KREDIT und KAPITAL - Heft 2/2003


Inhalt


Abhandlungen

Maier, Philipp und Hendrikx, Maarten
Implications of EMU Enlargement for European Monetary Policy: A Political View

Bikker, Jacob A.
Testing for Imperfect Competition on EU Deposit and Loan Markets with Bresnahan's Market Power Model

Poddig, Thorsten und Laudi, Peter und Varmaz, Armin
Betriebsgrößen- und Fusionseffekte bei Kreditgenossenschaften

Löffler, Gunter
What is at Stake when Determining Lifetime Asset Allocation?


Buchbesprechungen

Münchbach, Dominik
Management der operationellen Risiken des Private Banking (Heino Betz)


Zusammenfassungen

Maier, Philipp und Hendrikx, Maarten
"Auswirkungen der Erweiterung der Europäischen Währungsunion für die europäische Geldpolitik: Eine wirtschaftspolitische Ansicht"

In diesem Beitrag untersuchen wir die Auswirkungen der Erweiterung der Europäischen Währungsunion aus einer wirtschaftspolitischen Perspektive. Unser Argument ist es, dass ein hoher Grad an Konvergenz der Beitrittsländer vor ihrem Beitritt zur Europäischen Währungsunion eine wichtige Voraussetzung ist. Sonst besteht die Wahrscheinlichkeit, dass die Unterstützung der europäischen Geldpolitik in der Öffentlichkeit im Gefolge einer starke Streuung der wirtschaftlichen Kräfte abnimmt und der externe Druck auf die Europäische Zentralbank zunimmt.

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Bikker, Jacob A.
"Nachweis von unvollkommenem Wettbewerb auf den Depositen- und Darlehensmärkten der EU auf der Grundlage des Bresnahan- Modells für Markt macht"

Bresnahan und Lau haben ein Modell für die Gewinnmaximierung von Bankenoligopolen entwickelt, um den Grad der Marktmacht einer Durchschnittsbank zu bestimmen. Die Gleichung für den Gleichgewichtspreis beinhaltet einen Aufschlag, der bei vollkommenem Wettbewerb überhaupt nicht, bei Wettbewerb unter Oligopol- oder monopolistischen Bedingungen teilweise und bei Monopolen voll genutzt wird, Die Datenerfordernisse des Modells gestatten den Nachweis einer möglichen Nutzung von Marktmacht und Teilmärkten. In diesem Beitrag wir der Wettbewerbsgrad auf sowohl den Einlagen- als auch den Darlehensmärkten von neun EU- Ländern getrennt und gemeinsam untersucht. Die Hypothese eines vollkommenen Wettbewerbs kann für den Depositenmarkt der "gesamten" EU, fü die Depositenmärkte Deutschlands, Portugals, Spaniens, Schwedens und des Vereinigten Königreichs ausgeschlossen werden. Dennoch gilt für diese Märkte, dass sie von starkem Wettbewerb geprägt sind, da die Nutzung oder der Missbrauch von Marktmacht sehr begrenzt ist.

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Poddig, Thorsten und Laudi, Peter und Varmaz, Armin
"Betriebsgrößen- und Fusionseffekte bei Kreditgenossenschaften"

In diesem Beitrag werden ausgehend von theoretischen Überlegungen die Wirkungen von Fusionen und Betriebsgröße auf die Bilanzkennzahlen von Genossenschaftsbanken untersucht. Die empirische Studie basierte auf einer Stichprobe von insgesamt 731 Jahresabschlüssen von Genossenschaftsbanken und den 50 darin enthaltenen Fusionen in den Jahren 1990-2000. Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen den fusionierten und den nicht fusionierten Kreditgenossenschaften keine nachweisbar signifikanten Unterschiede existieren. Dagegen können Betriebsgrößeneffekte festgestellt werden. Als Ergebnis lässt sich konstatieren, dass größere Kreditgenossenschaften Vorteile im technisch- organisatorischem Bereich haben, ihre Erträge allerdings nur unterproportional zur Betriebsgröße wachsen. Die Vorteile des technisch- organisatorischen Bereiches können die Nachteile des liquiditätsmäßig- finanziellen Bereichs nicht überkompensieren. Insbesondere die Verschlechterung der Eigenkapitalquote ist auffällig. (JEL G 21, G 34, C 12, C 21, C 51, C 52)

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Löffler, Gunter
"Wie schwer wiegen falsche Investmententscheidungen im Lebenszyklus?"

Der Aufsatz untersucht, welche Nutzungsverluste aus der Verfehlung optimaler Anlagestrategien entstehen. Das Ausmaß der unterstellten Abweichungen orientiert sich an Unterschieden von Lebenszyklusprodukten deutscher Banken. Aufgrund von Informationskosten und der Komplexität des Entscheidungsproblems dürften viele Investoren nicht dasjenige Produkt wählen, das für sie am geeignetsten wäre. Die mit einer solchen Fehlentscheidung verbundenen Nutzenverluste werden mit einem Modell der intertemporalen Konsum- und Portfoliowahl quantifiziert. Die aufgezeigten Nutzenverluste sind relativ niedrig. Vielfach sind sie geringer als Verluste, die entstehen, wenn die erwartete Rendite um 0,3 % pro Jahr reduziert wird. Die Analysen zeigen Anlegern, auf welche Fragen sie sich bei der privaten Altersvorsorge konzentrieren sollten, und helfen Produktanbietern, Vor- und Nachteile von individualisierten Produktangeboten abzuwägen.

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