Goodhart, Charles A. E.
The Political Economy of Monetary Policy Decisions
Wagner, Helmut
Soll die Bundesbank eine nominelle BSP-Regelpolitik betreiben?
Müller, Anton P.
Internationale Determinanten der Geldpolitik
Sijben, Jac. J.
Financial Innovations, Monetary Policy and Financial Stability
Fuhrmann, Wilfried
Die Theorie rationaler Erwartungen: Das Ende der Konjunkturpolitik?
Knoester, Anthonie
Pigou and Buffer Effects in Monetary Economics
Rolfes, Bernd und Krämer, Christoph
Erfolgsorientierte Steuerung marktbezogener Organisationseinheiten in Kreditinstituten
Dobrovolny, Georg J.
Zur Aussagekraft der Angaben über den Schuldendienst
Binmore, Ken und Dasgupta, Parta (Hrsg.)
Economic Organizations as Games
(Werner Güth)
Jander, Sigurd
Der Einfluß der Geldpolitik auf die Kapitalmarktentwicklung
(Adalbert Palm)
Hartwig, Karl-Hans
Monetäre Steuerungsprobleme in sozialistischen Planwirtschaften
(Adam Zwass)
Gowland, David
Money Inflation and Unemployment. The Role of Money in the Economy
(Werner Lachmann)
Goodhart, Charles A. E.
„Die politische Ökonomie geldpolitischer Entscheidungen“
Mayer (1987) behauptet, daß eine Zentralnotenbank diskretionäre Geldpolitik nicht effizient durchfuhrt, und zwar aufgrund "des politischen Drucks, des Eigeninteresses der Notenbank und des Potentials für X-Ineffizienz". Dieser polit-ökonomische Ansatz kann erhellend sein, aber Mayer setzt sich nicht eingehend genug mit der Art solcher politischen Zwänge auseinander. Eine Ursache für politischen Druck kann der Wille der Mehrheit (ärmerer Arbeiter) sein, Vermögen zu Lasten der Reichen umzuverteilen. Nach meiner persönlichen Erfahrung sind die Theorien des "Eigeninteresses" und der "X-Ineffizienz" zu verwerfen. Ich würde Problemen der Zeitinkonsistenz mehr Gewicht beimessen, als Mayer es tut.
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Wagner, Helmut
„Soll die Bundesbank eine nominelle BSP-Regelpolitik betreiben?“
Der Aufsatz beschäftigt sich mit einem Vorschlag, der in den letzten Jahren international große Beachtung gefunden hat. Nach diesem Vorschlag soll ein nominelles Bruttosozialprodukt (BSP) oder seine Wachstumsrate als Zielgröße festgelegt und über Geldmengenanpassungen stabilisiert werden. Nach einer Einleitung wird in Teil II die nominelle BSP-Regel mit der Friedman-Regel verglichen im Rahmen eines einfachen stochastischen Makro-Gleichgewichtsmodells einer geschlossenen Wirtschaft mit rationalen Erwartungen. Das Ergebnis ist dort, daß eine nominelle BSP-Regel einer Friedman-Regel dann überlegen ist, wenn die Elastizität der Gütemachfrage in Bezug auf die reale Geldmenge größer als eins ist. In Teil III wird untersucht, inwieweit sich dieses Ergebnis verändert bei Veränderungen der Modellstruktur. Unter Bezugnahme auf die Ergebnisse neuerer Arbeiten wird dargestellt, wie insbesondere die Berücksichtigung von Inflationserwartungen, von längerfristigen Schockwirkungen, von verschiedenen Informationsannahmen sowie von Wirkungsverzögerungen der Geldpolitik das Überlegenheitskriterium verändert. In Teil IV wird eine Argumentation dargestellt und analysiert, nach der die Einführung einer nominellen BSP-Regel die Gefahr von Stagflation verringert, da sie wie behauptet Kooperationslösungen begünstigt. In Teil V wird untersucht, ob die durch eine Regelpolitik erhoffte Stabilisierung der Erwartungen verträglich ist mit der von den meisten Vertretern einer nominellen BSP-Regel befürworteten Einbeziehung diskretionärer Abweichungen im Falle unvorhergesehener Kontingenzen. Eine solche Einbeziehung wird heute häufig abgelehnt unter Bezugnahme auf die Theorie "dynamischer Inkonsistenz" von Politik. Der Kern dieser Theorie wird in Teil V dargestellt. Demgegenüber wird in Teil VI das Konzept eines Trade-offs zwischen Glaubwürdigkeit und Flexibilität entwickelt. Teil VII enthält ein Resümée.
