Gehrig, Thomas P.
Stabilität versus Innovationsfähigkeit: Zur Rolle des Finanzsystems
Belke, Ansgar und Polleit, Thorsten
(How) Do Stock Market Returns React to Monetary Policy? An ARDL Cointegration Analysis for Germany
Läufer, Nikolaus K. A.
Gibt es aus portfoliotheoretischer Sicht eine Liquiditätsfalle?
Betzer, André
Why Private Equity Investors Buy Dear or Cheap in European Leveraged Buyout Transactions
Eling, Martin und Schuhmacher, Frank
Hat die Wahl des Performancemaßes einen Einfluss auf die Beurteilung von Hedgefonds-Indizes?
Bruinshoofd, W. Allard
Corporate Investment and Financing Constraints: Connections with Cash Management
Rehm, Hannes und Tholen, Michael
Management der öffentlichen Schuld – Befund, Probleme, Perspektiven
(Alexander Eschbach)
Frömmel, Michael
Langfristige Trends der Wechselkursvolatilität unter alternativen Währungsregimes
(Christian Bauer)
Belke, Ansgar und Polleit, Thorsten
(Wie) Reagieren Aktien-Returns auf die Geldpolitik? – Eine ARDL- Analyse für Deutschland
Sind Zentralbanken in der Lage, Aktienmarktrenditen systematisch zu beeinflussen? Um diese Frage zu beantworten testen wir die Kointegrationsbeziehung zwischen Renditemaßen für den Aktienmarkt und dem Kurzfristzins in Deutschland für die Periode 1974-2003. Folgende Probleme sind dabei zu bewältigen: „Scheinzusammenhänge“ aufgrund unterschiedlicher Integrationsgrade der Zeitreihen müssen ausgeschlossen und die Kausalitäts- und Kointegrationsbeziehungen zwischen den Variablen müssen eindeutig identifiziert werden. Diese Problemstellungen werden im Rahmen des „Bound Testing“- und „Autoagressive Distributed Lag-(ARDL-)“ Ansatzes von Personen et al. behandelt. Die Ergebnisse werden mit denen des Standard-Ansatzes von Johansen verglichen. Die Resultate können die Hypothese, dass die Deutsche Bundesbank – und nachfolgend die Europäische Zentralbank (EZB) – einen signifikanten Einfluss auf kurz- und langfristige Renditemaße für den deutschen Aktienmarkt in Form des Dividendenwachstums genommen hat, nicht ablehnen, während der umgekehrte Zusammenhang nicht gilt.
hoch
Läufer, Nikolaus K. A.
Gibt es aus portfoliotheoretischer Sicht eine Liquiditätsfalle?
In der Makroökonomik werden Liquiditätsfallen ohne Mikrofundierung als existent angenommen, und die Japan-Krise hat Liquiditätsfallen wieder zum Diskussionsthema gemacht. Deshalb wird die Frage der Existenz von Liquiditätsfallen hier portfoliotheoretisch untersucht im Rahmen eines klassischen Mean-Variance-Ansatzes für zwei Assets (Geld und Wertpapiere). Vorausgesetzt wird eine stochastisch inflationäre Anlageumgebung ohne Geldillusion im Anlegerverhalten. Das Resultat ist negativ insofern, als Liquiditätsfallen ausgeschlossen werden können, solange die erwartete Ertragsdifferenz der beiden Assets positiv zugunsten des Wertpapiers ausfällt. Liquiditätsfallen sind ebenfalls ausgeschlossen, solange das Risiko der Ertragsdifferenz eine negative Rolle spielt, d.h. solange das Risiko größer Null ist und solange gleichzeitig Risikoaversion besteht. Damit überhaupt eine Liquiditätsfalle existieren kann, muss entweder das Risiko fehlen (Standardabweichung von Null der Ertragsdifferenz) oder es darf keine Risikoaversion der Anleger geben. Unter Risikoaversion, bei Sicherheit der Ertragsdifferenz und bei einer sicheren nominellen Null- Verzinsung des Geldes ist ein nicht-positiver (d.h. ein negativer oder nullwertiger) nomineller Ertragssatz der festverzinslichen Wertpapiere notwendig und hinreichend dafür, dass eine Liquiditätsfalle existiert. Bei der in der Makroökonomik üblichen Annahme einer erwarteten Kapitalwertänderung der Wertpapiere von Null bedeutet dies, dass eine Liquiditätsfalle nur bei einem nullwertigen oder negativen Nominal-Zins möglich ist.
