Fazio, Antonio
Monetary Policy in Italy from 1970 to 1978
Rudolph, Bernd
Zinsänderungsrisiken und die Strategie der durchschnittlichen Selbstliquidätsperiode
Feder, Gershon und Just, Richard E.
Optimal International Borrowing, Capital Allocation and Credit-Worthiness Control
Heinevetter, Bernd
Liquiditätsschaffung und -vermittlung an den Eurowährungsmärkten und die Struktur des internationalen Bankensystems
Krümmel, Hans-Jacob
Bedingungen für die Schwankungen von Goldpreisen im Spiegel der Marktberichterstattung
Güde, Udo
Geschäftspolitik der Sparkassen – Grundlagen und aktuelle Probleme
(Erich Priewasser)
Kock, Heinz
Stabilitätspolitik im förderalistischen System der Bundesrepublik Deutschland. Analyse und Reformvorschläge
(Bernd Rahmann)
Kilian, Horst
Betriebliche Kapitalbeteiligungsmodelle. Verbreitung, Einführungsmotive und Auswirkungen in der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika
(Volker Hassenzahl)
Robert, Dieter
Makroökonomische Konzeptionen im Meinungsstreit. Zur Auseinandersetzung zwischen Monetaristen und Fiskalisten
(Michael Burchardt)
Steffan, Franz (Hrsg.)
Handbuch des Real- und Kommunalkredits
(Heinz Breier)
Borchert, Manfred
Außenwirtschaftslehre (Theorie und Politik)
(Werner Glastetter)
Dürr, Ernst
Wachstumspolitik
(Werner Glastetter)
Fazio, Antonio
„Die Geldpolitik in Italien zwischen 1970 und 1978“
Heute können einige Schlußfolgerungen über die Bedeutung der italienischen Geldpolitik gezogen werden. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat die Geldpolitik in der Steuerung des italienischen Konjunkturverlaufs und der Auslandsguthaben eine entscheidende Rolle gespielt. Die Stabilisierung von 1947 legte den Grundstock für ein rasches und langandauerndes Wirtschaftswachstum in Italien, während die von 1963 eine Rückkehr zu Wachstum von Produktion und Investition bei stabilen Preisen ermöglichte. Sie führte jedoch nicht zu einem erhöhten Beschäftigungsniveau. Die Währungspolitik setzte seit 1969 ihre Korrektur des außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts fort; jedoch blieb besonders im Zusammenhang mit den veränderten Arbeitsmarktbedingungen die Inflationsrate hoch und die Produktion erholte sich nur langsam.
Insbesondere verlangte die Ölkrise den Einsatz der Geldpolitik, um die Inlandsnachfrage zu beschränken und dem Ungleichgewicht bei den Auslandsguthaben entgegenzuwirken. Hinsichtlich des Kostenniveaus und dem ständig wachsenden Gewicht des öffentlichen Defizits beeinflußte der Konjunkturrückgang hauptsächlich das Investitionsniveau und nur teilweise die Inflationsrate.
Dank der gegenwärtigen hohen Auslandsguthaben befindet sich Italien Ende 1978 in der Lage, zu einer Politik eines merklich schnelleren Wachstums als in den letzten Jahren zurückzukehren, mit einem Zahlungsbilanzüberschuß, der es ermöglicht, die ausländische Schuldenlast, die sich seit 1973 aufgebaut hatte, kontinuierlich zu reduzieren.
Die Geldpolitik und insbesondere die Kontrolle der Gesamtliquidität (insbesondere die der Unternehmen) sowie der Zinsstruktur bleibt weiterhin wichtiger Bestandteil, um die Gesamtnachfrage innerhalb der Grenzen des potentiellen Angebots zu halten und die Zahlungsbilanzsituation zu verbessern.
