Kloten, Norbert
Zyklus und Politik: Zu den Ursachen der wirtschaftlichen Stagflation
Jüttner, D. Johannes
Rates of Return, Investment Behaviour and Monetary Policy
Scheele, Erwin
Vermögensrestriktion, Budgetrestriktionen, Wirkungen der Staatsverschuldung und die Budget-Multiplikatoren von Dieter Cansier
Cansier, Dieter
Einperioden-Multiplikatoren gegebener Haushaltsdefizite nach dem Blinder-Solow-Modell: Erwiderung
Pfister, Jürgen
Die neuere Ursachenkontroverse in der Inflationstheorie
Filc, Wolfgang
Internationale Wirtschaft- und Währungsprobleme: Floating, Arbeitslosigkeit und Geldpolitik
Gärtner, Manfred und Heri, Erwin W.
Konjunktur und realer Wechselkurs
Vastrup, Claus
Economic Motives for Foreign Banking: The Danish Case
Klein, Martin
Ist die Theorie effizienter Märkte empirisch widerlegt?
Claassen, Emil-Maria
Grundlagen der makroökonomischen Theorie
(Michael Burchardt)
Kaminsky, Stefan
Banken für Menschen. Optimistisches Lesebuch über das Konsumentengeschäft der Banken
(Manfred Hein)
Ohr, Renate
Internationale Interdependenz nationaler Geld- und Gütermärkte bei flexiblen Wechselkursen
(Peter Lang)
Stützel, Wolfgang
Das Mark-gleich-Mark-Prinzip und unsere Wirtschaftsordnung
(Werner Steuer)
Kloten, Norbert
„Zyklus und Politik: Zu den Ursachen der wirtschaftlichen Stagnation“
Der Beitrag behandelt aktuelle Probleme des Marktsystems in Industrieländern und geht besonders auf die Erwartungshaltung von privaten Wirtschaftssubjekten ein sowie auf ihren Einfluß auf die gesamtwirtschaftliche Aktivität und ausführlich auf die Investitionsneigung. Zwei Hypothesen bezüglich der Erwartungsbildung und ihrer empirischen Evidenz wurden ausgearbeitet. Statistische Fakten untermauern die Ansicht, daß bis zu einem gewissen Ausmaß die Erwartungen durch die Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaftspolitik geprägt werden. Daher bieten die Felder der Wirtschaftspolitik in den 70er Jahren eine plausible Erklärung, warum sich das private Wirtschaftsverhalten geändert hat und weniger zur Stabilisierung beiträgt als in den vorangegangenen Perioden.
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Jüttner, D. Johannes
„Die Verzahnung von Kapitalertrag, Anlageverhalten und Geldpolitik“
Dieser Beitrag untersucht die Rolle von Tobin's Modell des Kapitalangebotspreises im Hinblick auf Investitionsentscheidungen sowie die Probleme, die mit seiner empirischen Anwendung und seiner Brauchbarkeit für geldpolitische Zwecke verbunden sind.
Die Meinung, daß Kreditgeber (Finanzinvestoren) und Kreditnehmer (Unternehmer) auf dem Kapitalmarkt den Ertrag, den der Markt erfordert, mit der Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals für neue Investitionsprojekte vergleichen, basiert auf der Annahme, daß sie gleichen Zugang zu den Informationen wie bei Sachinvestitionen haben. Offensichtlich spiegelt diese Behauptung die ökonomische Wirklichkeit aber nicht korrekt wider. Folglich kann das Investitionskriterium nicht länger durch eine einzige Variable wie mit Tobin's q ausgedrückt werden.
Versuche, den Angebotspreis der Kapitalbereitstellung oder einiger seiner Komponenten empirisch zu belegen, sind kritisch zu betrachten. Die meisten Untersuchungen versäumten, den Unterschied zwischen dem durchschnittlichen und dem marginalen Kapitalangebotspreis herauszustellen, und keine Untersuchung befaßte sich mit der letzteren Ertragsrate. Eine Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dieser erforderlichen Ertragsrate und den geldpolitischen Aktivitäten offenbart gewichtige Fehler im Verhältnis dieser Größen zueinander. Wenn einzelne geldpolitische Aktivitäten die laufenden Absatzpreise und Inflationserwartungen sowie die Aktienmarktkurse beeinflussen, entartet der Kapitalangebotspreis zu einer unbeweglichen geldpolitischen Bestimmungsgröße.
