Carlberg, Michael
Makroökonomik der Kapitalmangel-Arbeitslosigkeit
Geisler, Klaus-Dieter
Zur "Kausalität" von Geldmenge und Sozialprodukt
Adolph, Brigitte
Die Existenz einer wirksamen Geldpolitik bei rationalen Erwartungen und starren Güterpreisen
Schöler, Klaus
Preisniveaustabilität durch kompetitive Geldsysteme?
Jüttner, D. Johannes
Public Debt and Asset Preferences
Wondrak, Bernhard
Zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos in Kreditinstituten
Nunnenkamp, Peter
Liberalisierung der Finanzmärkte und Ersparnisbildung in Indonesien
Chalmovsky, Luis Esteban
Der internationale Zahlungsverkehr und die Devisenmärkte in der volkswirtschaftlichen Theorie und in der bankbetrieblichen Praxis
(Hans-Joachim Rottländer)
Wendisch, Patrick
Supply-Side Policy. Theoretische Grundlagen und prozeßpolitische Konsistenz
(Armin Rohde)
Klamer, Arjo
The New Classical Macroeconomics. Conversations with New Classical Economists and Their Opponents
(Werner Lachmann)
Jensen, Michael C. und Smith, Clifford W. Jr. (Hrsg.)
The Modern Theory of Corporate Finance
(Jan Pieter Krahnen)
Carlberg, Michael
„Makroökonomik der Kapitalmangel-Arbeitslosigkeit“
Die Analyse findet im Rahmen einer wachsenden Wirtschaft statt. Die Unternehmen setzen Kapital und Arbeit ein, um ein homogenes Gut zu erzeugen. Das Arbeitsangebot wächst mit einer exogenen Rate. Es herrscht zunächst Vollbeschäftigung. Geht nun die Sparneigung zurück, so wird die Kapitalbildung reduziert. Daraufhin muß der Lohnsatz sinken, sonst droht die Gefahr der Arbeitslosigkeit.
Angenommen, der Lohnsatz ist starr, dann entsteht Kapitalmangel-Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenrate steigt Periode um Periode. Geht die Sparneigung weiter zurück, so beschleunigt sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig verlangsamt sich das Wachstum der Wirtschaft. Grundsätzlich das gleiche Ergebnis erhält man in folgenden Situationen: Erhöhung der öffentlichen Kreditaufnahme, der Staatskäufe oder des Auslandszinses.
hoch
Geisler, Klaus-Dieter
„Zur "Kausalität" von Geldmenge und Sozialprodukt“
Exogenitätstests stellen empirische Verfahren dar, mit denen wechselseitig vermutete Abhängigkeiten zwischen zwei oder einer kleinen Zahl von Variablen auf ihre empirische Richtigkeit überprüf t werden können. Sie gehen von der Überlegung aus, daß die Zukunft nicht die Vergangenheit beeinflussen kann ("post hoc ergo propter hoc"). Die Anwendung und Auswertung von Exogenitätstests ist allerdings nicht unproblematisch.
Trotz zahlreicher Schwierigkeiten sind Exogenitätstests in der letzten Zeit häufig auch für die Bundesrepublik auf die Zusammenhänge zwischen Geldmenge und Einkommensentwicklung angewendet worden, allerdings bisher noch nicht für die Zentralbankgeldmenge, die von der Deutschen Bundesbank als monetäres Zwischenziel verwendet wird, und ebenfalls nicht für geschlossene Zeiträume, in denen eine aktive Geldmengensteuerung von der Deutschen Bundesbank betrieben wurde. Die hier vorgestellten Testergebnisse deuten darauf hin, daß in der Untersuchungsperiode (1973 1984) Schwankungen in der Geldmenge entsprechenden Änderungen im Sozialproduktverlauf vorausgingen und für Prognosen der Sozialproduktentwicklung geeignet waren; die Hypothese eines "umgekehrten" Zusammenhangs konnte in der Mehrzahl der Fälle für diese Stützperiode falsifiziert werden. Weiter abgegrenzte Geldmengenaggregate wie die Zentralbankgeldmenge und M 3 zeigten bei diesen Tests bessere Zwischenzieleignung als die enger definierte Geldmengengröße M 1. Die Geldmenge M 2 scheint demgegenüber nach den hier durchgeführten Untersuchungen als Zwischenzielgröße ungeeignet zu sein.
