Konrad, Anton
Reale Wechselkurse, Leistungsbilanz und Wachstum
Fausten, Dietrich K.
A Note on External Adjustment
Baade, Robert A. und Natzmi, Nader
Current Substitution and Money Demand in the United States, West Germany and Japan
Klump, Rainer
Der Dollar als internationale Schlüsselwährung. Ursachen und Perspektiven
Bühler, Wolfgang und Herzog, Walter
Die Duration - eine geeignete Kennzahl für die Steuerung von Zinsänderungsrisiken in Kreditinstituten? (Teil I)
Hölscher, Reinhold
Risikokosten-Management in Kreditinstituten: Ein integratives Modell zur Messung und ertragsorientierten Steuerung der bankbetrieblichen Erfolgsrisiken
(Elke Büsselmann)
Kersch, Annette
Wechselkursrisiken, internationaler Handel und Direktinvestitionen
(Lukas Menkhoff)
Konrad, Anton
„Reale Wechselkurse, Leistungsbilanz und Wachstum“
Neuere Strom-Bestandsmodelle führten zu der sogenannten Akzelerationshypothese, nach welcher ein Leistungsbilanzüberschuß solange mit einer Höherbewertung der Währung bzw. ein Defizit solange mit einem Abwärtsfloaten verbunden ist, bis die Leistungsbilanz wieder ausgeglichen ist. Im Rahmen einer wachsenden Wirtschaft steigt jedoch zusammen mit anderen Aktiva auch die Nachfrage nach Auslandsanlagen (bzw. die Bereitschaft zur Auslandsverschuldung). Dies wirkt dem Ausgleichsmechanismus über die Wechselkurse entgegen und kann sogar dazu führen, daß die Wechselkursbewegungen die Leistungsbilanzsalden noch vergrößern. Auf längere Sicht können jedoch Risikoerwägungen den Kapitalstrom zum Versiegen bringen und damit auch einen Leistungsbilanzausgleich erzwingen.
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Fausten, Dietrich K.
„Über externe Anpassung“
Wechselkurse werden durch das Zusammenspiel von Finanz- und Realsektor der Volkswirtschaft bestimmt. Eine aussagefähige Erklärung des Verhaltens von Zahlungsbilanz oder Wechselkurs läßt sich wahrscheinlich kaum erreichen, wenn man sich einseitig entweder mit Aktivamärkten oder mit Gütermärkten beschäftigt. Um die Implikationen dieser wechselseitigen Abhängigkeit für das Anpassungsverhalten in der kurzen Frist zu untersuchen, werden Portfolios betrachtet, die reale Aktiva und Finanzaktiva enthalten. Das Portfolioverhalten wird durch Einkommen und relative Ertragsraten bestimmt, so daß es bei internationalen Kapitalbewegungen zusätzlich zur "Zinsmobilität" zu dem Phänomen der "Einkommensmobilität" kommt. Störungen lösen Aktivasubstitutionen aus, die sich nicht auf Finanzmärkte beschränken, sondern den realen Sektor direkt beeinflussen. Sie verursachen simultane und wechselseitig stimmige Veränderungen der Leistungsbilanz und der Kapitalbilanz. Alle übrigen Ungleichgewichte von Teilbilanzen werden durch Wechselkursänderungen beseitigt. Folglich weisen diese keine stabile Beziehung zu den Bewegungen einer Teilbilanz auf.
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Baade, Robert A. und Natzmi, Nader
„Währungssubstitution und Geldnachfrage in den USA, Deutschland und Japan“
Geldnachfragefunktionen für die USA, die für die späten fünfziger Jahre und über die sechziger Jahre gute Erklärungen lieferten, führten ab 1974 zu erheblichen Überschätzungen der Geldnachfrage. Dieses Rätsel "fehlenden Geldes" inspirierte eine Vielzahl von Deutungen. Da die Überschätzungen der Nachfrage nach Dollars mit der Einführung flexibler Wechselkurse zusammenfiel, hat ein Erklärungsansatz auf die zunehmende Tendenz abgestellt, in internationalen Portfolios den Dollar durch andere Währungen zu ersetzen. Der Zweck dieses Aufsatzes ist es, die These der Währungssubstitution zu testen. Die Autoren ziehen die Schlußfolgerung, daß es zwar eine strukturelle Verschiebung der Geldnachfrage gab, die möglicherweise auf Währungssubstitution zwischen den untersuchten Ländern zurückgeht, die Nachfrageüberschätzungen aber höchstens zum Teil durch Währungssubstitution erklärt werden können.
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Klump, Rainer
„Der Dollar als internationale Schlüsselwährung Ursachen und Perspektiven“
Der US-Dollar ist bis heute die mit Abstand bedeutendste internationale Schlüsselwährung. Seit einiger Zeit mehren sich aber die Stimmen, die der amerikanischen Währung - wie schon einmal gegen Ende der 50er Jahre - den baldigen Verlust ihrer dominierenden Position innerhalb des Weltwährungssystems vorhersagen.
Die Beurteilung der Sonderstellung des Dollars und ihrer zukünftigen Entwicklung setzt eine Theorie voraus, die es erlaubt, die Existenz internationaler Schlüsselwährungen auf rationale Entscheidungskalküle privater Wirtschaftssubjekte und offizieller Währungsbehörden zurückzuführen. Im Rahmen einer solchen Theorie internationaler Schlüsselwährungen lassen sich Transaktionskosten, Währungsrisiken und der Prozeß der internationalen Liquiditätstransformation als Faktoren identifizieren, die den Aufstieg des Dollars zur dominierenden Weltwährung erklären können. Da mehrere Faktoren zusammenwirken müssen, um einer Währung den Schlüsselwährungsstatus zu verleihen, lassen sich auch krisenhafte Veränderungen dieser Position nicht eindimensional erklären. Insofern muß weder die hohe Nettoauslandsverschuldung der USA noch der Verfall des Dollarwechselkurses zwangsläufig das Ende des internationalen Dollarstandards bedeuten. In Kombination mit einer stark steigenden Inflationsrate, zunehmendem Protektionismus und einer sinkenden Sparquote in den USA könnten sie aber gleichwohl einen dramatischen Rückgang in der internationalen Verwendung des Dollars einleiten.
