Schmidt, Klaus J. W.
Tobins q? - Myrdals Q! - Ein Fallbeispiel für den Wert von Fremdsprachenkenntnissen
Fountas, Stilianos und Wu, Jyh-lin
Purchasing Power Parity and the Irish Experience: Unit Roots and Cointegration Tests for Two Industrial Countries
Wesche, Katrin und Wierum, Susanne
A Striking Result or just a Matter of Misinterpretation? Comment on "Inflation Rates and Money Growth During High-Inflations"
Gersbach, Hans
The Correct Economic Interpretation of Rational Expectations
Gerke, Wolfgang und Bienert, Horst und Schroeder-Wildberg, Uwe
Orderbuchtransparenz bei homogenem Informationsangebot - eine experimentelle Untersuchung
Raaballe, Johannes
On Black, Blue and Orange Bonds - A Tax Arbitrage Model with Asymmetric Taxation
Cohrssen, Hans
Geld- und steuerpolitische Ideen von Irving Fisher - Erinnerungen eines Mitarbeiters
Frowen, Stephen D. und Kath, Dietmar
Monetary Policy and Financial Innovations in Five Industrial Countries. The UK, the USA, West Germany, France and Japan (Hildegard Breig)
Schmidt, Klaus J. W.
"Tobins q? - Myrdals Q!
Ein Fallbeispiel für den Wert von Fremdsprachenkenntnissen"
In zwei Anfang der 30er Jahre veröffentlichten Artikeln setzt sich der schwedische Ökonom Gunnar Myrdal kritisch mit der Zinsspannentheorie Knut Wicksells auseinander. Er gelangt zu einer Präzisierung und Modifikation der Wicksellschen Ideen, indem er den natürlichen Zins als Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals und den Geldzins als Kalkulationszinsfuß reformuliert sowie zeigt, daß das statistisch nicht beobachtbare Verhältnis dieser beiden Zinssätze dem statistisch beobachtbaren Verhältnis von Ertragswert und Reproduktionskosten des Realkapitals entspricht. Mindestens 30 Jahre früher antizipiert er damit James Tobins q-Theorie und nennt seine Variable sogar Q. Auch in wesentlichen Details stimmt seine Analyse mit der Tobins überein: In der Interpretation des Geldzinses als abstraktem Repräsentanten der Kreditgewährung an Unternehmen; in Überlegungen zu durchschnittlichen und marginalen Q-Variablen; in dem Bewußtsein, daß die Q-Variable auf verschiedenen Aggregationsniveaus betrachtet werden kann; sowie in dem Hinweis darauf, daß eine richtig antizipierte Inflationsrate die Q-Variable unverändert läßt. Angesichts der später von Tobin aufgezeigten bedeutenden Rolle der q-Variablen in der keynesianischen Makrotheorie stellt Myrdals Arbeit einen beachtenswerten Forschungsbeitrag dar, dessen internationale wissenschaftliche Rezeption wohl durch Sprachbarrieren verhindert wurde: Myrdals Arbeiten wurden nämlich in den für angelsächsische
Wissenschaftler 'exotischen' Sprachen Schwedisch und Deutsch veröffentlicht.
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Fountas, Stilianos und Wu, Jyh-lin
"Kaufkraftparität und die irische Erfahrung: Einheitswurzel- und Kointegrationstests bei zwei Industrieländern"
In diesem Beitrag werden Einheitswurzel-/stationäre Prozeß- und Kointegrationstests für die Prüfung der Kaufkraftparität Irlands im Vergleich mit zwei Industrieländern verwendet. Auf der Grundlage von monatlich erhobenen Daten für den Zeitraum seit 1981 zeigen wir, daß die Kaufkraftparitätsbeziehungen Bestand haben, sofern die Ablehnung der Hypothesen von Symmetrie und Verhältnismäßigkeit auf Meßfehler bei den Preisindizes zurückgeführt werden kann. Insbesondere implizieren die Kaufkraftparität im Vergleich mit Deutschland und die dadurch bewirkte Bindung der irischen Inflations- an die deutsche Inflationsrate, daß die Mitgliedschaft Irlands beim EWS gerechtfertigt ist. Es wird bewiesen, daß in Übereinstimmung mit der Kaufkraftparitätstheorie einer kleinen
offenen Volkswirtschaft die Anpassung an die Kaufkraftparitätsbeziehungen in erster Linie durch Veränderungen im Inlandspreisniveau erfolgt.
