KREDIT und KAPITAL - Heft 1/1979


Inhalt


Abhandlungen

Scheithauer, Max
Die Österreichische Nationalbank im Spannungsfeld von Wachstum, Inflation und Rezession

Pohl, Rüdiger
Zentralbankgeldversorgung und Bruttosozialprodukt

Roskamp, Karl W.
A Neo-Classical Macro-Economic Model: Entrepreneurs, Bankers, Innovations and Exess Profits

Fuhrmann, Wilfried
Das heimische Geld- und Kreditangebot einer Euro-Währung

Frowen, S. F. und Guildford, G. Kouris
The Existence of a World Demand for Money Function- A Reply

Dealtry, Michael G.
Die monetäre Rolle des Goldes

Shape, Ian G. und Volker, Paul A.
The Impact of Institutional Changes on the Australian Short-Run Money Demand Function


Berichte

Zwass, Adam
Inwieweit transferierbar sind die RGW-Währungen?


Buchbesprechungen

Markmann, Heinz und Simmert, Diethard B. (Hrsg.)
Krise der Wirtschaftspolitik
(Hans-Hermann Francke)

Gergen, Karl Heinz
Die Bedeutung interner Verrechnungen für die Kreditkapazität einer Bank
(Oswald Hahn)

Barro, Robert J. und Grossmann, Herschel I.
Money, Employment and Inflation
(Werner Lachmann)

Elsner, Hermann
Gemeindehaushalte, Konjunktur und Finanzausgleich
(Manfred Piel)


Zusammenfassungen

Scheithauer, Max
„Die Österreichische Nationalbank im Spannungsfeld von Wachstum, Inflation und Rezession“

Der Rückblick auf das Währungsgeschehen in Österreich wird mit einer Schilderung der gesetzlichen Voraussetzungen, Aufgaben und gegebenen Instrumente der Österreichischen Nationalbank eingeleitet Dabei wird festgestellt, daß die Notenbank in der glücklichen Lage ist, klar definierte Aufgaben sowie ein Modernes Instrumentarium für ein wirkungsvolles Eingreifen zu besitzen. Das Verständnis für die Probleme und die Politik der letzten Dekade setzt einen Einblick in die Entwicklung des Landes, der Wirtschaft und der Währung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges voraus. In skizzenhafter Weise werden dabei die Perioden des Wiederaufbaues, der Überwindung der Inflation und der Sanierung geschildert. Die folgenden Ausführungen befassen sich mit der Politik der Österreichischen Nationalbank im Spannungsfeld eines verstärkten Wirtschaftswachstums, einer damit einhergehenden starken Lohn- und Preisdynamik sowie den Auswirkungen internationaler Währungskrisen auf die Stabilität des Binnen- und Außenwertes des österreichischen Schilling. In dieser Periode, in die auch erstmals der Schatten der kleinen Rezession 1967 fiel, versuchte die Österreichische Nationalbank, durch einen flexibel gehandhabten und aufeinander abgestimmten Einsatz der kredit- und devisenpolitischen Instrumente der jeweiligen Situation zu begegnen. Die Daten der österreichischen Wirtschaftsentwicklung und das Ansehendes Schilling im In- und Ausland reflektierten den Erfolg dieser Bemühungen. Das Andauern der internationalen Währungsunruhen, eine neuerlich starkbelastende Lohn- und Preisdynamik sowie, die immer schwieriger werdende Gestaltung des öffentlichen Haushaltes und damit auftretende große Budgetdefizite zeigten immer klarer, daß die Notenbank allein nicht mehr in der Lage sein konnte, die Situation zu bewältigen und nur ein umfassendes Paket von Maßnahmen aller für die Wirtschaft und Währung Verantwortlichen Abhilfe zu schaffen vermochte. So wurde auf breiter Basis unter Mitwirkung der Bundesregierung, der Sozialpartner und der KredituAnternehmungen im Jahre 1972 das erste umfassende Stabilitätsabkommen geschlossen. Eine breite Palette währungspolitischer Maßnahmen der Notenbank, Vereinbarungen der Sozialpartner zu einer Mäßigung des Preis- und Lohnauftriebes sowie eine Reihe von finanz- und budgetpolitischen Beschlüssen bildeten den Hauptinhalt dieser Abkommen. Diese für die österreichische Mentalität typische Zusammenarbeit aller verantwortlichen Stellen und ein damit Hand in Hand gehender Abschluß von freiwilligen Vereinbarungen zur Überwindung bestimmter Situationen und Schwierigkeiten führten durch das letzte Jahrzehnt der österreichischen Wirtschafts- und Währungspolitik und vermochten so, auch negative ausländische Einflüsse als Folge der Währungskrisen weitgehend abzuschirmen und eine eigenständige Konjunkturentwicklung zu sichern.

