Von Furstenberg, Georg M.
Stock/ Flow Ratios with Money and Debt: What Can Be Learned From the Breakup of Past Relationships in the United States?
Deville, Volker und Gebauer, Wolfgang
Zinssätze und Preisindizes in ECU. Ein Beitrag zur Arithmetik von Währungskörben
Burdekin, Richard C.
Swiss Monetary Policy: Central Bank Independence and Stabilization Goal
Levin, Jay H.
The Simultaneous Determination of Spot and Forward Exchange Rates: An Asset Market Approach
Bockelmann, Horst
Neue Finanzierungsformen aus der Sicht der Notenbanken
Schierenbeck, Henner
Modellanalytische Bilanzstrukturoptimierung
Hölscher, Reinhard
Die Messung bankbetrieblicher Risikokosten unter Berücksichtigung von Risikoverbundeffekten
Rieke, Wolfgang
Jahresversammlung von IWF und Weltbank 1987
Thormählen, Thies
Neues aus dem Reich der Schattenwirtschaft
Milde, Helmut und Monissen, Hans G. (Hrsg.)
Rationale Wirtschaftspolitik in komplexen Gesellschaften. Gérard Gäfgen zum 60. Geburtstag
(Werner Lachmann)
Kleinheyer, Norbert
Die Weiterentwicklung des Europäischen Währungssystems. Überlegungen zur stabilitätsorientierten Ausgestaltung der „zweiten Stufe“
(Peter W. Schlüter)
Schwolgin, Armin
Finanzielle Innovationen und Mindestreservepolitik. Reformvorschläge aufgrund amerikanischer und deutscher Entwicklungen
(Armin Rohde)
Jacob, Adolf-Friedrich
Strategische Planung in Banken
(Heinrich Degenhart)
Dobrovolny, Georg J.
Preis- und Lohndirigismen im Dienste der Stabilisierungspolitik. Kritik der Begründung und Durchführung am Beispiel Großbritannien
(Alois Steiger)
Brunckhorst, Alexander
Internationale Finanzmärkte und die Verschuldung von Entwicklungsländern. Der Beitrag der internationalen Finanzmärkte im Rahmen alternativer Ansätze zur Bewältigung der Verschuldensproblematik von Entwicklungsländern
(Lukas Menkhoff)
Dombret, Andreas R.
Die Verbriefung als innovative Finanzierungstechnik. Strategien der Securitization am Geld- und Kapitalmarkt aus der Sicht internationaler Großbanken.
(Matthias Krah)
Gladen, Werner
Gebührenpolitik im Privatgiroverkehr der Kreditinstitute
(Reinhard H. Schmidt)
Von Furstenberg, Georg M.
„Bestands-Strom-Beziehungen von Geld und Verschuldung: Was kann aus dem Zusammenbruch vergangener empirischer Beziehungen in den Vereinigten Staaten gelernt werden?“
Wegen der in der Vergangenheit offenbar stabilen Umlaufgeschwindigkeitsrelationen machten namhafte Wirtschaftswissenschaftler zu Beginn dieses Jahrzehnts starke Aussagen über die Kontrollierbarkeit des nominalen Bruttosozialprodukts (BSP) mit Hilfe von Finanzaktiva-Beständen. Erst 1983 popularisierte Milton Friedman die Funktion, die das Verhalten der Umlauf Geschwindigkeit von M 1 über die Phasen des Konjunkturzyklus zu erklären schien (wobei M 1 zwei Quartale früher als das BSP gemessen wurde). Er benutzte diese Funktion, um sich mit großem Selbstvertrauen über die Politik und die Aussichten aufzuregen. Etwa zur selben Zeit begann Benjamin Friedman, ein Aggregat von Verbindlichkeiten vorzustellen, das definiert war als gesamte Kreditmarktverschuldung aller heimischen (privaten und staatlichen) nichtfinanziellen Sektoren. Er zeigte, daß dieses Schuldenkonzept mindestens in so enger Relation zum BSP stand wie die Geldmenge, die üblicherweise in Umlaufgeschwindigkeitsbeziehungen berücksichtigt wird. Tatsächlich hatte das Verhältnis zwischen Schulden und BSP während früherer Jahrzehnte nahezu keinen Trend aufgewiesen und zeigte nur geringe Schwankungen. Diese sowie weitere Vorzüge überzeugten Benjamin Friedman, die Gesamtverschuldung als zusätzliches Zwischenziel zur Geldmenge zu empfehlen.
