Gleske, Leonhard
Erfahrungen mit flexiblen Wechselkursen
Krümmel, Hans-J.
Schutzzweck und Aufsichtseingriffe. Über den Run auf die Bankschalter und seine Verhinderung
Engels, Wolfram
Die Eignung von Maßgütern für den intertemporalen Vermögensvergleich
Buscher, Hubert S.
Zur Stabilität der Geldnachfrage. Eine empirische Betrachtung
Engel, Günther
Verstetigung des Geldmengenwachstums und politische Unabhängigkeit der Zentralbank
Wurzel, Eckhard
Monetäre Alchemie. Ineffektivität der Wirtschaftspolitik bei „rationalen Erwartungen“? – Ein Kommentar
Streit, Joachim
Die Relevanz monetärer Innovationen in den USA für die Geldpolitik
Von Rosen, Rüdiger
Zuversicht bei der IWF-Währungskonferenz
Seifert, Ekkehard
Privilegierung und Regulierung im Bankwesen
(Heinrich Degenhart)
Lüftl, Walter und Martin, C. Paul
Die Formeln für den Staatsbankrott. Am Beispiel des finanziellen Endes der Republik Österreich
(Werner Lachmann)
Wegner, Klaus
Im Blickpunkt: Sachverständigenrat und Konjunktur- und Wachstumspolitik in der Bundesregierung seit 1964
(Hartmut Forndran)
Duwendag, Dieter
Staatsverschuldung – Notwendigkeit und Gefahren
(Renate Ohr)
Gleske, Leonhard
„Erfahrungen mit flexiblen Wechselkursen“
Der Zusammenbruch des in Bretton Woods geschaffenen Währungssystems und der Übergang zum Floating unterwarf vor gut einem Jahrzehnt alle wichtigen Währungen den Gesetzmäßigkeiten flexibler Wechselkurse. Angesichts starker kurzfristiger Schwankungen der Wechselkurse und damit begründeter Forderungen nach einem neuen Bretton Woods gibt es Veranlassung zu einem Vergleich der mit festen und flexiblen Wechselkursen gemachten Erfahrungen.
In einer von unkontrollierter Inflation zunehmend beherrschten Umwelt ist mit der Freigabe des DM-Wechselkurses im Jahre 1973 eine wesentliche Voraussetzung dafür geschaffen worden, daß die Bundesbank eine stabilitätsorientierte Geldpolitik mit Aussicht auf Erfolg durchsetzen kann. Ein hohes Maß an geldpolitischer Autonomie konnte erzielt werden.
Im Europäischen Währungssystem gewonnene Erfahrungen können nicht als Beweis für die Funktionsfähigkeit eines Festkurssystems im Weltmaßstab gelten. Im EWS setzen Kapitalabflüsse die betroffenen Länder rasch unter Handlungszwang, ganz anders als im Fall der USA, die davon bei festen wie flexiblen Wechselkursen im wesentlichen unberührt bleiben.
Hinsichtlich der Leistungsbilanzanpassung blieben in den ersten Jahren des Floating die entsprechenden Reaktionen zumeist hinter den Erwartungen zurück. Für die erste Dekade des Floating als Ganzes genommen gilt jedoch, daß die Leistungsbilanzungleichgewichte in den großen, nicht aber in den kleinen Industrieländern eher kleiner und weniger dauerhaft als in den zehn Jahren vor dem Übergang zu flexiblen Wechselkursen waren.
Interventionen der Notenbanken an den Devisenmärkten können den Wechselkurs einer Währung allenfalls kurzfristig beeinflussen. Die Interventionspolitik der Bundesbank läßt erkennen, daß sie bereit ist, in das Marktgeschehen einzugreifen, wann immer ihr das angezeigt erscheint. Einen kursbestimmenden Einfluß erwartet sie von ihren Interventionen nicht, sie geht aber davon aus, daß ihre Bereitschaft zum jederzeitigen Eingreifen tendenziell beruhigend auf das Marktgeschehen ????~?wirkt.
