Gebauer, Wolfgang
ECUnomics - Perspektiven einer europäischen Geldverfassung
Bofinger, Peter
Über "ECUnomics" zu einer europäischen Geldverfassung? Kommentar
Bofinger. Peter
Wechselkurstheorien und Wirtschaftspolitik
Wesierski, Brigitte
Konflikte der monetären Steuerung bei flexiblen Wechselkursen
Karmann, Alexander
Monetäre Schätzansätze zur Erfassung der Schattenwirtschaft. Ein Vergleich verschiedener Meßmethoden
Allsbrock, Odgen O.
Rational Expectations and Crowding-Out
Steindl, Frank A.
General Equilibrium Models of Inflation and Interest Rates: Specification Considerations
Kitterer, Wolfgang
Sind Steuern und Staatsverschuldung äquivalente Instrumente zur Finanzierung der Staatsausgaben?
Sauernheimer, Karlhans
„International Trade and Exchange Rates in the Late Eighties”
Hadding, W. und Immenga, U. and others
Festschrift für Winfried Werner zum 65. Geburtstag am 17.Oktober 1984
(Werner Terpitz)
AEI
Integrationskonzepte auf dem Prüfstand. Jahreskolloquium 1982
(Matthias Berger)
Dermine, Jean
Princing Policies of Financial Intermediaries, Studies in Contemporary Economics
(Jürgen von Hagen)
Beckmann, M. und Krelle, W.
Lecture Notes in Economics and Mathematical System
(Martin Klein)
Gebauer, Wolfgang
„ECUnomies - Perspektiven einer europäischen Geldverfassung“
Die Ausarbeitung zielt auf eine im Kern ökonomische Problemanalyse der europäischen Währungseinheit ("ECUnomics"); sie ist konzipiert als überblicksartige Standortbestimmung zu Beginn eines Forschungsprojekts (über die Perspektiven monetärer Integration und Stabilität in Europa) und will daher eher kritische Reaktionen stimulieren als Antworten geben. Gefragt wird nach dem optimalen Zuschnitt einer europäischen Währungsverfassung, einschließlich einer möglichen Rolle der Ecu in einem solchen Konzept. Eine Antwort muß u. a. die internationalen Phänomene Kapitalmobilität und Währungssubstitution explizit berücksichtigen. Die Notwendigkeit einer weiteren monetären Integration in der Europäischen Gemeinschaft auf lange Sicht kann grundsätzlich aus den Implikationen dieser beiden ökonomischen Tatbestände abgeleitet werden; der politische "goodwill" spielt dann eher für die Schnelligkeit und institutionelle Ausgestaltung integrationspolitischer Fortschritte eine Rolle.
Der konkrete Weg zu einer europäischen Geldverfassung wird, in einer ersten und sicherlich unvollständigen Annäherung an die Problematik, in drei Etappen zerlegt. Dabei liegt in der ersten Etappe das Gewicht auf Fortschritten in der monetären Integration, in der zweiten Etappe dagegen auf Fortschritten in der monetären Stabilität (Konvergenz zu Preisstabilität). Die dritte Etappe, zu der im wesentlichen nur Fragen gestellt werden, könnte als eine Art "institutionelle Konsolidierung" der vorher erzielten Integrations- und Stabilitätsfortschritte bezeichnet werden. Hierbei wird zwischen eher internen Fragen (z.B. Einführung und Inflationsgefahren einer EcuParallelwährung) sowie den mehr externen Aspekten (z.B. Ecu als internationale Reservewährung) unterschieden - alles Problemkreise, für die genaue und insbesondere empirisch fundierte Analysen noch ausstehen.
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Bofinger, Peter
„Über "ECUnomics" zu einer europäischen Geldverfassung“
Der Beitrag setzt sich mit einem Forschungsprojekt von Wolfgang Gebauer auseinander, in dem der Weg zu einer europäischen Geldverfassung erörtert werden soll. Es wird gezeigt, daß das "ECUnomies"-Forschungsprogramm zu einseitig an der Europäischen Währungseinheit (ECU) als Eck- und Endpunkt der währungspolitischen Integration ausgerichtet ist und dabei wichtige Optionen des Integrationsprozesses unberücksichtigt läßt.
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Bofinger, Peter
„Wechselkurstheorien und Wirtschaftspolitik“
Die Fehlentwicklung des Dollarkurses in den Jahren 1984 und 1985 hat den Wirtschaftspolitikern - vor allem in den Vereinigten Staaten - sehr deutlich vor Augen geführt, daß sie den Bewegungen der Wechselkurse auch in einem System flexibler Wechselkurse nicht völlig passiv gegenüberstehen können. In der vorliegenden Arbeit werden die gängigen Währungstheorien darauf überprüft, inwieweit sie sich als wirtschaftspolitische Handlungsanweisung zum Abbau oder auch zur Vermeidung eines "misalignment" von Wechselkursen eignen.