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Pohl, Rüdiger
„Zentralbankgeldversorgung und Bruttosozialprodukt“

Der Beitrag enthält ein Rahmenschema, mit dem monetäre Daten geordnet und präsentiert werden können und welches vorläufig für künftige, in dieser Zeitschrift erscheinende geldpolitische Analysen Verwendung finden soll. Das Schema entwickelt das Zentralbankgeld-Konzept der Deutschen Bundesbank("Umlaufgeschwindigkeit-Ansatz") weiter, indem es erstens die Zentralbankgeldversorgung anstelle der Zentralbankgeldmenge betont und zweitens die Bankenliquidität als wichtiges Transmissionsglied würdigt. Der wichtigste Punkt ist aber drittens die Disaggregation der "'Umlaufgeschwindigkeit" in sechs Komponenten. Die Analyse versucht deutlich zu machen, aufgrund welcher Art von Verhaltensweisen sich die Nachfrage nach Zentralbankgeld, d. h. also die "Umlaufgeschwindigkeit" ändert.

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Roskamp, Karl W.
„Ein neoklassisches, makroökonomisches Modell: Unternehmer, Bankiers, Innovationen und Gewinnstreben“

Mit diesem Beitrag wird der Versuch unternommen, ein dynamisches neoklassisches Modell zu formulieren. Die zugrundeliegenden Vorstellungen gehen auf Wicksels kumulatives Wachstum und Schumpeters Prozeß der Innovation und des Wirtschaftswachstums zurück. Unternehmer sind die treibende Kraft in einer Marktwirtschaft. In ihrem ständigen Bestreben nach zusätzlichem Gewinn treiben sie die Wirtschaft an, so daß keine Impulse von außen notwendig sind. Innovationen und die Anreize sie durch neue Investitionen einzuführen und letztere in einer Geldwirtschaft zu finanzieren, bilden den Kern des neoklassischen Wachstumsprozesses. Im Mittelpunkt steht das Verhalten der Unternehmen und Bankiers in Hinblick auf die zu erwartenden Gewinne, Risikoübernahme und Liquidität. Das Modell besteht aus 18 Gleichungen und 18 Variablen. Es enthält als Spezialfall das konventionelle neoklassische Gleichungsmodell mit 7 Gleichungen, Keynes Modell, möglicherweise Friedmans einfaches Grundmodell und Solows Modell des Wirtschaftswachstums.

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Fuhrmann, Wilfried
“Das heimische Geld- und Kreditangebot einer Euro-Währung”

