KREDIT und KAPITAL - Heft 2/2001


Inhalt


Abhandlungen

Wohltmann, Hans-Werner und Clausen, Volker
Geldpolitik, Fiskalpolitik und ausländische Zinsschocks in einer asymmetrischen Währungsunion

Vijselaar, Focco W. und Albers, Ronald M.
Cyclical Convergence in Europe

Fase, M. M. G. und Folkertsma, C. K.
Measuring Inflation: Testing Carl Menger's Concept of the Inner Value of Money

Schneider, Friedrich und Winner, Hannes
Ein Vorschlag zur Reform der österreichischen Unternehmensbesteuerung

Köke, F. Jens
New Evidence on Ownership Structures in Germany


Buchbesprechungen

Helmut Dietl, Markus Pauli und Susanne Royer (Hrsg.)
Internationaler Finanzplatzwettbewerb - Ein ressourcenorientierter Vergleich
(Heiko Schmiedel)

Achim Machauer
Bankverhalten in Kreditbeziehungen
(Christoph J. Börner)


Zusammenfassungen

Wohltmann, Hans-Werner und Clausen, Volker
"Geldpolitik, Fiskalpolitik und ausländische Zinsschocks in einer asymmetrischen Währungsunion"

Dieser Beitrag untersucht anhand eines Modells für eine kleine Währungsunion, die simultan durch angebots- und nachfrageseitige Asymmetrien gekennzeichnet ist, welche dynamischen Wirkungen von der Geldpolitik, der Fiskalpolitik sowie ausländischen Zinsänderungen auf die Union als Ganzes sowie auf die einzelnen Länder der Währungsunion ausgehen. In der Analyse wird jeweils zwischen antizipierten und nicht antizipierten Störungen unterschieden.

Es wird festgestellt, daß von einer in bezug auf den gesamten Währungsraum expansiven Geldpolitik kontraktive Transmissionseffekte auf einzelne Unionsländer ausgehen können. Während geld- und fiskalpolitische Impulse vorübergehende konjunkturelle Divergenzen innerhalb der Währungsunion hervorrufen, kommt es bei Änderungen des ausländischen Zinsniveaus zu einem dauerhaften Konjunkturgefälle innerhalb der Währungsunion. (JEL E 58)

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Vijselaar, Focco W. und Albers, Ronald M.
"Zyklische Konvergenz in Europa"

Um ein reibungsloses Funktionieren der EWU zu garantieren, kommt es darauf an, daß die Konjunkturzyklen der einzelnen Teilnehmerländer nicht zu stark voneinander abweichen. Diese Studie vergleicht die Konjunkturzyklen der einzelnen EU- Mitgliedsstaaten mit dem als einschlägiger Bezugszyklus geltenden Konjunkturzyklus für das aggregierte Eurogebiet im Zeitraum 1973 bis 1996. Der für die elf EU- Teilnehmerländer ermittelte zyklische Konvergenzgrad gilt als hoch. Dieses Resultat erweist sich gegenüber der angewendeten Detrending- Methode als robust. Darüber hinaus kommen wir zu der Erkenntnis, daß die Auswirkung der deutschen Wiedervereinigung auf die zyklische Konvergenz relativ begrenzt ist. Das Vereinigte Königreich weist jedoch im Vergleich zu dem derzeitigen Eurogebiet ein klar abweichendes Konjunkturmuster auf. Sollte das Vereinigte Königreich der EWU beitreten, könnte dies die Gestaltung einer einheitlichen Währungspolitik verkomplizieren.

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Fase, M. M. G. und Folkertsma, C. K.
"Inflationsmessung: Das Konzept des inneren Tauschwerts des Geldes von Karl Menger"

In diesem Beitrag wird versucht, Carl Mengers Konzept des "Inneren Tauschwerts des Geldes" zu operationalisieren. Da Veränderungen des inneren Tauschwerts des Geldes Bestandteil von Preisschwankungen aufgrund monetärer Einflüsse sind, beinhaltet die Operationalisierung eine alternative Möglichkeit der Inflationsmessung. Wir betrachten mehrere Vorgehensweisen zur Messung der Veränderungen des inneren Tauschwerts des Geldes. Von diesen bedienen wir uns eines strukturellen VAR- Modells zur Identifizierung von Preisschwankungen in den Niederlanden und in der EU, die auf monetäre Schocks zurückzuführen sind.

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Schneider, Friedrich und Winner, Hannes
"Ein Vorschlag zur Reform der österreichischen Unternehmensbesteuerung

Die Steuerreform 2000 brachte in Österreich auch Neuerungen im Bereich der Unternehmensbesteuerung. Aus steuersystematischer Sicht ist insbesondere die Einführung der Zinsbereinigung des Eigenkapitalzuwachses zu erwähnen. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme zur gegenwärtigen Belastungssituation der österreichischen Unternehmen wird im vorliegenden Beitrag ein Vorschlag zur Reform der Unternehmensbesteuerung diskutiert, der auf eine steuerliche Entlastung des Eigenkapitals abzielt. Anhand von Simulationsrechnungen werden die Auswirkungen einer Umsetzung dieses Reformansatzes erörtert. Mit der Einführung des neuen Modells könnte die steuerliche Attraktivität Österreichs als Investitionsstandort erhöht werden, gleichzeitig würden bestehende Verzerrungen der Unternehmensbesteuerung ausgeglichen. (JEL H21, H25, H73)

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Köke, F. Jens
"Neue Erkenntnisse zu Eigentümerstrukturen in Deutschland"

Diese Studie beschreibt die Eigentümerstrukturen bei großen deutschen, dem produzierenden Sektor zuzurechnenden Unternehmen mit und ohne Börsennotierung als ein wichtiges Element von Corporate Governance. Es wird gezeigt, daß sich die Unternehmensanteile oft in den Händen von Großaktionären befinden. Dadurch werden die sich aus einer Trennung von Unternehmenseigentum und - führung ergebenden Vertretungsprobleme in Grenzen gehalten. Man trifft auch auf pyramidenförmige Strukturen und geschachtelte Eigentumsrechte, jedoch sind diese nicht so weit verbreitet, wie dies gemeinhin angenommen wird. In den meisten Fällen ist der größte Anteilseigner jedoch selbst ein nicht dem Finanzsektor zuzurechnendes Unternehmen, wodurch eine andere Art von Vertretungsproblemen entsteht. Aber signifikante Änderungen in den Eigentümerstrukturen der Unternehmen deuten auf einen aktiven Markt für große Aktienanteile hin, der als Kontrollmechanismus wirken könnte.

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