Jander, Sigurd und Menkhoff, Lukas und Palm, Adalbert
Situationskonsistente Erwartungsstruktur und Geldpolitik in der Bundesrepublik Deutschland
Bofinger, Peter
Stabilitätsgerechte Festkurssysteme
Spinelli, Franco
Should the Hypothesis of a Well Defined and Stable World Demand for M1 be Reinstated? Simple Considerations and Tests
Petoussis, Emmanuel
Short Run Data and Long-Run Theories: Testing the Monetary Approach to the Balance of Payments
Maußner, Alfred
Ineffektivität der Wirtschaftspolitik bei „rationalen Erwartungen“? Ein Kommentar mit anderen Argumenten für eine unzureichend begründete These
Darrat, Ali F.
Inflationary Surprises and Real Economic Activity in Germany: Some Tests Based on „Efficient Market“ Expectations
Hauschild, Karsten und Winkelmann, Michael
Kapitalmarkteffizienz und Point & Figure-Analyse
Caesar, Rolf
Crowding-out in der Bundesrepublik Deutschland: Eine empirische Bestandsaufnahme
Holtfrerich, Carl-Ludwig
Die deutsche Inflation 1914 – 1923. Ursachen und Folgen in internationaler Perspektive
(Rainer Vollmer)
Gillner, Giso
Venture Capital – Leitfaden für die Praxis
(Horst Selbach)
Schierenbeck, Henner und Wielens, Hans (Hrsg.)
Bilanzstrukturmanagement in Kreditinstituten
(Heinrich Degenhart)
Hahn, Oswald
Struktur der Bankwirtschaft, Band II: Spezialbanken und internationale Banken, Teil 1
(Armin Schwarze)
Jander, Sigurd und Menkhoff, Lukas und Palm, Adalbert
„Situationskonsistente Erwartungsstruktur und Geldpolitik in der Bundesrepublik“
Vor dem Hintergrund der aktuellen Arbeitslosigkeit wird den Chancen einer konjunkturpolitisch stabilisierenden, d. h. zur Zeit expansiven Geldpolitik nachgegangen. Dabei machen die theoretischen Überlegungen deutlich, daß die reale Wirksamkeit der Geldpolitik davon abhängt, daß Wirklichkeit und Erwartungsstruktur der Menschen übereinstimmen. Dagegen steht die Geldpolitik vor einem Dilemma, wenn die Erwartungen der Privaten auf einer Modellstruktur aufbauen, die der jeweiligen Situation nicht entspricht. Unter dem sich somit ergebenden Gesichtspunkt einer "situationskonsistenten Erwartungsstruktur" wird die Bundesbankpolitik seit den 50er Jahren untersucht. In den letzten Jahren ist dabei eine im obigen Sinne situationsinkonsistente Konstellation zu beobachten, in der eine expansive Geldpolitik mit Inflationierung gleichgesetzt wird und damit zur Lösung der Beschäftigungsproblematik wenig beizutragen vermag. Die Geldpolitik kann dieser teilweise selbstgeschaffenen Einschränkung ihres Handlungsspielraums entkommen, indem sie die allzu schlichte quantitätstheoretische Grundlage der gegenwärtig vorherrschenden Erwartungsstruktur zu beeinflussen sucht.
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Bofinger, Peter
„Stabilitätsgerechte Festkurssysteme“
Die Diskussion über "feste versus flexible Wechselkurse" leidet darunter, daß die meisten Autoren bei "festen Wechselkursen" vom Typ eines Festkurssystems ausgehen, der im wesentlichen dem gescheiterten System von Bretton Woods entspricht. In dieser Arbeit wird gezeigt, daß man Festkurssysteme auch so ausgestalten kann, daß die wesentlichen Systemdefekte von Bretton Woods vermieden werden können. Als Ausgangspunkt für die Konzeption eines "stabilitätsgerechten Festkurssystems" dienen ein Vorschlag von McKinnon (1984) und der Plan eines "gehärteten Devisenstandards", den der deutsche Sachverständigenrat in seinem Jahresgutachten 1966/67 in die Diskussion gebracht hat. Ein Festkurssystem nach McKinnons Vorstellungen wurde sich vom Bretton Woods-System vor allem dadurch unterscheiden, daß die beteiligten Notenbanken eine gemeinsame Zielvorgabe für die "Weltgeldmenge" (M1) verfolgen. Damit wäre eine stabilitätsgerechte Zuwachsrate der Weltgeldmenge auch dann gewährleistet, wenn es zu starker (direkter oder indirekter) "Currency Substition" kommt. Der Nachteil dieses Vorschlags ist darin zu sehen, daß er einen hohen diskretionären Spielraum für jene Notenbanken aufweist, die eine weniger stabilitätsgerechte Politik verfolgen als die übrigen Teilnehmer-Länder.
