Wagner, Helmut
Seignorage und Inflationsdynamik. Einige grundlegende Zusammenhänge
Conrad, Klaus
Allokations- und Wohlfahrtseffekte der Besteuerung: Die Vorschläge zur Reform der Unternehmensbesteuerung
Sterken, Elmer
The Financial Transactions Motive in the Dutch Money Demand Function
Neus, Werner und Nippel, Peter
Investitionsvolumen und Risikoallokation. Einige Anmerkungen
Karras, Georgios
Nominal Effects of Fiscal and Monetary Policies in Greece
Welfens, J. J. Paul
European Monetary Integration. From German Dominance to an EC Central Bank? (Werner Lachmann)
Fuchs, Hans Gerd und Klose, Alfred und Kramer, Rolf (Hrsg.)
Güter und Ungüter. Eine Freundesgabe für Gerhard Merk zum 60. Geburtstag (Stefanie Hamacher)
Wagner, Helmut
"Seigniorage und Inflationsdynamik - Einige grundlegende Zusammenhänge "
Ausgangspunkt meiner Analyse war die aus der Theorie der Inflationsfinanzierung bekannte Aussage, daß es in Ländern mit einem Geldausgabemonopol des Staates einen stetigen Anreiz zur Seignioragefinanzierung von Staatsausgaben gibt. Dieser Anreiz fällt um so stärker aus, je größer die Realisierungsschwierigkeiten der alternativen Finanzierungsmöglichkeiten sind und je größer der politische Druck hin zu einer Staatsausgabenerhöhung ist. Diese Bedingungen für einen starken Anreiz sind in den meisten Entwicklungsländern gegeben, insbesondere in den Ländern mit einem konfliktorischen Verteilungsklima wie in weiten Teilen Lateinamerikas. Der Anreiz zur Seignioragefinanzierung von Staatsausgaben kann andererseits um so leichter durchgesetzt werden, je abhängiger die jeweilige Notenbank von der Regierung des Landes ist.
Aus einer Seignioragefinanzierung von Staatsausgaben kann nun unter gewissen Bedingungen, die in dem vorliegenden Aufsatz näher untersucht worden sind, eine Inflationsdynamik bis hin zu einer Hyperinflation abgeleitet werden. Auch wenn eine solche Seignioragefinanzierung keine notwendige Bedingung für das Zustandekommen einer Inflationsdynamik ist (- dies wurde in Abschnitt III. 1 näher gezeigt -), stellt sie eine ständige Inflationierungsgefahr für eine Volkswirtschaft dar. Selbst bei einer Laffer-Kurven-Eigenschaft der steady-state Seigniorage und selbst bei rationalen Erwartungen der Wirtschaftssubjekte kann durch Seignioragefinanzierung von Staatsausgaben eine Hyperinflation ausgelöst werden. Dies ist sehr wohl als mikroökonomisch fundiertes, rationales Politikverhalten, wie in Abschnitt III. 3 angedeutet, ableitbar. Man braucht hierfür nur anzunehmen, daß Informationsvorteile der Politikbehörde vorliegen bezüglich ihrer eigenen Inflationierungsabsichten, daß der Lernprozeß der privaten Wirtschaftssubjekte hinsichtlich des zeitlichen Änderungsmusters dieser Inflationierungsabsichten langsam abläuft, und daß die Zeitpräferenzrate der Politikbehörde hoch ist. Im gleichen Abschnitt wurde auch gezeigt, daß es multiple Inflationsgleichgewichte geben kann, und daß sich eine Volkswirtschaft, selbst wenn es nicht zu einer Hyperinflation kommt, doch in einer höheren Inflation wiederfinden kann, als es unbedingt notwendig wäre. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Wirtschaftspolitik keinen ausreichenden nominellen Anker (sozusagen als Selbstschutzmechanismus) errichtet hat.
Wesentliche Unterscheidungsmerkmale in der theoretischen Modellanalyse in Abschnitt Ill waren die dynamische System(in)stabilität und die Art der Erwartungsbildung. In Abschnitt IV wurden - bezogen auf diese Unterscheidungsmerkmale - die notwendigen und hinreichenden wirtschaftspolitischen Vorkehrungen gegen eine solche seignioragefinanzierte Inflationsdynamik ansatzweise diskutiert. Dabei wurde vor allem betont, daß in bestimmten Situationen eine sogenannte "orthodoxe" Stabilisierungsstrategie ausreichend sein kann, während in anderen Situationen, so bei Systeminstabilität oder/bzw. rationaler Erwartungsbildung, eher eine sogenannte "heterodoxe" Strategie vorzuziehen bzw. notwendig sein dürfte.
