Bernholz, Peter
Probleme der Währungs- und Budgetpolitik beim Übergang von der zentralgeplanten zur wirtschaftlichen Ordnung
Gersbach, Hans und Nedwed, Harald
Die Selbststabilisierung von Hyperinflationen: Eine überraschende monetäre Arithmetik
Heri, Erwin W. und Theurillat, Michael J.
Purchasing Power Parities for the DM. A Cointegration Exercise
Chang, Wen-ya und Lai, Ching-chong
A Note on Tax Multiplier
Tichy, Gunther
Bankengröße und Effizienz
Ngogang, Samuel
Credibility of Monetary Policy in a Currency Area: The Case for the Franc Area
Filc, Wolfgang, Hübl, Lothar und Pohl, Rüdiger (Hrsg.)
Herausforderungen der Wirtschaftspolitik. Festschrift zum 60. Geburtstag von Claus Köhler
(Werner Lachmann)
Gondring, Hanspeter
Finanzmärkte im Wandel – Struktur- und Marktveränderungen im Finanzsystem der USA
(Lukas Menkhoff)
Bernholz, Peter
„Probleme der Währungs- und Budgetpolitik beim Übergang von der zentralgeplanten zur marktwirtschaftlichen Ordnung“
Der vorliegende Aufsatz zeigt, welche monetären und fiskalischen Probleme auftreten, wenn versucht wird, von einem Regime zentraler Planung zur Marktwirtschaft überzuwechseln. Der Prozeß beginnt mit einem Überschuß an monetären Aktiva, mit Subventionen an defizitäre Unternehmen, mit Preissubventionen, mit einem unterentwickelten Steuersystem und demzufolge im allgemeinen auch mit einem Budgetdefizit. Während des Reformprozesses steigt das Haushaltsdefizit aufgrund des weiterhin unzulänglichen Steuersystems und zunehmender Subventionen in Zusammenhang mit beibehaltenen Festpreisen sowie infolge von Dezentralisierung, der Subvention verlustbringender Unternehmen und überhöhter Investitionen. Solche Entwicklungstendenzen stärken den Reformwiderstand, denn die Bevölkerung führt die durch Budgetdefizit und Geldschöpfung verursachte Inflation auf die Reformen zurück. Häufig ist Stillstand oder sogar eine Umkehr des Reformprozesses die Folge. Der Aufsatz zeigt auch, daß diese Übergangsprobleme gelöst werden können, indem die Maßnahmen in sachlicher und vor allem auch in zeitlicher Hinsicht aufeinander abgestimmt werden.
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Gersbach, Hans und Nedwed, Harald
„Die Selbststabilisierung von Hyperinflationen: Eine überraschende monetäre Arithmetik“
In dieser Arbeit wird der Zusammenhang zwischen Budgetdefizit, Geldmengenwachstum und Inflationsrate in Hyperinflationen diskutiert. Der traditionelle Ansatz wird verallgemeinert und auf seinen Erklärungsgehalt bezüglich des Auftretens von hohen Inflationsraten, des Zusammenhangs zwischen Budgetdefiziten und Inflationsraten sowie der Stabilisierungseigenschaften untersucht.
Es zeigt sich, daß monetäre Modelle das Auftreten von unlimitierten Inflationsprozessen nicht erklären können, wenn staatliche Budgetdefizite durch die Zentralbank monetisiert werden. Die monetäre Arithmetik läßt zudem keinen monotonen Zusammenhang zwischen der Höhe der Inflationsrate in Inflationsgleichgewichten und der Höhe des realen Budgetdefizites zu. Vergrößert sich das Budgetdefizit während des Inflationsprozesses, führt dies zu einer Dämpfung der Inflation.
Eine Stabilisierung des Preisniveaus in Hyperinflationen erfordert einerseits eine einmalige, drastische Erhöhung der nominalen Geldmenge und andererseits eine vollständige Bindung der staatlichen Autoritäten an einen zukünftigen Verzicht der Monetisierung. Kommt es nach einer Stabilisierung zu einer erneuten Budgetdefizitfinanzierung, so ist eine Deflation die Folge.
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Heri, Erwin W. und Theurillat, Michael J.
„Die Kaufkraftparitätentheorie für die Deutsche Mark“
Die Kaufkraftparitätentheorie bildet einen der wohl ältesten theoretischen Bausteine zur Bestimmung langfristiger Wechselkursgleichgewichte. Auch in den neueren Ansätzen der Wechselkursdeterminierung hat sie als wichtige Gleichgewichtsbedingung Eingang gefunden und so über die Zeit kaum an Relevanz verloren. Im vorliegenden Papier wird dieser Gleichgewichtsansatz anhand der Theorie kointegrierter Prozesse auf seine empirische Evidenz hin untersucht. In einem einfahrenden Teil (Abschnitt I und II) wird kurz das wechselkurstheoretische Credo der letzten Jahrzehnte beleuchtet und das theoretische Konzept der Kaufkraftparitätentheorie in den wesentlichen Zügen vorgestellt. Ferner wird auf einige Probleme einer solchen empirischen Modellierung bzw. Überprüfung eingegangen.