Der "gehärtete Devisenstandard" zeichnet sich demgegenüber dadurch aus, daß Länder mit einem inflationären wirtschaftspolitischen Kurs ganz automatisch gezwungen sind, sich an die Länder mit einer stabilitätsorientierten Politik anzupassen. Dies wird dadurch gewährleistet, daß die Teilnehmer-Länder beim "gehärteten Devisenstandard" immer nur dann zu Interventionen verpflichtet sind, wenn ihre eigene Währung schwach ist (ausschließliche Interventionsverpflichtung am Devisen-Abgabepunkt). Damit unterscheidet sich dieser Typ eines Festkurssystems ganz wesentlich vom Bretton Woods-System (und auch von McKinnons Plan), bei dem Notenbanken mit starker Währung in der Phase einer Dollar-Schwäche stets zum unbegrenzten Ankauf von Dollar-Beständen verpflichtet gewesen waren. Das Risiko des "gehärteten Devisenstandards" besteht in seinem inflationären "bias". Will man diesem entgegentreten, dann empfiehlt es sich, ein so ausgestattetes Festkurssystem zu kombinieren mit einer gemeinsamen Zielvorgabe für die Summe der Geldbasen der beteiligten Länder, so wie das von McKinnon vorgeschlagen wird.
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Spinelli, Franco
„Sollte die Hypothese einer klar definierten und stabilen Weltnachfrage nach Ml wieder in Kraft gesetzt werden?“
Es gibt die Auffassung, daß Währungssubstitution zu Instabilitäten der Nachfrage nach einzelnen Währungen führt und so die Bemühungen der nationalen Zentralnotenbanken unterminiert, die Wirtschaft auf einem stabilen Pfad heimischen Geldmengenwachstums zu halten und auf diese Weise zu beeinflussen. Nach Ansicht verschiedener Analytiker wäre es unter diesen Umständen erforderlich, die Weltgeldmenge zu kontrollieren.
Eine zentrale Voraussetzung für diese Analysen bildet die Hypothese, daß es eine klar definierte und stabile Weltgeldnachfrage gibt. Aufgabe dieser Untersuchung ist es, festzustellen, ob diese Hypothese analytisch und empirisch gültig ist. Der Aufsatz umfaßt zwei Hauptteile. Der erste ist analytischer Natur und gibt die Bedingungen an, unter denen es richtig bzw. falsch ist, daß Konzept einer Weltgeldnachfrage zu verwenden und diese Nachfrage als stabil zu erwarten. Insbesondere wird betont, daß man sich unter den Bedingungen flexibler Wechselkurse und systematischer Abweichungen von der Kaufkraftparität der Schwäche dieses Konzeptes bewußt sein sollte. Im zweiten Teil werden einige wenige empirische Ergebnisse vorgelegt. Es zeigt sich, daß die empirische Evidenz die Hypothese einer klar definierten und stabilen Weltgeldnachfrage nicht bestätigt.
