Behnke, Ernst- August
Der Einfluß von Optionsmärkten auf die Stabilität der Devisenmärkte
Thieme, H. Jörg
Reformen des monetären Sektors in sozialistischen Ländern: Ursachen, Transformationsbedingungen und institutionelle Voraussetzungen
Lang, Franz Peter und Ohr, Renate
Realwirtschaftliche Anpassungszwänge der monetären Integration. Zu den ökonomischen Wirkungen der deutsch-deutschen Vereinigung
Eijffinger, S. C. W und Gruijters, A. P. D.
On the Short Term Objectives of Daily Intervention by the Deutsche Bundesbank and the Federal Reserve System in the U.S. Dollar - Deutsche Mark Exchange Market
Timmermann, Vincenz
Univeralbanken - Erfahrungen und mögliche Lehren
Neus, Werner und Nippel, Peter
Investitionsvolumen und Risikoallokation
Gischer, Horst und Sprink, Joachim
Die internationale Schuldenkrise: Bestandsaufnahme und Ausblick
Wagener, Hans- Jürgen (Hrsg.)
Monetäre Steuerung und ihre Probleme in unterschiedlichen Wirtschaftssystemen (Stefanie Hamacher)
Behnke, Ernst- August
"Der Einfluß von Optionsmärkten auf die Stabilität der Devisenmärkte"
Die vorliegende Arbeit analysiert im Rahmen der Optionspreistheorie von Black
und Scholes die Bedeutung der Arbitragebeziehungen zwischen Optionsmarkt und Terminmarkt für das simultane Gleichgewicht der Devisenmärkte. Die Untersuchung zeigt, daß mit der Einführung von Optionsmärkten und durch sie induzierten Hedgingkontrakten der Optionsanbieter ein ursprünglich stabiles Gleichgewicht destabilisiert werden kann. Insbesondere bei alternativen Wechselkurserwartungen kommt es unter Umständen nicht mehr zu einem Marktausgleich auf dem Niveau von mittlerer Erwartungen aller Teilnehmer, sondern zu einer Polarisierung mit auseinanderstrebenden Gleichgewichtswechselkursen. Im Grenzfall kann eine Situation multipler (stabiler und instabiler) Gleichgewichte am Devisenmarkt entstehen, wodurch die Effizienz der Terminmärkte beeinträchtigt und die Volatilität der Wechselkurse zunehmen würde.
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Thieme, H. Jörg
"Reformen des monetären Sektors in sozialistischen Ländern: Ursachen, Transformationsbedingungen und institutionelle Voraussetzungen"
In allen sozialistischen Ländern Europas sind in der Vergangenheit erhebliche Geldüberhänge unterschiedlichen Ausmaßes entstanden, weil die Rationierungen auf den Gütermärkten bei staatlichen Festpreisen zugenommen haben. Diese Geldüberhänge haben nicht nur Allokations- und Umverteilungseffekte; sie sind auch ein zentrales Hemmnis für die beabsichtigte Dezentralisierung und Freigabe der Preise im Reformprozeß, weil Preisinflationen befürchtet werden. Die Ursachen der Inflationspotentiale liegen weniger im realen Bereich als vielmehr in der Organisation des monetären Sektors: Trotz formal günstig scheinender Voraussetzungen für eine straffe Geldmengensteuerung hat das Monobankensystem in Verbindung mit dem Planerfüllungs- und Prämiensystem einen systemimmanenten Kreditnachfragesog der Betriebe begründet, den das Staatsbankensystem wegen der prinzipiellen Konkursunfähigkeit sozialistischer Betriebe alimentieren mußte. Durch diesen Kreditautomatismus war die Geldversorgung für das Staatsbankensystem nicht steuerbar.
Diese Geldüberhänge können durch unterschiedliche prozesspolitische Instrumente (Währungsschnitt, Preisniveauerhöhungen, Nominallohnsenkungen. Steuererhöhungen, Verkauf staatlichen Eigentums) abgebaut werden, wobei verschiedenartige Auswirkungen auf Output und Beschäftigung zu berücksichtigen sind. Zukünftige Inflationspotentiale können jedoch nur dann vermieden werden, wenn der monetäre Sektor in ein zweistufiges Bankensystem transformiert wird. Solche Reformprozesse sind in den vergangenen Jahren in einigen sozialistischen Ländern in Gang gesetzt, bislang aber keineswegs abgeschlossen worden. Dabei reicht es nicht aus, ein zweistufiges Bankensystem zu organisieren, ohne gleichzeitig durch tiefgreifende Markt-, Unternehmens- und Eigentumsreformen die Voraussetzungen für die Zerschlagung des für die Geldversorgung unheilvollen Kreditautomatismus zu schaffen.
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Lang, Franz Peter und Ohr, Renate
"Realwirtschaftliche Anpassungszwänge der monetären Integration. Zu den ökonomischen Wirkungen der deutsch-deutschen Vereinigung"
Es ist möglich, Schumpeters Innovations- und Wachstumsmodell zu formalisieren. Ein anpassungsfähiges diskontinuierliches Maximierungsmodell, welches zufallsbedingten technologischen Wandel und zufallsbedingte Produktivitätszuwächse zu berücksichtigen gestattet, erweist sich für die Bestimmung des optimalen Innovationsverlaufs, den Kapitalstock, Arbeitsvorleistungen und Überschußgewinne, wie von Schumpeter selbst dargestellt, als geeignet. Um die Funktionsweise des Modells zu demonstrieren, geht diese Arbeit von eher kürzeren Maximierungszeiträumen und somit von häufigen Anpassungsmöglichkeiten aus. Die Maximierungszeiträume können jedoch von beliebiger Länge sein.