Es zeigt sich, daß keine der vorherrschenden Theorien über eine ausreichende empirische Relevanz verfügt, um daraus operationale Handlungsanweisungen für die Währungs- und Wirtschaftspolitik ableiten zu können. Geht man mit einem geringeren Anspruch an die Theorien heran, dann erweist sich der Finanzmarktansatz des Wechselkurses immerhin als eine Orientierungshilfe für die Wirtschaftspolitik, da er die für die Wechselkursdetermination zentralen Faktoren klarer erkennen läßt als alle anderen Modelle. Gleichwohl fehlt es der Währungspolitik heute an einem soliden theoretischen Fundament. Will sie dem "misalignment" einer Währung (also einer mittelfristig mit Fundamentalfaktoren nicht mehr erklärbaren Wechselkursentwicklung - im Gegensatz zu kurzfristigen Abweichungen eines Wechselkurses von einem wie auch immer bestimmten Trend) entgegentreten, so empfehlen sich vor allem Maßnahmen mit Signal- und Ankündigungseffekten, mit denen am ehesten eine Korrektur fehlgeleiteter Wechselkurserwartungen bewirkt werden kann. Vor Zielzonen im Sinne unverbindlicher Absichtserklärungen der Notenbanken ist abzuraten, da damit die Glaubwürdigkeit der Notenbanken aufs Spiel gesetzt werden kann.
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Wesierski, Brigitte
“Konflikte der monetären Steuerung bei flexiblen Wechselkursen”
Seitdem die Deutsche Bundesbank 1980 ihre Geldpolitik erstmals seit Einführung flexibler Wechselkurse deutlich an außenwirtschaftlichen Gegebenheiten orientierte, ist die Diskussion über die außenwirtschaftliche Abhängigkeit der Geldversorgung wieder aufgelebt. Im Mittelpunkt stand dabei die Interventionspolitik, welche zum einen für die binnenwirtschaftliche Geldversorgung und zum anderen für die Wechselkursentwicklung bedeutsam sein kann.
Es wird in dieser Arbeit offenbar, daß die Interventionsaktivitäten in der Bundesrepublik Deutschland auch bei flexiblen Wechselkursen recht lebhaft sind und insbesondere seit 1977/78 einen immer stärkeren Umfang annahmen. Da seit dieser Zeit auch eine beträchtliche Veränderung des Wechselkurses (Dollar) zu verzeichnen war, lag die Vermutung nahe, daß die Geldpolitik der Bundesbank sich wieder stärker an außenwirtschaftlichen Gegebenheiten orientierte. Zu welchen Konsequenzen das führt, zeigen die nachfolgenden Erörterungen: Ausgehend von der theoretischen Erkenntnis, daß eine Devisenmarktintervention ohne Geldmengeneffekt den Wechselkurs nicht dauerhaft beeinflußt, für eine bestimmte Wechselkursveränderung jedoch auch Geldpolitik mittels inländischer Instrumente betrieben werden kann, können Situationen dargestellt werden, die sich in ihrer Konstellation von Konjunkturphase und Wechselkursbewegung als konfliktreich erweisen. Eine antizyklische Geldpolitik, wie sie zumindest ansatzweise auch heute noch zu beobachten ist, kann diesen Konflikten nicht nur nicht begegnen, sondern sie verschärft aufgrund ihrer gleichzeitigen Wirkung auf den Wechselkurs unter Umständen sogar die Konjunkturschwankungen. Vor diesem Hintergrund ist eine mehr verstetigende Geldpolitik zu fordern, die zum Abbau vorhandener Potentiale von Konjunktur- und Wechselkursschwankungen beitragen kann.
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Karmann, Alexander
“Monetäre Schätzansätze zur Erfassung der Schattenwirtschaft - Ein Vergleich verschiedener Methoden”
Das Phänomen der Schattenwirtschaft hat in der Öffentlichkeit reges Interesse auf sich gezogen, wobei vor allem zwei Fragen diskutiert werden: Wie groß ist die Schattenwirtschaft eigentlich, und was ist zu tun? Das Hauptproblem besteht zunächst darin, wie etwas gemessen werden kann, was verborgen ist und damit nicht direkt beobachtet werden kann. Die Meßansätze knüpfen an dem Faktum an, daß die Schattenwirtschaft Spuren in anderen Wirtschaftsbereichen, speziell im monetären Sektor hinterläßt. Dies ist darauf zurückzuführen, daß Transaktionen gewöhnlich über Zahlungsmittel abgewickelt werden.
Zweck des Artikels ist eine stringente Darstellung verschiedener Schätzmethoden mit Hilfe einer axiomatischen Charakterisierung zugrundeliegender Annahmen. Hierdurch wird eine Analyse der Meßansätze hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile ermöglicht, wobei bei den monetären Schätzkonzepten Fragen der pro-Kopf-Geldhaltung von zentraler Bedeutung sind. Auf der Grundlage einer Schätzung möglicher Determinanten und Indikatoren der Schattenwirtschaft werden schließlich einige Folgerungen für die Wirtschaftspolitik gezogen.
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Allsbrock, Odgen O.