Die Exogenität der Geldmenge im Sinne einer simplen "monetaristischen" Interpretation des monetären Transmissionsprozesses läßt sich allerdings bei interdependenten ökonomischen Zusammenhängen ohne theoretische Deduktion bzw. ohne Rückgriff auf Strukturmodelle mit weitgehenden a priori-Restriktionen letzten Endes nicht begründen. Von daher sollten die Ergebnisse derartiger Tests als Vorstudien für weitergehende Untersuchungen angesehen werden, aber nicht als Verfahren zur Überprüfung von wirtschaftstheoretischen Konzeptionen.
hoch
Adolph, Brigitte
„Die Existenz einer wirksamen Geldpolitik bei rationalen Erwartungen und starren Güterpreisen“
Im Rahmen eines elementaren Makromodells mit rationalen Erwartungen und starren Güterpreisen wird gezeigt, daß Deflationspolitiken selbst dann einen Rückgang des durchschnittlichen Produktionsniveaus zur Folge haben, wenn ihre Wirkung richtig antizipiert worden ist. Jede systematische Inflationspolitik ist dagegen allokationsneutral.
hoch
Schöler, Klaus
„Preisniveaustabilität durch kompetitive Geldsysteme?”
Ziel des Beitrages ist es, die von Klein und Hayek in die Diskussion eingeführte Forderung nach Abschaffung des staatlichen Geldemissionsmonopols und nach Zulassung im Wettbewerb stehender privater Emissionsbanken einer Überprüfung zu unterziehen. In Abschnitt II werden einige Argumente für und gegen diesen Vorschlag diskutiert, wobei die Zweifel an der Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs zwischen privaten Emissionsbanken überwiegen. In Abschnitt III wird mit Hilfe eines einfachen analytischen Ansatzes die Frage geprüft, ob ein endliches Preisniveau mit der Existenz privater Emissionsbanken vereinbar ist oder ob die Privatisierung der Geldproduktion zu dauerhafter Inflation führt. Im vorgeschlagenen Modellrahmen zeigt sich, daß entweder bestimmte Parameterkonstellationen vorliegen oder aber spezielle Modellversionen gültig sein müssen, damit ein dauerhafter inflationärer Prozeß vermieden wird. Daraus folgt, daß in allen anderen Fällen das mit dem Vorschlag privater Geldproduktion angestrebte Ziel der Preisniveaustabilität nicht erreicht, sondern auf Dauer verfehlt wird.
hoch
Flaig, Gebhard
“Staatsverschuldung und langfristiger Zinssatz in einem Modell effizienter Märkte und rationaler Erwartungen - Eine empirische Untersuchung für die Bundesrepublik Deutschland”
In diesem Aufsatz werden die Determinanten des langfristigen Zinssatzes untersucht. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei die Bedeutung der Staatsverschuldung. Theoretische Grundlage ist die Theorie effizienter Märkte und rationaler Erwartungen, gemäß der nur unerwartete Veränderungen der Zinsbestimmungsfaktoren relevant sind. Für die Generierung der Prognosefehler der erklärenden Variablen Sozialprodukt, Staatsausgaben, Staatsverschuldung, Geldmenge, Inflationsrate und US-Zinssatz werden uni- und multivariate autoregressive Prozesse verwandt. Für den Schätzzeitraum 1969 - 1983 konnte kein signifikantes Einfluß der Staatsverschuldung festgestellt werden. Von Bedeutung sind vor allem die Inflationsrate und der US-Zinssatz.
