Van Horne, James C.
An Inquiry Into Recent Financial Innovations
Dudler, Hermann-Josef
Geldmengenpolitik und Finanzinnovation
Wenzel, H.-Dieter
Öffentliche Kreditaufnahme und Öffentliche Investitionen im Wachstumsgleichgewicht
Diller, Klaus Dieter
Die mittelfristigen Zinserwartungen des Bundes
Assenmacher, Walter
Die Dynamik der Inflations- und Beschäftigungsentwicklung. Eine theoretische und ökonometrische Analyse
Schiemann, Jürgen
Wechselkursstabilisierung durch internationale geldpolitische Kooperation. Kritische Anmerkungen zum McKinnon-Vorschlag
Rieke, Wolfgang
Jahrestagung von IWF und Weltbank 1986
Starbatty, Joachim
Die englischen Klassiker der Nationalökonomie. Erträge der Forschung
(Manfred Borchert)
Grebe, Gerhard
Eine ökonometrische Untersuchung des Geldmarktes der Bundesrepublik Deutschland 1969 – 1979
(Michael Burchardt)
Pütz, Paul und Willgerodt, Hans
Gleiches Recht für Beteiligungskapital. Vorschläge zur Reform von Unternehmensrecht und Kapitalmarkt
(Peter Bofinger)
Langhammer, Rolf J. und Spinager, D.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern
(Manfred Piel)
Van Horne, James C.
„Eine Untersuchung über neue Finanzinnovationen“
Finanzinnovationen entstehen, weil Finanzmärkte ineffizient und unvollständig sind. Finanzinnovationen bewirken über eine Senkung der Kosten der Finanzintermediation eine effizientere Allokation des volkswirtschaftlichen Sparkapitals. (Beispiele: Entwicklung des Eurodollarmarktes mit der Folge sich verengender Zinsmargen sowie das jüngste Phänomen der Securitization). Die Finanzinnovationen verringern auch die Unvollständigkeit von Finanzmärkten, an denen die existierenden Finanzierungsinstrumente nicht alle Bedürfnisse der Marktteilnehmer befriedigen können. An solchen unvollständigen Märkten lassen sich für die Erfüllung solcher Bedürfnisse höhere Preise erzielen als im Wettbewerbsgleichgewicht eines vollständigen Marktes. (Beispiel: Einführung der Zero-Bonds in den Achtziger Jahren).
Finanzinnovationen, die Effizienz und Vollständigkeit von Finanzmärkten nicht steigern, sind ohne ökonomische Substanz. Sie entstehen aufgrund irrationalen Verhaltens oder spekulativer Exzesse der Marktteilnehmer. Nach Ansicht des Verfassers werden sie stets nur eine kurze Lebensdauer am Markt haben können.
Die Ursachen für Ineffizienz und Unvollständigkeit von Finanzmärkten sind zahlreich. Zum Anstoß für Finanzinnovationen wurden insbesondere: die Änderung aufsichtsrechtlicher Vorschriften, steuerrechtliche Änderungen, Änderungen des Niveaus der wirtschaftlichen Aktivität, Zins- und Wechselkursänderungen und der technische Fortschritt, insbesondere in der Kommunikationstechnik.
Nicht hinreichend leicht und kostengünstig abwälzbare, mit der Volatilität von Zinsen und Wechselkursen enorm gestiegene Zinsänderungs- und Währungsrisiken haben zu einer Reihe bedeutender Innovationen geführt. Zins- und Währungs-Swaps, Zinsterminkontrakte und Optionen haben die Möglichkeiten zur Allokation solcher Risiken erheblich erweitert. Die Unterschiede des Hedging mit Zinsterminkontrakten und Optionen werden im Rahmen der Begrenzung von Zinsänderungsrisiken ebenso behandelt wie variabel verzinsliche Anleihen, die mit einer Obergrenze oder einem maximalen Schwankungsbereich des Zinssatzes ausgestattet sind. Mit Hilfe der Optionspreistheorie wird der Wert der Zinsobergrenze für den Schuldner in Abhängigkeit von der Varianz der zukünftigen Zinssätze dargestellt.
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Dudler, Hermann-Josef
„Geldmengenpolitik und Finanzinnovationen“
Das gehäufte Auftreten neuartiger Finanzinstrumente, veränderte finanzielle Verhaltensweisen, nachhaltige Verschiebungen der Wettbewerbsverhältnisse im Kreditgewerbe und die fortschreitende Internationalisierung der Finanzmärkte haben in den von Finanzinnovationen erfaßten Ländern in den letzten Jahren eine planvoll verfahrende Geldmengenpolitik erschwert. Der vorliegende Beitrag untersucht die Bestimmungsgründe des seit der zweiten Hälfte der siebziger Jahre massiert in Erscheinung tretenden finanziellen Innovationsphänomens und dessen Einfluß auf die Schlüsselparameter des geldpolitischen Transmissions- und Kontrollprozesses. Dabei zeigt sich, daß vor allem in Ländern mit angelsächsischen Trennbanksystemen und ursprünglich hoch regulierten Finanzmärkten wichtige Grundrelationen, wie die Zins- und Einkommenselastizität der Geldnachfrage sowie die Zinsreagibilität gesamtwirtschaftlicher Nachfrageaggregate, verschoben wurden und nach wie vor empirisch schwer zu identifizieren sind.
