Herz, Bernhard
Währungspolitik in der Übergangsphase zur Europäischen Währungsunion
Berthold, Norbert
Wandel währungspolitischer Arrangements. Was tragen Multinationale Unternehmungen dazu bei?
Schmidt, Hartmut
Die Rolle der Regionalbörsen am deutschen Kapitalmarkt heute und morgen (Teil II)
Wilhelm, Jochen und Brüning, Lars
Die Fristigkeitsstruktur der Zinssätze: Theoretisches Konstrukt und empirische Evaluierung. Untersuchung mit Daten des Kapitalmarktes der Bundesrepublik Deutschland
Amelung, Torsten
Debt-for-Nature Swaps: Ein Finanzierungsinstrument zur Entschuldung und zum Umweltschutz in der Dritten Welt?
Thieme, H. Jörg
Soziale Marktwirtschaft. Ordnungskonzeption und wirtschaftspolitische Gestaltung (Stefanie Hamacher)
Weber, Manfred (Hrsg.)
Europa auf dem Weg zur Währungsunion (Wolfgang Neumann)
Kloten, Norbert
Die Transformation von Wirtschaftsordnungen. Theoretische, phänotypische und politische Aspekte (Holger Müller)
Herz, Bernhard
"Währungspolitik in der Übergangsphase zur Europäischen Währungsunion"
Nach den Vereinbarungen von Maastricht soll der Einstieg in die Europäische Währungsunion (EWU) noch in diesem Jahrzehnt beginnen. Dazu sind die bisher (faktisch) asymmetrische Interventions- und Anpassungslast im EWS symmetrisch auszugestalten, die Wechselkurse unwiderruflich zu fixieren und der Devisenkonstraint im Wechselkursverbund aufzuheben. Die geldpolitischen Implikationen dieses Transformationsprozesses werden im Rahmen eines Zwei-Länder-Modells vom Mundell-Fleming-Typ untersucht. Dabei wird die Bedeutung der Reihenfolge der Strukturänderungen deutlich. Eine unwiderrufliche Fixierung der Wechselkurse im aktuellen asymmetrischen EWS stärkt die Ankerrolle der D-Mark (Konvergenz zur niedrigsten Inflationsrate). Wird dagegen erst die geldpolitische Symmetrie hergestellt, so hat eine nachträgliche Fixierung der Wechselkurse genau die entgegengesetzte Wirkung. Der geldpolitische Einfluß der bisherigen Nichtreserveländer auf die Deutsche Bundesbank nimmt zu (Konvergenz zur mittleren Inflationsrate). Da die gemeinsame europäische Währung mindestens so stabil sein soll wie die D-Mark, sind in einem ersten Schritt die Wechselkurse unwiderruflich zu fixieren. Eine stabilitätsgerechte Ex-ante-Koordination der nationalen Geldpolitiken ist zwar wünschenswert, aber nicht notwendig. Über den Interventionsmechanismus des EWS werden die Geldpolitiken in jedem Fall ex post an die Politik des Landes mit der größten Stabilitätsorientierung angepaßt. Mit dem Übergang zum Europäischen Zentralbanksystem wird dann sowohl der asymmetrische Charakter des EWS als auch der Devisenkonstraint in einem Schritt aufgehoben.
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Berthold, Norbert
"Wandel währungspolitischer Arrangements - Was tragen Multinationale Unternehmungen dazu bei?"
Seit einiger Zeit ist weltweit wieder eine zunehmende politische Präferenz für nominell festere Wechselkurse zu beobachten. Der währungspolitische Zielkonflikt wird in Systemen fester Wechselkurse wegen unvollkommener politischer Märkte aber zumeist nicht ursachenadäquat, sondern durch dirigistische staatliche Eingriffe in die internationalen Finanzmärkte zu lösen versucht. Die Möglichkeiten der Multinationalen Unternehmungen, finanzielle Transaktionen auch über unternehmensinterne Märkte abzuwickeln, helfen, die staatlich errichteten Schranken zu überspringen. Die forcierte Spekulation trägt schließlich dazu bei, daß das ineffiziente Währungssystem zusammenbricht und man zur effizienteren Lösung flexibler Wechselkurse übergeht.
