Welfens, Paul J. J.
Die russische Transformationskrise: Monetäre und reale Aspekte sowie Politikoptionen
Groeneveld, Johannes M.
The Forces Behind the Consolidation Trend in the European Banking Industry
Kritikos, Alexander S.
Kleinkredite mit anreizgesteuertem Solidareintritt. Eine Diskussion der notwendigen Bedingungen für ein Sicherheitssubstitut
Freihube, Thorsten und Kehr, Carl- Heinrich und
Krahnen, Jan P. und Theissen, Erik
Was leisten die Kursmakler? Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Frankfurter Wertpapierbörse
Borner, Harald
Die Kreditbeziehung als Mittel zur Verhaltensbeeinflussung. Ein Überblick.
Baltensperger, Ernst (Hrsg.)
Spekulation, Preisbildung und Volatilität auf Finanz- und Devisenmärkten
(Jürgen Ehlgen)
Süchting, Joachim und Heitmüller, Hans- Michael (Hrsg.)
Handbuch des Bankmarketing (Martin Körner)
Welfens, Paul J.J.
"Die Russische Transformationskrise- Monetäre und reale Aspekte sowie Politikoptionen"
Dieser Beitrag untersucht die Transformationskrise in Rußland, und zwar in ihren Elementen und Ursachen einerseits und auf mögliche Politikoptionen zur Überwindung der Krise andererseits. Als grundlegende Krisenelemente wird neben der Bankenkrise ein Anpassungsstau beim Strukturwandel - der wiederum Wachstum verhindert - identifiziert. Falsche Weichenstellungen in der Wirtschaftspolitik, illusorische Reformprogramme und eine verfrühte Kapitalverkehrsliberalisierung in Verbindung mit der Wahl eines Quasi-Fixkurssystems in 1997 haben eine dramatische Krise im August 1998 ausgelöst. Die scheinbaren Transformationserfolge in der makroökonomischen Sphäre Rußlands sind damit verloren, aber sie waren in der Tat zum Teil aus nur vorgespiegelt; eine Hinwendung zu einer wettbewerbsintensiveren Markt- bzw. Verkehrswirtschaft gelang nicht, wie schon der transformationsatypische anhaltende Rückgang im Gütertransportaufkommen zeigt. Rußlands Transformation war in den ersten sieben Jahren mit rückläufigem Sozialprodukt, fallender Relation Realkasse zu Bruttoinlandsprodukt und steigender Arbeitslosenquote verbunden. Mit der zunehmenden Dollarisierung der Wirtschaft und dem allgemeinen Vertrauensschwund auf Seiten von Arbeitnehmern, Unternehmern und ausländischen Investoren droht nun eine verschärfte Wirtschaftskrise, für die Teile des IWF-Direktoriums - mit einer verfehlten Transformationsstützungsstrategie und naiver Einschätzung der internationalen Störeinflüsse - mit verantwortlich sind. Ein grundlegender Neuansatz in der Transformationsstrategie - unter Betonung funktionsfähiger Institutionen - und energische Politikmaßnahmen, und zwar bei Unterstützung durch EU, EBRD und IWF/Weltbank, sind für Eindämmung und Überwindung der Rußlandkrise dringlich, die auch potentiell gravierende globale Störimpulse in sich trägt. Für die Transformation Rußlands hätte der Grenznutzen angewandter Wirtschaftstheorie und westlicher Transfers hoch sein können, in der ersten Transformationsphase konnte dies aber mangels sinnvoller IWF-Ansätze und wegen interner Politikfehler nicht realisiert werden. (JEL E 5, E 6, P 20, P 51)
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Groeneveld, Johannes M
"Die dem Konsolidierungstrend im europäischen Bankensektor zugrundeliegenden Kräfte"
Dieser Beitrag untersucht systematisch die Hintergründe und Implikationen des Konsolidierungstrends im europäischen Bankensektor. Das Argument lautet, daß zusätzlich zu Deregulierung und Innovation in der Informationstechnik die EWU eine bedeutende Triebkraft ist, die für Zusammenschlüsse und Übernahmen im europäischen Bankensektor verantwortlich ist. Hier wird unterschieden zwischen sogenannten Input- und Outputerwägungen einerseits und inländischen sowie grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen und Übernahmen andererseits. Der Wunsch nach Effizienzgewinnen auf der Inputseite betrifft die angebliche Existenz von Größen- und Umfangsvorteilen sowie sonstigen nicht näher bezeichneten Vorteilen (X-Vorteile). Die andere Kategorie der Argumente betont den Wunsch nach Effizienzgewinnen auf der Outputseite des Produktionsprozesses (z.B. Ausweitung des Marktanteils oder das Prestige der Unternehmensleitung). Die zweite Kategorie von Argumenten scheint eher zuzutreffen. Auf der Grundlage theoretischer und empirischer Überlegungen muß insbesondere in Frankreich, Deutschland und Italien mit weiterer Konsolidierung gerechnet werden. Darüber hinaus ist ein aus drei Schichten bestehender europäischer Bankensektor eine eher entfernte Perspektive.