hoch
Wondrak, Bernhard
„Zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos in Kreditinstituten“
Zur Kontrolle und Steuerung von Zinsänderungsrisiken in Kreditinstituten besteht bislang noch kein einheitlich anerkanntes Konzept. In der Bankpraxis werden die an den Kalkulations- und Planungsrechnungen orientierten Verfahren zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken bevorzugt, während die theoretisch fundierten Modelle (z.B. die Duration-Analyse) wegen zu hoher Komplexität oder realitätsferner Prämissen in der Regel abgelehnt werden. In dieser Arbeit wird gezeigt, daß die Duration-Analyse durchaus zur entscheidungsorientierten Steuerung von Zinsänderungsrisiken in Kreditinstituten eingesetzt werden kann. Nach einer kurzen Darstellung der Kontrolle von Zinsänderungsrisiken in Kreditinstituten mit der Duration-Analyse werden die am häufigsten genannten Kritikpunkte an dieser Verfahrensweise aufgegriffen und relativiert. Einwände gegen die restriktiven Annahmen der Duration-Modelle, wie einheitlicher Marktzins und einmalige Zinsänderung in Form einer Verschiebung der flachen Marktzinskurve, sind bereits in der Literatur durch modifizierte Ansätze entkräftet worden. Der vorliegende Beitrag zeigt, daß auch die an dem speziellen Anwendungsbereich festgemachten Kritikpunkte zu relativieren sind. Zinssatzdifferenzen, die nicht auf Laufzeitunterschieden beruhen, können in einem erweiterten Ansatz adäquat berücksichtigt werden. Variable Zinsänderungsrisiken aus unterschiedlichen (informellen) Zinsbindungsfristen können ohne Modellmodifikationen in der Duration-Analyse erfaßt werden. Entstehen variable Zinsänderungsrisiken durch unterschiedliche aktivische und passivische Zinselastizitäten, so kann diese spezielle Art des Zinsänderungsrisikos auch bei Anwendung der Duration-Analyse über den periodischen Zinsüberschuß bzw. die Eigenkapitalrendite kontrolliert werden. Mit der Kontrolle des Zinsüberschusses als Ergänzung zur Steuerung der Duration-Kennzahl wird die Gefahr eines negativen Zinssaldos in einer Folgeperiode bei einem insgesamt positiven Solvenzeffekt gebannt. Die Duration-Analyse, die auf detaillierte Zinsprognosen völlig verzichten kann, unterstützt insbesondere zahlungsstromorientierte Kalkulations- und Planungssysteme in Kreditinstituten.
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Nunnenkamp, Peter
„Liberalisierung der Finanzmärkte und Ersparnisbildung in Indonesien“
Insbesondere für Entwicklungsländer, die im Ausland bereits hoch verschuldet sind, ist es dringend erforderlich, vermehrt inländische Ersparnisse zu mobilisieren und die Effizienz der heimischen Entwicklungsfinanzierung zu steigern. Augenblicklich scheint eine wachstumsorientierte Anpassung an verschlechterte weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen in vielen Ländern dadurch erschwert zu werden, daß Bedingungen finanzieller Repression vorherrschen. Dies hat zur Folge, daß das Angebot an investierbaren Mitteln unzureichend bleibt und die Sparer sehr kurzfristige Anlageformen bevorzugen.
Die Hypothese, daß eine Liberalisierung der Finanzmärkte die Ersparnisbildung positiv beeinflußt, wird am Beispiel der indonesischen Finanzreform vom Juni 1983 empirisch überprüft. Es wird gezeigt, daß die Geschäftsbanken schnell auf die gewandelten finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagierten, indem sie Anstrengen zur Mobilisierung privater Bankeinlagen unternahmen. Die Auswirkungen verbesserter Zinsanreize auf das Sparverhalten in Indonesien werden mit Hilfe von Trendschätzungen ermittelt. Die Analyse verdeutlicht, daß die Sparer sich bereits auf kurze Sicht anpaßten, indem sie ihre Ersparnisse deutlich zugunsten längerfristiger Termineinlagen umschichteten. Diese Struktureffekte haben die Effizienz der indonesischen Entwicklungsfinanzierung beträchtlich erhöht. Das Niveau der gesamten finanziellen Ersparnisse konnte jedoch noch nicht gesteigert werden. Es gilt deshalb, den finanziellen Liberalisierungskurs fortzusetzen und zu vervollständigen, um die dualistische Struktur der Finanzmärkte in Indonesien auf längere Sicht zu überwinden.
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