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Wesche, Katrin und Wierum, Susanne
"Die Vereinbarkeit von negativem Geldmengenwachstum mit Hyperinflation"
In seinem Aufsatz kommt Gersbach (1993) zu dem Ergebnis, daß Hyperinflation mit negativem Geldmengenwachstum vereinbar sei. Im Gegensatz hierzu wird in unserem Kommentar gezeigt, daß nur akzelerierendes Geldmengenwachstum zu ständig steigender Inflation führt. Ausgehend von einer Geldnachfragefunktion vom Cagan-Typ wird die Lösung für rationale Erwartungen hergeleitet und der Zusammenhang zwischen Geldmengenwachstum und Inflation analysiert.
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Gersbach, Hans
"Die richtige wirtschaftspolitische Interpretation von rationalen Erwartungen - Erwiderung"
In einer Stellungnahme zu meinem Artikel kritisieren Wesche und Wierum die abgeleitete Beziehung zwischen Geldmengenwachstum und Inflation während eines Zeitraums sich beschleunigender Geldentwertung bei einem Modell
mit exponentiell fallender Geldnachfrage. Die Analyse von Wesche und Wierum weist jedoch mehrere Fehler auf, und die Autoren scheinen sich der ökonomischen Interpretation einer Gleichung mit rationalen Erwartungen nicht bewusst zu sein. Eine korrekte Berechnung und Interpretation des Aufsatzes der beiden Autoren stützt die in einer meiner früheren Ausarbeitungen gezogenen Schlußfolgerungen vollinhaltlich.
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Gerke, Wolfgang und Bienert, Horst und Schroeder-Wildberg, Uwe
"Orderbuchtransparenz bei homogenem Informationsangebot - eine experimentelle Untersuchung"
Der Einblick der Marktteilnehmer in das Orderbuch gehört zu den wichtigsten und umstrittensten Variablen bei der Ausgestaltung organisierter Märkte. In diesem Beitrag werden die Auswirkungen unterschiedlich hoher Orderbuchtransparenz in 20 computerisierten Börsenexperimenten untersucht. In drei Varianten eines kontinuierlichen Auktionsmarktes erhalten die Marktteilnehmer entweder keinerlei Information über das Orderbuch, bekommen lediglich die Geld-Brief-Spanne zu sehen oder können zusätzlich zur Geld-Brief-Spanne die fünf ersten Stufen des
Orderbuches mit Informationen über die verfügbare Stückzahl abrufen.
Bei verbesserter Orderbuchtransparenz können die Teilnehmer genauer abschätzen, ob und zu welchen Kursen ihre Aufträge Transaktionen auslösen. Gleichzeitig verschärft der Einblick in das Orderbuch den Wettbewerb um die erste
Position im Orderbuch.
Die Kurslimite der Aufträge liegen in den Experimenten mit Orderbuchtransparenz näher an der Marktgegenseite. Erwartungsgemäß nimmt daher der Anteil der erfolglos platzierten Aufträge mit höherer Transparenz ab. Auf der Marktebene bestätigt sich die Erwartung, daß die Kursvolatilität durch die konsensbildende Wirkung des Orderbuches zurückgeht. Eine Verbesserung der Kursanpassung an die fundamentalen Daten ist damit allerdings nicht verbunden. In den transparenteren Märkten verringert sich die Geld-Brief-Spanne zu Beginn einer Handelsperiode wesentlich schneller.
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Raaballe, Johannes
"Über schwarze, blaue und orangefarbene Wertpapiere: Ein Steuerarbitragemodell bei asymmetrischer Besteuerung"
In diesem Beitrag wird ein auf eine einzige Wirtschaftsperiode bezogenes Modell für Anleger (sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen) untersucht. Der untersuchte Markt umfaßt drei Arten von Wertpapieren, die hier schwarz,
blau und orangefarben genannt werden und bei denen die Besteuerung auf die eine oder andere Weise unterschiedlich ist. Es wird gezeigt, daß das Fehlen von unbegrenzten Steuerarbitragemöglichkeiten impliziert, daß für alle privaten
Anleger derselbe Grenzsteuersatz gilt. Dieser Steuersatz ist nicht höher als der niedrigste Körperschaftsgrenzsteuersatz. Gleichzeitig wird allen Arten von Wertpapieren mit Ausnahme von zum Nennwert verkauften Werten die Clientèle zugeordnet. In der Literatur über Wertpapierarbitrage ergibt sich die Clientèle jeweils aus den Transaktionskosten oder aus einem (teilweise verhängten) Emissionsverbot.
Die für dieses Modell gewählte Form der Darstellung der Clientèle hängt von asymmetrischer Besteuerung ab. Am Schluß dieses Beitrags findet sich eine Diskussion der Auswirkungen, die durch die Einbeziehung von zuvor
ausgegebenen Standardwerten in die Analyse entstehen.
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