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Scheele, Erwin
„Vermögensrestriktion, Budgetrestriktionen, Wirkungen der Staatsverschuldung und die Budget-Multiplikatoren von D. Cansier“
Im ersten Teil werden anhand eines Modells vom Blinder-Solow-Typ (a) die Eigenschaften diskutiert, die eine theoretische Basis für die Monetarismus/Keynesianismus-Debatte aufweisen sollte, (b) die Probleme skizziert, die mit einem solchen Modell sinnvoll analysiert werden können, und (c) Ergänzungen vorgeschlagen, die es für gewisse Fragestellungen der erwähnten Debatte erst geeignet machen. Dabei wird besonders auf die Verwendung des Walras-Gesetzes und auf das Problem der Bewertung der Investitionen als Bestandteil des Outputs einerseits, des Kapitalstocks andererseits eingegangen. Es ergibt sich u. a., daß die Modelle des erwähnten Typs (1) geschlossen sein müssen, so daß die Autoren, die unter Berufung auf Walras mit einem Freiheitsgrad operieren, etwas ganz anderes untersuchen, als sie glauben, (2) erweitert werden müssen, um eine Analyse der Offenmarktpolitik zuzulassen, (3) absurde Ergebnisse liefern, wenn die Christsche Gleichgewichtsbedingung eingeführt wird. Im zweiten Teil wird am Beispiel eines Aufsatzes von D. Cansier gezeigt, zu welchen Mißverständnissen es führt, wenn, die im ersten Teil entwickelten Minimalanforderungen an das Modell außer acht gelassen werden, das einer Untersuchung der Effekte der Staatsverschuldung zugrunde gelegt wird.
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Cansier, Dieter
“Einperioden-Multiplikatoren gegebener Haushaltsdefizite nach dem Blinder-Solow-Modell: Erwiderung”
Die mit spitzer Feder gegen uns vorgetragene Kritik Scheeles ist nicht stichhaltig. Scheele mißinterpretiert unsere Ausführungen völlig. Das ist verwunderlich und hätte leicht vermieden werden können. Um die neuere "stock-flow"-Analyse der Fiskalpolitik einem breiteren Leserkreis verständlicher zu machen, benutzen wir die Gelegenheit, die Grundgedanken dieses Ansatzes etwas näher darzustellen.
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Pfister, Jürgen
“Die neuere Ursachenkontroverse in der Inflationstheorie”
Ausgehend von der traditionellen cost-push-versus-demand-pull-Debatte wird in dieser Arbeit vor allem eine Neuinterpretation der jüngsten Ursachenkontroverse in der Inflationstheorie versucht. Durch die strikte Trennung einer ökonomischen (Geldmengenexpansion) und einer politischen (Ursachen der Geldmengenausweitung) Verursachungsebene wird der Gegensatz zwischen der monetaristischen Theorie und der "soziologischen" Theorie der Inflation aufgehoben. Die vier Positionen in der neueren Ursachenkontroverse - "hard-line monetarism", "hard-line cost push", "ideological monetarism" und "eclectic view" - werden anhand typischer Beispiele dargestellt und auf ihren Erklärungswert überprüft. Ein Vergleich der ersten ("hard-line monetarism") mit der vierten ("eclectic view") Position in der neueren Debatte um die Inflationsursachen läßt einen zunehmenden Grad an Aufgeklärtheit erkennen. Der unzulässigen Konfrontation einer gesellschaftlichen Inflationstheorie mit einer "rein" ökonomischen Theorie, der unzutreffenden Darstellung der Theorien als alternative Erklärungsansätze und der fehlenden Trennung der Verursachungsebenen im "hard-line monetarism" stehen die exakte Trennung der Ebenen und die Anerkennung der Komplementarität und wechselseitigen Unabhängigkeit ökonomischer und politischer oder soziologischer Theorien im "eclectic view" gegenüber. Für die Entwicklung einer politischen Ökonomie der Inflation scheint diese hier durch Gordon repräsentierte Sichtweise ein erfolgversprechender Ausgangspunkt.
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Filc, Wolfgang
„Internationale Wirtschafts- und Währungsprobleme: Floating, Arbeitslosigkeit und Geldpolitik“
Milton Friedman führt den rapiden Anstieg der Arbeitslosigkeit seit Beginn der siebziger Jahre auf die Verstärkung der Rolle der Geldpolitik bei diskretionärer Ausrichtung zurück. So sei die Geldpolitik zu einem Element der Unsicherheit geworden, und geldpolitisch bewirkte Fluktuationen von Preissteigerungsraten erschwerten die Trennung zwischen relativen und absoluten Preisänderungen. Überraschende und rasch wechselnde Verschiebungen relativer Preise aber bewirken - in dieser Sichtweise - eine Dämpfung der Investitionen, und sie treiben die Arbeitslosenzahlen hoch.
Nichts anderes geschieht, wenn Verschiebungen relativer Preise zwischen Ländern dominiert werden von Schwankungen realer Wechselkurse. Hauptsächlich Kursschwankungen an den Devisenmärkten bestimmen dann die relativen Preise von Gütern und Leistungen und von Ertragsrelationen von Vermögenswerten, die auf unterschiedliche Währungen lauten. Die heftigen und meist unvorhersehbaren Schwankungen der Dollarkurse seit 1973 begünstigen den Handelsprotektionismus, sie können die Produktions- und Nachfrageentscheidungen zugunsten einer stärkeren Binnenorientierung beeinflussen, und sie verleiten häufig zu einer Orientierung wirtschaftspolitischer Stabilisierungsmaßnahmen an außenwirtschaftlichen Entwicklungen, nicht an binnenwirtschaftlichen Notwendigkeiten. So kann der Anstieg konjunkturunabhängiger Arbeitslosigkeit in den siebziger Jahren möglicherweise auch auf die starken und unerwarteten Schwankungen realer Wechselkurse zurückgeführt werden.