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Müller, Anton P.
„Internationale Determinanten der Geldpolitik“
Ausgehend von einem um das internationale Zinsniveau erweiterten Fleming-Mundell-Modell wird gezeigt, welche Anpassungsprobleme als Folge der Geld- und Fiskalpolitik der währungspolitisch dominierenden Volkswirtschaft auftreten. Bei einem policy-mix aus expansiver Fiskal- und restriktiver Geldpolitik bedingt die Erhöhung des Weltzinsniveaus, daß Volkswirtschaften mit nachfrageelastischer Exportstruktur durch eine restriktiv ausgerichtete Geldpolitik die vom Anstieg des Zinsniveaus ausgehenden wachstumsdämpfenden Effekte durch erhöhte Nettoexporte kompensieren können, während Volkswirtschaften mit unelastischer Exportstruktur diese Anpassungsmöglichkeit nicht offensteht, wobei eine expansiv orientierte Geldpolitik in diesen Ländern die Ungleichgewichte noch verschärft.
Die Anwendung dieses Modells auf die amerikanische Wirtschaftspolitik der 80er Jahre liefert einen konsistenten Erklärungsansatz für die weltwirtschaftlichen Entwicklungen während dieses Zeitraums und führt zur Empfehlung, in den kommenden Jahren den Schwerpunkt des wirtschaftspolitischen Mitteleinsatzes von der Geld- zur Fiskal- bzw. Ordnungspolitik zu verlagern.
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Sijben, Jac. J.
“Finanzinnovationen, Geldpolitik und finanzielle Stabilität”
Seit Mitte der siebziger Jahre ist in den wichtigsten Industrieländern eine Vielzahl von Finanzinnovationen entstanden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Haupttrends auf diesem Gebiet. Zunächst werden die Charakteristika der Kapitalsammelstellen und ihre Aktivitäten an den Finanzmärkten betrachtet, und es wird auf die fließenden Grenzen zwischen den verschiedenen Arten von Finanzierungsinstituten eingegangen. Anschließend werden die Ursachen und treibenden Kräfte von Finanzinnovationen analysiert wie Deregulierung der Finanzmärkte, Unsicherheit über die monetäre Entwicklung, Internationalisierung der Finanzmärkte und Informationstechnologie. Der folgende Abschnitt gibt eine Übersicht über die Phänomene der Desintermediation, der Securitisation und bilanzunwirksamer Geschäfte, die mit dem zunehmenden Trend im Bank- und Finanzwesen zu einer Umwandlung von Aktiva und Passiva in marktfähige Papiere zusammenhängen. Das Tempo der Entwicklung von Finanzinnovationen und die damit verbundenen Änderungen in der Funktionsweise der Finanzmärkte wirkt sich erheblich auf den Entwurf und die Durchführung der Geldpolitik aus. In diesem Zusammenhang wird die Eignung der herkömmlichen Geldmengenabgrenzungen behandelt sowie der Einfluß der gegenwärtigen Innovationswelle auf den Geldangebotsprozeß, auf die Stabilität der Geldnachfragefunktion und auf den Transmissionsmechanismus der Geldpolitik. Während der letzten Jahre hat die Internationalisierung der Finanzmärkte zweifellos dazu geführt, daß der Wechselkurs für die Transmission geldpolitischer Impulse an Bedeutung gewonnen hat, vor allem in kleinen, offenen Volkswirtschaften. Zum Schluß werden einige Bemerkungen zu den Aufgaben der Zentralnotenbanken als Aufsichtsorgane im Hinblick auf die Erhaltung der Stabilität und der Funktionsfähigkeit des gesamten Finanzsystems gemacht. Es wird immer wichtiger, die Bankenaufsicht international zu koordinieren und zu harmonisieren.
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Fuhrmann, Wilfried
“Die Theorie rationaler Erwartungen: Das Ende der Konjunkturpolitik?”
