Poniachek, Harvey A.
Alternative Definitions of Money in an Open Economy: The Case of West Germany
Frowen, Stephen F. und Kouris, G. J.
Inflation and the World Demand-for-Money Function
Henschel, Helmut
Interbankgeschäfte und Bankenliquidität
Fausten, Dietrich K.
Beyond the Analytics of the Monetary Approach to the Balance of Payments: Methodology, Innovation and Monetarism
Kleinheyer, Norbert
Der Abweichungsindikator im EWS
Wartenberg, Uwe
Die Steuerlastverteilung in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Analyse für die Jahre 1969 und 1973
Lenk, Reinhard
(Ein Saldo ist ein Saldo) Zur Schätzung und Beurteilung konjunktureller Wirkungen öffentlicher Haushalte
(Thies Thormählen)
Hadding, Walther und Schneider, Uwe H. (Hrsg.)
Gesellschaftsanteile als Kreditsicherheit
(Helmut Becker)
Brunner, Karl und Neumann, Manfred J. M. (Hrsg.)
Inflation, Unemployment and Monetary Control
(Artur Woll)
Volkart, H.
Unternehmensspiele für Bankkaderschulung, Möglichkeiten, Erfahrungen, Folgerungen
(Jürgen Backhaus)
Frowen, Stephen F. und Courakis, Anthony S. und Miller, Marcus H.
Monetary Policy and Economic Activity in West Germany
(Manfred Borchert)
Tobin, James
Grundsätze der Geld- und Staatsschuldenpolitik
(Werner Lachmann)
Poniachek, Harvey A.
„Alternative Gelddefinition in einer offenen Wirtschaft: Aufgezeigt am Beispiel Westdeutschlands“
Die Existenz einer stabilen Geldnachfragefunktion und die Kontrolle der monetären Aggregate sind die notwendigen Bedingungen für die Durchführung einer wirksamen Geldpolitik. Jedoch, wenn die monetären Aggregate nicht exakt definiert sind und gemessen werden, können sie nicht wirksam als geldpolitische Zwischenzielgrößen eingesetzt werden. Die Konzepte des binnenwirtschaftlichen Geldangebotes können entweder theoretisch oder empirisch definiert werden.
Veränderungen im inländischen Zahlungsverkehr sowie wachsende finanzielle Verflechtungen zwischen den Ländern durch das Aufkommen des Eurowährungsmarktes führten zu einem starken Anwachsen der Devisenguthaben von Inländern bei inländischen Banken und von ausländischen Nichtbankguthaben inländischer Gelder, die sowohl auf inländischen als
auch auf ausländischen Währungen lauten, von denen manche Bestandteile der Eurowährungen sind. Obgleich es für eine offene Wirtschaft keine exakte Gelddefinition gibt, kann der Ausschluß dieser Bestandteile von den inländischen Geldkonzepten ihren Nutzen für die Geldpolitik verringern, indem sie den Behörden die wirksame Durchführung ihrer Politik erschweren.
Dieser Beitrag prüft die Hypothese, ob die üblichen Definitionen inländischer Geldaggregate für eine offene Wirtschaft geeignet sind oder ob sie neu definiert werden sollten, so daß Auslandsguthaben sowie Eurowährungsguthaben eingeschlossen wären. Dies wurde sowohl theoretisch als auch empirisch analysiert. Stellt man ähnliche Charakteristika zwischen diesen Komponenten und dem Inlandsgeld fest, so kann die Möglichkeit ihrer Aufnahme in das Inlandskapital in Betracht kommen.
Zur empirischen 'Überprüfung dieser Hypothese wurden für Westdeutschland zwei Methoden angewandt. Geschätzt wurden Geldnachfragefunktionen für alternative Geldvolumendefinitionen, die auf Quartalsdaten IV 1968 bis IV 1976 basieren, wobei das am besten passende Konzept gewählt wurde.
Die erste Methode bedient sich Friedman-Meiselmans Dualkriterium auf der Grundlage der Geld-Einkommens-Korrelation. Entsprechend diesem Kriterium weist die beste Gelddefinition eine höhere Korrelation mit dem Einkommen auf als jede einzelne Komponente für sich. Es wurden vier Definitionen der Geldmenge untersucht, von denen die ersten beiden die gängigen Konzepte des Geldvolumens sind, welche gegenwärtig in Westdeutschland angewandt werden. Die letzten beiden wurden zu Testzwecken entworfen, sie schließen die ausländischen Devisenguthaben von Inländern bei inländischen Banken sowie die inländischen Guthaben von Nichtansässigen ein, wobei diese Guthaben sowohl auf Inlands- als auch in Auslandswährungen lauten können. Die zweite Methode schätzt die Nachfragefunktion für alternative Geldvolumendefinitionen, simuliert sie dann für repräsentative und nicht repräsentative Perioden und vergleicht deren voraussagbare Resultate.