Während sich Geldmenge und Verschuldung so eng zusammen entwickelt haben wie schon in früheren Jahrzehnten, hat sich demgegenüber alles andere verändert. Ende 1986 wichen die BSP-Geschwindigkeiten der Geldmenge und der Verschuldung um 18 bis 32 Standardabweichungen von dem Pfad ab, den die beiden Friedmans extrapoliert hätten, wenn sie von den Relationen der Jahre 1972 - 1982 ausgegangen wären, auf die man sich noch vor wenigen Jahren verlassen hatte. Dieser Artikel versucht zu bestimmen, was denn eigentlich das Vertrauen in die Gültigkeit dieser Bestands-Strom-Beziehungen für Prognosen verursacht hat, wenn man von dem "empirischen" Argument absieht, daß "sofern eine Regel (oder Verhaltensweise) in der Vergangenheit immer gestimmt hat, es sicherlich vernünftig ist, anzunehmen, daß dies auch in der Zukunft so sein wird."
hoch
Deville, Volker und Gebauer, Wolfgang
„Zinssätze und Preisindizes in ECU - Ein Beitrag zur Arithmetik von Währungskörben“
Es wird gezeigt, wie die ECU-Zinssätze durch Erwartungen zukünftiger Korbgewichte und durch politische Einflüsse bestimmt werden. Das hier vorgestellte Modell ergibt höhere Zinssätze als der gewichtete Durchschnitt der nationalen Zinssätze, der bisher als theoretischer ECU-Zinssatz angesehen wurde; es erklärt die Marktzinssätze besser. Außerdem wird ein ECU-Preisindexes (für die Lebenshaltung) konstruiert, wobei die sich ändernden Korbgewichte berücksichtigt werden. Damit lassen sich ECU-Inflationsraten und ECU-Realzinsen berechnen.
hoch
Burdekin, Richard C.
„Die Geldpolitik der Schweiz: die Unabhängigkeit der Zentralbank und ihre Stabilisierungsziele“
Von allen Zentralbanken der Welt erfreut sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) wohl der größten Autonomie. Im Rahmen der OECD-Länder lag die Schweiz während der Periode 1960 - 83 in bezug auf die Inflationsrate an zweiter Stelle hinter der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Aufsatz versucht, eine objektive Analyse der Geldpolitik der Schweiz vorzulegen, die die vorhandenen Untersuchungen über die autonomen Zentralbanken in den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland ergänzen soll. Die besondere Bedeutung des Ziels der Preisstabilität wird im Zusammenhang mit Zielen wirtschaftlicher Stabilisierung beurteilt, und zwar mit Hilfe eines Reaktionsfunktions-Ansatzes, wobei die Wachstumsrate der schweizerischen Geldbasis die abhängige Variable bildet. Nach den ökonometrischen Ergebnissen vierteljährlicher Daten für den Zeitraum von 1966:2 bis 1983:4 ergeben sich als signifikant erklärende Variablen: die Höhe des Bundeshaushalts, staatliche Ausgaben, die Inflationsrate und der Wechselkurs des Schweizer Franken gegenüber der Deutschen Mark. Die Quantifizierung einer antizyklischen Reaktion der SNB auf die Inflation ist ein besonders eindeutiges Ergebnis. Ferner lassen die Resultate den Schluß zu, daß Schwankungen im Bundeshaushalt tendenziell durch die Politik der SNB ausgeglichen werden. Ebenso wie die Bedeutung des Ziels der Preisstabilität stellt die offenbare Reaktion der SNB auf die Fiskalpolitik eine Verhaltensweise dar, die die formale Unabhängigkeit der SNB unterstützt.
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Levin, Jay H.
„Simultane Wechselkursbestimmung an Kassa- und Terminmärkten: Ein Aktivamarkt-Ansatz“
Dieser Aufsatz will die moderne Theorie der Terminkurse in den Aktivamarkt-Ansatz der Wechselkursbestimmung integrieren, und zwar unter Bedingungen unvollständiger Substituierbarkeit von inländischen durch ausländische Wertpapiere. Eine solche Synthese ermöglicht eine simultane Bestimmung der Kassa- und Terminkurse einer Währung in einem System flexibler Wechselkurse für gegebene Erwartungen über das Wechselkursniveau. Auf diese Weise können die kurzfristigen (oder "unmittelbaren") Wirkungen verschiedener exogener Störungen, einschließlich staatlicher Interventionen an den Devisenmärkten, auf die Wechselkurse analysiert werden. Auch können in diesem Zusammenhang die Grenzfälle risiko-neutraler Spekulationen und Arbitrage betrachtet werden.
