Burret, Mario und Fehr, Benedikt und Leibinger, Hans-Bodo, und Müller, Reinhard und Pauer, Gabriele und Rohwer, Bernd
Die Finanzpolitik 1976 bis 1979 im Spannungsfeld zwischen Konjunkturstimulierung und Haushaltskonsolidierung
Becker, Wolf-Dieter und Hasenkamp, Karl-Peter
Bewertungs- und Gliederungsfragen für Bankbilanzen nach dem Vorschlag einer EG-Richtlinie über den Jahresabschluß von Banken
Knappe, Eckhard
Die monetäre Zahlungsbilanztheorie
Kosfeld, Endrik
Zur Diskussion um die Erfolgswirkung der Wertstellungsgewinne
Von Rosen, Rüdiger
Verstärkte Rolle für den Internationalen Währungsfonds
Faulwasser, B.
Zur Bedeutung von Erwartungen bei Preis- und Mengenreaktionen
(Jac. J. Sijben)
Gach, Klaus
Marktwertmaximierung und Gewinnmaximierung
(Joachim Krag)
Böschenstein, Roland
Die Anwendung der kreditpolitischen Instrumente der Mindestreservepolitik und der Kreditbegrenzung in der Schweiz
(Rüdiger Pohl)
Leuenberger, Th. Und Ruffmann, K.-H. (Hrsg.)
Bürokratie, Motor und Bremse der Entwicklung
(Helmut Strizek)
Eckey, Hans-Friedrich
Strukturorientierte Konjunkturpolitik
(Heinz Kock)
Geis, Heinz-Günther und Götz, Gisela
Aus- und Fortbildung für das Development Banking
(Jürgen Backhaus)
Burret, Mario und Fehr, Benedikt und Leibinger, Hans-Bodo, und Müller, Reinhard und Pauer, Gabriele und Rohwer, Bernd
„Die Finanzpolitik 1976 bis 1979 im Spannungsfeld zwischen Konjunkturstimulierung und Haushaltskonsolidierung “
Die Finanzpolitik der Bundesrepublik stand in den Jahren 1976 bis 1979 vor dem Konflikt, einerseits die bis 1975 stark angewachsene öffentliche Neuverschuldung allmählich zu reduzieren, andererseits durch nachfragefördernde Maßnahmen die 1975 eingeleitete gesamtwirtschaftliche Erholung von der
schweren Rezession 1974175 zu stützen. Dieser Beitrag erörtert zunächst die Frage, inwieweit die Größenordnung der staatlichen Defizite im Untersuchungszeitraum diesen zumindest auf kürzere Sicht divergierenden Zielsetzungen gerecht wurde. Die Argumentation geht dahin, daß die Gebietskörperschaften - im nachhinein betrachtet - ihren Konsolidierungskurs 1976 überzogen und 1977 zugunsten erneut expansiverer Maßnahmen aussetzen. 1978 dürfte das öffentliche Defizit einen kreditmarkt- und nachfragepolitisch etwa angemessenen Umfang erreicht haben, während 1979 die gegebenen Chancen für eine leichte Verringerung der Neuverschuldung nicht genutzt wurden.
Ein weiterer Abschnitt untersucht, ob die Art und Weise der Haushaltskonsolidierung ziel- und situationsgerecht war. Aus realwirtschaftlicher Sicht ist es nämlich grundsätzlich möglich, durch Umstrukturierung der Staatseinnahmen und/oder der Staatsausgaben die restriktive Wirkung einer Haushaltskonsolidierung zu verringern. Wie die tatsächliche Entwicklung der einzelnen Ausgabenarten zeigt, ist es allerdings nicht gelungen, durch eine Veränderung der Ausgabenstruktur die restriktiven Wirkungen der Konsolidierung zu verringern. Zudem wurden zum Abbau der Defizite eher Ausgabeneinschränkungen als Steuererhöhungen vorgenommen, obwohl die restriktiven Wirkungen von Ausgabeneinschränkungen stärker sein dürften als die von Steuererhöhungen. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war wohl - neben der Inflationsgefahr, die von Erhöhungen insbesondere der indirekten Steuern ausgehen kann - der Tatbestand, daß höhere steuerliche Belastungen angesichts der bereits inflations- und progressionsbedingt gestiegenen Abgabenlast bei der Lohn- und Einkommensteuer politisch kaum durchsetzbar waren.
