Schmidt, Hartmut
Wege zur Ermittlung der Marktzinsrisiken von Banken
Drukarczyk, Jochen
Verschuldung, Konkursrisiko, Kreditverträge und Marktwert von Aktiengesellschaften
Baltensperger, Ernst
Geldpolitik und Wechselkursdynamik
Baade, Robert A.
A Monetary (Asset) Approach to Exchange Rate Determination: The Evidence since 1973
Moosa, Suleman A.
On the Empirical Existence of a Monetarist Steady State
Jüttner, D. Johannes und Tuckwell, Roger H.
Some Comments on the Stability of the Demand for Money
Cansier, Dieter
Vermögenseffekte der Staatsverschuldung - Multiplikatorwirkungen und Implikationen für den "konjunkturneutralen öffentlichen Haushalt" -
Kleinheyer, Norbert
Bankenfreihandelszonen in den USA
Baan, Jan Wilhelm und Kleinheyer, Norbert
Zur monetären Relevanz der Euromärkte
Lefeld, Mathias
Analysekonzepte für den Außenhandel
(Heiko Körner)
Sengebusch, Wolfgang
Ein Preismodell für die Bundesrepublik Deutschland, Ökonometrische Untersuchung über die Entwicklung der industriellen Erzeugerpreise und der Preisaggregate der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für den Zeitraum von 1966-1974
(Manfred Piel)
Richter/ Schlieper/ Friedman
Makroökonomik – Eine Einführung
(Karl-Heinz Dignas)
Remsperger, Hermann
Geldmengenregel und trendorientierte Fiskalpolitik
(Wolfgang Schröder)
Kromschröder, Bernhard
Unternehmensbewertung und Risiko. Der Einfluß des Risikos auf den subjektiven Wert von Unternehmensbeteiligungen im Rahmen einer optimalen Investitions- und Finanzierungspolitik des Investors
(Bernd Rudolph)
Negeshi, Takashi
Microeconomic Foundations of Keynesian Macroeconomics
(Werner Lachmann)
Schmidt, Hartmut
“Wege zur Ermittlung der Marktzinsrisiken von Banken“
Die Marktzinsentwicklung der letzten Jahre hat manchen Banken den hohen Stellenwert des Zinsrisikos in schmerzlicher Schärfe bewußt gemacht. Gleichwohl besteht weder von der Methode noch vom Ergebnis her gesehen Klarheit darüber, wie Marktzinsrisiken von Banken ermittelt, beurteilt und beherrscht werden können. In dieser Arbeit werden einige Ansätze zur Ermittlung und Beurteilung der Zinsrisiken von Banken dargestellt und kritisch verglichen. Als Ausgangsbasis hierfür dient die Messung der Zinsrisiken mit der Barwertmethode. Dabei wird deutlich, welche Informationen zur Ermittlung von Zinsrisiken erforderlich sind und wie sich die Tragbarkeit von Zinsrisiken beurteilen läßt. Es folgen Darstellungen und kritische Interpretationen der Zinsänderungsbilanz von Scholz, der Finanzflußrechnung des Bundesaufsichtsamts für das Kreditwesen, der Behandlung der Zinsrisiken in der Einlegerschutzbilanz Stützels und einiger Duration-Ansätze. Im letzten Abschnitt werden die Konsequenzen der Untersuchung für Bankaufsicht und Bankmanagement aufgezeigt. Der Autor plädiert für eine Neufassung der Grundsätze II und III. Er zeigt einen Weg auf, wie sich Zweckreserven oder Rückstellungen für Zinsrisiken sachgerecht begrenzen lassen, der für die Diskussion um § 26 a KWG von Interesse sein dürfte. Da - entgegen einer verbreiteten Meinung - Zinsrisiken nicht schon durch Abstimmung von Beträgen und Restlaufzeiten aktivischer und passivischer Festzinspositionen beherrscht oder gar vermieden werden können, schließt die Arbeit mit einigen Anregungen, wie man die für den Umfang von Zinsrisiken relevanten Faktoren bei der Strukturierung der Gesamtfestzinsposition einer Bank berücksichtigen kann.