Entgegen der allgemeinen Auffassung, daß aufgrund rationaler Erwartungsbildung eine Konjunkturpolitik obsolet geworden ist, zeigt dieser Survey, daß nicht einmal die Neue Klassische Makroökonomik (NKM) generell eine aggregative Outputwirkungslosigkeit einer vorhersehbaren Geld- und Fiskalpolitik anzeigt. Hierzu ist eine Vielzahl weiterer Annahmen erforderlich. Die Crux des Keynesianismus, der im monetären Bereich viele Gemeinsamkeiten mit der NKM aufweist, liegt in der lange Zeit dominierenden Hydraulik. Für eine kalendarische Zeit aussagefähige Analysen unter Berücksichtigung von Struktur- und Verteilungseffekten sowie der Charakteristika einer Geldwirtschaft sind erst noch zu erstellen. "The difficulty lies, not in the new ideas, but in escaping from the old ones, which ramify, for those brought up as most of us have been, into every corner of our minds" (J. M. Keynes, 1936, Preface, p.xxiii). Dieses ist heute auch, wie die Neue Klassische Makroökonomik zeigt, die Botschaft an keynesianische Mechaniker.
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Knoester, Anthonie
„Pigou-Effekte und Buffer-Effekte in der Geldtheorie“
Dieser Aufsatz behandelt die beiden Hauptrichtungen der Geldtheorie in bezug auf die Verbindung zwischen Geldmenge und realen Aggregaten. Eine direkte Verbindung wurde erstmals von Pigou im Jahre 1943 als Alternative zu der indirekten Verbindung des keynesianischen IS-LM-Modells erarbeitet. Es wird gezeigt, wie dieser Pigou-Effekt in der Nachkriegszeit analytisch behandelt und kritisiert wurde. Und es wird behauptet, daß seine größte Schwäche in der Annahme eines monetären Gleichgewichts liegt. Weiter wird die Auffassung vertreten, daß die moderne Ungleichgewichtstheorie eine weitaus bessere Begründung für eine direkte Verbindung zwischen Geldmenge und realen Aggregaten bietet. Eine solche Verbindung - als Buffer-Effekt bezeichnet - paßt gut zu der ständig wachsenden ökonomischen Literatur über den sogenannten Buffer-stock-Ansatz des Geldes.
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Rolfes, Bernd und Krämer, Christoph
„Erfolgsorientierte Steuerung marktbezogener Organisationseinheiten in Kreditinstituten“
Auf dem Markt für Bankleistungen vollziehen sich gegenwärtig erhebliche Strukturveränderungen, deren negative Auswirkungen auf Wachstum, Rentabilität und Sicherheit des Bankgeschäftes letztlich nur über Qualität und Darbietung des Produktangebotes begegnet werden kann. Zunehmend verkörpert dabei der einzelne Mitarbeiter im Kundenkontakt das entscheidende Element einer markt- und doch zugleich ertragsorientierten Bankpolitik.
Als Konzept der erfolgsorientierten Steuerung marktbezogener Organisationseinheiten verfolgt gerade die Profit-Center-Steuerung das Ziel, über ein verbessertes und objektiviertes Anreizsystem die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu steigern und ihre Aktivitäten im Hinblick auf das bankbetriebliche Zielsystem zu koordinieren.
Unter Berücksichtigung organisatorischer Belange sind daher zunächst im Licht moderner Kalkulationsverfahren für den Wert- und Betriebsbereich die Anforderungen an einen geeigneten Erfolgsmaßstab abzuleiten. Anhand einer profit-centerorientierten Deckungsbeitragsrechnung wird sodann aufgezeigt, wie die Erfolgsbeiträge einzelner gewinnverantwortlicher Markteinheiten verursachungsgerecht zu ermitteln sind. Erst die Integration dieses eindimensionalen Erfolgsmaßstabes in das umfassende Steuerungsinstrumentarium des Bank-Controlling verspricht jedoch letztlich den gewünschten Effekt: die erfolgreiche Bewältigung struktureller Veränderungen im Kreditgewerbe.
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Dobrovolny, Georg J.
„Zur Aussagekraft der Angaben über den Schuldendienst“
Die Forderungen einiger Schuldnerländer wie z. B. Brasilien oder Peru nach einer Reduktion ihres Schuldendienstes ließ sich bisher nicht eindeutig interpretieren, weil über den bisher geleisteten selbstfinanzierten Schuldendienst (SD) keine Transparenz besteht. Die Debt Service Ratio wird weder eindeutig definiert, noch wird zwischen Soll-Ist-SD unterschieden. Um internationale Quervergleiche über die selbsterarbeiteten SD-Leistungen auf eine gemeinsame Basis zu stellen, schlägt der Autor vor, das erarbeitete Cash-Flow als Bezugsgröße zur Berechnung des Ist-Schuldendienstes zu benutzen. Dies böte zugleich einen Anhaltspunkt für die Interpretation der oben erwähnten Forderung.
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