Aus geldwirtschaftlicher Sicht wäre es erforderlich gewesen, eine Umstrukturierung der Staatsschuld von längerfristigen zu eher kurzfristigen Papieren vorzunehmen, dabei möglichst marktfähige und/oder zentralbankfähige Papiere zu wählen und eine Platzierung möglichst bei privaten Haushalten anzustreben. Betrachtet man wiederum die tatsächliche Entwicklung, so muß man feststellen, daß die ergriffenen schuldenstrukturpolitischen Maßnahmen zwar im Ansatz geeignet waren, den Postulaten Rechnung zu tragen, daß sie vom Volumen her jedoch kaum Auswirkungen hatten und im Zeitablauf nicht konsequent durchgehalten wurden. In einem abschließenden Abschnitt wird gefragt, in welchem Umfang in den Jahren 1980 und 1981 voraussichtlich Spielraum für Konsolidierungsmaßnahmen bestehen wird.
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Becker, Wolf-Dieter und Hasenkamp, Karl-Peter
„ Bewertungs- und Gliederungsfragen für Bankbilanzen nach dem Vorschlag einer EG-Richtlinie über den Jahresabschluß von Banken“
Die im Sommer 1978 verabschiedete EG-Richtlinie über den Jahresabschluß von Kapitalgesellschaften sieht eine besondere Koordinierung dieser Materie im Hinblick auf Banken und andere Finanzinstitute vor. Im Zuge dieser Koordinierung haben im Herbst 1977 eine internationale Studiengruppe einen Vorschlag und im Sommer 1980 die EG-Kommission einen Vorentwurf für eine Richtlinie vorgelegt. Die kritische Analyse des Aufsatzes orientiert sich im wesentlichen an dem Vorschlag der internationalen Sachverständigengruppe. Als zentrale Probleme der beiden Dokumente wird auf die vorgesehenen Bewertungs- und Offenlegungsregeln ausführlich eingegangen, die sich an dem angelsächsischen Leerbegriff des true and fair view auszurichten versuchen. Hier wiederum steht die Frage im Mittelpunkt, ob das Vorhandensein, die Bildung oder Auflösung von Reserven bei Banken immer offengelegt werden muß, oder ob sie auch "still" gebildet vorhanden sein und aufgelöst werden können. In der kritischen Auseinandersetzung mit dieser Frage wird unterstrichen, daß true and fair view nicht etwa ein letztes Ziel der Wirtschaftspolitik ist, sondern ein Zwischenziel, das mit anderen wirtschaftspolitischen Zwischenzielen konkurriert, wie z. B. mit wettbewerbspolitische, bankpolitischen usw. Dazu gehört auch die Sicherung der Funktionsfähigkeit des Geschäftsbankensystems in dem speziellen Sinne, daß schwankende Gewinnausweise nicht zu Zweifeln an der Bonität einzelner oder einer Reihe von Banken führen, die im Grunde funktions- und zahlungsfähig sind. Nur wenn man mit Sicherheit sagen könnte, daß übersteigerte Reaktionen der Kunden nicht zu erwarten sind, könnte man auf stille Reserven vielleicht verzichten. Aber diese Frage ist völlig offen, und es bleibt daher für die Wirtschaftspolitiker Vorsicht geboten.
In ähnlichem Sinne sind die weitgehenden Publizitätsvorschriften zu beurteilen, die vorgesehen sind. Die übrigen Punkte der beiden analysierten Dokumente sind demgegenüber von geringerer Bedeutung, wenngleich keineswegs unwichtig. Dieser Aufsatz gibt einen ziemlich vollständigen kritischen
Überblick.
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Knappe, Eckhard
„Die monetäre Zahlungsbilanztheorie“
Genauso wie auch im Rahmen der traditionellen Zahlungsbilanztheorie versucht man im Rahmen der monetären Zahlungsbilanztheorie die Frage nach den Ursachen der Zahlungsbilanzsituation und die Frage nach den Zahlungsbilanzanpassungsmechanismen zu beantworten. Statt von Teilbilanzen (Leistungs-, Kapitalbilanz) geht die monetäre Zahlungsbilanztheorie jedoch von der Gesamtzahlungsbilanz (Devisenbilanz) aus. Nicht die nationale Wirtschaftspolitik bestimmt wenigstens zum Teil Sozialproduktwachstum, Preisniveau und Zinsniveau und diese Größen wiederum die Zahlungsbilanzsituation, sondern diese Größen sind bei Gültigkeit des direkten internationalen Preis- und Zinszusammenhanges exogen gegeben. Vielmehr ist die Situation auf dem nationalen Geldmarkt (und damit auch die nationale Geldpolitik) primärer und unmittelbarer Bestimmungsgrund der Zahlungsbilanzsituation. Schließlich -führen hohes Sozialproduktwachstum, hohe Preisniveausteigerungsraten und niedriges Zinsniveau nicht, wie die traditionellen Zahlungsbilanztheorien folgern, zu Zahlungsbilanzdefiziten sondern im Gegenteil zu Zahlungsbilanzüberschüssen.
