Eine der in der Klausel enthaltenen Währungen wird im Rahmen einer innerstaatlichen Währungsreform formen durch eine anders benannte Währung ersetzt:
Diesbezüglich wird nachgewiesen, daß die notwendige Umrechnungsregelung kein spezifisches Problem kombinierter Währungsklauseln ist. Um aber diese Umrechnung auch in der Formulierung der Klausel zum Ausdruck zubringen, ist eine ausdrückliche Anpassungsregelung für alle kombinierten Währungsklauseln zu empfehlen.
2. Mehrere in der Klausel enthaltene Währungen werden im Zuge der Verwirklichung einer Währungsunion zu einer einzigen Währung verschmolzen bzw. durch diese ersetzt:
Unabhängig von der Zahl der betroffenen Klauselwährungen wird zwar nicht aus wirtschaftlichen, wohl aber aus Gründen rechtlicher Klarheit folgende ausdrückliche Anpassungsregelung empfohlen. Für den Fall, daß eine, mehrere oder alle in der Klausel enthaltenen Währungen von einer Fusion nationaler Währungen zu einer Gemeinschaftswährung betroffen sind, werden die betreffenden Währungsbeträge zum offiziellen Umrechnungskurs am Tag des Inkrafttretens der Gemeinschaftswährung in diese umgeschrieben.
3. Eine oder mehrere der in der Klausel enthaltenen Währungen gehen - etwa durch Untergang der betreffenden Ausgabestaaten - unter:
Um auch für diesen Fall von vornherein rechtliche Klarheit zu schaffen, empfiehlt sich die Aufnahme einer Klausel, die eine gerechte Weiterverrechnung des Wertanteils der untergegangenen Währung ermöglicht.
4. Eine oder mehrere der in der Klausel enthaltenen Währungen werden durch enorm hohe Inflationsraten wirtschaftlich praktisch wertlos.
Für, diesen Fall wird nachgewiesen, daß der Wertanteil einer von Inflation so stark betroffenen Währung zugunsten der Wertanteile der anderen Währungen immer geringer wird. Rechnet man nur mit einer beschränkten Anzahl von Kommastellen, so wird ihr Wertanteil bereits endlich 0. Eine Modifikation der Klausel ist unter rechtlichen Gesichtspunkten nicht erforderlich.
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Priewasser, Erich
„Die Anwendungsfähigkeit von Operations Research-/Management Science-Modellen im Bankbetrieb“
Die heutige Entwicklungsphase in der Bankbetriebslehre lässt sich kennzeichnen durch eine Fülle von modelltheoretischen Ansätzen, während andererseits der Einsatz von quantitativen Verfahren in Kreditinstituten nur sehr zögernd vor sich geht. Ein wesentlicher Grund für die noch vergleichsweise geringe Anwendungsdichte von Operations Research- Management Science- (O.R./M.S.) Modellen liegt darin, daß man sich bislang um den Prozeß der Modellimplementierung nur am Rande gekümmert hat. Der Beitrag setzt sich zum Ziel, aus der Schar der auf eine effektive Modellimplementierung einwirkenden Umweltbedingungen den Einflußfaktor Modellstrukturen näher zu analysieren.
Um die Eignungswerte von O.R./M.S. Modellen als Instrument der Planungs- und Entscheidungshilfe in den Griff zu bekommen, empfiehlt sich die Entwicklung bestimmter Kriterien, anhand deren die konkreten Modelleigenschaften qualifiziert werden können. In einem auf die besonderen Gegebenheiten des Bankbetriebes zugeschnittenen Katalog wird von den fünf Kriteriengruppen (1) Realitätsnähe, (2) Leistungsfähigkeit, (3) Flexibilitätsgrad,(4) Spezifische Anwendergesichtspunkte und (5) Kostengesichtspunkte ausgegangen. Zunächst erfolgt eine Gewichtung der diesen fünf Kriteriengruppen zuzuordnenden einzelnen Modelleigenschaften, die auf einer im März 1977 bei 200 Unternehmensplanern in deutschen Kreditinstituten (Rücklaufquote 30 %) durchgeführten Erhebung basiert. Im Anschluß daran werden unter Heranziehung dieses Kataloges - der von Modelltyp zu Modelltyp variiert wurde - die einzelnen Modelleigenschaften von 6 Gesamtplanungsmodellen, 9 Modellen zur Aktivplanung, 8 Portfolio-Selection-Modellen und 5 Marketing-Planungsmodellen untersucht.
Die Möglichkeit der Errechnung von Gesamteignungswerten wird am Beispiel eines linear-additiven Scoring-Modelles demonstriert, wenngleich gegenüber diesen Verfahren prinzipielle Bedenken anzumelden sind.
Aus der Gegenüberstellung des Anforderungsprofiles potentieller Modellanwender mit den Eignungsprofilen der analysierten 28 Modelle läßt sich schließen, daß die Modellstrukturen an sich kein schwerwiegendes Hindernis für Modellimplementierungen mehr sein können. Verbesserte berufsvorbereitende und berufsbegleitende Ausbildungsaktivitäten, die Intensivieren der empirischen Entscheidungsforschung, ein durch die Einrichtung von Datenbanken gewährleisteter erhöhter Informationsstand sowie die Forcierung eines Managements des Wandels lassen zudem annehmen, daß Modellimplementierungen in der Zukunft unter immer günstigeren Voraussetzungen vor sich gehen können.
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