Als wichtigste Ergebnisse wären zu nennen: Erstens, neue Informationen, die die Erwartungen über die zukünftigen Kassakurse ändern, führen zu proportionalen Änderungen der Kassa- und Terminkurse, unabhängig von dem Grad der Risikoaversion bei Spekulation und Arbitrage. Zweitens, eine Zunahme der ungedeckten Zinsdifferenz zugunsten des Inlands, etwa aufgrund einer heimischen Offenmarktoperation, läßt den Terminkurs unverändert (bei unveränderten Wechselkurserwartungen), aber verursacht einen Fall des Kassakurses der ausländischen Währung. Das Ergebnis ist ein exakt ausgleichender Anstieg des Swapsatzes. Schließlich führen staatliche Interventionen an den Kassa- und Terminmärkten zu gleichlaufenden Bewegungen der Kassa- und Terminkurse, solange die Spekulanten risikoscheu sind. Allerdings haben Terminmarktinterventionen keinen Einfluß auf die Wechselkurse, sofern die Spekulanten risikoscheu sind. Wenn auch die Arbitrageure risikoneutral sind, haben Interventionen am Kassamarkt keine Wechselkurswirkung. Dennoch führen nichtsterilisierte Interventionen am Kassamarkt immer zu Änderungen des Kassakurses, und zwar wegen ihrer Wirkung auf das heimische Zinsniveau.
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Bockelmann, Horst
„Neue Finanzierungsformen aus der Sicht der Notenbanken“
Für die Zentralbanken sind die neuen Entwicklungen an den Finanzmärkten eine Herausforderung in mehrfacher Hinsicht. Man kann unterscheiden zwischen einem Informationsaspekt, einem Überwachungsaspekt, einem Systemaspekt und dem Aspekt der Wirksamkeit der Geldpolitik. Der Systemaspekt baut auf dem Überwachungsaspekt auf. Wenn die Bankenaufsicht sicherstellt, daß den einzelnen Banken nichts passiert, kann, so müßte man meinen, auch dem System nichts passieren. Doch können sich Schwierigkeiten aus dem System ergeben, denen eine in erster Linie einzelwirtschaftlich orientierte Bankenaufsicht ziemlich ratlos gegenüberstünde.
Finanzinnovationen bedrohen die Wirksamkeit der Geldpolitik einmal dadurch, daß der Reservebedarf in Frage gestellt wird, wenn etwa alte Geldformen von neuen verdrängt werden, für die keine Mindestreservevorschriften bestehen. Vielleicht noch empfindlicher kann die Notenbank in ihrer Zielvorstellung durch Verlagerungen im Geldschöpfungsprozeß getroffen werden. Aber die Fähigkeit der Notenbanken, die Bedingungen zu setzen, zu denen sie Zentralbankguthaben verfügbar machen, ist durch Finanzinnovationen nicht in Frage gestellt. Man mag allerdings fragen, was diese Fähigkeit noch bewirken kann, wenn der Reservebedarf in Frage gestellt ist und die Notenbank ihre Zielvorstellung eingebüßt hat. Dazu ist zu sagen, daß es die ureigenste Aufgabe der Notenbank ist, ihr Instrumentarium so zu gestalten, daß ein vorhersehbarer Reservebedarf entsteht. Genauso gehört es zur Aufgabe der Notenbank, den Zusammenhang zwischen monetären Entwicklungen und den eigentlichen Zielen der Wirtschaftspolitik so zu analysieren, daß es ihr gelingt, den eigentlichen Zielen der Wirtschaftspolitik nahezukommen. Daneben haben die Finanzinnovationen die Tendenz, den Spielraum für autonome nationale Geldpolitik einzuengen. Die Antwort darauf scheint auf der Hand zu liegen: bessere internationale Koordinierung der Wirtschaftspolitik. Man kann nicht eine Internationalisierung der Finanzmärkte in großem Stil hinnehmen oder aktiv betreiben und meinen, das brauche für die nationale Geldpolitik keine Konsequenzen zu haben.
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Schierenbeck, Henner
“Modellanalytische Bilanzstrukturoptimierung”
Ausgehend vorn Konzept des Bilanzstruktur-Managements und aufbauend auf der Marktzinsmethode wurde ein lineares Programmierungsmodell zur rentabilitäts- und risikopolitischen Optimierung der Bilanzstruktur entwickelt. In den einzelnen vorgestellten Modellansätzen wurde die Wirkung der Risikostrukturkennzahlen auf die optimale Bilanzstruktur und auf den Zinsüberschuß bei Veränderung der für das Kreditinstitut relevanten Rahmenbedingungen sichtbar gemacht. Trotz vereinfachender Prämissen verdeutlichen die Ergebnisse des Modells die prinzipielle Notwendigkeit einer simultanen Bilanzstrukturplanung.