hoch
Drukarczyk, Jochen
„Verschuldung, Konkursrisiko, Kreditverträge und Marktwert von Aktiengesellschaften“
Diese Abhandlung ist ein Beitrag zu der Frage, welche Faktoren den Verschuldungsumfang von Aktiengesellschaften begrenzen. Eine inzwischen verbreitete Ansicht ist, daß den steuerlichen Vorteilen von Fremdmitteln erwartete (direkte) Konkurskosten gegenüberzustellen seien. Diese Ansicht wird hier kritisiert. Zunächst wird der durch Fremdmittel ausgelöste Steuervorteil ermittelt. Dann werden die Grundlagen der Modelle erörtert, die Verschuldungsgrenzen mit (direkten) erwarteten Konkurskosten zu begründen suchen. Diese Modelle erweisen sich als nicht überzeugend: Sie geben keine einsichtige Erklärung, warum sich Konkurse überhaupt ereignen; die Konkurskosten werden somit willkürlich eingeführt. Es ist deshalb zu prüfen, wie Eigentümer-Gläubiger-Konflikte gelöst werden können. Die Analyse ergibt, daß - homogene Erwartungen unterstellt - der Anfall direkter Konkurskosten nicht sehr wahrscheinlich ist, weshalb diese den steuerlichen Vorteil von Fremdmitteln unter den genannten Bedingungen kaum kompensieren dürften. Dann wird gezeigt, daß ausfallbedrohte Fremdmittel in vier wichtigen Fällen nachteilig für Gläubiger und/oder Eigentümer sein können. Diese Nachteile können vermieden werden, wenn die zeit-zustand-abhängigen Ansprüche von Gläubigern in mehrperiodigen Kreditverträgen präzise festgeschrieben werden könnten. Es wird gezeigt, daß eine präzise Vertragsgestaltung für beide, Anteilseigner und Gläubiger, wünschenswert ist, da die Positionen beider ansonsten ausbeutungsoffen sind. Damit entstünden erhebliche Vertrags- und Kontrollkosten sowie Kosten wegen eingeengter Entscheidungsspielräume: Diese Kosten sind den steuerlichen Vorteilen hoher Verschuldungsgrade gegenüberzustellen.
hoch
Baltensperger, Ernst
„Geldpolitik und Wechselkursdynamik“
Das Thema dieses Aufsatzes ist der Einfluß der Geldpolitik auf die Wechselkursdynamik. In diesem Zusammenhang werden in der jüngeren Literatur oft Wechselkurserwartungen, Zinsarbitrage und eine relative Starrheit der Güterpreise betont. Diese Elemente spielen im vorliegenden Aufsatz ebenfalls eine wichtige Rolle. Er ist aber dadurch charakterisiert, daß der Grad der kurzfristigen Preisstarrheit endogenisiert und von ökonomischen Umständen abhängig gemacht wird. Die Unterscheidung zwischen dauerhaften und als bloß vorübergehend eingeschätzten Geldmengenänderungen nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. In bezug auf Preis- und Wechselkurserwartungsbildung wird dabei völlige Symmetrie angenommen.
hoch
Baade, Robert A.
„Ein monetaristischer, vermögenstheoretischer Ansatz zur Bestimmung des Wechselkurses: Empirische Ergebnisse seit 1973“
Fast jeder Ökonom bestätigt, daß monetäre Faktoren den Dollarpreis der Weltwährungen beeinflussen. Weniger einmütig ist man sich jedoch, wenn es um die Frage geht, wie stark dieser Einfluß ist. Mit dem Übergang zu einem System flexibler Wechselkurse im Jahre 1973 ergab sich jedoch die Chance festzustellen, inwieweit monetäre Faktoren die Dollar-Währungskurse beeinflussen. Wenn auch das für den Zeitraum von 1973 bis 1979 zusammengestellte Beweismaterial nicht eindeutig bestätigt, daß ein vermögenstheoretischer Einfluß der Wechselkurs-Bestimmung besteht, deutet doch alles darauf hin, daß ihm dennoch eine wichtige monetäre Rolle zukommt. In der folgenden Zeit von 1977 bis 1979 ergibt sich jedoch doch mehr Evidenz als während der Jahre 1973 - 1976. Dies mag die Tatsache widerspiegeln, daß das Weltwährungssystem nach dem durch die Ölpreisexplosion von 1973/74 verursachten Zerfall und nach dem Übergang zu einem flexibleren Wechselkurssystem im Jahre 1973 zu neuen Ablaufmustern zurückgefunden hatte.
hoch
Moosa. Suleman A.