Für Innovation unterstellt diese Arbeit aus Gründen der Vereinfachung, daß sie zufallsbedingt und somit exogener Natur ist. Dies ist eine Darstellungsweise im Modell. Es gibt unbestritten jedoch auch weitere, zum Beispiel Innovation auf Grund eines bzw. mehrerer endogener Faktoren, welche gebündelt auftreten. Was das schwierige Problem der Auswirkungen von Innovation und technologischem Wandel auf die Produktionskosten anbetrifft, wird in dieser Arbeit angenommen, daß Innovation arbeitskräftesparend ist. Hierzu gestattet das Modell jedoch auch andere Annahmen. Die verschiedenen in das Modell eingehenden Parameter und Koeffizienten sind frei veränderbar; doch jede Veränderung führt zu optimalen unterschiedlichen Abläufen im Zeitdiagramm und möglicherweise auch zu unterschiedlichen Zeitlängen. Wiederholte Simulationsläufe lassen jedoch wichtige gemeinsame Schumpetersche Merkmale und die Zugehörigkeit zu einem diskontinuierlichen innovationsgetriebenen Prozeß von Kapitalbildung und Wachstum vor dem Hintergrund von Unsicherheiten hinsichtlich der Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts, steigenden Lohnkosten und zunehmenden Kosten der Unternehmen im Kampf mit Konkurrenten und Imitatoren erkennen.
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Eijffinger, S. C. W und Gruijters, A. P. D.
"Beitrag zu den kurzfristigen Zielen der täglichen Beeinflussung des
US-Dollar-/Deutschmarkkurses seitens der Deutschen Bundesbank und des Federal-Reserve-System"
Zweck dieses Artikels ist es, eine kurzfristige Reaktionsfunktion der Interventionen der Deutschen Bundesbank und des Federal-Reserve-System auf dem Devisenmarkt im einzelnen darzulegen und zu erproben. Auf der Grundlage des Jurgensen-Berichts und neuerer Veröffentlichungen wird angenommen, daß beide Zentralbanken es als das wichtigste Ziel ihrer Interventionspolitik erachten, die Volatilität der Tages- und Wochenkurse zu glätten. Unter Zugrundelegung der Tageskurse sowie von in der laufenden Interventionspraxis täglich gewonnenen Daten für den US $-/DM-Kurs im Zeitraum Februar 1985 bis September 1988 stellen sich die wichtigsten Schlußfolgerungen wie folgt dar: Erstens, beide Zentralbanken verfolgten eine Politik des ,,Sich-gegen-den-Wind-Lehnens", um eher die Tages- als die wöchentlichen US $-/DM-Kursschwankungen zu glätten. Zweitens, beide Zentralbanken berücksichtigen voll in ihrer Interventionspolitik die Unsicherheiten der US $-/DM-Kursbeeinflussung.
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Timmermann, Vincenz
"Universalbanken - Erfahrungen und mögliche Lehren"
Der Verfasser diskutiert die Frage, ob das deutsche Universalbankensystem - insgesamt oder in wichtigen Elementen - Modellcharakter haben könnte für Länder, deren Geld- und Kreditsysteme umgestaltet werden sollen. Die Antwort des Verfassers ist "Ja", und dabei verweist er auf die folgenden Besonderheiten des Universalbankensystems: Die Vergabe unbesicherter persönlicher Kredite; die Anwendung des "credit mobilier"- Prinzips langfristiger Investitionsfinanzierung; die starke Betonung des Passivgeschäfts; die Weiterentwicklung des Kontokorrentverkehrs und des Banken-Clearing.
In Ländern, die sich nicht auf einen vermögenden Mittelstand und auf reiche Kaufleute und Händler stützen können, ist das Universalbankensystem vom Prinzip her besser geeignet als das angelsächsische Trennbankensystem. Die Kreditform des unbesicherten persönlichen Kredits ermöglicht es allen fähigen und risikobereiten Unternehmern zu investieren, auch den vermögenslosen. Dem Bankkunden wird einerseits der ganze Fächer von Bankdienstleistungen wie in einem Supermarkt zur Verfügung gestellt; andererseits geht der Kunde allerdings eine besonders enge Bindung an seine "Hausbank" ein.
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Neus, Werner und Nippel, Peter
"Investitionsvolumen und Risikoallokation"
Im Rahmen der Diskussion um die Eigenkapitallücke wird behauptet, ein zu geringer Umfang an Eigenkapital behindere riskante Investitionen in Unternehmungen. Hier wird demgegenüber weniger der Umfang des Eigenkapitals als die damit verbundene Risikoallokation betont. Bei sehr hohem Eigenkapital, aber einer schlechten Risikoteilung kann die Risikoprämie so groß werden, dass der Kapitalwert der Investition negativ wird. Die Investition scheitert dann nicht an einer zu geringen Eigenkapitalausstattung, sondern an einer unzureichenden Ausnutzung der Risikobereitschaft am Kapitalmarkt. In einem einfachen Modell wird gezeigt, dass aufgrund dieser Überlegung Risikoteilung in Form von Beteiligungsfinanzierung sich positiv auf die Investitionstätigkeit auswirkt. Von daher ist die Förderung von Beteiligung hilfreich, um Ansätze zu riskanten Investitionen zu setzen. Bezieht man Nachteile der externen Beteiligungsfinanzierung mit ein, die sich insbesondere aus einer asymmetrischen Informationsverteilung ergeben, wird die positive Beurteilung relativiert. Bei den dargestellten Modellvarianten werden lediglich die Vorteile der Beteiligungsfinanzierung geschmälert; die Berücksichtigung weiterer Nachteile kann jedoch auch zur Folge haben, dass auf Beteiligungen verzichtet wird.
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