Im Finanzsystem der Bundesrepublik waren schwerwiegende Strukturverschiebungen in neuerer Zeit nicht zu beobachten. Der Verfasser führt dies insbesondere auf das seit jeher breite und auf neue Bedürfnisse elastisch reagierende Angebot an Finanzdienstleistungen durch das Universalbanksystem, die geringere Bedeutung innovationsauslösender gesamtwirtschaftlicher Störungen, die liberalen deutschen Finanzvorschriften und die bisher eher konservativen Präferenzen der Teilnehmer des Finanzmarktes in der Bundesrepublik zurück. Abgesehen von außenwirtschaftlichen Störungen, war es der Deutschen Bundesbank in diesem stabilen finanziellen Umfeld bis in die jüngste Zeit hinein möglich, verläßliche Geldmengenindikatoren zu bestimmen und jährliche Geldmengenziele aus gesamtwirtschaftlichen Eckdaten glaubwürdig abzuleiten und zu realisieren.
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Wenzel, H.-Dieter
„Öffentliche Kreditaufnahme und Öffentliche Investitionen im Wachstumsgleichgewicht “
Im vorliegenden Beitrag wird analysiert, welche Bedeutung Kreditfinanzierung und Investitionsausgaben öffentlicher Haushalte für die Existenz und Stabilität konsummaximaler Gleichgewichtswachstumspfade besitzen.
Dazu werden notwendige und hinreichende Existenz- und Stabilitätssätze abgeleitet. Ein wichtiges Ergebnis ist die Instabilität kreditfinanzierter Wachstumsgleichgewichte, wenn Per-capita-Ausgabenziele verfolgt werden.
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Diller, Klaus Dieter
„Die mittelfristigen Zinserwartungen des Bundes“
Die zukünftige finanzwirtschaftliche Flexibilität eines öffentlichen Haushalts - so auch des Bundes - wird maßgeblich durch den Zinsendienst für aufgenommene Kredite beeinträchtigt. Die Zinsausgaben hängen dabei vom Umfang der Verschuldung einerseits und von den Zinssätzen andererseits ab. Über die Höhe der geplanten Neuverschuldung befindet das Parlament, über die Zinskonditionen allein der Bundesminister der Finanzen. Da der Zinsendienst in der Regel zeitverzögert zu leisten ist, nimmt die Legislative bei der Bewilligung des einjährigen Haushaltsplans keinen Einfluß auf den Umfang der zukünftigen Zinsausgaben; das Parlament erteilt seine Kreditermächtigung im Haushaltsgesetz also ungeachtet der budgetären Wirkungen in den Folgejahren.
Zweifellos muß aber ein berechtigtes parlamentarisches Interesse an einer Information darüber bestehen, zu welchen Konditionen der Bundesfinanzminister seine Neuverschuldung unterzubringen beabsichtigt. Denn die Kenntnis des "Preises" der Kreditaufnahme kann durchaus eine veränderte Einschätzung der Legislative hinsichtlich des Umfangs der zu erteilenden Kreditermächtigung bewirken. Versuche des Parlaments, die Exekutive zu einer Aussage über die von ihr angenommene Entwicklung der Zinskonditionen zu bewegen, blieben jedoch wiederholt erfolglos.
Trotz dieser mangelnden Auskunftsbereitschaft muß das Bundesfinanzministerium mit der Vorlage des fünfjährigen Finanzplans zwangsläufig solche Informationen bereitstellen, aus denen sich die für den Planungszeitraum unterstellte Zinsentwicklung zumindest implizit näherungsweise ableiten läßt. Ein entsprechendes Schätzverfahren wird zu diesem Zweck hier vorgestellt. Da es also möglich ist, die zunächst unbekannten mittelfristigen Zinserwartungen der Exekutive abzuschätzen, spricht wenig dagegen, sie von vornherein zu nennen und damit der Informationspflicht gegenüber dem Parlament zu genügen.
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Assenmacher, Walter
“Die Dynamik der Inflations- und Beschäftigungsentwicklung - Eine theoretische und ökonometrische Analyse”
Die in jüngerer Zeit beobachtbaren Entwicklungen von Inflationsrate und Arbeitslosenquote lassen sich mit dem Phillips-Kurven-Ansatz, in welcher Formulierung auch immer, nur unzureichend erklären. Dies liegt an den Erklärungshypothesen, die vorhandene Abhängigkeiten zwischen Beschäftigung und Inflation und damit die systemimmanente Dynamik beider Größen nur einseitig darstellen.
Um die Interdependenz zwischen Beschäftigung und Inflation zu erfassen, werden eine Preisentwicklungsgleichung und eine Arbeitsmarktreaktionsfunktion in Analogie zur einfachen Phillips-Relation aufgestellt, so daß nach entsprechender Substitution die Beschäftigungsquote die Entwicklung der Inflationsrate bestimmt.