Insgesamt erscheinen die Voraussetzungen für feste Wechselkurse auf weltweiter Basis keineswegs gegeben. Ein möglichst hohes Maß an Wechselkursstabilität ist aber wünschenswert. Stabile Wechselkurse setzen eine stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik voraus, zu der sich die Mitglieder des IWF im 1978 revidierten IWF-Übereinkommen verpflichtet haben. Striktere Überwachung der Wirtschaftspolitik durch den IWF soll dieser Verpflichtung mehr Geltung verschaffen.
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Krümmel, Hans-J.
„Schutzzweck und Aufsichtseingriffe über den Run auf die Bankschalter und seine Verhinderung“
Der Verfasser nimmt den zwanzigsten Jahrestag des Erscheinens der bankpolitischen Schrift Wolfgang Stützels "Bankpolitik - heute und morgen" zum Anlaß, über Grundfragen gewerbepolizeilicher Eingriffe in das Bankwesen, losgelöst von Zielen und Mitteln des geltenden Kreditwesenrechts in Deutschland, nachzudenken. Er isoliert einen dem marktwirtschaftlichen System konformen Schutzzweck "Funktionssicherung des Kreditwesens durch Verhinderung des run auf die Schalter aller Banken" und leitet ab, welche Art von Eingriffen notwendig und hinreichend erscheinen, um diesen Schutzzweck zu erfüllen. Diskutiert werden Bankenpublizität, risikopolitische Eingriffe und direkte Einlagensicherungssysteme. Es zeigt sich dabei, daß Stützels "Bankpolitik" auch heute und morgen ein Schlüsseltext bankpolitischer Regelungstheorie bleibt. Dies gilt vor allem für seine zentrale These, gewerbepolizeiliche Verhaltenssteuerung im Bankwesen habe bei den Schwerpunktrisiken (Großkredite,
Kurs-(Zins-)änderungsrisiken) anzusetzen.
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Engels, Wolfram
„Die Eignung von Maßgütern für den intertemporalen Vermögensausgleich“
Gewinne, Renditen und Zinsen existieren nicht. Sie sind lediglich Produkte bestimmter Abbildungstechniken der Welt. Über die Höhe der Meßziffern von Kapitaleinkünften und deren Reihenfolge entscheidet die Wahl des Maßguts für den intertemporalen Vermögensvergleich. Die Wahl dieses Maßgutes ist eine reine Zweckmäßigkeitsfrage. Es wird begründet, daß die zweckmäßigste Maßeinheit eine Einheit ist, in der der Preis des Marktportefeuilles als konstant erscheint. Gemessen in dieser Einheit treten keine expliziten Zinsen auf, der Durchschnitt der Renditen und die Summe der Kapitaleinkünfte sind Null.
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Buscher, Hubert S.
„Zur Stabilität der Geldnachfrage - Eine empirische Betrachtung“
In dieser Arbeit werden elf Geldnachfragefunktionen für die Bundesrepublik Deutschland für den Zeitraum 1965.I bis 1982.IV auf Stabilität getestet. Den Testverfahren - Cusums und Cusums-squared Techniken - liegt die Annahme konstanter Parameter zugrunde. Zusätzlich zu diesen Verfahren wurde ein Test auf Konstanz der Varianz des Störprozesses auf der Grundlage gleitender Regressionen und ein gewöhnlicher Chow-Test auf Strukturbruch im Jahre 1973 durchgeführt.
Die Ergebnisse dieser Tests erlauben keine eindeutigen Schlußfolgerungen über die Stabilität der Geldnachfrage. Die Testergebnisse führen zu gegensätzlichen Aussagen. Da jedoch für alle Testverfahren die statistischen Annahmen für ihre Anwendung verletzt sind, läßt sich nicht entscheiden, welcher Test die am "wenigsten bedenklichen" Ergebnisse liefert, so daß alle Aussagen dieser Arbeit zurückhaltend interpretiert werden sollten. Allerdings scheint das folgende Ergebnis vertretbar zu sein: Zu Beginn der siebziger Jahre erfolgte ein struktureller Bruch in der Geldnachfrage, so daß Schätzungen über den gesamten Zeitraum zu wenig zuverlässigen Ergebnissen führen können. Insbesondere für wirtschaftspolitische Zielsetzungen sollten die Schätzungen ab Mitte der siebziger Jahre beginnen. Hier tritt jedoch das Problem auf, daß eine korrekte Spezifikation für die Geldnachfrage in der Abgrenzung von M3 zu suchen ist.