In dieser Arbeit wurde versucht zu zeigen, daß das Kreditangebot eines Landes, dessen Währung auf dem Euro-Markt gehandelt wird, mit Hilfe eines zweistufigen Mischgeldsystems zu analysieren ist. Die heimische Zentralbank hat wie bei der Existenz von heimischen Banken, die von der Mindestreservepflicht befreit sind, nur auf einen Teil des gesamten Kreditangebotes in dieser Währung bzw. des anbietenden Bankensystems Einfluß. Der andere Teil dieses Kreditmarktes unterliegt der Kontrolle fremder Zentralbanken. Die Existenz des Euro-Marktes erhöht den inländischen Kreditschöpfungsmultiplikator bzw. die direkte Zinselastizität des inländischen Kreditangebotes und damit den Einfluß der Nichtbanken und privaten Banken auf das Geld- und Kreditvolumen. Eine damit entsprechend verbundene Schwächung der direkten Wirksamkeit geld- und kreditpolitischer Instrumente wie z. B. der Mindestreserve-Niveaupolitik ist nur teilweise durch diese besondere Angebotsstruktur beachtende Maßnahmen wie z.B. die Variation der Mindestreservesatzstruktur für Einlagen von Gebietsansässigen und Gebietsfremden zu beseitigen. Konjunkturpolitische Maßnahmen sind somit durch weitere Instrumente (wie z. B. Bardepot, institutionalisierte Beeinflussung der anderen Zentralbanken bezüglich der Mindestreservesätze für sog. Fremdwährungskonten, Offenmarkt-Politik auf dem Euro-Markt etc.) zu frankieren.

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Frowen, S. F. und Guildford, G. Kouris
“Die Existenz einer internationalen Geldnachfragefunktion - Eine Replik”

Mit diesem Beitrag wollen wir der Behauptung von Zis entgegentreten, daß unsere Arbeit über die Existenz einer internationalen Geldnachfragefunktion sowohl der theoretischen als auch der empirischen Gültigkeit entbehrt. Die Behauptungen von Zis können sowohl durch die entwickelten theoretischen Behauptungen als auch durch die durchgeführten ökonometrischen Tests völlig widerlegt werden. Wir halten die Behauptung aufrecht, daß die zu testende Hypothese gültig ist, ob man nun das Verhaltender internationalen Geldnachfragefunktion testet, indem man Ländergruppen zusammenfaßt, oder diese Länder in einer zusammengefaßten Zeitreihen-Kreuzstichprobe behandelt. Darüber hinaus ist unsere Technik der Aggregation ökonometrisch höherwertig, weil sie das Problem der Multikollinearität und die Verzerrungen der Lag-Verteilung vermindert. Wenn man tatsächlich den Versuch unternimmt, einen Teil der Verzerrungen der Lag-Verteilung aus den Daten von G. W. Zis zu eliminieren, dann ändern sich ihre Resultate vollständig und stimmen in der Tendenz mit unseren überein. Was die Frage anbelangt, welches der geeignetste Weg sei, nationale Geldvariablen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, so haben wir darüber hinreichend diskutiert und kamen zu dem Schluß, daß der Ansatz von G. W. Zis, die laufenden Wechselkurse zu benutzen, eine positive Verzerrung auf die Einkommenselastizität beinhaltet. Besonders hinsichtlich dieses Punktes glauben wir, daß die von uns befolgte Methode besser geeignet ist, diese Art von Verzerrungen zu vermeiden.

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Dealtry, Michael G.
„Die monetäre Rolle des Goldes“