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Kritikos, Alexander S.
"Kleinkredite mit anreizgesteuertem Solidareintritt. Eine Diskussion der notwendigen Bedingungen für ein Sicherheitssubstitut"
Auf Kreditmärkten führen die Probleme der adversen Selektion und des Moral Hazard zu Kreditrationierung. Vermögenslose, die nicht zur Besicherung von Krediten fähig sind, haben daher keinen Zugang zu herkömmlichen Kreditmärkten. Die Einführung eines gegenseitigen anreizgesteuerten Solidareintritts zwischen Gruppen von Kreditnehmern kann für Banken dann eine Ersatzsicherheit darstellen, wenn die Kreditnehmer hinreichend vermögenslos sind. Diese Vertragsgestaltung ermöglicht die Übertragung eines Teils des Risikos und der mit der Kreditvergabe verbundenen Kosten auf den Kreditnehmer. Ertragreich ist dieses Kreditgeschäft dann, wenn die Geschäftsbeziehung zwischen Bank und Kreditnehmer standardisiert wird, langfristig ausgerichtet ist und eine gewisse Mindestzahl von Kreditnehmern erreicht wird.
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Freihube, Thorsten und Kehr, Carl-Heinrich und Krahnen, Jan P. und Theissen, Erik
"Was leisten die Kursmakler? Eine empirische Untersuchung am Beispiel der Frankfurter Wertpapierbörse"
Der vorliegende Beitrag führt eine detaillierte empirische Untersuchung über die Rolle der amtlichen Kursmakler an der Frankfurter Wertpapierbörse durch. Der verwendete Datensatz erlaubt eine Analyse des Einflusses der Maklertätigkeit auf Liquidität und Volatilität sowie eine Beurteilung der Profitabilität der Eigengeschäfte.
Die Beteiligung der Makler am Präsenzhandel ist erheblich. Ihre Eigengeschäfte
machen über 20 % des Handelsvolumens zu gerechneten Kursen und über 40 % des Handelsvolumens im variablen Handel aus. Für letzteren wird zudem dokumentiert, daß die Tätigkeit der Makler zu einer deutlichen Reduktion der Geld-Brief- Spannen beiträgt. Die letztendlich gezahlte effektive Spanne beträgt im Durchschnitt weniger als ein Drittel der Spanne, die sich aus dem Orderbuch ergibt.
Für den Handel zu gerechneten Kursen wird gezeigt, daß die Preisfeststellung durch die Makler zu einer Verringerung der Volatilität führt. Eine Beurteilung des Einflusses der Makler auf die Volatilität im fortlaufenden Handel scheitert daran, daß das hierfür teilweise verwendete Maß, die Stabilisierungsrate, nach unserer Einschätzung keine aussagekräftigen Resultate liefert. Die Makler erzielten während unseres Untersuchungszeitraums im Durchschnitt keinen Gewinn aus ihren Eigengeschäften. Eine Zerlegung der Gewinne in zwei Komponenten zeigt, daß positive Spannengewinne im Aggregat nicht für entstehende Positionierungsverluste kompensieren können. Insgesamt zeigt unsere Untersuchung, daß die Kursmakler an den deutschen Wertpapierbörsen einen Beitrag zur Sicherung der Marktqualität leisten. Die Konsequenzen dieser Resultate für die Organisation des Aktienhandels in Deutschland werden diskutiert.
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