Andererseits hat die Freigabe des Dollarkurses der Geldpolitik nicht zur Autonomie verholfen. Zwar ist der Gestaltungsspielraum der Notenbanken zur Bestimmung der Zentralbankgeldversorgung gewachsen. Für die Bundesrepublik Deutschland zeigt sich aber, daß Unternehmen seitdem die Finanzierung zunehmend in das Ausland verlagern. Die Ausweitung des Gestaltungsspielraums der Zentralbanken auf der Angebotsseite des Finanzierungsprozesses wird dadurch in steigendem Maße aufgehoben durch Substitutionsprozesse auf der Nachfrageseite.
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Gärtner, Manfred und Heri, Erwin W.
„Konjunktur und realer Wechselkurs - Eine Kausalitätsanalyse für neun OECD-Länder“
Die vorliegende Arbeit untersucht das vor allem in der wirtschaftspolitischen Diskussion oft vertretene Argument, Schwankungen des realen Wechselkurses seien für außenhandels-abhängige Länder eine wesentliche Bestimmungsgröße der Konjunkturentwicklung. Mit einem auf Granger (1969) zurückgehenden zeitreihenanalytischen Kausalitätstest werden für neun OECD-Länder Ergebnisse erzielt, die sich kaum in das Muster einfügen, das die übliche theoretische Argumentation liefert. Für einige kleine, offene Länder ist nämlich die Hypothese einer kausalen Abhängigkeit der Konjunktur vom realen Wechselkurs zu verwerfen. Allerdings zeigt sich am Beispiel der Schweiz, daß sich dieses unerwartete Ergebnis mit den Resultaten vorliegender ökonometrischer Studien deckt. Für ein großes, weniger offenes Land wie die USA sprechen dagegen die statistischen Tests für die Existenz der untersuchten Kausalbeziehung. Wenn auch eine theoretische Begründung dieses Resultats schwerfällt, so hat zumindest die Endogenität der Konjunkturentwicklung in den USA eine eindeutige und schwerwiegende Implikation: Die Spezifikation empirischer Wechselkursmodelle muß neu überdacht und gegenüber der heute gängigen Form verändert werden.
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Vastrup, Claus
„Wirtschaftliche Motive für Auslandsbankgeschäfte: Das Beispiel Dänemarks“
Warum dänische Banken Auslandsfilialen und -zweigstellen einrichten und dadurch einen besonderen, aber wichtigen Teil ihrer Aktivitäten ins Ausland verlagern, kann letztlich nicht durch einen, sondern nur durch mehrere Umstände erklärt werden. Aufgrund fester Kosten bei der Kreditvergabe werden die meisten ausländischen Kredite an dänische Kreditnehmer nicht von ausländischen, sondern von dänischen Banken vermittelt. Da ausländische Banken selbst bei gleichem Risiko eine höhere Kommission und/oder einen höheren Zinssatz bei einem direkten Kredit an einen dänischen Kunden fordern als es der Fall wäre, wenn dieser Kredit formell über die Bücher dänischer Banken liefe, können die dänischen Banken die monopolistische Preisgestaltung der ausländische Banken ausnutzen, indem sie selbst die Gelder entgegennehmen und an ihre Kunden weitergeben. Zusammen mit einer wachsenden Nachfrage nach ausländischem Geld und den offiziellen dänischen Bestimmungen, die es dänischen Banken untersagt, ihren Kunden über ihre Inlandszweigstellen in großem Umfange ausländische Gelder zur Verfügung zu stellen, erklärt dies, warum dänische Banken Auslandsfilialen und -zweigstellen einrichten. Diese neue Struktur der Aktivitäten der Banken wird die Kosten für die Aufnahme von Auslandskrediten senken und damit die Freiheit der dänischen Behörden, eine unabhängige Geldpolitik zu verfolgen, einschränken.
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Klein, Martin
„Ist die Theorie effizienter Märkte empirisch widerlegt?“
Dieser Beitrag bringt kritische Anmerkungen zu der Studie von Hockmann über "Prognose von Aktienkursen durch Point and Figure-Analyse". Der Hauptkritikpunkt ist, daß die von Hockmann zugrundegelegte Renditendefinition keinen konsistenten Vergleich zwischen der Buy and Hold-Strategie und den durch Hockmann favorisierten Point and Figure-Strategien zuläßt. Der Grund dafür ist, daß die Kapitalbasis der ausgewiesenen Renditen bei beiden Anlageformen völlig verschieden ist. In der Folge davon können die für Point and Figure ausgewiesenen Renditen durch einen leverage effect künstlich überhöht sein, und erlauben nicht den Rückschluß auf die Überlegenheit dieser Anlagestrategie. Im Anschluß daran wird eine konsistente Renditendefinition hergeleitet, die auf der Methode von Fama/Blume aufbaut.
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