Das Ergebnis unterstützt die Hypothese, daß eine offene Wirtschaft eine Neudefinition der Geldmenge verlangt. In dem Maße wie die Wirtschaft offener wird, wächst die Bedeutung der ausländischen Geldkomponente und berechtigt ihre Einbeziehung in inländische Geldaggregate. Das Resultat zeigt, daß die Eurowährungs-Komponente in der gleichen Beziehung zur westdeutschen Konjunktur stehen wie andere Komponente der weit definierten Geldmenge. Zusammenfassend kann man sagen, daß die wachsende internationale Geldverflechtung durch Kapitalbewegungen eine breitere Definition der Geldmenge begünstigt und damit eine wichtige Kanalisierung für das Inlandsgeld und für die Kreditversorgung bereitstellt.
hoch
Frowen, Stephen F. und Kouris, G. J.
„Inflation und die Welt-Geldnachfragefunktion“
In dieser Studie wollen wir auf internationaler Ebene für die Zeit von 1957 bis 1971 die Behauptung untersuchen, daß - in Übereinstimmung mit der monetaristischen These zur Inflation (d. h. das Verhältnis zwischen Geldzuwachs und Inflation) - die internationale Inflation durch die Steuerung des internationalen Geldangebotes kontrolliert werden kann. In diesem Zusammenhang untersucht die vorliegende Studie
a) die Hypothese, daß in einem festen Wechselkurssystem die nationalen Inflationsraten konvergieren, indem sie sich systematisch sowie vorhersagbar mit der Kaufkraftparität bewegen und
b) die Geldnachfragefunktion auf der Grundlage von 14 Industriestaaten
(repräsentativ für die übrige Welt).
Die hier vorliegende Arbeit baut auf den von den Verfassern bereits in früheren Ausgaben von Kredit und Kapital (1977 und 1979) publizierten Untersuchungen auf und erweitert diese.
Die Ergebnisse zeigen, daß die internationale Geldnachfragefunktion erheblich sowohl vom Einkommens- als auch vom Zinsniveau abhängt; sich aber ihre Form während der Mitte der 60er Jahre und 1971 änderte. Folglich sind die Elastizitäten, die ihre Funktion bestimmen, instabil und die auf ihnen beruhenden Vorhersagen wären demnach ungenau. Natürlich könnte man behaupten, daß es noch einige zusätzliche Determinanten gibt, die in internationalen Geldnachfragefunktionen, die sich auf die Jahre vor 1970 beziehen, berücksichtigt werden müßten. Somit erhalten wir instabile Elastizitäten, wenn diesen Einflüssen in der Funktion nicht Rechnung getragen wird. Als politische Konsequenz resultiert aus dieser Analyse für eine Anti-Inflationspolitik, daß es höchst zweifelhaft ist, ob die internationale Inflation tatsächlich durch einfache Steuerung der internationalen Geldnachfrage vorhersagbar kontrolliert werden kann. (Dies bedeutet aber nicht, daß eine verringerte Wachstumsrate des internationalen Geldangebots keine Positiven Auswirkungen auf die internationale Inflation hätte.)
Weiterhin wird in dieser Studie die Interpretation der Geldnachfragefunktion in den späten 60er und frühen 70er Jahren angezweifelt. Die Tatsache, daß ein einfaches (auf sich selbst zurückgreifendes) autoregressives Schema soviel erklären kann, läßt darauf schließen, daß die Funktion nicht durch ökonomische Kriterien bestimmt wird. Wenn eine verzögerte endogene Variable mit der Absorption des größten Anteils der Abweichung der abhängigen Variablen permanent reduziert wird, läuft es darauf hinaus, daß die ganze Funktion durch ein autonomes Wachstum bestimmt wird. Durch diesen Prozeß wird eine internationale Geldnachfragefunktion hinfällig.
hoch
Henschel, Helmut
„Interbankgeschäfte und Bankenliquidität“
Immer wieder stößt man auf die Meinung, daß Kreditinstitute sich durch Ausweitung der Interbankgeschäfte selbst Liquidität schaffen und damit eine restriktive Politik der Bundesbank unterlaufen könnten.