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Hölscher, Reinhard
„Die Messung bankbetrieblicher Risikokosten unter Berücksichtigung von Risikoverbundeffekten“
Der vorliegende Beitrag zielte auf die Quantifizierung der aus den bankbetrieblieben Risiken hervorgehenden, ertragsmäßigen Konsequenzen ab. Um die Erfolgswirkungen systematisch ableiten zu können, wurden dabei zunächst die Risikoarten isoliert betrachtet. Das Ausfallrisiko konnte in Abhängigkeit von den Kapital- und Zinsausfallraten und das Zinsänderungsrisiko unter Beachtung des Elastizitätsungleichgewichts und der erwarteten Zinsniveauveränderung quantifiziert werden. Die Messung des Kursänderungsrisikos erfolgte daneben im Hinblick auf die währungsbezogenen Überhänge und die Devisenkursanpassungen.
Nach der isolierten Messung wurden die Risikoarten zusammenfassend analysiert. Es wurde untersucht, welche Konsequenzen mit dem gemeinsamen Auftreten der verschiedenen Risiken verbunden sind. Dabei stellte sich heraus, daß die Summe der isoliert quantifizierten Erfolgsrisiken nicht mit dem effektiven Gesamtrisiko übereinstimmt. Es konnten vielmehr aus dem gleichzeitigen Auftreten der Risiken hervorgehende Verbundeffekte identifiziert werden. Bei der Zusammenfassung des Ausfall und des Zinsänderungsrisikos resultieren sie daraus, daß auch die Zinsänderung dem Ausfallrisiko unterliegt. Innerhalb des Ausfall- und des Kursänderungsrisikos entstehen Verbundeffekte aus der nicht doppelt zu erfassenden Abschreibung (bei einer Aufwertung). In bezug auf das Zins- und das Kursänderungsrisiko gehen sie aus den Kursrisiken der Zinsänderungen hervor. Obwohl rein abbildungstechnisch die Verbundeffekte jeweils jeder Risikoart zugeordnet werden können, zeigte sich unter Steuerungsaspekten darüber hinaus, daß die mit Engagements in Inlandswährung verbundenen Interdependenzen sinnvollerweise dem Zinsänderungsrisiko und die aus Fremdwährungsgeschäften hervorgehenden Verbundeffekte dem Kursänderungsrisiko zugeordnet werden sollten. Zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos ist daher eine Orientierung an den effektiven Zinselastizitäten, zur Steuerung des Kursänderungsrisikos eine Ausrichtung auf die tatsächlich abzusichernden Beträge erforderlich.
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Rieke, Wolfgnag
„Jahresversammlung von IWF und Weltbank 1987“
Beherrschung der internationalen Schuldenkrise, Bemühen um Dollarkursstabilisierung, Abbau der außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte, Sicherung inflationsfreien Wirtschaftswachstums, Gewährleistung eines ausreichenden Ressourcentransfers in die Entwicklungsländer, die künftige Rolle der Bretton Woods-Institute waren die herausragenden Themen, mit denen sich die Teilnehmer der gemeinsamen Jahrestagung IWF und Weltbank vom 29. September bis 1. Oktober 1987 in Washington konfrontiert sahen.
Der Geschäftsführende Direktor des IWF, Camdessus, sprach sich für eine Aufstockung der „Strukturellen Anpassungsfazilität“ (SAF) aus, unterstrich die Notwendigkeit einer substantiellen Aufstockung der IWF-Quoten und plädierte für eine Investierung der Bemühungen um ein besseres Funktionieren des Internationalen Währungssystems. Die Bereitschaft der Weltbank, eine dynamische Rolle bei der Förderung wirtschaftlichen Wachstums und im Kampf gegen die Armut zu übernehmen, betonte Weltbankpräsident Conable. In der Diskussion um eine bessere internationale Koordination bekräftigten die Gouverneure der Industrieländer die Bereitschaft, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Bei den Vertretern der Entwicklungsländer nahmen Klagen über Mängel im weltwirtschaftlichen Umfeld, unzureichenden Zugang zu den Märkten der Industrieländer und teilweise völlig ausbleibende Kapitalzuflüsse breiten Raum ein.
Bei den Erörterungen um die internationale Verschuldung wurden von den Vertretern der Entwicklungsländer verschiedene Lösungsmöglichkeiten vorgetragen; allgemeiner Schuldenerlaß, wie von mancher Seite gefordert, wurde nicht akzeptiert.
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