Das gesamtwirtschaftliche Angebot ist in Abhängigkeit der Inflationsrate formuliert. Geeignete, realistische produktions-theoretische Annahmen erlauben es, eine inverse Beziehung zwischen der Veränderung der Beschäftigungsquote und der Inflationsrate aufzustellen. Damit erklärt die Inflationsrate die Veränderung der Beschäftigungsquote.
Die aufgestellten Wechselbeziehungen zwischen den Variablen Inflationsrate und Beschäftigungsquote führen zu einem nichtlinearen Differentialgleichungssystem erster Ordnung, dessen Trajektorien ihre Zeitpfade angeben. In diesem System gibt es neben der Triviallösung nur ein Wertepaar für Beschäftigungsquote und Inflationsrate, das zu einer Konstanz beider Größen über die Zeit führt: Diese Werte sollen daher die natürliche Beschäftigungs- bzw. Arbeitslosenquote und natürliche Inflationsrate heißen; beide sind größer als null. Nur bei gleichzeitiger Realisation der natürlichen Werte befindet sich eine Volkswirtschaft in einem Zustand mit konstanter Inflationsrate und konstanter Arbeitslosenquote. Wegen ihrer Abhängigkeit von den Strukturparametern des Modells können die natürlichen Werte und damit die zugehörigen Integralkurven Veränderungen unterliegen. Solche Verschiebungen zeigen sich in der Empirie durch schleifenförmige Anordnungen der Beobachtungstupel. Die Übereinstimmung der aus dem vorgelegten Modell deduzierten Bewegungsabläufe mit der Realität deutet auf eine empirische Relevanz hin, die auch durch eine ökonometrische Analyse gefestigt wird.
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Schiemann, Jürgen
„Wechselkursstabilisierung durch internationale geldpolitische Kooperation. Kritische Anmerkungen zum McKinnon-Vorschlag“
McKinnon beabsichtigt mit seinem „International Standard for Monetary Stabilization“ über die Steuerung des Weltgeldangebots die Wechselkurse der an einem Festkurssystem mit Zielzonen beteiligten Länder (USA, Japan, Deutschland) inflationsfrei zu stabilisieren. Durch koordinierte unsterilisierte Devisenmarktinterventionen und symmetrisch wirksame Geldmengeneffekte hofft McKinnon, daß bei einer rein außenwirtschaftlich orientierten Geldmengenpolitik die Zinsniveaudifferenzen den notwendigen Impuls für die Stabilisierung der Wechselkurse ermöglichen.
Zahlreiche kritische Einwände lassen dieses vorgeschlagene Festkurssystem als
wenig realisierungswürdig erscheinen. Wie gezeigt werden kann, sind bei Verzicht auf monetäre Autonomie weder die wirklichkeitsfernen Funktions- und Interventionsbeziehungen noch die institutionelle Ausgestaltung dieses Systems mit praktikablen Sanktionsmechanismen geeignet, feste Wechselkurse inflationsfrei zu gewähren. Im übrigen ist das McKinnon-System mit dem Wechselkurs- und Interventionsmechanismus des Europäischen Währungssystems (EWS) unvereinbar.
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Rieke, Wolfgang
„Jahrestagung von IWF und Weltbank 1986“
Die gemeinsame Jahrestagung der Gouverneursräte des Internationalen Währungsfonds (JWF) und der Weltbank fand vom 30. September bis 3. Oktober 1986 in Washington statt. Beherrschende Themen dieser in insgesamt konstruktiver Atmosphäre verlaufenden Konferenz waren die weltwirtschaftliche Lage und die zur Sicherung eines befriedigenden Wirtschaftswachstums und des Abbaus bestehender Ungleichgewichte erforderlichen Wirtschaftspolitiken, die Erörterung der internationalen Verschuldungslage sowie (die bereits im Vorjahr andiskutierten) Vorschläge zu einer verbesserten Funktionsweise des internationalen Währungssystems.
In diesem Zusammenhang wurde insbesondere auch der Nutzen, aber auch die Grenzen von wirtschaftlichen Indikatoren bei den Bemühungen um eine verbesserte Abstimmung der Wirtschaftspolitiken der wichtigsten Länder erörtert. Man war darin weitgehend einig, daß Indikatoren ein nützliches Hilfsmittel sein können, das fortentwickelt werden sollte. Gleichzeitig wurden jedoch auch die Grenzen dieses Instruments hervorgehoben und betont, daß Indikatoren kein mechanischer Auslöser für wirtschaftspolitische Maßnahmen sein dürften.
Die bislang verfolgte, und seit Herbst 1985 im Rahmen der Baker-Initiative
gestärkte Schuldenstrategie wurde im Grundsatz bekräftigt.
Das Exekutivdirektorium des IWF wurde beauftragt, seine Untersuchungen über die Rolle des Sonderziehungsrechts im Weltwährungssystem fortzuführen. Eine - von mehreren Ländern geforderte - Neuzuteilung von SZR fand keine ausreichende Unterstützung.
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