Der Verfasser geht davon aus, daß das Gold ein wichtiger Stabilisierungsfaktor im Währungssystem gewesen ist und daß das Fehlen einer jeglichen aktiven monetären Rolle des Goldes ein destabilisierender Einfluß ist. Zur Erläuterung seines Standpunkts betrachte er drei wesentliche Aspekte, bei denen die monetäre Rolle des Goldes von Bedeutung ist. Die rolle des Goldes vom Standpunkt der goldhaltenden Länder, vom Standpunkt des Währungssystems als Ganzem und vom Standpunkt des Internationalen Währungsfonds. Er kommt zu dem Ergebnis, daß die Deaktivierung des Geldes nicht nur die Rückkehr zu einem System fester Wechselkurse unmöglich macht, sondern sogar das Erreichen einigermaßen stabiler Wechselkurse zu einem schwierigen Unterfangen werden läßt. Man verlange zu viel vom internationalen Anpassungsprozeß, wenn man erwarte, daß dieser die Gesamtheit der Bilanzüberschüsse und Defizite auf Dauer miteinander in Einklang bringen solle. Zudem haben ein nicht konvertibler Dollar nicht dasselbe Vertrauen wie ein konvertibler. Gegenwärtig könne infolgedessen allenfalls die Hoffnung bestehen, ein instabiles Gleichgewicht im Sinne von Alfred Marshall zu erreichen. Ein solcher Balanceakt erfordere jedoch große Geschicklichkeit. Gehe die Balance verloren, so seien die folgenden Störungen beträchtlich. Im zweiten Teil untersucht der Verfasser die Zukunftsaussichten für das Währungsgold. Auf die Frage, ob Gold in monetärer Verwendung reaktiviert werden könne, gibt er die Antwort, daß dies unter der Bedingung, es gebe einen buyer of the last resort denkbar wäre. Nur wenn ein solcher gefunden wäre, könnten die Goldgeschäfte unter den Notenbanken ein hinreichendes Volumen haben. Allerdings lautet die Antwort auf die anschließende Frage, ob man tatsächlich einen buyer of the last resort für Gold finden kann, daß dafür weder der Internationale Währungsfonds noch die USA, noch etwa ein neues europäisches Währungssystem leistungsfähig wäre. Daher folgt, daß nach Ansicht des Verfassers das Gold keine neue wesentliche Rolle im Währungssystem spielen wird. Gleichzeitig wird jedoch noch eine Menge Gold in Reserve gehalten und dieses Gold wird zweifellos von Zeit zu Zeit verwendet werden, wenn auch nur als letzter Rückhalt und bei Transaktionen auf ad-hoc-Basis. Nichts anderes geschieht, wenn Verschiebungen relativer Preise zwischen Ländern dominiert werden von Schwankungen realer Wechselkurse. Hauptsächlich Kursschwankungen an den Devisenmärkten bestimmen dann die relativen Preise von Gütern und Leistungen und von Ertragsrelationen von Vermögenswerten, die auf unterschiedliche Währungen lauten. Die heftigen und meist unvorhersehbaren Schwankungen der Dollarkurse seit 1973 begünstigen den Handelsprotektionismus, sie können die Produktions- und Nachfrageentscheidungen zugunsten einer stärkeren Binnenorientierung beeinflussen, und sie verleiten häufig zu einer Orientierung wirtschaftspolitischer Stabilisierungsmaßnahmen an außenwirtschaftlichen Entwicklungen, nicht an binnenwirtschaftlichen Notwendigkeiten. So kann der Anstieg konjunkturunabhängiger Arbeitslosigkeit in den siebziger Jahren möglicherweise auch auf die starken und unerwarteten Schwankungen realer Wechselkurse zurückgeführt werden. Andererseits hat die Freigabe des Dollarkurses der Geldpolitik nicht zur Autonomie verholfen. Zwar ist der Gestaltungsspielraum der Notenbanken zur Bestimmung der Zentralbankgeldversorgung gewachsen. Für die Bundesrepublik Deutschland zeigt sich aber, daß Unternehmen seitdem die Finanzierung zunehmend in das Ausland verlagern. Die Ausweitung des Gestaltungsspielraums der Zentralbanken auf der Angebotsseite des Finanzierungsprozesses wird dadurch in steigendem Maße aufgehoben durch Substitutionsprozesse auf der Nachfrageseite.

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Shape, Ian G. und Volker, Paul A.
„Wirkung von institutionellen Änderungen auf die australische kurzfristige Geldnachfragefunktion“

