KREDIT und KAPITAL - Heft 4/2001


Inhalt


Abhandlungen

Wilkens, Marco und Entrop, Oliver und Scholz, Hendrik
Outperformance-Zertifikate und Aktienindizes in Fremdwährungsräumen

Kakes, Jan und Sturm, Jan-Egbert und Maier, Philipp
Monetary Transmission and Bank Lending in Germany

Guender, Alfred V.
Alternative Monetary Policy Rules and the Specification of the Phillips Curve: A Comparison of Nominal Income with Strict Inflation Targeting

Hansen, Gerd
Prognostiziert die Zinsstruktur die Inflation in Deutschland?

Wahl, Jack und Broll, Udo
Zur Vorteilhaftigkeit des Hegdings für Banken

Wagner, Niklas und Szimayer, Alexander
Alternative Model Specifications for Implied Volatility Measured by the German VDAX


Berichte

Höppner, Florian und Kohns, Stephan
Konstanz Seminar on Monetary Theory and Monetary Policy 2001



Buchbesprechungen

Welfens, Paul J. J.
European Monetary Union and Exchange Rate Dynamics. New Approaches and Application to the Euro (Sandra Haasis)

Weber, Max
Die bankaufsichtlicher Erfassung der liquiditätsmäßig-finanziellen Risiken unbedingter Finanztermingeschäfte (Wolfgang Bessler und Heiko Opfer)

Steiner, Peter und Uhlir, Helmut
Wertpapieranalyse (Philip M. V. Hallensleben)


Zusammenfassungen

Wilkens, Marco und Entrop, Oliver und Scholz, Hendrik
„Outperformance- Zertifikate auf Aktienindizes in Fremdwährungsräumen“

Währungsgesicherte (Quanto-)Zertifikate auf internationale Indizes bieten Investoren teilweise eine deutlich höhere Performance als der jeweils zugrunde liegende Index erzielt. Diese vermeintliche Attraktivität von Outperformance- Zertifikaten wird im Rahmen einer verallgemeinerten Black/ Scholes/Merton- Welt aus Eurolandsicht analysiert. Bei positiver Zinsdifferenz zwischen den beteiligten Währungsräumen verzichten Anleger letztendlich bei währungsgesicherten Zertifikaten gegenüber vergleichbaren währungsrisikobehafteten auf die antizipierte (positive) Wertentwicklung des Wechselkurses, was den geringeren Wert währungsgesicherter Zertifikate und damit Multiplikatoren größer Eins begründet. Die besonderen preisbestimmenden Faktoren dieser innovativen Finanzprodukte, die auch zur internationalen Diversifikation eingesetzt werden können, sind die Zinsdifferenz, die Dividendenrendite, die Volatilitäten der Renditen des Aktienindex und der Veränderungen des Wechselkurses sowie deren Korrelation. (JEL G 12, G 13, G 15, F 33)

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Kakes, Jan und Sturm, Jan- Egbert und Maier, Philipp
„Monetäre Transmission und Bankdarlehen in Deutschland“

In diesem Beitrag wird die Rolle von Bankdarlehen im monetären Transmissionsprozeß in Deutschland untersucht. Wir folgen einem sektoralen Ansatz, indem wir Kredite der Banken an Geschäfts- und Privatkunden unterscheiden. Wir haben festgestellt, daß die Banken auf eine monetäre Kontraktion eher durch Anpassung ihres Sicherheitsbestandes als durch Reduzierung ihrer Wertpapierportfolios reagieren. Nach einer Periode des „knappen Geldes“ nehmen die meisten Darlehenskategorien zu (statt ab). Die wichtigste Folgerung aus unseren Ergebnissen besteht darin, daß der sogenannte „credit channel“ der Banken kein wichtiger Transmissionsmechanismus ist. Im Gegenteil, wenn man die Darlehensportfolios von Banken gegen monetäre Schocks abschirmt, besteht die Wahrscheinlichkeit, daß von Bankdarlehen eher eine Abschwächung als eine Verstärkung der geldpolitischen Auswirkungen ausgeht.

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Guender, Alfred V.
„Alternative Regeln der Geldpolitik und die Formulierung der Phillips- Kurve: Ein Vergleich zwischen der nominellen BSP- Zielsteuerung und der Inflationszielsteuerung“

Auf der Basis eines simplen “backward- looking“- Makromodells erläutert dieser Beitrag, wie eine auf BSP- Steuerung bedachte instabile Geldpolitik verhindert werden kann, indem die Notenbank ein Hybrid- BSP-Ziel anstrebt. Ein Hybrid- BSP-Ziel ist eine spezielle Form der optimalen Geldpolitik. Mittels eines Vergleichs wird dann belegt, unter welchen Voraussetzungen das Hybrid- BSP-Ziel einer anderen Form der optimalen Geldpolitik, einer die ein Inflationsziel anstrebt, überlegen ist.