Die in makroökonomischen Lehrbüchern als Liquiditätsfalle bezeichnete Konstellation (flacher Verlauf der Geldnachfragefunktion und positiver nomineller Zinssatz größer Null) impliziert dann aus portfoliotheoretischer Sicht keine Liquiditätsfalle, sondern eine Wertpapierfalle.
Wenn die Makroökonomik ihre Vorstellung von der Existenz einer Liquiditätsfalle bei positiven Zinssätzen beibehalten will, dann muss sie Kapitalwertänderungen zulassen und auf die Annahme verzichten, dass Zinssätze gleichzeitig Opportunitätskosten der Geldhaltung sind. Sobald Kapitalwertänderungen zugelassen werden, ist dieser Verzicht logisch sogar zwingend erforderlich. Die Makroökonomik hat daher aus portfoliotheoretischer Sicht die Wahl, sich zu ändern oder weiterhin sowohl in einem Selbst-Widerspruch als auch im Gegensatz zur Portfolio-Theorie zu verharren. (JEL E41, E10, E12, B22)
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Betzer, André
Welchen Preis zahlen Private-Equity-Investoren in europäischen Leveraged-Buyout-Transaktionen?
Die vorliegende Studie untersucht die Motive von Private-Equity-Investoren bei der Übernahme und dem anschließenden Going Private europäischer Unternehmen. Der Datensatz umfasst 73 europäische Leveraged-Buyout-Transaktionen von 1997 bis 2002. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung zeigen, dass Private-Equity-Investoren insbesondere Übernahmekandidaten auswählen, die vor der Ankündigung der Übernahme eine vergleichsweise schlechte Kursentwicklung aufzuweisen haben. Außerdem zahlen Private-Equity-Investoren eine signifikant höhere Prämie für Unternehmen mit einer atomistischen Anteilseignerstruktur und somit mit einer schlechteren Kontrollmöglichkeit des Managements. Die Prämien in Großbritannien, wo das englische Common Law angewendet wird, sind signifikant höher als im kontinentaleuropäischen Rechtsraum mit dem römischen Recht als Basis. Diese Resultate stellen eine Erweiterung der empirischen Evidenz in der Going-Private-Literatur dar, in der bislang hauptsächlich der amerikanische Kapitalmarkt der 80er-Jahre untersucht wurde.
hoch
Eling, Martin und Schuhmacher, Frank
Hat die Wahl des Performancemaßes einen Einfluss auf die Beurteilung von Hedgefonds-Indizes?
Eine zentrale Fragestellung in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung auf dem Gebiet Hedgefonds stellt deren Performancemessung dar. Ausgangspunkt unserer Untersuchung bildet die in der Literatur verbreitete Meinung, dass Hedgefonds augrund ungewöhnlicher Ausprägungen der höheren Renditeverteilungsmomente nicht anhand der klassischen Sharp-Ratio beurteilt werden können. Stattdessen wird die Verwendung neuerer Performancemaße, die das Verlustrisiko abbilden, empfohlen. Im Rahmen einer empirischen Untersuchung auf der Grundlage von Hedgefonds-Indizes vergleichen wir das kritisierte Performancemaß mit den neueren Ansätzen der Performancemessung. Obwohl die Renditen der Hedgefonds-Indizes deutlich von einer Normalverteilung abweichen, führen die analysierten Ansätze zu weitgehend identischen Reihungen der verschiedenen Hedgefonds-Strategien. Von daher stellen wir fest, dass die Wahl des Performancemaßes keinen entscheidenden Einfluss auf die Beurteilung der Hedgefonds-Indizes hat. (JEL G10, G29)
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Bruinshoofd, W. Allard
Unternehmensinvestitionen und Finanzierungszwänge: Beziehungen zum Cash-Management
Die Arbeit enthält einen Überblick er die Nutzung und den Nutzen der Sensitivität des Investment-Cash-flow in der allgemeinen Literatur über Finanzierungszwänge auf dem Gebiet der Unternehmensinvestitionen. Aufbauend auf der intensiven und andauernden Debatte zu diesem Thema, untersucht dieses Papier Richtungen für weitere Forschungsarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Beziehungen zwischen Unternehmensinvestitionen und Cash-Management eingeräumt. Zeitgenössische Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Cash-Management von Unternehmen bieten vielversprechende Ausgangspunkte für eine schärfer umrissene Bestimmung von Fällen, in denen Unternehmen nicht über genügend interne Mittel verfügen, um Investitionsprojekte auf den Weg zu bringen. Anschließend skizziert das Papier die Methodologie für eine klare empirische Bewertung der Rolle des Cash-Management bei den hier behandelten Investitionen des darin liegenden Informationsgehalts der Sensitivität des Investment-Cash-flow.
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