- Von Claus Köhler und anderen wird die Ansicht vertreten, daß die Bundesbank zwar die objektive an den freien Liquiditätsreserven zu messende Bankenliquidität kontrolliert, die Banken sich aber subjektiv liquide fühlen solange sie über unausgenutzte Grundsatzfazilitäten verfügen.
- Von Otmar Issing und anderen wird behauptet, daß die Banken sich durch bessere Ausnutzung der freien Liquiditätsreserven mittels Interbankgeschäften sogar objektiv Liquidität beschaffen könnten.
In beiden Fällen würden die Kreditinstitute einer restriktiven Politik der Bundesbank nicht stark genug oder nicht schnell genug folgen.
Aufgrund dieser Überlegungen werden von den verschiedenen Autoren Vorschläge zur Verbesserung der geld- und kreditpolitischen Steuerungsinstrumente diskutiert. Im vorliegenden Beitrag wird gezeigt, daß die Hypothesen, mit denen diese Vorschläge begründet werden, einer Überprüfung nicht standhalten, sondern daß im Gegenteil die Bundesbank durch Variation der freien Liquiditätsreserven jede von ihr gewünschte Restriktion durchsetzen kann. Dafür wird zunächst untersucht,
- wie die zu kontrollierende Bankenliquidität definiert werden kann,
- ob eventuell eine restriktive Politik behindert werden kann, weil die (objektive)
gesamtwirtschaftliche Liquidität durch eine Ausweitung der Interbankgeschäfte erhöht wird, oder
- ob eine restriktive Politik eventuell behindert werden kann, weil unabhängig von der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Bankenliquidität die (subjektive) einzelwirtschaftliche Liquidität durch eine Ausweitung der Interbankgeschäfte erhöht wird.
Danach wird gezeigt, daß sich die Kreditinstitute bei der monetären Expansion direkt oder indirekt auch an den freien Liquiditätsreserven orientieren müssen, und daß sie dies (teilweise im Gegensatz zum ersten Anschein)in der Vergangenheit auch getan haben.
hoch
Fausten, Dietrich K.
„Von der Analytik des monetaristischen Ansatzes bis zur Zahlungsbilanz: Methodologie, Innovation und Monetarismus“
In der vorliegenden Studie wird der Versuch unternommen, den Hintergrund für die in der Literatur häufig auftauchende Rückführung des monetaristischen Ansatzes auf David Hume und die klassische Theorie der Zahlungsbilanzanalyse zu erhellen. Legt man die verschiedenartigen analytischen, Unterschiede zwischen den klassischen, besonders aber den Humeschen und den gegenwärtigen monetaristischen Ansätzen zugrunde, so wird behauptet, daß dies außerhalb des Bereiches der präzisen Analytik ökonomischer Modelle liegt. Es wird argumentiert, daß statt dessen die regelmäßig wiederkehrenden Anspielungen auf die Orthodoxy Zeichen einer allmählichen methodologischen Annäherung an die Geschichte des ökonomischen Denkens sind und daß sie weiterhin sowohl mit den Erfordernissen der Weiterentwicklung der Nationalökonomie als auch mit dem ausdrücklichen Wunsch übereinstimmen, den monetären Ansatz vorn gegenwärtigen Monetarismus zu lösen.
hoch
Kleinheyer, Norbert
„Der Abweichungsindikator im EWS“
Der Abweichungsindikator ist ein neues Instrument im EWS, dessen Ausgestaltung ansonsten weitgehend mit der des Vorläufers, der sog. "Schlange", identisch ist. Die Abweichung des ECU-Tageskurses einer Währung vom ECU-Leitkurs wird in Beziehung gesetzt zur maximal möglichen Abweichung einer Währung. So wird der unterschiedliche Einfluß der verschieden großen Gewichte der Währungen im ECU-Korb neutralisiert. Die Auslösung des Indikators begründet die Vermutung, daß die betreffenden Behörden entsprechende Maßnahmen ergreifen. Die Hypothese, wonach der Abweichungsindikator als Frühwarninstrument vor Erreichen der Interventionspunkte gedacht ist, ist aufgrund der technischen Ausgestaltung und angesichts der bisherigen Praxis nicht haltbar. Vielmehr hat der Abweichungsindikator die Aufgabe, auf jene Währungen zu zeigen, die durch ihre vom Durchschnitt abweichende Entwicklung für Spannungen im Kursgefüge des EWS sorgen. Die Konsequenzen der Indikatorauslösung sind nicht regelgebunden, vielmehr hängen sie vorn Willen des einzelnen Landes oder aber von den Konsultationen ab, die durch den Abweichungsindikator ausgelöst werden.