Wenn die Wirtschaft eine Wachstumsrate erreichen kann, die genügend Ersparnisse und Arbeit ermöglicht, ist es dennoch notwendig, daß in den nächsten Jahren eine Reihe von Bedingungen erfüllt wird, die weitestgehAend außerhalb der geldpolitischen Steuerung liegen. Diese Bedingungen können wie folgt umrissen werden: a) adäquates Wachstum der internationalen Nachfrage; b) Umschwung der gegenwärtigen Tendenz zu einem erhöhten Arbeitnehmereinkommen im Verhältnis zum Volkseinkommen. Dies ist erforderlich, um die Exporte genügend wettbewerbsfähig zu machen und Raum für einen Anstieg der Investition zu schaffen. Um die Inflation einzudämmen, muß ein Rückgang in der Anstiegsrate der nominalen und realen Lohneinkommen Platz greifen; c) ein Rückgang des Anteils der privaten Ersparnisse, die zur Deckung des allgemeinen Staatsdefizits in laufenden Rechnung benötigt werden sowie auch um ein größeres Investitionsangebot zu schaffen und d) eine Erholung der
öffentlichen und privaten Investitionsnachfrage.
hoch
Rudolph, Bernd
„Zinsänderungsrisiken und die Strategie der durchschnittlichen Selbstliquidätsperiode“
Der Beitrag beschäftigt sich mit der insbesondere für die Ausrichtung der Geschäftspolitik von Kreditinstituten bedeutsamen Frage, wie sich die Risiken, die aus einer Änderung des Marktzinses resultieren, erfassen, planen und kontrollieren lassen. Nach einem einführenden Teil über die Einordnung und Bedeutung von Zinsänderungsrisiken wird im zweiten Teil die durchschnittliche Selbstliquidationsperiode als Maß für den zeitlichen Schwerpunkt einer Einzahlungsreihe definiert und gezeigt, daß der Endwert einer Investition gegenüber Zinssatzänderungen abgesichert ist, wenn die durchschnittliche Selbstliquidationsperiode der Vermögensanlagen mit dem Planungshorizont des Investors übereinstimmt. Eine Beispielrechnung aus dem Bereich der Kapitalanlageplanung dient der Veranschaulichung der vorgetragenen Strategie und einer Erweiterung des Grundmodells auf Portefeuillepositionen. Im dritten Teil werden die zum Problem der Beschreibung und Planung von Zinsänderungsrisiken vorliegenden Ansätze von Macaulay, Hicks und Samuelson diskutiert, Die Auseinandersetzung mit den Fragestellungen und Prämissen dieser Ansätze zeigt zugleich einige typische Anwendungsbereiche des Instruments der durchschnittlichen Selbstliquidationsperiode für die Formulierung und Kontrolle der Geschäftspolitik von Kreditinstituten.
hoch
Feder, Gershon und Just, Richard E.
„Optimale internationale Schuldenaufnahme - Kapitalallokation und Kreditwürdigkeitskontrolle“
In diesem Beitrag wird ein Zweisektorenmodell einer wachsenden Wirtschaft, einschließlich des Verhältnisses zwischen der Kapazität des Schuldendienstes und den Kreditbedingungen eines Landes entwickelt. Diese Bedingungen werden durch makroökonomische Variablen beeinflußt, wie z.B. durch das Ein- und Ausfuhrvolumen, die Höhe der Devisenreserven, die Höhe der Schuldendienstzahlungen entsprechend der bestehenden Schuld. Die Tatsache, daß Importeure, Exporteure und Hersteller oftmals zu unbedeutend sein können, um die Auswirkungen ihrer Handlungsweisen auf die Kreditbedingungen der Wirtschaft in Rechnung zu stellen, schafft Diskrepanzen zwischen den optimalen privaten und öffentlichen Kreditlösungen. Das Modell kommt daher zu dem Ergebnis, daß optimales Wachstum Exportförderung verlangt" während gleichzeitig sowohl die private Schuldenaufnahme von Auslandsgeldern als auch der Import von Kapitalgütern besteuert wird.
