KREDIT und KAPITAL - Heft 3/2000


Inhalt


Abhandlungen

Da Silva, Sergio
The Role of Foreign Exchange Intervention in a Chaotic Dornbusch Model

Bindseil, Ulrich
Towards a Theory of Central Bank Liquidity Management

Pierdzioch, Christian und Stadtmann, Georg
Komplexe Aktien- und Wechselkursdynamik in einem makroökonomischen Modell heterogener Erwartungsbildung

Altrock, Frank
Steuerklienteleffekte und Steuerstundungsoptionen auf dem deutschen Rentenmarkt - Ein Binominalbaummodell


Buchbesprechungen

Dohse, Dirk und Krieger-Boden, Christiane
Währungsunion und Arbeitsmarkt - Auftakt zu unabdingbaren Reformen (Christina E. Metz)

Horn, Gustav E. und Scheremet, Wolfgang und Zwiener, Rudolf
Wages and the Euro (Jörg Lingens)


Zusammenfassungen

Da Silva, Sergio
"Die Rolle der Devisenmarktintervention im Chaotischen Dombusch-Modell "

Modelle von De Grauwe und Dewachter (1992) und De Grauwe, Dewachter und Embrechts (1993), in denen der Wechselkurs im Rahmen des Dombusch-Modells chaotischen Tendenzen unterliegen kann, zeigen, dass starke Devisenmarktinterventionen Chaos, Zyklen und Instabilität eliminieren.

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Bindseil, Ulrich
"Elemente einer Theorie der Liquiditätssteuerung von Notenbanken"

Die "Liquiditätssteuerung" einer Notenbank wird definiert als der Rahmen, die Instrumente und Regeln, die die Notenbank zur Steuerung des Angebots an Bankreserven, und damit zur Steuerung von deren Preis (d.h. insb. des Tagesgeldsatzes) einsetzt. Der vorliegende Beitrag diskutiert einige Elemente einer Theorie der Liquiditätssteuerung. Die Zeitstruktur bei der Erfüllung der Reservehaltung wird als Schlüsselgröße des Rahmens der Liquiditätssteuerung identifiziert. Anschließend wird die Rolle des Optimierungskalküls der Banken innerhalb der Reserveerfüllungsperiode verdeutlicht und das Konzept der "Strategie" der Liquiditätssteuerung eingeführt. Zuletzt werden die Grundzüge einer normativen Theorie der Liquiditätssteuerung entworfen und mit einem einfachen Beispiel illustriert.

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Pierdzioch, Christian und Stadtmann, Georg
"Komplexe Aktien- und Wechselkursdynamik in einem makroökonomischen Modell mit heterogener Erwartungsbildung"

Komplexe Aktien- und Wechselkurstrajektoren werden im Rahmen eines nicht-linearen dynamischen makroökonomischen Modells mit träger Outputanpassung am Gütermarkt und heterogener Erwartungsbildung auf den Assetmärkten abgeleitet. Die Implikationen des Aufeinandertreffens von Chartisten und Fundamentalisten für die Assetpreisvolatilität werden beleuchtet. Es wird gezeigt, dass mit dem Modell die in empirischen Studien dokumentierten GARCH-Effekte in Finanzmarktpreisen theoretisch erklärt werden können. Dabei gelangen Analyse-verfahren der Chaostheorie zur Anwendung. In einem weiteren Analyseschritt werden die Auswirkungen einer an Assetpreisen orientierten Geldpolitik auf die Variabilität der Finanzmarktvariablen und des Outputs betrachtet. Die modell-theoretische Untersuchung zeigt, dass in Abhängigkeit von den Modelparametern eine zunehmende Assetpreissensitivität der Geldpolitik die Volatilität der Assetpreise und des Outputs erhöhen kann. (JEL F 41, F 47, G 14)

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Altrock, Frank
"Steuerklienteleffekte und Steuerstundungsoptionen auf dem deutschen Rentenmarkt - Ein Binomialbaummodell"

Steuerklientel-Ansätze betrachten heterogen besteuerte Investoren unter einer Buy-and-Hold-Annahme, wohingegen Steueroptions-Ansätze auf homogen besteuerte Investoren abstellen, die zukünftige Handelsmöglichkeiten zu (ex ante) unsicheren Preisen haben. Diese nutzen sie unter anderem, um Steuerstundungsvorteile zu erzielen. Das diskrete dynamische Handelsmodell in Tian (1996) analysiert erstmals zukünftige Handeismöglichkeiten unter heterogen besteuerten Investoren. In diesem Beitrag wird der Ansatz von Tian (1996), der wie alle übrigen Steueroptions-Ansätze auf US-amerikanische Verhältnisse abstellt, für deutsche Besteuerungsvorschriften modifiziert. Die Abbildung der von deutschen Unternehmen zu beachtenden Niederstwertvorschrift erfordert einen pfadabhängigen Bewertungsansatz. Wie im Falle der Bewertung amerikanischer Put-Optionen lassen sich dann numerische Ergebnisse erzielen: Auch unter den Bedingungen des aktuellen deutschen Steuerrechts haben Klientel- und Steueroptionseffekte einen nicht unerheblichen Einfluss auf die simulierten Wertpapierpreise. Steuerstundungseffekte ergeben sich indes nicht wie im Falle der US-amerikanischen Besteuerungsmodalitäten aus zukünftigen Handelsmöglichkeiten; vielmehr bewirkt die Niederstwertvorschrift auch ohne steuerlich induzierte Handelsaktivität eine optimale Steuerstundung. (JEL G 12, H 24)

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