In der jüngsten Vergangenheit scheint sich die Kausalität umzukehren: Es werden nicht mehr Maßnahmen ergriffen, wenn der Indikator ausgelöst wurde, sondern es werden Maßnahmen ergriffen, um das Erreichen der Abweichungsschwellen zu vermeiden. Davon könnte ein positiver Integrationseffekt auf die Wirtschaftspolitiken der EWS-Länder ausgehen.
hoch
Wartenberg, Uwe
„Die Steuerlastverteilung in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Analyse für die Jahre 1969 und 1973“
1. Empirische Steuerlastanalysen stehen vor der Schwierigkeit, daß die Erkenntnisse theoretischer Wirkungsmodelle nicht ohne weiteres umsetzbar sind und bislang ein Bruch zwischen Theorie und Empirie besteht. Hierdurch bedingt, ist die empirische Untersuchung auf notwendige Vereinfachungen angewiesen. Die Vereinfachungen beziehen sich auf Überwälzungshypothesen, Zurechnungsindikatoren und das eigentliche Ziel der Steuerlastanalyse, die personellen Verteilungswirkungen in möglichst differenzierter Form zu ermitteln.
2. Um dennoch ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu erlangen, empfiehlt es sich, die möglichen Extremformen: "keine Überwälzung von Steuern" und "totale 'Überwälzung von Steuern" für alle Steuerarten durchzurechnen, um Verteilungsbandbreiten zu erhalten, innerhalb derer das tatsächliche Ergebnis liegen muß. Will man die Steuerlastverteilung auf private Haushalte nach mehr als nur einem einzigen Merkmal (z. B. Einkommensklassen) vornehmen, ist eine Kombination von Einkommen und sozialer Stellung des Haushaltsvorstandes zweckmäßig, durch welche das Aussagenspektrum erheblich erweitert wird.
3. Die Verteilungsbandbreiten für das Jahr 1973 zeigen, daß das deutsche Steuersystem weder als progressiv (obere Einkommensklassen tragen relativ mehr Steuern als untere) noch als regressiv (obere Einkommensklassen tragen relativ weniger Steuern als untere) bezeichnet werden kann. Vom Belastungsniveau her sind Landwirte am geringsten betroffen, ob eine Überwälzung stattfindet oder nicht. Am gleichmäßigsten sind die Traglasten bei Beamten und Arbeitern verteilt, während sie bei Selbständigen und Nichterwerbstätigen am stärksten konzentriert sind. Eine zusätzlich berechnete" wahrscheinliche Alternative" führt zu dem Ergebnis, daß die Traglast bei Beamten regressiv und bei Nichterwerbstätigen progressiv verläuft. Bei Landwirten, Selbständigen, Angestellten und Arbeitern sind wechselnde Belastungsverläufe zu beobachten. Die Hauptlast tragen durchweg die Einkommensklassen 1 800 - 2 500 DM und 2 500 - 5 000 DM Nettoeinkommen pro Monat. Die Durchschnittsbelastung in bezug auf das Bruttoeinkommen beträgt bei diesen Einkommensklassen 34 %, jedoch liegt sie bei darunterliegenden Einkommensklassen nur 1 % darunter.
4. Vergleicht man die "wahrscheinlichen Alternativen" für 1969 und 1973, so zeigt sich, daß die Landwirte in beiden Jahren am geringsten belastet waren, die Belastungsquote sich von 1969 auf 1973 sogar in den vergleichbaren Einkommensklassen verringert hat. Bei den Selbständigen ist die Lastquote ebenfalls gesunken, jedoch in den unteren Einkommensklassen stärker als in den oberen. Bei Beamten und Angestellten sind z. T. geringfügige Erhöhungen der Lastquote festzustellen, bei Arbeitern und Nichterwerbstätigen geringfügige Verringerungen.
Die Steuerlastkonzentration ist bei allen Gruppen bis auf Selbständige 1973 gegenüber 1969 gleichmäßiger geworden, was schon damals ein allmähliches" Hineinwachsen in die Progression" andeutet.
hoch