In einer früheren Ausgabe von Kredit und Kapital legen Jüttner und Tuckwell Schätzungen der australischen kurzfristigen realen Geldnachfragefunktion für den Zeitraum vom 1. Quartal 1952 bis zum 3. Quartal 1972 vor. Sie kommen zu dem Ergebnis, daß die Nachfrage nach realer Kasse eine stetige Funktion der Erwartungen der realen Einkommen, Zinssätze und der Inflation für diesen Zeitraum ist. In Teil Il des Beitrags beschreiben wir den institutionellen Rahmen, innerhalb dessen die australische Geldpolitik in den letzten 21/2 Jahrzehnten abgelaufen ist. Dabei wird unterstellt, daß der Rahmen in den 50er Jahren sich signifikant von dem der 60er Jahre unterscheidet. Diese Tatsache weckt Zweifel an einer stabilen Geldnachfragefunktion über diese beiden Zeiträume. In Teil III des Beitrags zeigen wir kurz einige Schwächen des Chow-Stabilitätstests auf und legen einige kürzlich von Brown, Durbin und Evans (1975) entwickelte Tests vor. Bei Anwendung dieser Tests auf Jüttners und Tuckwells Geldnachfrageformel in Abschnitt 4 dieses Beitrages stellt sich heraus, daß bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent alle Formeln unstetig sind. In Abschnitt 5 weisen wir die Möglichkeit zurück, daß die Instabilität darauf zurückzuführen ist, daß die Formeln reale statt reale pro Kopf-Größen beinhalten oder daß sie auf der Beschränkung beruht, daß die realen Geldgleichungen hinsichtlich der Preise homogen vorn Grade Null sind. Weiterhin untersuchen wir in Abschnitt 6 die Wirkung von verschiedenen direkten Kontrollen auf die australische Geldnachfragefunktion. Der in diesem Abschnitt erbrachte Beweis stimmt mit der Hypothese überein, daß direkte Kontrollen sowie institutionelle Änderungen zu dieser beobachteten Instabilität der Geldnachfragefunktion beigetragen haben und daß Versuche, die Geldnachfragefunktionen seit 1952 bis heute zu schätzen, ausdrücklich die Wirkung direkter Kontrollen und anderer institutioneller Faktoren berücksichtigen sollten.

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Berichte

Zwass, Adam
„Inwieweit transferierbar sind die RGW-Währungen?“

Der Transferrubel (TR) konnte die Eigenschaften, die für eine organische Verbindung mit den übrigen Währungen (darunter auch mit den Währungen der RGW-Staaten selbst) unentbehrlich sind, nicht besser entwickeln, als die nationalen Währungen des RGW-Raumes. Anders als diese kann er sich aber auch nicht auf die internen Preisstrukturen seines Geltungsbereiches stützen. Da er gezwungen ist, eine den Produktionsverhältnissen des RGW-Raumes fremde Preisbasis auf einen gemeinsamen RGW-Nenner zu bringen, schafft er dies aufgrund eines künstlich ermittelten Umrechnungskoeffizienten. Er kann jedoch weder zu den Hartwährungen des Westens noch zu den nationalen Währungen des RGW-Staaten einen ökonomisch begründeten Wechselkurs als Grundlage für eine Konvertierbarkeit zustande bringen. Ebensolang wie die Diskussion über die Möglichkeit, den TR zumindest teilweise konvertierbar zu machen, dauern die Bemühungen, Drittländer an den Rubelberechnungen zu beteiligen. Mit TR-Guthaben werden aber westliche Länder im RGW-Raum nicht mehr erreichen können, als die RGW-Mitglieder selbst. Denn nicht das Geld als universelle Kaufkraft, sondern die mit den einzelnen Partnern vereinbarten Lieferungen sind für den Außenhandel auf diesem Markt ausschlaggebend. Einlage Clearing- und Kontingentaustausch im Intra-RGW-Außenhandel und parallel ein auf Devisenverrechnungen basierender Ost-West-Handel verspricht auf Lange Sicht kaum einen Erfolg. Erstrebenswert wäre vielmehr ein multilateraler Außenhandel, bei dem das einzig maßgebende Wettbewerbskriterium, die komparativen Kostenvorteile, in vollem Umfang zur Geltung gelangen würden. Die Ausrichtung auf einen integrierten Weltmarkt würde vom Westen den sukzessiven Abbau von Krisenerscheinungen im Weltwährungssystem und bis dahin die Koordinierung der Außenhandels- und Kreditpolitik gegenüber dem Osten fordern; vom Osten aber die Anpassung der Lenkungsmechanismen an die Bedürfnisse einer effektiven internationalen Arbeitsteilung.

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