Moos, Suleman A.
The Double Whammy of Stagflation and Uncertainty
Glastetter, Werner
Einige Überlegungen zum Wachstumspfad der Bundesrepublik Deutschland
Svindland, Eirik
Konjunkturtheoretische Implikationen der Hypothese rationaler Erwartungen
Tullio, Giuseppe
The Role of Savings and Investment in Current Account Determination: The Case of the Federal Republic of Germany (1973-1979)
Kuné, Jan B.
Studies on the Relationship between Social Security and Personal Saving. A Tabular Survey
Timberlake, Richard H.
Methodological Considerations in Demand-for-Money Construction
Panayotopoulos, Dimitris
The "Vicious Circle" Hypothesis: The Greek Case
Fischer, Otfried
Die Kapitalkostensätze einlagenfinanzierter Kredite bei unterschiedlichem Marktzinsniveau
Welcker, Johannes
Technische Aktienanalyse. Die Methoden der technischen Analyse mit Chart-Übungen
(Ramona Budde)
Fender, John
Understanding Keynes – A Analysis of the „General Theory“
(Werner Lachmann)
Stobbe, Alfred
Volkswirtschaftslehre I. Volkswirtschaftliches Rechnungswesen
(Manfred Piel)
Kleps, Karlheinz
Lohnpolitische Konzeptionen und Vermögensbildung – Ein Weg aus der stabilitäts- und verteilungspolitischen Sackgasse
(Hans Giese)
Moos, Suleman A.
„Die wechselseitige Verstärkung von Stagflation und Unsicherheit“
Empirische Untersuchungen konnten die neoklassische Behauptung nicht bestätigen, wonach die relative Variabilität der Inflation von Änderungen der allgemeinen Inflationsrate unabhängig ist. Inflation wirkt nicht-neutral. Und zwar wurden Zusammenhänge zwischen der relativen Variabilität der Inflation und der durchschnittlichen Inflationsrate, einer allgemeinen Instabilität oder Variabilität der Preise sowie der nicht antizipierten Inflationsrate und dem realen Wachstum aufgedeckt. Wir dagegen finden, daß alle diese erklärenden Variablen hoch korreliert sind, indem die Inflation einerseits mit einer geringeren Rate des Wirtschaftswachstums (Stagflation) verbunden ist und andererseits mit einer erhöhten Variabilität von Inflation und wirtschaftlichem Wachstum. Diese Zusammenhänge gehen offenbar auf ein stop-go-Verhalten der Geldpolitik zurück in einer Welt gewisser Lohn-Preis- Starrheit. Dadurch wurde im Verlaufe der typischerweise vorübergehenden monetären Kontraktionen das Wirtschaftswachstum relativ stärker verringert als die Inflation.
Dieser stagflationsbedingte Anstieg der Variabilität von Inflation und Wachstum erschwerte mit steigendem Niveau der Inflation zunehmend ein genaues Prognostizieren der Inflationsrate. Das zeigt sich in der geschätzten positiven Beziehung zwischen Inflationsüberraschungen und unverzerrten Inflationsprognosen. Dieser sowohl kürzer- wie längerfristig positive Zusammenhang stellt die Schlußfolgerung der Invarianz in Frage, die sich aus makroökonomischen Modellen rationaler Erwartungen bei flexiblen Preisen ableitet. Denn die mit dem antizipierten Inflationsniveau verbundene Zunahme der Varianz sogar unverzerrter Prognosefehler wird das Verhalten risikoscheuer Marktteilnehmer ungünstig beeinflussen. Folglich ergeben sich in der kurzen Frist auch negative Auswirkungen auf reale Größen, wie Investitionen und Arbeitslosigkeit. Da es die gestiegene Variabilität erschwert, Inflation
zutreffend zu antizipieren, wird darüber hinaus die Fähigkeit der Reallöhne - beeinträchtigt, sich volls?•??c?tändig anzupassen. Dies wird auch längerfristig einen Anstieg der Arbeitslosenquote verursachen. Wenn Arbeit und Kapital komplementär sind, dann wird mit der Zunahme der antizipierten Inflationsrate sogar die Gleichgewichtsquote der Arbeitslosigkeit ansteigen.
