KREDIT und KAPITAL - Heft 2/2005


Inhalt


Abhandlungen

Graff Lambsdorff, Johann
The Puzzle with Increasing Money Demand - Evidence from a Cross-Section of Countries

Frey, Rainer
Welfare Implications of the Design of a Currency Union in Case of Member Countries of Different Sizes

Albrecht, Thomas
Kann das Finanzprodukt "Bausparen" wettbewerbsfähig sein? Überlegungen auf der Basis eines Overlapping-Generations-Ansatzes

Schneider, Sebastian
Übersicht zu einigen Zusammenhängen und möglichen Erklärungsansätzen ausgewählter Renditeanomalien an Aktienmärkten


Berichte

Lütje, Torben und Menkhoff, Lukas
Fondsmanagement in Deutschland: Was denken und tun die Akteure?


Buchbesprechungen

Grote, Michael H.
Die Entwicklung des Finanzplatzes Frankfurt. Eine evolutionsökonomische Untersuchung (Andreas Gontermann)

Hein, Eckhard und Heise, Arne und Truger, Achim (Hrsg.)
Neu-Keynesianismus . Der neue wirtschaftspolitische Mainstream? (Guido Zimmermann)


Zusammenfassungen

Graff Lambsdorff, Johann
"Das Rätsel der steigenden Geldnachfrage - Evidenz aus der Querschnittsanalyse von Ländern"

Die Geldnachfrage (relativ zum Inlandsprodukt) erhöht sich bei einem Anstieg des Vermögens, bei einer erhöhten "monetization" und einer vertieften Arbeitsteilung. In einer Querschnittsanalyse von 126 Ländern zeigt diese Studie, dass der Anteil der Landwirtschaft, die Lebenserwartung, der Offenheitsgrad und das Vertrauen in das Bankensystem einen großen Teil dieses Einflusses abbilden. Sobald diese Variablen berücksichtigt werden, ergibt sich ein negativer Einfluss des Pro-Kopf-Einkommens auf die Geldnachfrage (relativ zum Inlandsprodukt). Dies bestätigt die Resultate von Tobin und Baumol.

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Frey, Rainer
"Wohlfahrtsimplikationen des Aufbaus einer Währungsunion im Falle unterschiedlich großer Mitgliedsländer"

In dem Artikel werden einige der Kriterien optimaler Währungsräume im Rahmen eines formalen Wohlfahrtsmodells aufgegriffen. Es wird der Frage nachgegangen, wie die Wohlfahrt der Mitgliedsländer einer Währungsunion durch symmetrische und asymmetrische nationale Outputschocks beeinflusst wird. Die Bestimmung der Implikationen für die Wohlfahrt geschieht sowohl analytisch als auch mithilfe von Simulationen. Dazu werden die optimalen geldpolitischen Regeln der supranationalen Zentralbank unter Verwendung des Barro-Gordon-Ansatzes hergeleitet. Der Zentralbankrat kann aus einem Zentralbankdirektorium und einer Gruppe nationaler Zentralbankpräsidenten bestehen. In der Analyse wird den nationalen Präsidenten unterstellt, dass sie nur ihre eigenen Ökonomien im Blick haben. In einem Zwei-Länder-Modell können die Volkswirtschaften verschieden groß sein und es kann unterschiedliche Grade der Arbeitsmobilität geben. Es wird gezeigt, dass relativ kleine Mitgliedsländer eine starke Position der Gruppe der nationalen Zentralbankpräsidenten begrüßen, während große Länder geldpolitische Entscheidungen durch das Zentralbankdirektorium bevorzugen. Die Präferenzen sind umso stärker ausgeprägt je niedriger die Arbeitsmobilität. Darüber hinaus beeinflussen Unterschiede in den nationalen monetären Transmissionsmechanismen und unterschiedliche nationale Inflations- und Outputpräferenzen die Wohlfahrt.