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Conrad, Klaus
"Allokations- und Wohlfahrtseffekte der Besteuerung: Die Vorschläge zur Reform der Unternehmensbesteuerung"
Mit Blick auf den europäischen Binnenmarkt soll die geplante Reform der Unternehmensbesteuerung die Standortbedingungen für Investitionen in der Bundesrepublik verbessern. Ziel der Reformvorschläge ist eine Stimulierung des Wachstums und eine Reduktion der excess burden, des allokativen Effizienzverlustes durch Besteuerung. Ziel der Arbeit ist es, potentielle Effizienzgewinne zu quantifizieren, wenn Körperschaft-, Einkommen- und Gewerbesteuersätze gesenkt werden. Dabei wird ein Basislauf einer Modellrechnung erzeugt und dann mit Wohlfahrtsmaßnahmen der Effizienzgewinn von Reformvorschlägen gemessen, wobei kompensatorische Steuererhöhungen bei der Mehrwert- oder Lohnsteuer die Aufkommensneutralität der Reform gewährleisten. Da die Effekte der Besteuerung auch von der Substitution von gegenwärtigem und zukünftigem Konsum abhängen, wird ein intertemporales Gleichgewichtsmodell der deutschen Volkswirtschaft für die Analyse herangezogen. Das Modell entspricht in seiner Struktur dem von Jorgenson und Yun (1986) zur Analyse der amerikanischen Reformvorschläge zur Kapitalbesteuerung.
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Sterken, Elmer
"Das Motiv für Finanztransaktionen in der niederländischen Geldnachfragefunktion"
Dieser Artikel enthält empirische Beweise in bezug auf die niederländische Geldnachfragefunktion. Betont wird die Bedeutung von Wohlstandseffekten auf die kurz und auf die langfristige Geldnachfrage. Die Gleichungen für die langfristige Geldnachfrage sind in bezug auf ihre Gleichgewichtseigenschaften getestet worden. Die entsprechenden Gleichungen für die kurzfristige Geldnachfrage sind Bestandteil von Fehlerbeseitigungsmodellen. Es wird gezeigt, daß die makroökonomische Geldnachfragefunktion einer Disaggregierung nach Vermögenswerten und Sektornachfragefunktionen bedarf, damit die kürzlich aufgetretene Erhöhung der niederländischen Geldnachfrage verständlich wird.
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Neus, Werner und Nippel, Peter
"Investitionsvolumen und Risikoallokation: Einige Anmerkungen "
Entgegen der Aussage in Neus / Nippel (1991) kommt es in einer Situation mit asymmetrischer Informationsverteilung vor Vertragsabschluß zwischen Unternehmer und Beteiligungsgeber nicht zu einer Beeinflussung der Investitionsentscheidungen.
Ist eine Abweichung von der optimalen Risikoallokation schon aufgrund der Abwägung zwischen Risikoteilung und Motivation für den Unternehmer angezeigt, sind Verzerrungen der Kapitalallokation möglich. Die Einführung einer zusätzlichen Informationsasymmetrie (vor Vertragsabschluß) mit der Möglichkeit zur Überwindung derselben durch Signaling führt zwar zu einer Verminderung der Quasi-Rente aufgrund einer stärkeren Abweichung von der optimalen Risikoallokation; es kommt jedoch nicht zu einer weiteren Verzerrung der Kapitalallokation. Der Grund hierfür liegt darin, daß ein Unternehmer, der gerade indifferent gegenüber der Durchführung seines Investitionsprojekts ist, im Signaling-Gleichgewicht keine Signaling-Kosten trägt.
Sowohl die Korrektur des Fehlers als auch die Erweiterungen des Ansatzes zeigen also, daß die zentrale Aussage über die Bedeutung der Risikoallokation für die Investitionstätigkeit recht robust ist.
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Karras, Georgios
"Nominale Effekte der griechischen Fiskal- und Geldpolitik"
In diesem Beitrag werden die Effekte der Fiskal- und Geldpolitik auf das Preisniveau und auf die Wechselkurse in Griechenland untersucht. Es erweist sich, daß eine expansive Geldpolitik in starkem Maße für die Inflation und Abwertung der Drachme verantwortlich ist. Die Auswirkungen von Haushaltsdefiziten sind weniger ausgeprägt und tendieren kurzfristig zu einer Aufwertung der Währung. Auf eine expansive Fiskalpolitik folgen auch Geldmengenzuwächse; diese Feststellung weist auf einen Konflikt zwischen Geld- und Fiskalpolitik hin und spricht für eine größere Unabhängigkeit der Zentralbank.
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