hoch
Glastetter, Werner
„Einige Überlegungen zum Wachstumspfad der Bundesrepublik Deutschland“
1. Die aktuelle Wachstumsschwäche und die verhaltenen Aufschwungstendenzen werfen immer mehr die Frage auf, welche mittelfristigen Wachstumserwartungen noch realistisch sind. Gemessen an realen Wachstumsraten ist nämlich - unbeschadet überlagernder Konjunkturwellen - eine systematische Wachstumsabschwächung unverkennbar. Dies gilt indessen nur für den Verlauf der Wachstums-"Raten", nicht für die Entwicklung des Wachstums-"Niveaus", das, gemessen in absoluten Größen (in Mrd. DM, in konstanten Preisen), zeigt, inwieweit es einer Volkswirtschaft gelingt, von Jahr zu Jahr ein "Mehr" an Sozialprodukt zu erwirtschaften.
2. Die Analyse dieses Niveauverlaufs zeigt nun, daß der gesamtwirtschaftliche Wachstumspfad über den Nachkriegszeitraum hinweg - mit Ausnahme der 80er Jahre einem relativ engen und stabilen Wachstumskorridor folgt. Dies erscheint um so bemerkenswerter, als sich im Zeitablauf die Rahmenbedingungen doch erheblich gewandelt haben. Gleichwohl ist festzustellen, daß seit Mitte der 60er Jahre der Wachstumspfad Schwächetendenzen aufweist; nur ein expansives Gegensteuern verhinderte, daß der Wachstumskorridor dauerhaft unterschritten wurde. Anfang der 80er Jahre unterblieb dies, was ein erstmalig ausgeprägteres Unterschreiten des Korridors (mit-)verursacht haben dürfte.
3. Angesichts dieser Befunde ist nicht auszuschließen, daß sich die Bundesrepublik Deutschland auf dem absteigenden Ast einer Kondratieffwelle bewegt. Dies könnte sowohl angebotstheoretisch (schwächer werdende Raten des technischen Fortschritts) als auch nachfragetheoretisch (schwächer werdende Absorptionsfähigkeit und -bereitschaft der Gesellschaft) erklärt werden. Dann aber erscheint es wenig realistisch, für die Zukunft eine Erhöhung des Steigungsmaßes des Korridors zu erwarten. Auch seine Wiedererreichung vom aktuellen Ausgangsniveau setzte für die nächsten Jahre unrealistische Wachstumsschübe voraus. Allenfalls könnte mittelfristig eine Wiedererlangung des alten Steigungsmaßes erwartet werden. Die damit verbundenen durchschnittlichen Wachstumsraten (2 bis 2,5 v. H.) dürften dann aber nicht hinreichen, um die anstehenden Arbeitsmarktprobleme zu bewältigen.
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Svindland, Eirik
„Konjunkturtheoretische Implikationen der Hypothese "rationaler Erwartungen"“
Unsere Theorie temporärer Gleichgewichte ist im letzten Jahrzehnt in einer wesentlichen Hinsicht entwickelt worden. Erwartungen werden jetzt, wie Entscheidungen, als Ergebnisse aus rationalen, ökonomischen Auswertungen von Informationen aufgefaßt. Im einfachen Extremfalle verfügen die Akteure der Wirtschaft über alle relevanten Informationen. Dann hat die globale, makroökonomische Politik im Falle eines bestimmten Musters von Verhaltensweisen keinen wesentlichen, systematischen Einfluß auf die Beschäftigung. Mit diesem Nachweis erregten Lucas, Sargent und andere viel Aufsehen. Andere, ebenfalls plausible Verhaltensmuster bedingen jedoch, daß die Makropolitik als Begründung für und somit als Steuerung von einer Entwicklung relevant wird. Ein wesentliches Nebenprodukt dieser Diskussion über die wohlinformierte rationale Erwartungsbildung ist eine Wiederbelebung der Konjunkturtheorie. Denn, wenn die Akteure im wesentlichen informiert wären, dann müßten sie durch ihre Dispositionen verhindern, daß sie durch Rezessionen etwas verlieren; ihre Dispositionen müßten mit anderen Worten die Konjunkturschwankungen