Eine ähnliche Analyse der beiden geldpolitischen Strategien wird auch in einem „forward- looking“- Modell durchgeführt. Entgegen der U- förmigen Politikgrenzen (policy frontiers), die auf dem “backward- looking“- Modell basieren, implizieren die aus diesem Modell hervorgehenden Politikgrenzen einer monotonen Trade- off zwischen den relevanten Parametern des Modells. Je größer der Parameter der realen Outputlücke in der Phillips- Kurve, desto attraktiver gestaltet sich ein Inflationsziel im Vergleich mit dem Hybrid- BSP-Ziel.

Es ist eher wahrscheinlich, daß eine starre Geldpolitik, die auf einem Inflationsziel beharrt, einer Geldpolitik, die die Wachstumsrate des nominellen BSP - anstatt Hybrid- BSP - anstrebt, überlegen ist. Diese Schlußfolgerung hängt jedoch von der Größe des Parameters der Outputlücke in der Phillips- Kurve ab.

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Hansen, Gerd
„Prognostiziert die Zinsstruktur die Inflation in Deutschland?“

Dieser Beitrag untersucht die Eignung eines multivariaten Cointegrationsmodells der Zinsstruktur für die Prognose der Inflation und damit für eine an der Inflationsprognose orientierte Geldpolitik. In einem Variablensatz mit zwei zukünftigen Inflationsraten und zwei Zinssätzen ergaben sich theoriengemäß drei Cointegrationsbeziehungen. Die Schätzergebnisse zeigen, daß die Inflationsraten von allen drei Cointegrationsbeziehungen abhängen. Die in der Literatur verwendeten bivariaten Modelle beschreiben die Zusammenhänge daher nur unzureichend.

Im Vergleich zu einer Inflationsprognose anhand des P- Stern- Modells ergab sich anhand der Zinsstruktur eine bessere Prognose. (JEL E 43, E 47, E 52, C 52, C 53)

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Wahl, Jack und Broll, Udo
„Zur Vorteilhaftigkeit des Hedgings für Banken“

In einem einfach gehaltenen Bankmodell untersucht unser Beitrag das Futures- Hedging einer kompetitiven Bank, die sich Risiken im Aktivgeschäft ausgesetzt sieht. Folgende Aspekte werden herausgearbeitet: Zunächst erfolgen die Analyse der ökonomischen Wirkungen von Ertragsrisiken auf das optimale Bankenverhalten. Sodann untersuchen wir den Risikentransfer durch Risikoüberwälzung mit Hilfe geeigneter Vertragsgestaltung im Passivgeschäft. Anschließend betrachten wir den Risikentransfer in Form des Futures- Hedging durch entsprechende Termingeschäfte. Wir zeigen Bedingungen auf, die den generellen Vorteil eines Futures- Hedging gegenüber der Risikoüberwälzung bewirken. Folglich unterstützt der Einsatz von Futures das Bemühen der Banken um Risikentransformation am besten. (JEL D 81, G 21, L 22)

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Wagner, Niklas und Szimayer, Alexander
„Zur Modellierung des VDAX- Volatilitätsindexes“

In dieser Arbeit werden zwei verwandte Ansätze zur Modellierung des VDAX- Volatilitätsindexes anhand einer historischen Zeitreihe verglichen. Der Standardansatz ist das weitverbreitete „Mean Reverting Diffusion“- Modell. Die Alternative besteht in einer Erweiterung, welche die Möglichkeit von Sprüngen in der Zeitreihe berücksichtigt. Die empirischen Ergebnisse zeigen, daß die Momentrestriktionen des Standardmodells abgelehnt werden müssen, während das erweiterte Modell bei gegebenen Konfidenzniveau nicht verworfen werden kann. Letztere Modellspezifikation liefert den empirischen Beleg für eine statistisch signifikante, positive Sprungkomponente in der VDAX- Zeitreihe. Eine mögliche Anwendung des Diffusionsmodells mit Mean Reversion und Sprüngen wird anschließend im Bereich der risikoneutralen Optionsbewertung aufgezeigt. Die Simulation der Preise von europäischen Kaufoptionen belegt ökonomisch und statistisch signifikante Preisdifferenzen, die sowohl auf die Wahl der Modellspezifikation als auch explizit auf die Berücksichtigung der Sprungkomponente zurückzuführen sind.

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