„Rationale Erwartungen und Crowding-out“
Dieser Aufsatz formuliert die Geometrie des IS-LM-Modells neu, indem rationale Erwartungen eingeführt werden. In einem solchen Modell bewirkt Geldpolitik Crowding-out, also eine Verdrängung des privaten Sektors. Damit führen die Annahmen von rationalen Erwartungen, expansiver Geldpolitik und verringerter Nachfrage nach Realkasse zu einer Abnahme der Spar- und der Investitionsquote und einer Zunahme der Konsumquote. Es zeigt sich also, daß es eine Nicht-Neutralität des Geldes in bezug auf die Verteilung und Zusammensetzung der Gesamtnachfrage gibt.
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Steindl, Frank A.
„Allgemeine Gleichgewichtsmodelle von Inflationsrate und Zinssätzen: Überlegungen zur Spezifikation“
Bei allgemeinen Gleichgewichtsmodellen wird üblicherweise das Walras'sche Gesetz zugrunde gelegt, um einen Markt zu "eliminieren". Methodologisch gesehen, besteht die Tobin-Patinkin-Methode darin, das entsprechende allgemeine Gleichgewichtsmodell so zu gestalten, daß formal alle Märkte betrachtet werden. In diesem Aufsatz werden vier Gleichgewichtsmodelle der erwarteten Inflationsrate und der realen Zinssätze untersucht, und zwar im Hinblick auf ihre Spezifikation und Konsistenz, wobei das methodologische Verfahren von Tobin-Patinkin verwendet wird.
Es wird gezeigt, daß ein um Preiserwartungen erweitertes Patinkin-Modell, über das der Verfasser früher berichtet hat, konsistent ist. Eine Zunahme der Inflationserwartungen kann einen Anstieg oder ein Sinken des realen Zinses verursachen. Wenn der Fisher-Effekt am Bodenmarkt gilt, muß der reale Zins steigen.
In den Modellen von Mundell, Sargent und Obst-Rasche fehlt der Bondmarkt. Wendet man das methodologische Verfahren von Tobin-Patinkin an und führt einen Bondmarkt ein, der alle Variablen der Güter- und Geldmärkte berücksichtigt, so ergibt sich für keines dieser Modelle ein Gleichgewicht. Das heißt, die Modelle sind inkonsistent, sie sind falsch spezifiziert. Wenn jeder Markt neu spezifiziert wird, indem die Inflationserwartungen als unabhängiger Einflußfaktor einbezogen werden, ergibt sich ein eindeutiges Gleichgewicht für jedes Modell.
Für die neu spezifizierten Modelle von Mundell und Obst-Rasche zeigt sich, daß mit zunehmenden Inflationserwartungen der reale Zinssatz sowohl steigen als auch sinken kann. Sofern der Fisher-Effekt am Bondmarkt gilt, muß der reale Zinssatz steigen. Im neu spezifizierten Sargent-Modell steigt der reale Zinssatz, wenn die Inflationserwartungen steigen.
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Kitterer, Wolfgang
“Sind Steuern und Staatsverschuldung äquivalente Instrumente zur Finanzierung der Staatsausgaben?”
Das Ricardianische Äquivalenztheorem besagt, daß die Staatsverschuldung die gleichen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen hat wie die Finanzierung der Staatsausgaben über Steuern. Es wird zunächst dargelegt, daß mit diesem Theorem bestimmte kreislauftheoretische Implikationen verbunden sind und daß es Vermögensneutralität und Allokationsneutralität der Staatsverschuldung beinhaltet.
An Hand der Grundzüge des von Barro entwickelten Generationen-Modells werden die Berücksichtigung des Interesses zukünftiger Generationen sowie die staatliche und die private Verschuldung als Instrumente für den intertemporalen Transfer von Konsum untersucht. Die Frage, ob mit Hilfe der Staatsverschuldung eine effizientere intertemporale Allokation der Ressourcen möglich ist, weil die privaten Konsumpräferenzen besser berücksichtigt werden können bzw. weil die staatliche Kreditaufnahme aus Kosten- oder Wettbewerbsgründen der privaten Verschuldung vorzuziehen sei, wird - auch im Zusammenhang mit Kapitalmarktunvollkommenheiten - eingehend erörtert.
Ein einfacher empirischer Test mit Hilfe einer Konsumfunktion zeigt, daß das Ricardianische Äquivalenztheorem für die Bundesrepublik nicht bestätigt werden kann
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Sauernheimer, Karlhans
„Konferenz über ,,International Trade and Exchange Rates in the Late Eighties“”
Die Konferenz über „International Trade and Exchange Rates in the Late Eighties“ war gekennzeichnet durch eine ganze Reihe interessanter Beiträge zu theoretischen, wirtschaftspolitischen und empirischen Aspekten von Handel und Wechselkursen. Excellente Überblicksreferate zu Stand und Entwicklungsperspektive der Handelstheorie (Deardorff) und der Wechselkurstheorie (Bransort) führten in die Materie ein. L. Klein diskutierte die Wirkungen einer generellen “import surcharge“, Steinherr fragte nach den Auswirkungen der erwarteten realen $-Abwertung auf die europäischen Länder. Beachtung verdient schließlich auch der Beitrag von Crockett, der Ursachen und Wirkungen realer Wechselkursschwankungen erörtert und „need for surveillance“ durch den JWF sieht.
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