hoch
Heinevetter, Bernd
„Liquiditätsschaffung und -vermittlung an den Eurowährungsmärkten und die Struktur des internationalen Bankensystems“
Die Arbeit zeigt mit Hilfe von Datenmaterial, das die Bank von England regelmäßig über das Fremdwährungsgeschäft der Londoner Banken veröffentlicht, daß die Schaffung und Vermittlung von Liquidität auf dem internationalen Finanzmarkt seit dem Ausbruch der Ölkrise im Jahre 1973 beträchtlich zugenommenen hat. Dieser Vorgang wird als Ergebnis des Zusammentreffens grundlegender Veränderungen in der Struktur der Anlegerseite der Euromärkte als Folge der Ölpreiserhöhung und der Struktur des internationalen Finanzsystems durch internationale Bankenkooperation interpretiert. Die empirische Analyse konzentriert sich auf die zeitliche Entwicklung und den Vergleich von Bilanzstrukturen verschiedener Gruppen Londoner Eurobanken. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß diesbezügliche Unterschiede zwischen den Bankengruppen auf ihre jeweilige Rolle im Rahmen der internationalen bankwirtschaftlichen Verbundsysteme zurückgeführt werden können. Auf diese Weise werden empirisch abgestützte Argumente entwickelt, die eine enge Beziehung zwischen der Strukturwandlung des internationalen Bankensystems und dem Wachstum internationaler Liquiditätsschaffung und -vermittlung als wahrscheinlich erscheinen lassen.
hoch
Krümmel, Hans-Jacob
„Bedingungen für die Schwankungen der Goldpreise im Spiegel der Marktberichterstattung“
Die Erweiterung der Goldhandelsmöglichkeiten sowie die Wandlung der monetären Rolle des Goldes haben zugleich die Berichterstattung über den Internationalen Goldmarkt stärker ins Blickfeld des Interesses von Anlegern, Hortern, Spekulanten und Verarbeitern gerückt. Zur Vorbereitung ihrer Marktentscheidungen erwarten sie zuverlässige Aussagen über Bedingungen der Goldpreisentwicklung, über Angebots- und Nachfragekomponenten, Substitutionsmärkte und meinungsbildende Ereignisse.
Diesen Informationsbedürfnissen trägt die Goldmarktberichterstattung durch zusammenfassende Berichte über den Gesamtmarkt oder Teilmärkte, über Goldbilanzen, über Handelsformen und die aktuelle Goldmarktlage Rechnung. Als Informationsgrundlage benutzt sie dabei die Ergebnisse von Goldbilanzen, also der Entwicklung von Jahresproduktion, -verteilung und –verbrauch physischen Goldes, Erklärungsmodelle zu funktionalen Zusammenhängen des Goldmarktes sowie – insbesondere für Tag-zu-Tag-Berichte – die Aussagen wichtiger Marktteilnehmer. Der Aufsatz zeigt, daß gerade die Verwertung dieser Informationen über Mechanismen der Meinungsübertragung, über mögliche Vergessensvorgänge oder durch Verbreitung tendenziöser Nachrichten problembehaftet ist.
Einlage weiterer Abschnitt des Aufsatzes behandelt methodische Schwierigkeiten der Goldberichterstattung: Ihren Bedarf an schlagenden Formulierungen sollte sie nicht dadurch befriedigen, daß sie zu monokausalen Erklärungen oder gar irrealen Verknüpfungen von Entwicklungsannahmen oder überzogenen Hochrechnungen greift. Sie würde vielmehr an Informationswert gewinnen, wenn sie z. B. die Bedingungen der Goldpreisbildung gewichtete, Substitutionsmärkte und time lags bei Angebot und Nachfrage einbezöge und Aggregate Aggregate statistischer Quellen problembezogen auflöste. Eine Erläuterung von Gold-Schwellenpreisen rundet die Ausführungen ab.
hoch