„Über die Existenz eines monetaristischen Gleichgewichts“
Mit der weltweiten Beschleunigung der Inflation während des letzten Jahrzehnts (sie war wahrscheinlich auslösendes Moment) gewann die monetaristische Lehre mehr und mehr an Bedeutung. Monetaristische Modelle unterscheiden streng zwischen nominalen und realen Variablen. In Übereinstimmung mit ihrer klassischen Tradition setzen sie auf stabile Gleichgewichtslösungen für ihre wirtschaftspolitischen Schlußfolgerungen. Folglich erlangen sowohl die Existenz eines stabilen Gleichgewichts als auch die Konvergenz der ökonomischen Variablen (oder das Ausmaß und die Art ihrer Abweichungen von)an ihren stabilen Gleichgewichtswerten mehr und mehr an Bedeutung. Dies trifft besonders zu, wenn die Veränderung der Zeitpräferenz positiv ist. Eine Variable von besonderer Bedeutung ist die Akzeleration bzw. Dezeleration der Wachstumsraten. Und obwohl sich monetaristische Modelle im einzelnen durchaus unterscheiden, lassen sie doch alle, explizit oder implizit, der Akzeleration bzw. Dezeleration der Wachstumsrate eine zentrale Bedeutung zukommen. In einer stabilen Gleichgewichtssituation geht man hierbei von gleich Null oder einer technologisch bestimmten Konstante aus. Im Gegensatz hierzu müssen alternative Modelle beispielsweise von Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum oder Inflation explizit oder implizit von nicht-konstanten Werten ausgehen Dieser Beitrag der verhaltensmäßig bestimmten Akzeleration bzw. Dezeleration untersucht unter Anwendung des viel diskutierten Modells von Friedman als Ausgangspunkt das stabile Gleichgewicht und die hierzu gehörenden Eigenschaften der Akzeleration bzw. Dezeleration der Wachstumsraten.
hoch
Jüttner, D. Johannes und Tuckwell, Roger H.
„Einige Anmerkungen zur Stabilität der Geldnachfrage“
Die Relevanz der Geldnachfrage und ihre Stabilität hinsichtlich des effektiven Einsatzes der Geldpolitik wurde bereits ausgiebig dargestellt; empirische Schätzungen und Tests der Stabilität sind Legion. Die theoretische Basis für diese empirischen Tests variierten beträchtlich sowohl hinsichtlich des Zeitfaktors als auch von Untersuchung zu Untersuchung, wobei das Ergebnis sowohl von dem theoretischen Wissensstand als auch von der Struktur und Eigenarten der verschiedenen monetären Systeme abhing. Dieser Beitrag hebt besonders hervor, wie wichtig die Notwendigkeit der Konsistenz ist zwischen den theoretischen Behauptungen einerseits und der präzisen Form andererseits, mit der sie empirisch getestet werden.
Derartige Widersprüche verringern den Nutzen sowohl der empirischen Gleichungen als auch die Aussagekraft der Stabilitätstests. Vor diesem Hintergrund werden einige empirische Hypothesen über die Geldnachfrage in Australien untersucht.
hoch
Cansier, Dieter
„Vermögenseffekte der Staatsverschuldung“
Im ersten Teil werden Multiplikatoren der Finanzierung eines gegebenen Budgetdefizits durch Zentralbankgeld und staatliche Kreditaufnahme mit Hilfe des ersten Blinder-Solow-Modells entwickelt und analysiert. Die Multiplikatoren mit und ohne Vermögenseffekte werden verglichen, insbesondere interessiert die Beeinflussung der Multiplikatoren durch zinsbedingte Wertänderungen der ausstehenden Staatsschuld. Es wird u. a. gezeigt, (1) daß die Multiplikatoren im Gegensatz zur traditionellen Analyse nun außer von den Verhaltensweisen und Budgetparametern auch von der ökonomischen Ausgangslage, d. h. dem Ausgangszinsniveau und dem staatlichen Altschuldenbestand, abhängen, (2) daß im Falle der Geldschöpfungsfinanzierung die kursbedingten Vermögenseffekte den Multiplikator sowohl erhöhen als auch vermindern können und die Vermögenseffekte stets zu einem crowding out privater Investitionen beitragen und (3) daß bei einer Defizitfinanzierung durch Kreditaufnahme Kursänderungen des verzinslichen Staatsschuldenbestandes keinen Einfluß auf die Richtung wohl aber auf die Stärke der Vermögenseffekte insgesamt haben.
