Richter, Rudolf
Europäische Währungsunion - institutionenökonomisch gesehen
Cesarano, Filippo
Monetary Systems and Monetary Theory
Bohl, Martin T.
Modellierung einer stabilen Geldnachfragefunktion für Deutschlands M2
Theissen, Erik
Liquiditätsmessung auf experimentellen Aktienmärkten
Fitzner, Volker
Derivative Finanzinstrumente im Kontext wirtschaftlicher Stabilität
Alting, Jörg
Europäische Zentralbank und Mindestreservepolitik (Michael Frömmel)
Hopt, Klaus J. und Rudolph, Bernd und Baum, Harald (Hrsg.)
Börsenreform: Eine ökonomische, rechtsvergleichende und rechtspolitische Untersuchung (Sigrid Müller)
Richter, Rudolf
"Europäische Währungsunion- institutionenökonomisch gesehen"
Der Beitrag beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der Situation vor der Entscheidung zur Errichtung der Europäischen Währungsunion (EWU), d.h. den Problemen des Europäischen Währungssystems (EWS), das 1979 eingerichtet worden war und alsbald reparaturbedürftig wurde. Es wird gezeigt, dass die EWU weder die einzige noch die beste Reparaturmöglichkeit des EWS war. Danach kommt die Sprache auf Probleme des Maastricht-Vertrags von 1992; die Hauptthemen der Euro-Debatte werden kurz geschildert. Der Beitrag schließt mit den Aussichten der EWU. Zwei extreme Sichtweisen werden vorgeführt: eine optimistische, eine pessimistische. Sie sind als Festpunkte eines Kontinuums möglicher Entwicklungen zu verstehen, das dazu beitragen kann, die zu erwartende Entwicklung der EWU besser abzuschätzen und die späteren Ergebnisse klarer zu beurteilen. (JEL E4, E5)
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Cesarano, Filippo
"Währungssysteme und Währungstheorie"
Die Analyse von Währungsvereinbarungen zeigt, dass die Geldtheorie - parallel zu technologischen Innovationen - die Entwicklung währungspolitischer Institutionen wesentlich geprägt hat. Die Verbreitung elektronischer Zahlungsmittel wird das Währungssystem beeinflussen und dabei möglicherweise wieder einige der positiven Faktoren betonen, die für Warenwährungen charakteristisch waren.
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Bohl, Martin T.
"Modellierung einer stabilen Geldnachfragefunktion für Deutschlands M2"
In dem vorliegenden Beitrag wird die Geldnachfragefunktion nach Deutschlands M2 mit saisonbereinigten und unbereinigten Quartalsdaten in der Periode von 1960 bis 1996 untersucht. Die empirischen Resultate deuten darauf hin, dass Schwierigkeiten bei der Modellierung einer stabilen Geldnachfragefunktion für das Geldmengenaggregat M2 auf die saisonale Bereinigung der entsprechenden Zeitreihen zurückzuführen sind und dass die adäquate Berücksichtigung saisonaler stochastischer Instationaritäten die Konstruktion einer stabilen langfristigen und einer befriedigenden kurzfristigen Geldnachfragefunktion für M2 ermöglicht. (JEL E 41, C 22)
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Theissen, Erik
"Liquiditätsmessung auf experimentellen Aktienmärkten"
Die mit unterschiedlichen Organisationsformen des Wertpapierhandels einhergehende Liquidität und ihre Messung ist eine der zentralen Fragen im Zusammenhang mit der Gestaltung von Wertpapiermärkten. Zunächst wird die Eignung verschiedener in der Literatur vorgeschlagener Liquiditätsmaße diskutiert. Anhand einer Serie von Marktexperimenten wird dann die Liquidität der grundsätzlichen Ausgestaltungsformen des Wertpapierhandels - Gesamtkursermittlung, kontinuierliche Auktion und Market-Maker-System - miteinander verglichen. Sowohl das Handelsvolumen als auch das von Roll (1984) vorgeschlagene Maß sind offenbar für den Vergleich der Liquidität unterschiedlich organisierter Wertpapiermärkte nicht geeignet. Eine aufgrund theoretischer Überlegungen prognostizierte Überschätzung der Transaktionskosten bei der Gesamtkursermittlung kann empirisch bestätigt werden. Die explizite Geld-Brief-Spanne ist dagegen grundsätzlich ein geeignetes Liquiditätsmaß. Mit den Daten der experimentellen Märkte lässt sich auch für die Gesamtkursermittlung eine solche Spanne ermitteln. Sie erweist sich als niedriger als die Spanne in der kontinuierlichen Auktion und dem Market-Maker-Markt. Jedoch ist auch die Geld-Brief-Spanne mit Vorsicht zu interpretieren. Es wird gezeigt, dass unter bestimmten Umständen systematische Verzerrungen existieren können. In den hier untersuchten experimentellen Märkten ließen sich diese identifizieren. Bei Untersuchungen anhand von Felddaten ist dies jedoch nicht ohne weiteres möglich, so dass hier die Gefahr von Verzerrungen durchaus real ist. (JEL C 92, G 14)
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Fitzner, Volker
"Derivative Finanzinstrumente im Kontext wirtschaftlicher Stabilität - Grundlegende Schlußfolgerungen für die Offenlegung derivatebezogener Informationen im Rahmen der externen Rechnungslegung von Kreditinstituten"
Aus dem Eigenschafts- und Funktionsprofil derivativer Finanzinstrumente in Verbindung mit der Risikoeinstellung und dem Risikotragfähigkeitspotential der das Derivategeschäft betreibenden Marktakteure resultieren sowohl auf einzelwirtschaftlicher Ebene als auch auf der Ebene der Finanzmärkte beziehungsweise des Finanzsystems ambivalente Stabilitätswirkungen. Als eine der bedeutsamsten Systemrisikoquellen ist die mangelnde Transparenz der Derivatemärkte hinsichtlich ihrer zahlenmäßigen und strukturellen Entwicklung anzusehen, wodurch systemische Volatilitäts- und Liquiditätsrisiken begünstigt werden. Wesentliche Determinante dieses Transparenzdefizits ist die unzureichende sowie bisher kaum vergleichbare Derivatepublizität im Rahmen der externen Rechnungslegung der Kredit- und Finanzinstitute, mit der Folge, dass Adressenausfallrisiken und systemische Folgerisiken verschärft werden. Zur Entfaltung systemstabilisierender, marktmäßiger Disziplinierungseffekte bedarf es im Rahmen einer international vergleichbaren Derivatepublizität sich gegenseitig ergänzender qualitativer und quantitativer Angaben, die umfassend und gleichzeitig detailgenau Struktur, Volumen und Risikopotential des Einsatzes von Derivaten im Handels- und Nicht-Handelsbereich sowie deren Handhabung im Rahmen des Risiko-Managements und der Bilanzierung und Bewertung offenlegen. Auf diese Weise kann insbesondere der Gefahr von Fehlinterpretationen entgegengewirkt und somit im Ergebnis zu einer erhöhten Informationseffizienz der Derivatemärkte und zu einer verbesserten Risikoallokation beigetragen werden. (JEL G 15, G 14, G 21)
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