Abschnitt III enthält eine Einführung in die unter anderem von Engle und Granger - zur Überprüfung langfristiger Gleichgewichtsbeziehungen - entwickelte Theorie kointegrierter Zeitreihen. Unter Abschnitt IV werden die empirischen Ergebnisse für 14 bilaterale Wechselkurse zwischen der DM und einer Reihe wichtiger Industrieländer für die Periode 1974 - 1987 präsentiert und diskutiert. Die Ergebnisse der Kointegrationsschätzung sprechen in der Hälfte aller Fälle für die Gültigkeit der Kaufkraftparitätentheorie. Interessant scheint dabei, daß neben den wirklich frei floatenden Wechselkursen DM/US-$ und DM/Yen, auch für den DM/FF-Fall - mit Frankreich als wichtigsten EWS Partner Deutschlands - die Hypothese einer langfristigen Gleichgewichtsbeziehung im Sinne der Kaufkraftparitätentheorie verworfen werden mußte.
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Chang, Wen-ya und Lai, Ching-chong
„Bemerkungen zum Steuermultiplikator“
Die Schlußfolgerung von Holmes und Smyth (1972), die in der Literatur starke Beachtung fand, zeigt, daß eine Politik der Steuersenkung die Inlandsproduktion senken kann, sofern die Geldnachfragefunktion mehr durch das verfügbare Einkommen als durch das Volkseinkommen determiniert wird. Dieser Aufsatz übernimmt die Spezifikation von Cebula (1976) für die Konsum- und Investitionsfunktionen und kommt zu dem Ergebnis, daß die Holmes-Smyth-Behauptung in diesem verbesserten Modell keine Gültigkeit hat.
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Tichy, Gunther
„Bankengröße und Effizienz“
Die Diskussion um die Konzentration im europäischen Bankwesen wird weitgehend qualitativ ohne Bemühungen um empirische Tests geführt. Wissenschaftliche Untersuchungen über Größenvorteile (Economies of Scale), Verbundvorteile (Economies of Scope) oder auch bloß Untersuchungen über die Folgen bereits erfolgter Bankfusionen auf Effizienz, Wachstum, Marktanteil, Erträge usw. fehlen weitgehend.
Im - insbesondere englischsprachigen - Ausland liegt zumindestens gewisse empirische Evidenz über Bankgröße und Effizienz vor, die allerdings wegen der unterschiedlichen Institutionen nicht unbesehen auf den deutschen Sprachraum übertragen werden darf. Die Frage der Größen- und Verbundvorteile wurde vor allem in den USA mit Hilfe von Multiprodukt-Produktionsfunktionen sowie mit Hilfe von Ertragsfunktionen untersucht. Es wurde außer bei sehr kleinen Banken keine überzeugende Evidenz für merkliche Skalenerträge und bloß bescheidene für Verbundvorteile gefunden. Einzelne, methodisch meist sehr einfache Versuche mit Gewinnfunktionen für europäische Banken widersprechen diesen überwiegend amerikanischen Ergebnissen nicht. In dieselbe Richtung relativ geringer Skalenerträge bei Banken sprechen auch die wenigen ex-post-Untersuchungen von Bankfusionen, die gleichfalls wenig positive oder gar negative Folgen für den Firmenwert zeigen.
Eine Konzentrationseuphorie der Art, daß allein Großbanken und Allfinanzkonzerne in Zukunft bestehen könnten, ist mit den derzeit vorliegenden empirischen Studien somit keineswegs zu begründen. Andererseits ist aber auch zu fragen, wie weit große und kleine Banken Oberhaupt vergleichbar sind, ob sie nicht jeweils andere Aufgaben erfüllen, also nicht in Substitutionskonkurrenz zueinander stehen, sondern in Komplementärbeziehung. Empirische Studien zu diesen Themen sind allerdings noch seltener als Frage der Skalenerträge.
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Ngogang, Samuel
„Eine glaubwürdige Währungspolitik im Franc-Währungsgebiet“
In dieser Arbeit werden die im Franc-Währungsgebiet geltenden Mechanismen und die tatsächliche Währungspolitik im Geltungsbereich der sogenannten Bank Zentralafrikanischer Staaten dargestellt.
Bezüglich der zwischen Frankreich und den Ländern der ehemaligen französischen Kolonien in Afrika bestehenden Vereinbarungen sowie der diesen Vereinbarungen zugrundeliegenden Glaubwürdigkeitsanalysen wird aufgezeigt, daß eine afrikanische Währungsunion insoweit keine „glaubwürdige“ Währungspolitik betreiben kann, als es sich bei dem Franc-Währungsgebiet de facto um ein Zahlungs- und Devisenbilanzierungssystem handelt. Dieser Besonderheit wird von den Vereinbarungen nicht Rechnung getragen, so daß die Politik als solche im Zeitablauf nicht konsistent und damit nicht glaubwürdig sein kann.
Eine glaubwürdige Politik in diesen Ländern erfordert eine klare Definition dessen, was unter Konvertibilität zu verstehen ist. Auf der Grundlage theoretischer Erwägungen schlägt diese Arbeit eine praktische Definition vor und bestimmt in bezug auf das Glaubwürdigkeitsproblem eine optimale Konvertibilitätsrelation gemäß dem sogenannten "gesellschaftlichen Wohlfahrtsansatz" im Gegensatz zu dem sogenannten "politischen Ansatz" (vgl. Cukierman [1985]; Cukierman / Meltzer [1986]).
Das vorgeschlagene Vorgehen zeigt klar die Mängel der derzeitigen Struktur und Funktionsweise des Franc-Währungsgebiets auf und erfordert weitere Analysen aus der Perspektive des Europäischen Binnenmarktes nach 1993, der ohne Kapitalmarktbeschränkungen sein wird.
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