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Engel, Günther
„Verstetigung des Geldmengenwachstums und politische Unabhängigkeit der Zentralbank“
Da die Preisniveaustabilität eine für alle Wirtschaftssubjekte vorteilhafte Rahmenbedingung der ökonomischen Interessenauseinandersetzung darstellt, ist es zweckmäßig und mit einer demokratischen Gesellschaftsordnung vereinbar, wenn die Zentralbank bei der Verfolgung dieses Zieles politisch unabhängig ist. Dagegen sind geldpolitische Maßnahmen zur antizyklischen Beeinflussung von Produktion und Beschäftigung mit selektiven Anstoßwirkungen verbunden, durch die einzelne Interessengruppen unterschiedlich stark belastet oder begünstigt werden. Da sie deshalb notwendigerweise politisch kontrovers sind, erscheint es als problematisch, ob die hierfür zuständige Entscheidungsinstanz in einer demokratischen Gesellschaftsordnung gegenüber Regierung und Parlament unabhängig sein kann. Wenn also die Sicherung der Preisniveaustabilität als Primärziel der Geldpolitik angesehen wird und wenn es unter diesem Aspekt als zweckmäßig erscheint, daß die Zentralbank politisch unabhängig ist, dann sollte sie auch nur für dieses Ziel verantwortlich sein und hierfür in öffentlich leicht kontrollierbarer Weise eine Verstetigung des Geldmengenwachstums anstreben.
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Streit, Joachim
“Die Relevanz monetärer Innovationen in den USA für die Geldpolitik“
Finanzinnovationen - definiert als neue Anlagemöglichkeiten auf Geld- und Kapitalmärkten, die abrupte Änderungen der Portfolioentscheidungen von Marktteilnehmern bewirken - haben in den USA während der letzten Jahre einen beträchtlichen Einfluß auf die Geldpolitik besessen. Teilweise fanden sie statt, um bestehende Finanzmarkt-Regulationen - insbesondere die Vorgabe von Zinshöchstgrenzen – zu umgehen. Die Anreize dazu haben wegen des beträchtlich gestiegenen Zinsniveaus zugenommen. Teilweise sind monetäre Innovationen aber auch im Zuge der Deregulierung der Finanzmärkte entstanden, um zinselastische Einlagen in den Bankbereich zurückzulenken.
Für die Geldpolitik haben Finanzinnovationen insofern Bedeutung, als sie eine Verzinsung des Geldes bewirken, unvorhersehbare Umschichtungen zwischen verschiedenen und innerhalb derselben Geldmengenaggregate hervorrufen und häufige Re-Definitionen monetärer Aggregate notwendig machen. Die Entwicklung von Geldmengenmultiplikatoren, Umlaufgeschwindigkeiten und monetären Indikatoren bedürfen ständig neuer Interpretation.
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Von Rosen, Rüdiger
„Zuversicht bei der IWF-Währungskonferenz“
Auf den Jahresversammlungen 1984 von Internationalem Währungsfonds und Weltbank standen die Weltwirtschaftslage, die Zukunft des Erweiterten Zugangs zu den Fondsmitteln und die Frage einer Neuzuteilung von Sonderziehungsrechten auf der Agenda des Interimsausschusses. Darüber hinaus befaßten sich Interimsausschuß, Entwicklungsausschuß wie auch der Gouverneursrat mit der Frage des internationalen Schuldenproblems und in diesem Zusammenhang auch der künftigen Rolle der Weltbank. Beide Themen werden auf den kommenden Frühjahrstagungen vor dem Hintergrund der mittelfristigen Anpassungsnotwendigkeiten und der Zahlungsbilanzaussichten auf der Grundlage von Diskussionspapieren, die in Auftrag gegeben wurden, erörtert werden.
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