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Petoussis, Emmanuel
„Daten der kurzen Frist und Theorien der langen Frist: Tests des monetären Ansatzes der Zahlungsbilanz“
Dieser Aufsatz behandelt die Methodologie des Testens des monetären Ansatzes der Zahlungsbilanz. Die Probleme der üblichen Tests werden darauf zurückgeführt, daß im Rahmen eines kurzfristigen Zusammenhangs langfristige Annahmen zugrunde gelegt werden. Ein umfassenderer analytischer Ansatz wird vorgeschlagen, in dem alle Ursachen von Störungen des Bestandsgleichgewichts des privaten Sektors berücksichtigt werden. Damit wird es möglich, die internationalen Reserven und den heimischen Kredit für empirische Zwecke sinnvoll neu zu definieren. Dieser Ansatz wird in den angemessenen makroökonomischen Modellzusammenhang eingefügt, indem die zugrunde liegenden Anpassungsprozesse als eine Ungleichgewichtsanalyse untersucht werden, die die Rückkoppelung zwischen Geldangebot und Geldnachfrage einbezieht.
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Maußner, Alfred
„Ineffektivität der Wirtschaftspolitik bei "rationalen Erwartungen"? Ein Kommentar mit anderen Argumenten für Bernd-Thomas Rambs These“
In einem vor kurzem in dieser Zeitschrift veröffentlichten Artikel weist Bernd- Thomas Ramb die These als modellspezifisch zurück, bei rationalen Erwartungen hätten antizipierte wirtschaftspolitische Maßnahmen keine realen Effekte (Ineffektivitätshypothese). Rambs Argumentation zielt letztlich darauf ab, daß via Geldschöpfung finanzierte Maßnahmen über Verteilungseffekte relative Preise ändern und damit Produktions- und Beschäftigungseffekte entfalten. Damit trifft Ramb allerdings die Ineffektivitätshypothese nicht, die sich auf nachfrageseitige Maßnahmen im Sinne einer Globalsteuerung erstreckt. Im vorliegenden Beitrag wird Rambs Behauptung durch ein Modell untermauert, das die von den Vertretern der Ineffektivitätshypothese verwendete Güterangebotsfunktion übernimmt. Einige Einwände gegen den gleichgewichtstheoretischen Modellansatz und die daraus ableitbaren Folgerungen stützen des weiteren die Ansicht, die Ineffektivitätshypothese sei nicht per se Ausfluß rationaler Erwartungen, sondern eines speziellen und einfachen Modells, innerhalb dessen Wirtschaftspolitik unnötig und deshalb wirkungslos ist.
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Darrat, Ali F.
„Inflationäre Überraschungen und reale Wirtschaftsaktivität in Westdeutschland: Einige Tests auf der Grundlage von Erwartungen "effizienter Märkte"“
Diese Untersuchung behandelt die empirische Gültigkeit der Hypothese einer um Erwartungen bereinigten Angebotsfunktion (Expectations-Adjusted Supply Function = EASF). Bekanntlich wird in dieser Hypothese behauptet, daß nur die nicht- antizipierte (Überraschungs-)Komponente der Inflation auf den realen Wirtschaftsprozeß übertragen werden kann. Da systematische Stabilisierungspolitik nur wirksam sein kann, wenn das reale Wirtschaftsgeschehen durch systematische (antizipierte) Inflation beeinflußt wird, impliziert die EASF-Hypothese, daß jede Stabilisierungspolitik wirkungslos ist. In Anlehnung an Famas Behauptung, daß kurzfristige Zinssätze effiziente Schätzer der antizipierten Inflation liefern, wird die tatsächliche Inflation in Westdeutschland für den Untersuchungszeitraum 1960:1 bis 1983:3 in eine antizipierte und eine nichtantizipierte Komponente zerlegt. Diese Inflationsmaße werden dann benutzt, um die Gültigkeit der EASF-Hypothese zu testen. Die empirischen Ergebnisse bekräftigen die Hypothese insofern, als nur die nichtantizipierte Inflation einen signifikanten negativen Einfluß auf die Arbeitslosigkeit ausübt. Diese Ergebnisse lassen an der Nützlichkeit systematischer Stabilisierungspolitik für Westdeutschland zweifeln.
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Hauschild, Karsten und Winkelmann, Michael
„Kapitalmarkteffizienz und Point & Figure-Analyse“
Die Point & Figure-Analyse ist eine Chart-Technik. Sie versucht aus vergangenen Kursen Informationen über künftige Kursbewegungen abzuleiten, um damit "den Markt zu schlagen". Hockmann hat als erster eine umfassende Untersuchung über Point & Figure-Charts vorgelegt. In seiner Simulationsstudie sieht er die Point & Figure-Technik bestätigt. Dennoch wurde seine Arbeit kontrovers diskutiert.