eliminieren. Wegen der Tatsache, daß ausgeprägte Konjunkturschwankungen zu unserem Alltag gehören, müßten wir deshalb entweder die Hypothese aufgeben, daß wohlinformierte rationale Erwartungen vorliegen, oder die ergänzende Hypothese vertreten, daß die Konjunkturen auf die Wirkungen von extern verursachten und damit nicht vorhersehbaren Störungen des Systems (Schocks) beruhen. Die erste Möglichkeit schließt die vorausgegangene "neue klassische" Argumentation über Wirtschaftspolitik aus. Sie wird deshalb in der modernen gegenwärtig dominierenden Neoklassik nicht vertreten. Die zweite gewählte Möglichkeit bringt aber ebenfalls ein konzeptionelles Problem auf: Je ausgeprägter die Konjunkturen sind, um so ausgeprägter müßten die verursachenden Schocks sein und um so ausgeprägter müßte das durch Erfahrungen geprägte Mißtrauen hinsichtlich der eigenen Voraussicht sein. Auch die Schock-Hypothese mündet also in Skepsis hinsichtlich der Behauptung, daß die Konjunkturpolitik und -theorie auf der Annahme wohlinformierter rationaler Erwartungen basieren muß.
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Tullio, Giuseppe
“Die Bedeutung von Sparen und Investieren für die Entwicklung der Leistungsbilanz: Fall Bundesrepublik Deutschland (1973 - 1979)”
Dieser Beitrag enthält ein kleines makroökonomisches Ungleichgewichtsmodell für die Bundesrepublik Deutschland, welches den Anpassungsmechanismus der deutschen Leistungsbilanz bei flexiblen Wechselkursen untersuchen soll. Das Modell arbeitet mit Vierteljahresdaten und zwar vom ersten Quartal 1973 zum dritten Quartal 1979 unter Anwendung von Wymer's Programmen.
Die Haupthypothese, die diesem Modell zugrunde liegt, ist die Aussage, daß die Entwicklung der deutschen Leistungsbilanz ohne Einbeziehung des Spar- und Investitionsverhaltens nicht richtig verstanden werden kann; und zwar muß bei einem öffentlichen Defizit von Null ex post die Differenz zwischen Ersparnis und Investition dem Leistungsbilanzsaldo entsprechen. Insofern weicht dieses Modell von früheren empirischen Arbeiten über die Leistungsbilanz ab, indem es den Brennpunkt mehr auf Spar- und Investitionsfunktionen als auf Import- und Exportnachfragefunktionen richtet.
Die in dem Modell betrachteten Hauptwege, über die eine Abwertung der Wechselkurse die Leistungsbilanz beeinflußt wird, sind: erstens, der Realvermögenseffekt auf die Ersparnis. Es wird angenommen, daß die Abwertung das Preisniveau steigen läßt und dies wiederum den realen Vermögenswert reduziert und damit auch die Ersparnis. Wenn die Abwertung zu einer Zeit auftritt, in der die Leistungsbilanz sich im Defizit befindet, wie dies in den letzten Jahren der Fall war, tendiert dieser Effekt dazu, die Anpassung der Leistungsbilanz zu verzögern. Zweitens, der Realzinseffekt auf die Ersparnis. Dieser Effekt wirkt ausgleichend, wenn unter den oben angeführten Umständen (bei gleichzeitigem Leistungsbilanzdefizit) der Realzinssatz anzusteigen tendiert, als Resultat von Zahlungsbilanzdefiziten und Geldabflüssen aus dem Inland. Drittens, der Realzinseffekt auf die Investition; die ebenso unter den o. g. Annahmen ausgleichend wirkt. Viertens, der Effekt der Handelsbedingungen auf die Investition, welcher vermutlich die Investition positiv beeinflußt. Folglich tendieren die Investitionen dazu, zurückzugehen, wenn der Wechselkurs sinkt und die Importpreise schneller ansteigen als die Exportpreise in inländischer Währung. Die Investitionen tragen dann dazu bei, das Leistungsbilanzdefizit wieder auszugleichen.