Diese auf den ersten Blick überraschenden Unterschiede werden in einer Darstellung der monetären Zahlungsbilanztheorie zu erklären versucht. In einer kritischen Würdigung werden die theoretischen Ergebnisse der monetären Zahlungsbilanztheorie und die Ergebnisse der empirischen Überprüfungsversuche der konkurrierenden traditionellen Zahlungsbilanztheorie gegenübergestellt.
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Kosfeld, Endrik
„Zur Diskussion um die Erfolgswirkung der Wertstellungsgewinne“
Nicht nur im Zusammenhang mit der Bankkostenrechnung, sondern auch im Rahmen der während der letzten Jahre in der Öffentlichkeit heftig erörterten Preispolitik der Kreditinstitute waren über die Höhe der Wertstellungsgewinne teilweise stark divergierende Ansichten festzustellen. Dies dürfte u. a. darauf zurückzuführen sein, daß die Hinweise zur Berechnung der Wertstellungsgewinne in der Literatur insgesamt als wenig überzeugend anzusehen sind. Um die Wertstellungsgewinne zu berechnen, werden in diesem Beitrag anhand des Überweisungsverkehrs die wertstellungsbegünstigten Zahlungsvorgänge, eingeteilt in Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge, hinsichtlich ihrer Bilanzwirksamkeit untersucht. Dabei wird die Wirkungsweise der Wertstellungsgewinne auf die Rentabilität eines Kreditinstitutes dadurch dargestellt, daß die Wertstellungen von Zahlungsvorgängen variiert und diese Zahlungsvorgänge sodann im Hinblick auf ihre bilanziellen Auswirkungen miteinander verglichen werden. Die Analyse erfolgt zunächst unter alleiniger Berücksichtigung kreditorischer Konten sowohl mit als auch ohne interne Verrechnung; sodann werden in einem zweiten Schritt auch debitorische Konten in die Analyse einbezogen.
Die Auswahl der Zinssätze für die wertstellungsbegünstigten Beträge ergibt, daß die nicht intern verrechenbaren Zahlungsausgänge und die intern verrechenbaren Zahlungsausgänge von debitorischen Konten sowie die Zahlungseingänge zugunsten debitorischer Konten mit einem Verzinsungssatz bewertet werden müssen, der dem durchschnittlichen Verzinsungssatz der Aktiva bzw. dem Debitorenzinssatz entspricht. Daraus ist die Schlußfolgerung zu ziehen, daß Zahlungseingänge zugunsten kreditorischer Konten aufgrund des heranzuziehenden Zinssatzes einen relativ geringeren Erfolgsbeitrag leisten als die übrigen Zahlungsvorgänge. Weiterhin lassen die Schwankungen im Zinsniveau die Schlußfolgerung zu, daß die Deckungsbeiträge im Zahlungsverkehr ebenfalls starken Schwankungen ausgesetzt sind, so daß als Grundlage für Entscheidungen die isolierte Betrachtung von aufs Jahr bezogenen Deckungsbeiträgen des Zahlungsverkehrs als wenig geeignet anzusehen ist.
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Von Rosen, Rüdiger
„Verstärkte Rolle für den Internationalen Währungsfonds“
Als wichtigste Ergebnisse der Washingtoner Währungskonferenz vom 30. September bis 3.Oktober 1980 ist festzuhalten:
1. Industrie- wie Entwicklungsländer sind sich einig, daß dem Kampf gegen die Inflation auch weiterhin erste Priorität eingeräumt werden muß.
2. Die Zahlungsbilanzungleichgewichte vieler Mitgliedsländer des IWF, insbesondere der nicht ölexportierenden Entwicklungsländer, haben sich erheblich verschärft. Eine kurzfristige Besserung ist nicht in Sicht.
3. Der Internationale Währungsfonds soll künftig eine bedeutsamere Rolle beim Anpassungsprozeß und bei der Finanzierung von Leistungsbilanzdefiziten spielen.
4. Die vielfach befürchtete Konfrontation zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern bleibt aus. Am Charakter des Währungsfonds als Institution für temporäre Zahlungsbilanzhilfen an Defizitländer gibt es keine Änderung.
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