KREDIT und KAPITAL - Heft 1/1999


Inhalt


Abhandlungen

Illing, Gerhard
Nominal Bonds and Budgetary Discipline in a Currency Union

Jandura, Dirk und Rehkugler, Heinz
Monetäre Effekte auf die Bewertung des deutschen Aktienmarktes

Gintschel, Andreas
Ein allgemeines Binominalmodell zur Bewertung von Realoptionen

Herrmann, Ralf
Der Einfluß von derivativen Wertpapieren auf das systematische Risiko von Aktien

Maier, Jürgen und Stehle, Richard
Berechnung von Nachsteuerrenditen für den deutschen Rentenmarkt auf Basis des REX und des REXP


Buchbesprechungen

Oesterhelweg, Olaf
Anlageorientierte Handelsverfahren für den deutschen Aktienmarkt (Christoph Fischer)

Frankel, Jeffrey A. und Gallo, Giampaolo und Giovannini, Alberto
The Microstructure of Foreign Exchange Markets (Thomas Lux)


Zusammenfassungen

Illing, Gerhard
"Nominalverschuldung und Budgetdisziplin in einer Währungsunion"

Der Aufsatz zeigt, daß ein Transfer von Reputation im Rahmen einer Währungsunion nur dann Vorteile bringen kann, wenn Bedingungen eines optimalen Währungsraumes (stark korrelierte Ausgabenschocks) vorliegen. Selbst unter solchen Bedingungen ist jedoch eine zentrale Koordinierung der Budgetpolitik erforderlich. Die optimale Geldpolitik wird anhand eines Modells analysiert, in dem Staatsausgaben stochastischen Schocks unterliegen. Angesichts von Moral-Hazard-Problemen fungiert Nominalverschuldung dabei als Substitut für fehlende Risikomärkte. Es wird gezeigt, daß fehlende Koordination in einer Währungsunion die Anreize zur Budgetdisziplin reduziert.

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Jandura, Dirk und Rehkugler, Heinz
"Monetäre Effekte auf die Bewertung des deutschen Aktienmarktes"

In diesem Beitrag wird ein ökonometrisches Modell zur fundamentalen Bewertung des deutschen Aktienmarktes auf der Basis des Kointegrationsansatzes entwickelt. Da das geschätzte Modell (fundamentale) Fehlbewertungsphasen von extremem Ausmaß und Dauer ausweist, werden die Abweichungen einer eingehenden Analyse unterzogen und überprüft, ob sich diese auf monetäre Wirkungsmechanismen zurückführen lassen. Zur Quantifizierung solcher monetären Effekte wurde ein Überschußliquiditätsindikator entwickelt. Anhand von umfangreichen statistischen Tests kann nachgewiesen werden, daß sowohl der nationale als auch ein internationaler (G5-)Liquiditätszyklus einen signifikanten Einfluß auf die Aktienmarktbewertung besitzt und sich bis zu 20 % der deutschen Aktienmarktfehlbewertung auf monetäre Einflüsse zurückführen lassen. (,TEL G 12, E 44)

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Gintschel, Andreas
"Ein allgemeines Binomialmodell zur Bewertung von Realoptionen"

Der Realoptionsansatz zur Bewertung von Sachinvestitionen wurde in jüngerer Zeit als Ergänzung zum Nettokapitalwertkriterium entwickelt. In der betrieblichen Praxis findet der Realoptionsansatz zunehmend Anwendung. Der vorliegende Beitrag stellt ein einheitliches Bewertungsmodell für die gängigen Typen von Realoptionen vor. Die Grundlage ist ein einperiodiges Binomialmodell, das die Modellierung und Implementierung wesentlich vereinfacht. Die Bewertungsformel kann auf alle Typen von Realoptionen angewandt werden, indem der Ausübungsgewinn in geeigneter Weise definiert wird. Das Modell läßt sich leicht auf Projekte mit multiplen Realoptionen erweitern. Notwendige Bedingungen für die Anwendbarkeit des Realoptionsansatzes werden diskutiert. (JEL G 31)

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Herrmann, Ralf
"Der Einfluß von derivativen Wertpapieren auf das systematische Risiko von Aktien - Eine empirische Studie"

Der Einfluß von derivativen Wertpapieren auf Finanzmärkte ist Gegenstand von sehr kontrovers geführten Diskussionen. Oft wird solchen Kontrakten eine risikoerhöhende Wirkung auf die Märkte der Basiswertpapiere unterstellt. Empirische Untersuchungen zeigen in neuerer Zeit einen deutlichen Anstieg des systematischen Risikos von deutschen Aktien. Dies gilt im besonderen Maße für die DAX-Aktien. Die vorliegende Arbeit untersucht, ob zwischen diesem erhöhten Risiko und der Einführung von Indexderivaten sowie Aktienoptionen an der Deutschen Terminbörse (DTB) ein Zusammenhang besteht. Es zeigt sich, daß die Einführung von Derivaten an der DTB das systematische Risiko und die Liquidität der DAX-Aktien deutlich beeinflußt hat. (JEL G 14)

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Maier, Jürgen und Stehle, Richard
"Berechnung von Nachsteuerrenditen für den deutschen Rentenmarkt auf Basis des REX und des REXP"

Der Kursindex REX und der Performanceindex REXP stellen heute die wohl wichtigsten Indikatoren für die Entwicklung auf dem deutschen Rentenmarkt dar. Die veröffentlichte REXP-Zeitreihe unterstellt einen Steuersatz von 0 % auf Zinseinkünfte. Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, eine Erfassung steuerlicher Effekte im Rahmen der Berechnung des REXP aus der Sicht deutscher Privatanleger durchzuführen, für die alternative Steuersätze gelten. Mit dieser Berücksichtigung steuerlicher Effekte im Rahmen der Berechnung des REXP soll der Ausgangspunkt für Renditevergleiche zwischen den von der Deutschen Börse AG berechneten Aktienindizes und dem REXP auf der Basis eines einheitlichen Steuersatzes geschaffen werden. Hierfür wird ein theoretisch abgesichertes und praktikables Konstrukt entwickelt. Daneben wird auch auf die Nachbildbarkeit des REXP und die damit verbundenen Probleme eingegangen. Der empirische Teil der Studie stellt REXP-Zeitreihen für zwei repräsentative Steuersätze (36 % und 56 %) zur Verfügung. Die Ergebnisse werden denen einer "naiven" Berücksichtigung steuerlicher Effekte gegenübergestellt. Dabei zeigt sich, daß die gewählte Methodologie zu einem Genauigkeitsgewinn führt, der für viele Zwecke von Bedeutung ist. (JEL G 10, H 24)

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