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Albrecht, Thomas
"Kann das Finanzprodukt "Bausparen" wettbewerbsfähig sein? Überlegungen auf der Basis eines Overlapping-Generations-Ansatzes"

Ein als Generationenvertrag konzipiertes Bausparsystem, in dem die Mittelzuflüsse der Sparer an die Kreditnehmer weitergereicht werden, stellt unter realistischen Annahmen eine suboptimale Finanzierungsform für alle Bausparer - ausgenommen Bausparer der Gründungsphase - dar, wenn weder steuerliche Vorteile noch Bausparförderung bestehen. Dagegen ist Bausparen prinzipiell konkurrenzfähig, wenn eine Bausparkasse die Anlaufgewinne aus ihrer Gründungszeit konserviert hat und mit den Erträgen aus diesen Anlaufgewinnen die laufenden Kreditkonditionen subventioniert. Berücksichtigt man den Zinszyklus, so führt ein Streben nach festen Zuteilungsdauern dazu, dass die Attraktivität des Bausparens im Zinszyklus schwankt und auch bei konservierten Anlaufgewinnen nur mithilfe staatlicher Förderung jederzeitige Wettbewerbsfähigkeit herstellbar ist. Bei variabler Zuteilungsdauer und konservierten Anlaufgewinnen ist hingegen keine staatliche Förderung nötig (JEL D 10, G 21)

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Schneider, Sebastian
"Übersicht zu einigen Zusammenhängen und möglichen Erklärungsansätzen ausgewählter Renditeanomalien an Aktienmärkten"

Bei der Anomaliediskussion stehen zwei Erklärungsansätze diametral gegenüber. Einerseits können Martineffizienzen zu den beobachteten Renditemustern führen. Andererseits besteht die Möglichkeit, dass Risikofaktoren die Renditegenerierung bestimmen. Allerdings vernachlässigt die Anomaliediskussion die Zuverlässigkeit, mit der Abweichungen des CAPM festgestellt werden können, nahezu vollständig. Demzufolge kann nicht ausgeschlossen werden, dass Renditeanomalien lediglich statistische Artefakte bilden. Der Beitrag systematisiert deshalb Renditeanomalien und stellt mögliche Erklärungsansätze vor. Es werden nicht nur kennzahlenbezogene Renditeanomalien umfassend dargestellt, sondern auch Zusammenhänge zwischen den Renditeanomalien aufgezeigt sowie mögliche Erklärungsansätze diskutiert. Dabei wird sowohl die Robustheit der Anomalien gegenüber zeitvariablen Beta-Faktoren gestestet als auch auf die Frage eingegangen, ob ausgewählte Kennzahlen Risikofaktoren in einem Mehrfaktorenmodell oder Anomaliefaktoren darstellen. (JEL G 11, G 12)

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Berichte

Lütje, Torben und Menkhoff, Lukas
"Fondsmanagement in Deutschland: Was denken und tun die Akteure? "

Die Untersuchung basiert auf einer schriftlichen Befragung von 263 Fondsmanagern in Deutschland. Diese professionellen Marktakteure sehen ausgeprägtes Herdenverhalten bei anderen Fondsmanagern und deutliche psychologische Einflüsse auf die Preisbildung. Im Kontrast dazu vertrauen Fondsmanager sehr stark auf fundamentale Unternehmens- und Marktdaten, zudem auf Diskussionen mit Kollegen und auf technische Analyse. Insofern zeigt sich eine Diskrepanz zwischen wenig effizient eingeschätzten Märkten und eigener Rationalität. Verbesserungspotenziale identifizieren wird in drei Bereichen: (i) Herdenverhalten, das zugleich Konformismus reflektiert; (ii) erhebliche Wertschätzung auch für nicht-fundamentale Informationen; (iii) die Nutzung verschiedener Anlagestrategien, bei denen die Erfolgsvoraussetzungen nicht unbedingt erfüllt sind. (JEL G 23, G 14)

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