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Schmidt, Hartmut
"Die Rolle der Regionalbörsen am deutschen Kapitalmarkt heute und morgen (Teil II)"
Während Teil I dieses Beitrags versuchte, die kontroverse Diskussion um die zukünftige Struktur des deutschen Börsenwesens aus ordnungspolitischer Sicht zu versachlichen, wird hier, ausgehend von der gegenwärtigen Struktur, analysiert, welche konkreten Konsequenzen sich für das deutsche Börsenwesen ergeben würden, wenn man die wettbewerbliche Position auch in Deutschland zur Grundlage der Börsenpolitik machte, um wünschenswerte evolutorische Prozesse zu verstärken und zu beschleunigen.
Es ist nicht anzuraten, sich allein auf den internationalen Börsenwettbewerb zu verlassen, der nur Teilbereiche des deutschen Aktien- und Anleihenmarktes erfaßt. Vielmehr sollte man Kompetenzen in der Produktgestaltung und im Marketing von der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen auf die Regionalbörsen zurückübertragen, damit sie genug Spielraum haben, sich wie ihre amerikanischen und japanischen Schwestern deutlich als Wettbewerber zu positionieren.
Der Wettbewerbsdruck auf Provisionen und Geld-Brief-Spannen, der von den Regionalbörsen, aber auch von Systemen wie MATIS und IBIS ausgeht, sollte bestehen bleiben, weil er den deutschen Effektenmarkt für in- und ausländische Anleger attraktiv macht und die Kapitalkosten der Unternehmen tendenziell senkt. Das setzt jedoch voraus, daß jede Börse und jedes System in allen Werten die gleiche Chance hat, durch die Qualität der Handelsdienstleistungen und durch besonders günstige Geld- und Briefkurse Aufträge zur Ausführung zu gewinnen.
Börsenaufsicht und Gesetzgeber müssen diese Chancengleichheit gewährleisten und verhindern, daß die dominierenden Mitgliedsbanken ihre Macht über die Auftragsströme ins Spiel bringen, um bestimmte Plätze oder Systeme auszutrocknen, was alle Transaktionen verteuern und die Anleger und Emittenten in Deutschland sehr belasten würde.
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Wilhelm, Jochen und Brüning, Lars
"Die Fristigkeitsstruktur der Zinssätze: Theoretisches Konstrukt und empirische Evaluierung"
Die Fristigkeitsstruktur der Zinssätze gilt seit langem als zentrales Konzept zur theoretischen und empirischen Analyse der Anleihen- und Kreditmärkte. Als theoretische Fundierung für dieses Konzept wird heute gewöhnlich die Vorstellung arbitragefreier (genauer: von risikolosen Arbitragegewinnmöglichkeiten freier) Märkte herangezogen, eine Vorstellung, die nur unter idealisierten Marktbedingungen gerechtfertigt ist. Die vorliegende Arbeit entwickelt diesen Ansatz unter Berücksichtigung institutioneller Beschränkungen der Arbitragemöglichkeiten weiter: Es wird das Konzept von" approximativ" arbitragefreien Märkten in präziser Form in einer ganzen Klasse von Varianten entwickelt; diese Präzisierung ist zur empirischen Umsetzung erforderlich. In zwei Spezialfällen resultiert ein lineares Programmierungsproblem als Schätzverfahren für die empirische Zinsstruktur. Erstmals werden für den deutschen Markt diese Methoden an empirischen Daten erprobt; die vorliegende Arbeit berichtet daher auch über einige marktspezifische methodische Details und ausgewählte Ergebnisse.
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