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Bühler, Wolfgang und Herzog, Walter
„Die Duration - eine geeignete Kennzahl für die Steuerung von Zinsänderungsrisiken in Kreditinstituten? (Teil 1*)“
Der vorliegende Beitrag, dessen zweiter Teil in Heft 4/1989 erscheint, befaßt sich mit der Frage, inwieweit das Duration-Konzept in seiner auf das Reinvermögen von Kreditinstituten bezogenen Form für eine Kontrolle des Zinsänderungsrisikos geeignet ist. Dabei erfolgt keine Fortsetzung der Diskussion um die Stärken und Schwächen dieses Konzeptes auf theoretischer Ebene. Es wird vielmehr im Rahmen eines Simulationsmodells auf der Grundlage empirischer Zinsdaten für den Zeitraum von 1972 bis 1986 die Qualität verschiedener Duration-Ansätze für die Risikosteuerung zu beurteilen versucht.
Bei den Simulationsrechnungen zeigen sich eine Reihe bemerkenswerter Ergebnisse. So besitzt das durch einen aktiven Festzinsüberhang gekennzeichnete Institut im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung weder ein Zinsüberschußrisiko bei steigenden Zinsen noch eine Zinsüberschußchance bei sinkenden Zinsen. Vielmehr führen hier die im Vergleich zu den Passivkonditionen weitaus volatileren Aktivkonditionen dazu, daß trotz des geringeren Volumens der zinsvariablen Aktiva die Zinserträge stärker auf Marktzinsänderungen reagieren als die Zinsaufwendungen.
Bei der Analyse der Steuerungsergebnisse zeigt sich zum einen, daß die auf eine sofortige Absicherung des Reinvermögens gerichtete Steuerungsgröße "Barreinvermögen" für eine Steuerung des Reinvermögenswertes im Planungshorizont gänzlich ungeeignet ist. Desweiteren machen die auf der Grundlage der Steuerungsgröße "Endreinvermögen" durchgeführten Simulationsrechnungen deutlich, daß die Annahme einheitlicher Zinsänderungen zu Steuerungsfehlern führt, die in ihrer Größenordnung nicht mehr akzeptabel sind. Mit der Berücksichtigung der laufzeitspezifischen Renditeschwankungen auf dem Kapitalmarkt konnten teilweise zwar bessere, insgesamt jedoch keineswegs zufriedenstellende Steuerungsergebnisse erzielt werden. So ist als wesentliches Ergebnis festzuhalten, daß die Beschreibung des unterschiedlichen Änderungsverhaltens der einzelnen Bankzinssätze für die Steuerung des Zinsänderungsrisikos in Kreditinstituten eine unabdingbare Voraussetzung darstellt. In der Zukunft wird es dabei vor allem darauf ankommen, das empirisch beobachtbare Änderungsverhalten für jede einzelne Geschäftsposition zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse bei der Kontrolle des Zinsänderungsrisikos positionsspezifisch zu berücksichtigen.
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Bofinger, Peter
„Zum Bericht zur Wirtschafts- und Währungsunion in der Europäischen Gemeinschaft“
Der Beitrag setzt sich kritisch mit den zentralen Ergebnissen des ,,Delors-Berichts“ auseinander. Die Experten begründen die Notwendigkeit, bereits vom 1. Juli 1990 an eine engere geld- und fiskalpolitische Koordinierung zu betreiben (Stufe I), mit der für diesen Zeitpunkt geplanten Liberalisierung der Finanzmärkte in den großen EG-Ländern. Dieser Position wird entgegengehalten, daß das EWS auch bei freiem Kapitalverkehr eine effiziente geldpolitische Koordination bewirken kann. Für die Geldpolitik stellt sich in dieser Stufe das Problem eines Nebeneinander von direkter Koordinierung (durch den Gouverneursrat) und indirekter Koordinierung (EWS-Mechanismen bei Stabilitätsführung der Bundesbank), das zu Lasten der Geldwertstabilität in Europa gehen kann. In der Stufe II wird der Gouverneursrat durch ein Europäisches System der Zentralbanken ersetzt, das über den vollen institutionellen Aufbau des Endzustands verfügt; die geldpolitischen Kompetenzen sollen in dieser Phase von den nationalen Institutionen auf die Gemeinschaftsebene übertragen werden. Der Bericht ist in diesem wichtigen Punkt ausgesprochen wenig konkret, was seine Eignung als Integrationsfahrplan erheblich beeinträchtigt. Der Endzustand der Wirtschafts- und Währungsunion entspricht für den Teilbereich der Währungsunion uneingeschränkt den vor allem in der Bundesrepublik entwickelten Vorstellungen (Unabhängigkeit, Verpflichtung auf Geldwertstabilität, föderativer Aufbau). Die Vorstellungen zur Wirtschaftsunion (verbindliche Vorgaben für die nationalen Haushaltsdefizite durch den EG-Ministerrat) gehen demgegenüber weit über das erforderliche Maß hinaus. Sie schaffen die Basis für ein europäisches „demand management“ durch eine Institution, die keiner parlamentarischer Kontrolle unterliegt.
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