Es wird gezeigt, daß alle vier Wege für Deutschland während der Periode flexibler Wechselkurse empirische Signifikanz besaßen. Das Modell enthält auch Nachfragefunktionen für Geldvermögen, die von Deutschen im Ausland und von Ausländern in Deutschland gehalten werden. Sie sind relevant in, bezug auf die Endogenisierung der Zahlungsbilanz und Währungsreserveströme, die ein entscheidender Faktor für die Determinierung der Zinssätze sind.
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Kuné, Jan B.
“Untersuchungen über das Verhältnis zwischen Sozialversicherung und privater Ersparnis”
Dieser Beitrag gibt einen Überblick der wichtigsten Zeitreihenstudien des Verhältnisses zwischen Sozialversicherung und privater Ersparnis, die für die Vereinigten Staaten, Kanada und sechs europäische Länder ausgearbeitet wurden. Der tabellarische Überblick listet die Variable "Sozialversicherung" und den Beweis der Wirksamkeit auf die private Ersparnisbildung auf.
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Timberlake, Richard H.
„Methodologische Betrachtungen über Geldnachfrage-Konzepte “
Der Beitrag ficht die Logik, die Nützlichkeit und die theoretische Konsistenz der Konstruktion einer Geldnachfrage an, die Zinssätze als unabhängige Variable benutzt. Die klassischen Ökonomen von Mill bis Pigou sahen Geld in einem System, in dem die unabhängige Variable die Umkehrung eines Index von monetären Preisen war. Ihre Geldnachfrage wiesen so die gleichen methodologischen Beschränkungen - Geschmack und Realeinkommen - auf wie die Nachfrage nach anderen herkömmlichen Gütern oder Dienstleistungen. Das keynesianische Konzept entsprechend der "Allgemeinen Theorie" verbarg das Preisniveau in den Ausgabenaggregaten (Einkommen, Konsum und Investition) und setzte eine spekulative Geldnachfrage voraus, die den einen oder anderen der verschiedenen Zinssätze als unabhängige Variable unterstellte. So verschleiert wurde die Auswirkung des Geldes auf die Preise in den Hintergrund gedrängt. Die Behandlung der Geldnachfrage in heutigen Lehrbüchern orientiert sich fast ausschließlich an keynesianischen Gesichtspunkten (d.h. man benutzt Zinssätze), während die klassische Konstruktion ignoriert wird, die eine Umkehrung der monetären Preise anwendet. Als Begründung für das keynesianische Konzept wird angegeben, daß es die Vereinfachung bietet, Geld so in einen Markt zu bringen, daß sich ein Zinssatz ergibt. In der Tat, wie Leland Yeager beobachtet hat, muß Geld in allen Märkten vorhanden sein, um Geld zu sein. Und der einzige Weg, um einen Preis für ein Gut zu erhalten, das auf Märkten, auf denen monetäre Preise bestimmt werden, angeboten wird, ist die Anwendung einer aggregierten Abstraktion, d.h. einer Indexzahl. Die Schlußfolgerung hieraus ist, daß die Nützlichkeit monetärer Analysen für Ökonomen maximiert wird, wenn die erwähnten Beschränkungen der Geldnachfragefunktionen vereinbar mit jenen gemacht werden, die man allgemein für die Nachfrage nach normalen Gütern und Dienstleistungen annimmt.
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Panayotopoulos, Dimitris
“Die Teufelskreishypothese: Der Fall Griechenland”
Aus den Ergebnissen einer empirischen Schätzung geht hervor, daß die Wechselkurse nach 1973 nicht passiv die Veränderungen des inländischen Preisniveaus widerspiegeln. Im Gegenteil: Der Wechselkurs ist ein unabhängiger Faktor bei der Ankurbelung der inländischen Inflation, und zwar durch den Einfluß, den sie auf die relativen Preise von Ein- und Ausfuhrgütern sowie Dienstleistungen ausübt.
Die statistische Untersuchung hat gleichfalls gezeigt, daß Veränderungen im Geldangebot den Wechselkurs nicht berühren. Diese Tatsache stärkt die oben abgeleiteten Ergebnisse, d. h. Wechselkursänderungen führen zu inländischer Inflation.
