KREDIT und KAPITAL - Heft 1/2003


Inhalt


Abhandlungen

Punt, Leendert W und van Rooij Maarten C.J.
The Profit- Structure Relationship and Mergers in the European Banking Industry

Nitsch, Harald
Diskretionäre Spielräume des Inflation-Targeting

Overbeck, Ludger und Stahl, Gerhard
Stochastic Essentials for the Risk Management of Credit Portfolios

Wöhle, Claudia B.
Modellanalytische Bilanzstrukturoptimierung unter Rendite-/ Risiko-Kriterien im Rahmen des dualen Steuerungsmodells


Berichte

Mundschenk, Susanne
Konstanz Seminar on Monetary Theory and Monetary Policy 2002


Buchbesprechungen

Junius, Karsten und Kater, Ulrich und Meier, Carsten-Patrick und Müller, Henrik
Handbuch Europäische Zentralbank. Beobachtung, Analyse, Prognose (Philip M. V. Hallensleben)


Zusammenfassungen

Punt, Leendert W und van Rooij Maarten C.J.
"Gewinnstrukturbeziehungen und Fusionen im europäischen Bankensektor: Eine empirische Untersuchung"

Die empirische Forschung liefert den Beweis für eine Beziehung zwischen Marktstrukturen und Rentabilität im europäischen Bankenmarktsektor. In diesem Beitrag werden diverse Marktmacht- und Effizienzstrukturtheorien untersucht, mit denen sich Gewinnstrukturbeziehungen erklären lassen. Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dass die X- Effizienz der den Gewinnstrukturbeziehungen zugrunde liegende ausschlaggebende Faktor ist, durch die die Banken in die Lage versetzt werden, sowohl ihre Rentabilität als auch ihre Marktanteile zu vergrößern. In den letzten Jahren scheinen Bankenfusionen deshalb erfolgreich gewesen zu sein, weil sich X- Effizienz und Rentabilität nach der Konsolidierung im Durchschnitt verbessert haben. Ferner gibt es keine Anzeichen für ein ungünstiges Preissetzungsverhalten aufgrund erhöhter Marktmacht.

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Nitsch, Harald
"Diskretionäre Spielräume des Inflation-Targeting"

Die Wahl des Inflationsmodells im Rahmen einer Inflation- Targeting- Strategie bedeutet eine Abwägung zwischen Prognosegüte und externer Nachvollziehbarkeit, wie am Beispiel von vier ausgewählten Zentralbanken verdeutlicht wird. Mischstrategien bieten einen interessanten Ansatz, einen eindeutigen langfristigen Referenzrahmen mit Informationen über das kurzfristige Verhalten der Geldpolitik zu kombinieren. Um die Probleme der diskretionären Wahl zwischen Kurz- und Langfristmodell gering zu halten, ist allerdings eine Integration beider Fristen anzustreben. (JEL E 52, E 58)

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Overbeck, Ludger und Stahl, Gerhard
"Stochastische Grundlagen für das Risikomanagement von Kreditportfolien"

Neuere Entwicklungen im Portfolio- und Risikomanagement sind von der Suche nach quantitativen Modellen für die Risikobeurteilung motiviert. Mertons Firmenwertmodell wird in einem Portfoliokontext dargestellt. In diesem Zusammenhang werden Verlustverteilungen abgeleitet, insbesondere die Verlustverteilung, die in die gegenwärtige Basel- II- Diskussion einfließt. Eine wichtige Aufgabe des Risikomanagements ist die Zuordnung und Allokation des Risikokapitals des Risikokapitals auf Geschäftseinheiten und Einzeltransaktionen. Eine Analyse von zwei verschiedenen Allokationsmethoden wird durchgeführt. Die Erste basiert auf dem Konzept des erwarteten Verlustes bei großen Gesamtverlusten, Expected Shortfall Contribution, die Zweite beruht auf Beiträgen der Einzeltransaktionen zur Volatilität der Verluste. Es zeigt sich, dass Letztere das Risiko von Kreditnehmern mit kleinem Exposure und schlechtem Rating mit zu viel Kapital unterlegt, da die Volatilität stark von vielen Ausfällen kleiner Exposures beeinflusst wird. Für das Quantil sind die Ausfälle großer Exposures entscheidender. Dies wird vom Expected Shortfall erfasst. Deswegen reagiert eine Allokation basierend auf Expected Shortfall Contribution sensitiver auf Diversifikation und Konzentration, sowohl auf einzelne Namen als auch in Branchen und Regionen.

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Wöhle, Claudia B.
"Modellanalytische Bilanzstrukturoptimierung unter Rendite-/ Risiko-Kriterien im Rahmen des Dualen Steuerungsmodells"

Inbegriff moderner Gesamtbanksteuerung ist die integrierte Rendite-/ Risikosteuerung unter Einhaltung der Risikotragfähigkeit bezogen auf differenzierte Risikobelastungsszenarien. In der praktischen Umsetzung der Gesamtbanksteuerung bildet das duale Steuerungsmodell den geeigneten Bezugsrahmen, um die möglichst dezentral anzusiedelnden Einzelentscheidungen mit den gesamtbankbezogenen Steuerungsbereichen zu koordinieren. Unter Berücksichtigung von zentral und dezentral zu steuernden Entscheidungsbereichen wird in dem vorliegenden Beitrag ein zweistufiges, deterministisches Optimierungsmodell vorgestellt, das unter Berücksichtigung der zentralen Einflussfaktoren zu einer Optimierung des Rendite-/ Risiko- Verhältnisses auf Gesamtbankebene führt. In einer ersten Stufe wird zunächst der Ergebnisbeitrag aus dem Kundengeschäft unter der Nebenbedingung von bereichsbezogenen Risikostrukturnormen mit Hilfe eines linearen Planungsmodells maximiert. In der zweiten Stufe erfolgt die Rendite-/ Risiko- Optimierung als zentrale Aufgabe der Gesamtbanksteuerung unter Einhaltung der Risikobegrenzungsnormen für die gesamte Bilanzstruktur. (JEL G 2, C 0)

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