Im zweiten Teil werden mit Hilfe und zur Beurteilung des "konjunkturneutralen Haushalts" gewisse langfristige Aspekte der Vermögenseffekte analysiert. Gegenüber der kurzfristigen Betrachtung ist von einem wachsenden Produktionspotential auszugehen und ist zu beachten, daß das private Nettovermögen nun neben dem Finanzvermögen auch das Realkapital enthält. Daraus folgt, daß selbständige Vermögenseffekte der Staatsverschuldung unabhängig von vorausgegangenen diskretionären Budgetmaßnahmen nicht mehr möglich sind. Das Konzept des SVR von einer mittelfristig Konstanten Gleichgewichtsstruktur der Wirtschaft mit gegebenen privaten Investitions-, Konsum- und Sparquoten und konstanter staatlicher Nettoneuverschuldungsquote ist - wie sich zeigt - mit Vermögenseffekten strenggenommen nur dann vereinbar, wenn das private Nettovermögen und die staatlichen Zinszahlungen im Verhältnis zum Vollbeschäftigungseinkommen konstant sind u????N?nd auch die gleichgewichtige Vermögensstruktur im Zeitablauf nicht veränderlich ist. Davon kann aber nicht ausgegangen werden, da insbesondere das Wachstum des Produktionspotentials unstetig verläuft und die Gleichgewichtsstrukturen nicht unabhängig von der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung, d. h. den Konjunkturschwankungen und dem faktischen Verschuldungsverhalten, sind.
hoch
Kleinheyer, Norbert
„Bankenfreihandelszonen in den USA“
Am 3. Dezember dieses Jahres werden die Beschlüsse des Federal Reserve Board in Kraft treten, nach denen es den US-Banken möglich sein wird, das Offshore- Geschäft über IBFs im eigenen Land abwickeln zu können. Mit diesen Beschlüssen soll eine stärkere Kontrolle der Bankenaufsicht über das Euromarktgeschäft erreicht werden. Im Verhältnis zu den nationalen Märkten bieten die IBFs Vorteile aufgrund der fehlenden Mindestreservebelastung und aufgrund geringerer Steuerpflicht. Die lBFs sollen durch bestimmte Regelungen von den nationalen Märkten getrennt werden: Ausleihungen sind nur an Ausländer und andere IBFs zulässig; Einlagen dürfen nur von Ausländern entgegengenommen werden; Einlagen des Mutterinstitutes unterliegen der Mindestreserve. Zudem beträgt die Mindestgröße der Einlagen 500 000 US-Dollar; Einlagen und Kredite unterliegen keinen amtlichen Zinsobergrenzen; Transaktionen in ausländischen Währungen sind zulässig; für Einlagen gilt eine Mindestkündigungsfrist von zwei Tagen. Die sich ändernden Rahmenbedingungen für das nationale Bankgeschäft in den USA stellen jedoch die Wettbewerbsvorteile der Eurobanken und der IBFs z. T. in Frage. Im Verhältnis zu den Euromärkten bieten die IBFs in einem begrenzten Rahmen alternative Anlage- und Kontrollmöglichkeiten, können aber andererseits bestimmte Euromarktfunktionen nicht erfüllen. Es steht deshalb zu befürchten, daß die IBFs in begrenztem Maße Euromarktvolumen in die USA "heimholen", andererseits aber zusätzliches, bisher national abgewickeltes Geschäft in den "Euromarkt exportieren" und damit einen Beitrag zum absoluten Wachstum der Euromärkte leisten. Insofern ist es sehr fraglich, ob die IBFs einen effektiven Beitrag zur Verbesserung der Kontrolle über die Euromärkte leisten.
hoch
Baan, Jan Wilhelm und Kleinheyer, Norbert
„Zur monetären Relevanz der Euromärkte“
Man kann drei Methoden zur Aggregation von Liquidität unterscheiden: Nach der Methode des IWF setzt sich die inländische Liquidität zusammen aus der Summe der von Inländern im Inland gehaltenen Sichtguthaben und Terminguthaben, berechnet in nationaler Währung, sowie inländischem Bargeld und sekundärer Liquidität in der Hand von inländischen Nichtbanken; nach der "loanable-fund"-Methode zählen alle inländischen liquiden Bankpassiva, auch die ausländischer Banken und Nichtbanken, zur Geldmenge; die dritte Betrachtungsweise, als "funktionale" Betrachtungsweise bezeichnet, geht nicht von den liquiden Bankpassiva der einheimischen Banken aus, sondern legt alle liquiden Aktiva in Händen der inländischen Nichtbanken zugrunde. Die funktionale Betrachtungsweise der Liquiditätsaggregation besitzttheoretisch-konzeptionellen Wert, weil die gesamte Kaufkraft in der Hand von inländischen Nichtbanken erfaßt wird, andererseits ist diese Methode mit erheblichen empirischen Schwierigkeiten verbunden, weil die monetären Behörden der einzelnen Länder im allgemeinen nur sehr bedingt die Liquidität der inländischen Nichtbanken im Ausland erfassen können. Es wäre demnach notwendig, das Datenerfassungsproblem zu lösen, um die Vorteile der funktionalen Betrachtungsweise nutzbar zu machen.
hoch