Die vorliegende Strategiesimulation zur Point & Figure-Analyse soll weiteren Aufschluß über die Vorteilhaftigkeit dieser Charttechnik und damit über die Gültigkeit der schwachen Effizienzthese für den deutschen Aktienmarkt erbringen. Zuerst werden einige methodische Schwächen in der Arbeit Hockmanns aufgezeigt. Dann werden anhand einer Stichprobe von Aktiengesellschaften aus der Karlsruher Kapitalmarktdatenbank Point & Figure-Strategien simuliert. Die Analyse verschiedener Teilperioden erfährt dabei besondere Beachtung: So werden Gesamtperiode, Teilperioden nach Börsenverfassung und überlappend rollierende Teilperioden unterschieden. Der Erfolg der Point & Figure-Technik erweist sich dabei als stark abhängig von der betrachteten Teilperiode. Die Charttechnik ist einer einfachen Buy & Hold-Strategie vor allem dann überlegen, wenn der Aktienindex stark um ein festes Niveau oszilliert. Ansonsten ist im Regelfall die Buy & Hold-Strategie vorzuziehen. Da ein Anleger die künftige Börsenverfassung aber im voraus nicht kennen kann, erscheint uns eine systematische Überlegenheit der Point & Figure-Technik gegenüber einer Buy & Hold-Strategie als nicht gegeben. Dies ist als Bestätigung der schwachen Effizienzthese anzusehen.
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Caesar, Rolf
„Crowding out in der Bundesrepublik Deutschland: Eine empirische Bestandsaufnahme“
Die Untersuchung gibt einen knappen Überblick über die empirischen Ergebnisse einiger ausgewählter Studien, die für die Bundesrepublik Deutschland zur Frage eines möglichen crowding out in neuerer Zeit angestellt worden sind. Hierbei sind zwei Gruppen von Arbeiten zu unterscheiden: Zum einen Papiere und Kommentare, die sich - vorwiegend auf der Basis plausibler Vermutungen - bemühen, ein Urteil darüber zu fällen, ob crowding out für die Periode seit 1974 tatsächlich konstatiert werden kann oder nicht; zum anderen Simulationsstudien, die mit makroökonomischen Modellen arbeiten und hierüber versuchen, die Größenordnung möglicher crowding out- Effekte abzuschätzen, die ein hypothetischer fiskalischer Impuls nach sich ziehen würde. Innerhalb der ersten Gruppe verneint die Mehrzahl der Autoren nennenswerte crowding out- Effekte für die Zeit seit 1974; nur eine Minderheit ist bereit, ein financial crowding out für den Fall der Bundesrepublik seit 1974 zu akzeptieren. Die makroökonomischen Strukturmodelle arbeiten mit dynamischen Einkommensmultiplikatoren, deren Größe als Indikator für das Ausmaß eines eventuellen crowding out herangezogen wird. Die Resultate der verschiedenen Modelle für die nominalen und realen Multiplikatoren sind allerdings sehr uneinheitlich. Dies gilt vor allem für die realen Multiplikatoren auf längere Sicht, wo die Spannbreite von positiven Effekten der Fiskalpolitik bis zu einem over-crowding out reicht. Ein etwas größerer Grad an Einigkeit ergibt sich bei kurzfristiger Betrachtung, wo überwiegend ein eher optimistisches Fazit gezogen wird. Allerdings ist anzumerken, daß (1) die meisten Modelle vorrangig für kurzfristige Simulationen entwickelt worden sind, (2) die unterschiedlichen Ergebnisse in hohem Maße von den expliziten oder impliziten Annahmen der Modelle abhängig sind und (3) einige Determinanten möglicher crowding out- Effekte außer Betracht bleiben. Schließlich ist (4) zu bedenken, daß negative Resultate nicht unbedingt auf ein ,,fiskalpolitisches crowding out“ hinweisen müssen, sondern daß auch ein allokationspolitisches crowding out“ vorliegen kann.
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