Nach 1973 ist Griechenland in einen Teufelskreis geraten. Die Abwertungs-/Inflationsspirale, die seitdem in Gang ist, muß unterbrochen werden.
Es ist allerdings zuzugestehen, daß eine solche Aufgabe nicht einfach zu bewältigen ist. Harte wirtschaftspolitische Maßnahmen müssen in Kraft gesetzt werden, die neben Aktionen, die sich auf die Wiederherstellung eines wirtschaftlichen Gleichgewichts richten, versuchen das Vertrauen wieder herzustellen und die Erwartungen zu revidieren.
Der Anpassungsprozeß, den das Land unternehmen muß - an sich schon überfällig und problematisch - wird weiterhin dadurch erschwert, daß das Land unter einem System flexibler Wechselkurse agiert.
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Fischer, Otfried
„Die Kapitalkostensätze einlagenfinanzierter Kredite bei unterschiedlichem Marktzinsniveau“
Die Preispolitik der Banken im Kreditgeschäft ist einerseits an den Nachfrage und Angebotsverhältnissen orientiert und muß andererseits danach streben, über die Kosten des Kreditgeschäfts hinaus angemessene Gewinnbeiträge zu erreichen. Neben den Betriebskosten der Kreditbearbeitung und den Kreditrisikokosten bilden die Kapitalkosten eine - und zwar die weitaus bedeutsamste - Kostenkomponente. Den Kapitalkosten bei der Stellung von Kreditpreisen Rechnung zu tragen, ist in Jahren besonders schwierig, in denen das Marktzinsniveau und damit die Zinssätze für Kredite und für das hereingenommene Kapital raschen und erheblichen Veränderungen unterliegen. Dies war Anlaß zu der Frage, mit welchen Kapitalkostensätzen Banken in den letzten vier Jahren zu kalkulieren hatten, wenn sie Kredite aus Einlagen verschiedener Art finanzierten.
In einem ersten Schritt wurden die Kostensätze je Einheit ausgewählter Einlagenarten unter Berücksichtigung der Zins- und Betriebskostensätze ermittelt. Im zweiten Schritt erfolgte die Zurechnung der Kapitalkosten je Einheit des im Kreditgeschäft einsetzbaren Kapitals. Zur Bestimmung des Teils der Einlagenmittel, der liquide zu halten ist, wurden die Grundsätze II und III herangezogen. Annahmen über die Strukturierung der Liquiditätsreserven wurden derart getroffen, daß der Anteil der unverzinslichen liquiden Mittel an Hand des Mindestreserve-Solls und der verzinsliche Teil der Liquiditätsreserven durch eine Anlagestrategie der Banken festgelegt wurde, die in erster Linie eine Entscheidung zwischen Anlagen in Termingeldern oder in festverzinslichen Wertpapieren bedingte. Je nach der Struktur und den aktuellen Zinssätzen der Liquiditätsreserven ergaben sich Durchschnittsrenditen, die teils unter, teils über den Kapitalkostensätzen je Einlageneinheit lagen und entsprechend bei der Ermittlung der Kapitalkostensätze einlagenfinanzierter Kredite teils als Liquiditätskostenzuschläge, teils als Kostenabschläge in Höhe der Netto-Renditebeiträge anzusetzen waren.
Als Ergebnis zeigte sich, daß die Kapitalkostensätze in Abhängigkeit vom Marktzinsniveau sehr stark differierten und die Rangreihung der Einlagenarten nach Kostensätzen im Zeitablauf wechselte. Je nach der Struktur ihrer Einlagen ergaben sich für einen Teil der Banken Kostenvorteile, die sie entweder zu einem entsprechend hohen Gewinnausweis oder über günstige Kreditkonditionen zu Wachstum nutzen konnten. Die erheblichen Unterschiede in den Kapitalkostensätzen müßten für die Banken Grund sein, ihre Geschäftspolitik, insbesondere ihre Preisstellung für die einzelnen Einlagenarten, zu überprüfen, wenn sich in Zukunft wiederum gravierende Veränderungen des Marktzinsniveaus abzeichnen.
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